Vorletzter Tag in Oliva Nova:
Eine Verletzung kann schwer sein
Im Bericht von gestern geht es um das Training der Frauen vom 1. FC Union Berlin. Es wird über Trainer Bao Nguyen gesprochen. Er hilft den Spielerinnen bei der Rehabilitation. So können Hannah Eurlings und Leonie Köster wieder spielen. Am vorletzten Trainingstag gibt es einen Fokus auf zwei andere Spielerinnen. Das sind Tanja Pawollek und Fatma Şakar. Sie spielen beim Testspiel gegen CD Castellón. Außerdem spricht Sportpsychologin Elisa Lierhaus. Sie erzählt, wie sie verletzten Spielerinnen hilft.
Lierhaus’ Rolle als Stressfänger – Viel Lob für das Team
Die Arbeit als Sportpsychologin ist sehr vielfältig. Sie macht Workshops und viele Einzelgespräche. Diese Gespräche sind immer freiwillig und passen zu den Bedürfnissen. Lierhaus spricht besonders in Trainingslagern mit jeder Spielerin. Sie stellt sich auch den neuen Spielerinnen vor. Die Themen sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von Leistungsdruck und Motivation bis zu persönlichen Sorgen.
„Ich liebe an meinem Job, dass sich Menschen öffnen und mir vertrauen. Ich gebe ihnen den Raum, den sie brauchen, um sich frei zu fühlen. Wenn ich einfach eine kleine Pause machen kann, um den Stress zu nehmen, macht mich das sehr glücklich“, sagt Lierhaus über ihre Arbeit.
Die Verletzungen in der Hinrunde haben auch für Lierhaus mehr Arbeit gebracht. Die 35-Jährige sieht das aber positiv: „Natürlich sind Verletzungen schlimm und ‚mehr Arbeit‘ klingt nicht gut. Aber ich finde es schön, dass die Sportpsychologie mehr hilft und dass man versteht, dass sie bei Verletzungen wichtig sein kann.“ Es ist ihr wichtig, dass jede Spielerin selbst merkt, was ihr hilft und alles freiwillig ist: „Es macht keinen Sinn, mit einer Spielerin zu arbeiten, die denkt, sie muss das machen. Sie soll selbst entscheiden, ob es ihr hilft oder ob sie eigene Wege hat, damit umzugehen. Mein Angebot steht immer. Viele nehmen es gerne an.“
In der Phase, in der viele Spielerinnen verletzt waren, hatte Lierhaus auch die anderen Spielerinnen im Blick: „Wenn viele Spielerinnen verletzt sind, hat das auch Auswirkungen auf das Team. Man muss auch auf die gesunden Spielerinnen achten und sehen, wie sie damit umgehen.“ Gleichzeitig ist sie positiv: „Ich sehe die Mannschaft als sehr stark. Auch die verletzten Spielerinnen werden gut unterstützt. Zum Beispiel hängt das Trikot der verletzten Spielerinnen immer in der Kabine und wird vor den Spielen gezeigt. Das zeigt eine starke Verbindung, die ich schön finde.“ In dieser Zeit gab es auch ein Teambuilding im Trainingszentrum Oberspree, das Lierhaus für sehr wertvoll hält.
Tanja Pawolleks gute Erfahrungen mit Sportpsychologie – Şakar und Rückschläge
Tanja Pawollek hatte zwei Monate Ausfallzeit. Das ist nicht so lange. Sie brauchte dieses Mal keine sportpsychologische Hilfe. „Sportpsychologie ist wichtig. Bei meinen großen Verletzungen in Frankfurt habe ich viel Hilfe bekommen. Ich habe oft mit unserer Sportpsychologin gesprochen“, sagt die Mittelfeldspielerin. „Dieses Mal war die Verletzung nicht so lange. Ich habe auch alleine und mit meiner Familie und Freunden gut klargekommen.“ Ihr Comeback auf dem Platz war erfolgreich. „Ich habe mich sehr gefreut. Es fühlte sich an, als wäre ich nie weg gewesen.“
„Ich wusste lange nicht, wann ich wieder fit bin. Das war mental schwer“, sagt Fatma Şakar. „Ich habe viel über mich gelernt.“ Es gab viele Rückschläge, die anstrengend waren. „Elisa war in dieser Zeit eine sehr wichtige Hilfe. Sie hat mir viel Last abgenommen. Sie ist eine freundliche Person. Ich konnte mich ihr öffnen.“ Bei ihrem Comeback lächelt die Außenverteidigerin: „Ich hatte große Vorfreude. Ich genieße es, wieder Fußball zu spielen. Die Verletzung hat mich geerdet. Ich habe gemerkt, wie sehr ich diesen Sport und mein Team liebe. Ich bin glücklich, wieder auf dem Platz zu sein.“
Die türkische Nationalspielerin möchte weiterhin regelmäßig mit Lierhaus sprechen: „Ich habe schon vor meiner Verletzung gern mit ihr gearbeitet. Viele denken, Sportpsychologie ist nur für große Probleme. Oft sind es gute Gespräche im Alltag. Wir haben damals gesagt, dass wir nicht nur reden, wenn es schlimm ist. Deshalb bleibe ich in Kontakt mit ihr.“
Vorletzter Trainingstag für die Mannschaft – Workshop mit Lierhaus zum Abschluss
Nach dem Frühstück gab es eine Besprechung. Danach machte die Mannschaft im Fitnessraum ein Training. Am Mittag blieb die letzte Einheit auf dem Platz in Oliva Nova. Am Sonntag geht es zurück nach Berlin. Zum Schluss spielten die Unionerinnen ein internes Trainingsspiel. Dort wurden die Trainingsabläufe noch einmal geübt.
Am Nachmittag gab es einen Workshop von Elisa Lierhaus. Das Thema war Teambuilding. Danach hatten die Eisernen Freizeit bis zum Abendessen. Der letzte volle Tag in Spanien endete mit einem gemeinsamen Teamabend.
Zitat des Tages: „Mir hat der Bericht von gestern sehr gut gefallen, aber das Beste hat gefehlt: Das Zitat des Tages”, sagte Naika Reissner beim Frühstücksbuffet.
Die Tagebucheinträge: