8:0-Testspielsieg in Oliva Nova:
Erfolgreicher Jahresauftakt für Unionerinnen
Für Außenstehende zählt bei einem Fußballspiel vor allem, was in den 90 Minuten auf dem Platz passiert. Für Mannschaft und Trainerteam ist das jedoch nur ein Teil eines langen Arbeitstages, der oft schon früh beginnt und nicht selten bis in die Nacht hineinreicht. Der heutige Spielbericht startet daher mit der Vorbereitung auf das Testspiel gegen CD Castellón.
Vor dem Spiel: Frühstück, Aktivierung, Spielbesprechung
Nach dem gemeinsamen Frühstück von 8 bis 10 Uhr stand für die Spielerinnen die Aktivierung auf dem Programm, die intern auch oft als „Anschwitzen“ bezeichnet wird. Hierbei soll der Kreislauf auf Touren kommen und die Muskulatur auf das anstehende Spiel vorbereitet werden. Nach der rund einstündigen Einheit folgte um 12:30 Uhr das Pre-Match-Meal, bei dem Vereinskoch Nico Gehrmann wieder kräftigend und proteinreich kochte. Wie im gestrigen Bericht erläutert, ist dabei jedoch von besonderer Bedeutung, dass sich die Mägen später auf dem Spielfeld nicht schwer anfühlen.
Im Trainingslager sind die Abläufe etwas anders als im Ligabetrieb, sodass die Spielbesprechung, die sonst meist bereits am Vortag stattfindet, diesmal direkt am Spieltag abgehalten wurde. Während für Pflichtspiele auch die Stärken und Schwächen des Gegners in der Videoanalyse aufgezeigt werden, liegt der Schwerpunkt im Trainingslager hauptsächlich darauf, die eigenen Ideen und Abläufe zu schärfen.
Etwa eine Stunde vor Anpfiff erschienen die Torhüterinnen zum Warmmachen, ehe fünf Minuten später die Feldspielerinnen folgten. Neben dem klassischen Aufwärmen der Muskulatur standen Passübungen, Flanken und Torabschlüsse auf dem Programm, um mit einem möglichst guten Ballgefühl in die Partie zu starten.
Der Spieltag: Souveräner Auftritt gegen CD Castellón
Im ersten Spiel des neuen Jahres setzte sich die Profimannschaft der Frauen des 1. FC Union Berlin mit 8:0 gegen den spanischen Viertligisten CD Castellón durch.
1. FC Union Berlin: Böhi (63. Kassen) – Weiß (76. Köster), Georgieva (63. Şakar), Skaara Helgesen (30. Steuerwald), Heikkinen (30. Aagaard (63. Eurlings)) – Hipp (46. Pawollek), Kamber (46. D. Orschmann), Heiseler (46. Moraitou) – Halverkamps (46. Bauereisen), Campbell (46. Weidauer), Reissner (46. Heikkinen)
CD Castellón: Garcia (64. Catalán) – Araque, Ripolles, Tomás – Prades, Suarez (62. Fortuño), Campillo (73. Rodríguez), Lizarraga, Samit (62. Okenve) – Vicente (54. Garcia), March
Tore: 1:0 Heiseler (2.), 2:0 Heiseler (9.), 3:0 Heiseler (18.), 4:0 Campbell (24.), 5:0 Campbell (45+1.), 6:0 D. Orschmann (46.), 7:0 Eurlings (82.), 8:0 Eurlings (89.)
Heiseler bringt Union auf die Siegerstraße – 5:0-Halbzeitführung
Auf dem Trainingsgelände in Oliva Nova war der Klassenunterschied zwischen dem spanischen Viertligisten und dem Bundesligisten aus Berlin schnell ersichtlich. Bereits nach zwei Minuten erzielte Lisa Heiseler per Kopf die Führung nach einer maßgenauen Flanke von Anna Weiß. In der 9. Spielminute legte die Kapitänin nach, als sie infolge eines kurz ausgeführten Eckballs sehenswert an ihrer Gegenspielerin vorbeizog und den Ball platziert ins lange Eck legte. In der 18. Minute war dann bereits der lupenreine Hattrick von Unions Nummer 7 perfekt: Eileen Campbell legte vor dem Tor quer, sodass Heiseler nur noch den Fuß hinhalten musste.
