Zwischen Blut, Schweiß und Tränen:

Der lange Rehaweg vor dem Comeback

Bao Nguyen fungiert seit dieser Saison als Reha- und Athletiktrainer der Profimannschaft der Frauen des 1. FC Union Berlin und hatte in dieser Funktion in der Hinrunde alle Hände voll zu tun. Am sechsten Tag des eisernen Trainingslagers in Oliva Nova richtet sich der Blick auf seine Arbeit und den Weg zweier Spielerinnen zurück auf den Platz nach langer Leidenszeit.

Eine Spielerin steht am Spielfeldrand, bereit zum Einwechseln, umgeben von lächelnden Teamkollegen und einem Schiedsrichter.

Vorletzter Trainingstag in Spanien – Nguyen im Einsatz mit Kart-Champion

Der gestrige Donnerstag stand nach dem Testspiel am Mittwoch ganz im Zeichen der Regeneration: Die Spielerinnen konnten am Vormittag individuell entscheiden, wie sie sich erholten. Am Nachmittag folgte dann das Teamevent, welches – wie schon im Vorjahr – auf die Kart-Piste führte. Während damals Geschäftsführerin Jennifer Zietz mit der Bestzeit überzeugte, fuhr diesmal Anna Aehling die schnellste Runde. Mit der 24-Jährigen wird wiederum Bao Nguyen in den kommenden Wochen noch viel Zeit verbringen.

Nguyen kam im Sommer nach eineinhalb Jahren bei den Frauen des SV Werder Bremen zu Union und ist – in enger Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten und Vereinsärzten – vor allem für die Reha der verletzten Spielerinnen zuständig. „Grundsätzlich gibt es verschiedene Phasen nach einer Verletzung. Erst einmal schauen die Physios, wie die ersten Wochen aussehen sollen. Meine Aufgabe beginnt dann vor allem im Aufbau, wenn es darum geht, die Spielerinnen schrittweise zurück ins Mannschaftstraining zu führen“, erklärt der 28-Jährige seinen Job. Individuelle Trainingspläne, gezieltes Krafttraining und angepasste Platzbelastungen gehören dabei zum Alltag.

Die Unionerinnen waren in der Hinrunde bekanntlich stark vom Verletzungspech gebeutelt, sodass der Kader zwischenzeitlich sehr ausgedünnt war. Mittlerweile hat sich das Lazarett jedoch deutlich geleert: Neben Tomke Schneider, Korina Janež und Mariann Noack, die allesamt ihre Reha derzeit extern absolvieren, fällt aktuell nur noch die bereits erwähnte Anna Aehling aus.

Dass die Verteidigerin trotzdem in Spanien dabei sein kann, macht sie sehr glücklich: „Es gibt mir unfassbar viel, mit der Mannschaft zusammen zu sein. Unmittelbar nach der Verletzung war es wirklich hart, so isoliert vom Team zu sein. Ich weiß es daher sehr zu schätzen, dass ich mit ins Trainingslager darf, weil mir das auch viel Energie für meine Reha mit Bao gibt. Allein die Spieleabende, Teamevents oder banalen Gespräche am Tisch sind ein enormer Faktor, was in der Rehazeit sonst etwas schwierig sein kann.“

Eine Frau trainiert an einem Beinpresse-Gerät, während ein Trainer sie beobachtet und anfeuert.
Ein Kind in roter Rennkleidung fährt mit einem Go-Kart auf einer Indoor-Rennstrecke. Reifen und andere Karts sind im Hintergrund sichtbar.
Eine Person in einem roten Trainingsanzug führt eine Übung im Fitnessstudio durch, während eine zweite Person im Hintergrund zuschaut.
Eine Athletin trainiert in einem Fitnessraum, während andere Sportler aufmerksam zuschauen.

Der Mann ohne Herz – Nguyens Kampf gegen die Frustration

„In der Anfangsphase von Langzeitverletzungen schicken wir die Spielerinnen oft in externe Rehas, weil man die mentale Komponente nicht unterschätzen darf. Es tut gut, in dieser Zeit ein stabiles Umfeld in der Heimat um sich zu haben“, erklärt Nguyen. „Sobald die Spielerinnen wieder in die Laufbelastung gehen, kommen sie spätestens zurück nach Berlin und werden im Verein betreut.“

Eine besondere Herausforderung seiner Arbeit sei es, die Stimmung über die lange Rehazeit hinweg positiv zu halten: „Der Frust ist natürlich spürbar. Jede Spielerin erreicht irgendwann den Punkt, an dem sie körperlich und mental einfach erschöpft ist. Ich wurde dann auch schon als ‚Mann ohne Herz‘ bezeichnet“, erzählt Nguyen mit einem Schmunzeln, „aber das gehört einfach dazu.“

Dass der Verein keine genaue Ausfalldauer oder Diagnose öffentlich macht, sieht Nguyen als Vorteil: „Zum Schutz der Mannschaft und der Spielerinnen ist das genau richtig. Ein Zeitrahmen erzeugt immer Druck. Durch unsere Art der Kommunikation können wir die Reha flexibel gestalten, auch wenn es mal Rückschläge gibt, ohne dass ständig Nachfragen entstehen.“

Lächelnder Mann in Sportkleidung steht in einem Fitnessstudio, umgeben von Trainingsgeräten und Zubehör.
Ein Fußballspieler dehnt sich auf dem Trainingsplatz, umgeben von Sportequipment und einem Tor im Hintergrund.
Eine Frau in rotem Shirt macht eine Kniebeuge mit einer Langhantel, während ein Trainer zusieht.
Ein Sportler sitzt auf einer Matte auf einem Trainingsfeld und führt eine Übung durch, im Hintergrund ein Fußballtor und Palmen.

Glücksgefühle beim Testspiel – Eurlings‘ schwieriger Start in Berlin

„Ich habe wirklich Gänsehaut bekommen. Vor allem nach langen Verletzungen ist es noch einmal ein anderes Gefühl, weil die Spielerinnen so viel Zeit und Kraft investiert haben. Da macht es einfach nur glücklich, sie wieder auf dem Platz zu sehen“, gerät Physiotherapeutin Giuliana Di Bartolo ins Schwärmen, wenn sie an die zahlreichen Comebacks beim Testspiel gegen CD Castellón (8:0) denkt. Mit Fatma Şakar, die zumindest im Dezember schon wieder zum Spieltagsaufgebot gehörte, Tanja Pawollek, Leonie Köster und Hannah Eurlings standen gleich vier Spielerinnen nach längerer Abstinenz wieder auf dem Platz.

Eurlings, die mit einer Verletzung von der Europameisterschaft im Sommer zu ihrem neuen Klub zurückkehrte, erzielte dabei auch direkt ihre ersten beiden Tore für Union. „Es war eine harte Zeit. Ich wusste zuerst nicht, wie schlimm die Verletzung war, und dann nach Berlin zu kommen und zu hören, wie lange man ausfällt, war wirklich schwierig. So will man nicht in einem neuen Team und in einem neuen Land starten“, beschreibt die Stürmerin ihre Anfänge bei Union.

Ihre Reha begann sie zunächst in ihrer belgischen Heimat, um etwas Abstand zu gewinnen und von Freunden und Familie umgeben zu sein, ehe sie nach Berlin zurückkehrte: „Mit Bao lief das Reha-Training dann auch wirklich gut. Wir haben daran gearbeitet, ein gutes Fitnesslevel zu erreichen und vor allem zu verhindern, dass die Verletzung wieder aufbricht. Jetzt zurück zu sein, macht mich enorm stolz und ich freue mich sehr auf die zweite Saisonhälfte.“

Zwei Fußballspielerinnen in roten und weißen Trikots feiern, während eine dritte Spielerin in dunklem Trikot am Spiel teilnimmt.
Zwei Fußballspielerinnen in roten Trikots lachen und feiern gemeinsam auf dem Spielfeld, während andere Spielerinnen im Hintergrund stehen.
Eine Fußballspielszene mit mehreren Spielerinnen auf einem grünen Platz, während eine Spielerin mit der Nummer 44 den Ball dribbelt.

Kösters langer Weg zurück – Großer Rückhalt aus der Mannschaft

In der Reha ist Eurlings auch eng mit Leonie Köster zusammengewachsen, die nach ihrer Verletzung im vergangenen Februar sogar fast elf Monate auf ihr Comeback warten musste. Auch die Mittelfeldspielerin verbrachte die ersten Monate nach dem Schock zunächst in ihrer Heimat München, um bei Freunden und Familie zu sein: „Es war die längste Ausfallzeit meiner bisherigen Karriere und definitiv ein Schock, direkt nach meinem zweiten Spiel für Union so lange auszufallen. Am Anfang musste ich erst mal nach Hause, um das überhaupt zu akzeptieren und zu realisieren. Ich habe die ersten vier Monate meiner Reha in München gemacht, was definitiv die richtige Entscheidung war, weil ich dort mein familiäres Umfeld um mich hatte.“

„Es war dann aber auch schön, wieder nah an der Mannschaft und in Berlin zu sein. Das Reha-Training mit Bao war sehr intensiv, hat aber auch viel Spaß gemacht. Von Schritt zu Schritt wurde es einfacher“, führt die 24-Jährige aus. Über ihre Rückkehr auf den Platz sagt sie: „Man malt sich diesen Moment die ganze Zeit in der Reha aus. Schlafen konnte ich zum Glück in der Nacht davor, aber kurz vor der Einwechslung war dann doch etwas Nervosität spürbar. Die Vorfreude hat aber klar überwogen, weil das Vertrauen in meinen Körper wieder total groß ist. Ich muss aber auch noch mal betonen, dass der Support von der Mannschaft wirklich unglaublich war. Das ist nicht normal und dafür bin ich einfach nur dankbar.“

Eine weibliche Fußballspielerin in rot-weißer Uniform läuft über den Platz. Im Hintergrund sind Tore und eine Werbebande sichtbar.
Zwei Fußballspielerinnen in roten Trikots umarmen sich jubelnd auf dem Spielfeld, während andere Teamkolleginnen im Hintergrund stehen.
Eine Spielerin in rot-weißem Trikot feiert einen Torerfolg, während eine gegnerische Spielerin in schwarz-weißer Uniform zuschaut.
Zwei Fußballspielerinnen in roten Trikots gehen arm in arm über ein grünes Spielfeld, eingerahmt von Palmen im Sonnenlicht.

Die Tagebucheinträge im Überblick:

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Profis FrauenSaison 2025/26Frauen-BundesligaWintertrainingslager

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