Die Vorlagengeberin zum 3:0 trug sich in der 24. Minute auch selbst in die Torschützenliste ein: Einen harten Schuss von der Strafraumkante konnte die gegnerische Schlussfrau nicht mehr entscheidend abwehren. Die beiden Torschützinnen sorgten in der Nachspielzeit auch für den letzten Treffer des ersten Durchgangs: Eine Ecke von Heiseler fand den Kopf von Campbell, die souverän zur 5:0-Halbzeitführung einnetzte (45+1.).
Eurlings schnürt Doppelpack beim Debüt – Emotionales Köster-Comeback
Auch im zweiten Durchgang startete Union direkt mit einem Treffer: Alma Aagaard setzte auf der linken Seite Athanasia Moraitou in Szene, deren flache Hereingabe im Fünf-Meter-Raum Nele Bauereisen fand. Diese legte noch mal für Dina Orschmann quer, welche das Leder schließlich aus kurzer Distanz über die Torlinie drückte (46.). Alle vier Spielerinnen, die an diesem Treffer beteiligt waren, wurden erst zur Pause eingewechselt. Union drückte auch in den zweiten 45 Minuten auf weitere Tore, ließ jedoch lange beste Chancen ungenutzt.
Neben den zahlreichen Treffern waren vor allem die vielen Debüts und Comebacks auf Union-Seite an diesem Mittwochnachmittag erfreulich. Angreiferin Hannah Eurlings lief ein halbes Jahr nach ihrem Wechsel zu Union erstmals im rot-weißen Trikot auf. In der 82. Minute durfte die Belgierin mit einem harten Schuss unter die Latte direkt ihren ersten Treffer bejubeln, ehe sie wenig später auch noch den 8:0-Endstand erzielte (89.). Auch die Winterneuzugänge Silje Skaara Helgesen, Lia Kamber und Julia Kassen feierten ihr Debüt für die Eisernen. Tanja Pawollek stand nach zweimonatiger Auszeit wieder auf dem Rasen, zudem absolvierte Fatma Şakar, die im Dezember bereits wieder zum Spieltagskader gehörte, ihr erstes Saisonspiel. In der 76. Minute gab dann schließlich auch Leonie Köster nach knapp elfmonatiger Verletzungspause ihr Comeback und wurde dafür lautstark von der Mannschaft gefeiert. Der standesgemäße 8:0-Testspielsieg war daher bei all diesen positiven Nachrichten am Ende fast schon Nebensache.
Stimmen zum Spiel
Debütantin Hannah Eurlings erklärte im Nachgang der Partie: „Ich bin gerade sehr glücklich. Es waren sechs lange Monate für mich, aber ich bin jetzt einfach froh, wieder zurück zu sein. Die Mannschaft hat mich in all der Zeit unterstützt und es freut mich auch, dass Leo, Tanja und Fatma heute wieder auf dem Platz stehen konnten!“
„Wir haben im Vorfeld einige Abläufe in der Offensive durchgesprochen. Ich denke, wir können nach dem Spiel noch an manchen Details arbeiten. Defensiv gab es auch ein, zwei Situationen, die wir im Nachgang aufbereiten werden. Für den Auftakt ins Trainingslager und mit Blick auf die Tatsache, dass wir viel Spielzeit verteilen konnten, war es ein guter Test“, äußerte sich Cheftrainerin Ailien Poese im Anschluss der Partie.
Nach dem Spiel: Regeneration und Analyse
Unmittelbar nach dem Abpfiff begann die Regeneration, deren Gestaltung jede Spielerin individuell wählt. Während einige auf das klassische Eisbad schwören, nutzen andere die Zeit für kleinere Behandlungen bei den Physiotherapeuten. Natürlich darf nach einem intensiven Spiel auch die passende Mahlzeit nicht fehlen, um die Energiespeicher wieder aufzufüllen.
Während der Tag für die Spielerinnen damit langsam ausklingt, beginnt für das Trainerteam – vor allem nach Pflichtspielen – direkt die Analyse des Geschehens. Ziel ist es, den Spielerinnen bereits am Folgetag wichtige Szenen in der Nachbesprechung zeigen zu können. Nach einem 8:0-Testspielsieg dürfte die Auswertung diesmal zwar etwas kompakter ausfallen, doch bei Pflichtspielen kann sie sich durchaus bis tief in die Nacht ziehen. Heute aber dürfte das gesamte Team rechtzeitig zur Ruhe gekommen sein.
Die Tagebucheinträge im Überblick: