Heute vor 120 Jahren:

Schuster Friedrich Wilhelm Voigt tritt als Hauptmann von Köpenick auf

Köpenicker, Filmheld und Szene-Gesicht: Der Hauptmann von Köpenick und sein Schurkenstück sind als „Köpenickiade“ in die Geschichte eingegangen und faszinieren die Menschen bis heute. Doch was geschah damals eigentlich, und wie endete die Geschichte für den Übeltäter Wilhelm Voigt? Unions Klub-Chronist Gerald Karpa hat die historische Quellenlage zusammengefasst.

Eine Fußballszene mit einem Maskottchen, einem Mann in Uniform und zwei Personen, die am Spielfeldrand stehen. Zuschauer im Hintergrund.

Ein kühler Montagmorgen hatte am 16. Oktober 1906 über Berlin und seinen Nachbarstädten und Gemeinden gelegen, 10,2 Grad Celsius für sieben Uhr morgens gab das Berliner Wetterbüro an, und sehr leichte Bewölkung so auch über Köpenick und Oberschöneweide. Für den Nachmittag, 14 Uhr, waren noch weniger Wolken angeführt und 14,4 Grad angegeben. In der Morgenausgabe der „Vossischen Zeitung“ lasen dies die Berliner, und dass Deutschlands Kaiser am Vortag in Essen anlässlich einer Hochzeitsfeier eingetroffen war. Die Abendausgabe teilte weiter mit, dass der Monarch um elf Uhr ehrenhalber eine Uniform verliehen habe. An einen General, der nun ein Gewand des königlichen Husarenregimentes sein Eigen nennen konnte. In Bonn war Kaiser Wilhelm daraufhin zu Gast gewesen, hieß es in der „Niederbarnimer Zeitung“ zu der Reise in den Westen des Reiches, denn der vierte seiner Söhne, August Wilhelm, sei hier immatrikuliert worden.

Im Städtchen Köpenick und in vielen anderen Orten waren am Nachmittag die Zeitungshändler mit dem Vertrieb einer Sonderausgabe der örtlichen Zeitung beschäftigt. Das „Cöpenicker Dampfboot“ teilte hier mit, dass seit 16 Uhr nachmittags „sich unsere Bürgerschaft in grösster Aufregung“ befinde. Eine 20 Mann starke Abteilung Soldaten sei unter der Führung eines Hauptmannes mit dem Vorortzug aus Berlin eingetroffen, durch die Stadt marschiert und dieses Kommando habe das Rathaus besetzt. Der Hauptzugang und die Eingänge an der Böttcherstraße und am Rathauskeller seien von den Soldaten abgesperrt. Eine „nach hunderten zählende Menschengruppe“ habe sich inzwischen vor dem Gebäude angesammelt, und es würden immer mehr. „Aufs höchste“ sei die Aufregung gestiegen, „als plötzlich die Herren Bürgermeister Dr. Langerhans u. Hauptkassenrendant v. Wiltberg als Arrestanten abgeführt“ worden seien. „Die Tat eines Wahnsinnigen oder Betrügers“ sei dies, erachtete das Blatt vorsorgend.

Die „Niederbarnimer Zeitung“, erschienen im benachbarten Friedrichshagen, schrieb am 17. Oktober auf Seite eins von der Kaiserreise ins Rheinland und wie gleichberechtigt und noch ausführlicher vom Köpenicker Vorfall. „Amerika ist bei weitem in den Schatten gestellt,“ hieß es, „endlich ist es mal gelungen.“ Amerikanische Hochstapler und eigentlich alle auf der Welt „werden neidisch auf den ‚Helden von Cöpenick‘ sein. Sensationell und einzig dastehend in der Geschichte des Verbrechertums!“ Hurra: Köpenick vor Berlin, sogar vor Amerika! Endlich was los, nicht nur Karnickeldiebe und Kneipenraufereien. 
Dass da ganz in der Nähe ein „Schwindler“ tätig geworden war, wusste man in der Redaktion bereits und wäre es im Dorf Friedrichshagen geschehen, hätte man in Cöpenick gelacht, „die Setzer trauten sich garnicht zu setzen, die Maschinen wollten gar nicht ihre allgewohnte Arbeit tun, so daß wir die Extrablätter nicht so schnell verteilen konnten, wie wir wollten.“ Ein weiteres Extrablatt sei nicht erschienen, weil die Nachricht von der Gaunerei als solcher rechtzeitig telefonisch eingegangen sei. Technik hilft. 

Zu den nun bisher bekannten Einzelheiten schrieb die Zeitung an jenem Mittwoch, dass nachmittags ein Hauptmann mit 20 Mann des 4. Garderegiments das Rathaus besetzt habe. Der Offizier habe dann dem Bürgermeister „eine angebliche Depesche des Kaisers“ zu dessen und des städtischen Kassenführers von Wiltberg Verhaftung vorgelegt und Georg Langerhans selbst unter Bewachung mit einer Kutsche zur Neuen Wache in Berlin habe abtransportieren lassen. Gegenüber von Wiltberg sei der Uniformierte barsch geworden – „Auf Befehl seiner Majestät! Zählen Sie das Geld auf.“ – und mit jenem Betrag, „Kassenbestand in Höhe von über 4000 Mark“, sei der Hauptmann dann zum Köpenicker Bahnhof gegangen, er habe eine Fahrkarte gekauft „fuhr nach Berlin und ist seither bis auf weiteres verschwunden.“ Seine Spur führte demnach zunächst nach Rummelsburg.

Anscheinend zu den Ermittlungen gut informiert, hieß es weiter, der unbekannte Kommandeur sei bereits morgens um halb sechs in einer Gastwirtschaft erschienen, habe wie gerade aus dem Zuchthaus gekommen ausgesehen, eine Tasse Kaffee getrunken, sei nach einer Viertelstunde wieder fortgegangen und habe anschließend auch noch das Rathaus eingehend beobachtet.

„Eine Tasse Kaffee getrunken und fuhr kurz nach 6 Uhr wieder nach Berlin zurück“ – das berichtete auch die Morgenausgabe der „Vossischen Zeitung“, und dass er als Anführer von 20 Soldaten des 4. und 5. Garde-Infanterieregimentes „auffälligerweise keinen Helm“, sondern eine Mütze getragen habe, als er sich dem Rathaus zuwandte und „Doppelposten mit aufgepflanztem Bajonett“ befahl. Mit dem Ende seiner Aktion hätte der Pseudohauptmann inzwischen „den Zug bei der Station Kietz-Rummelsburg verlassen und war zu Fuß über Lichtenberg nach Berlin gegangen und am Bahnhof Alexanderplatz in einen Stadtbahnzug eingestiegen.“ Die Abendausgabe vermeldete, das Ereignis „beschäftigt heute alle Welt“, und: „Der ‚Räuberhauptmann“ ist bisher nicht entdeckt worden.“ Laut polizeilicher Mitteilung sei dieser „etwa 40 bis 50 Jahre alt und hat eine ungefähre Größe von 1,75 Meter.“ 

„Bekleidet war er mit einer Infanterie-Uniform, Mütze, einem Paletot mit den Hauptmannsabzeichen des 1. Garde-Regiments zu Fuß, mit langen Hosen, Zugstiefeln mit eingesteckten Sporen, weißen Handschuhen und einer Feldbinde. Er trug einen Offiziersdegen mit Gardestern.“ Und zur Begleiteinheit verlautete: „Die ‚militärische Macht‘, deren der Schwindler sich bediente, bestand aus einem Schwimmkommando der Garde-Füsiliere und einem Schießkommando des 4. Garderegiments z. F.“ Die Berliner Kriminalpolizei entsandte dem Bericht zufolge die Kommissare Nasse und Wehn zur Unterstützung der Aufklärungsarbeit, doch die Zeugenaussagen unterschieden sich voneinander.

Der falsche Hauptmann sei von Rummelsburg zur Station Frankfurter Allee gegangen, dann mit einem mit zwei schwarzen Pferden bespannten Fuhrwerk von einem Mann in die Stadt gefahren worden sein; der Weg sei noch nicht bekannt und ein Umsteigen am Alexanderplatz noch nicht erwiesen. Der Trödelhändler, der wahrscheinlich die Uniform verkauft hatte, möge sich doch bitte mal melden und anderen Aussagen zufolge konnte der „Gauner“ sicher sein, dass die „Kabinettsorder“, das angeblich kaiserliche Dokument, auch von höheren Offizieren anerkannt worden wäre. Der Hauptmann „scheint seine Rolle den Leuten gegenüber ganz vorzüglich gespielt zu haben.“ Argwohn erregte er wohl nicht. Zum Redaktionsschluss sei noch gemeldet worden, dass der falsche Offizier mit einem Karton um 19 Uhr auf dem Mittenwalder Kleinbahnhof in Rixdorf-Britz gesehen worden wäre und hier seinen Degen zurückgelassen hätte. Er müsse sich zügig von der Frankfurter Allee dorthin begeben haben.  

„Zur Ueberrumpelung in Cöpenick.“ berichtete die „Niederbarnimer Zeitung“ am Folgetag, am 18. Oktober, dass es keinen Hinweis auf den Aufenthaltsort des nun umfänglichst Gesuchten gebe. Jedoch sei der in einem Herrenkonfektionsgeschäft in der Friedrichstraße abends um 19.30 Uhr, also vier Stunden nach der Tat, in einer Droschke vorgefahren. Er habe in Hauptmannsuniform „einen schwarzen Cheviotanzug, einen schwarzen Paletot und einen schwarzen Steifhut“ erworben und ohne Anprobe aus dem vornehmen Geschäft, „wo es nicht auffällt, wenn man mit einem Tausendmarkschein bezahlt“ mitgenommen. Die Kripo, so die Zeitung, sei auf der richtigen Fährte, denn sie besitze eine „Photographie des Verbrechers“, eines Gauners, der bereits ein Jahr Zuchthaus verbüßt hat.“ Stets in Hast auf der Suche nach Neuem und Aktuellem wies die Redaktion auch darauf hin, dass sie „für Mitteilungen lokaler Neuigkeiten“ jederzeit recht dankbar sei und „solche auf Wunsch honoriert“ würden. 

Kein Honorar, aber eine Belohnung von 2.000 Reichsmark setzte, dies eine der wenigen Neuigkeiten in der Morgenausgabe der „Vossischen Zeitung“ an jenem Tage, der Regierungspräsident von Potsdam auf die Ergreifung des Täters aus. Der Magistrat von Köpenick legte seinerseits noch 500 Mark drauf. Für 2.500 Mark wären etwa 35.700 Eier erhältlich. Auch 5.319 Döschen Bratheringe im Kaufhaus Wertheim, oder ebenda 2.083 Fläschchen Rheinwein – 1901er Rüdesheimer. Auch für Naschkatzen wär da was drin: 3.571 Pfund Blockschokolade zum Beispiel, also 1.785,5 Kilogramm. Lohnend also, die Augen offenzuhalten, und worauf so zu achten sei, wurde mitgedruckt – die offizielle Täterbeschreibung nämlich: „50 Jahre alt, 1,75 Meter groß, schlank, nach vorn gebeugte Kopfhaltung und vorgestreckte rechte Schulter. Das Gesicht ist gelblich, krankhaft, häßlich. Eingefallene Backen, starke Backenknochen. Rötlichblonder, jetzt grauer, starker herunterhängender Schnurrbart, breitflügelige, schiefgeformte Nase, etwas krumme, sogenannte O-Beine, schmale weiße Hände, gewählte Redeweise.“ Auch Hinweise auf die neue Bekleidung fehlten im Text nicht; zuletzt sei der Gesuchte in Rixdorf gesehen worden. 

Niedergeschrieben lasen Käufer und Abonnenten der Zeitung auch das Spottgereim „Der Hauptmann kommt!“ Frei nach Schriftsteller Detlev von Liliencron hieß es da: 

„Im Städtchen tönt der Krieger Tritt
Gar lustig im Paradeschritt 
Und selbstbewußt und kerzengrad‘
Marschieren sie zur großen Tat,
Voran der Herre Hauptmann.“

Weitere acht Strophen beschreiben den Rest des Köpenicker Tages in Vierzeilern. Der Hauptmann habe auch, so dann eine weitere der wenigen Neuigkeiten, im Rathaus 3556,60 Mark mit der Unterschrift „v. Allasam, Hauptmann im 1. Garderegiment“ fast unleserlich quittiert. Das Abendblatt teilte etwas zu hauptmännischer Hose und Mütze mit, Arbeiter Bartuscheck habe sie nämlich am Rande des Tempelhofer Feldes, in der Nähe der Oder- und der Emser Straße aufgefunden. Andererseits habe auch Hauptmanns Weg vom Herrengarderobe-Fachgeschäft in der Friedrichstraße über die Belle-Alliance-Straße am Steuerhaus am Tempelhofer Feld weiter zum Kleinbahnhof in der Hermannstraße geführt – all das in eines Kutscher Knopnadels Droschke.

Nicht viel Neues am Freitag, dem 19. Oktober in der „Niederbarnimer Zeitung“: Ein Köpenicker Bäcker war unter Verdacht geraten, dessen Name noch geheim sei, wie auch ein Mitglied eines uniformierten Kriegervereins, dessen Verhaftung sei angeordnet, und weitere Gefangene habe es auch noch gegeben. Das wetteifernde „Niederbarnimer Kreisblatt“ ging auf Seite zwei auf die Kaiserreise an den Rhein ein und die vom Monarchen verliehene Uniform ein – Uniform-Eigentümerwechsel als gern erwähntes Thema der Tage. Die Seiten fünf und sechs widmete es dem falschen Offizier von Spree und Dahme mit der Schilderung vieler bekannter Einzelheiten – das Kreisblatt hatte Nachholbedarf, denn es erschien nur mittwochs, freitags und sonntags.

„Der Räuber von Cöpenick ist gefaßt“. Unter recht fett und recht groß gedruckter Überzeile lockte die „Niederbarnimer Zeitung“ am Samstag, dem 20. Oktober ihre Leserschaft rund um Fürstenwalde zur Lektüre, um schon in der ersten Zeile des Textes anzumerken, „vorläufig haben sie ihn aber noch nicht“. Die Gemüter würden noch eine Weile erregt bleiben, und Nachrichten allgemein interessiert erwartet. Selbstbewusst pries die Zeitung dazu gleich ihren technischen Fortschritt, denn „durch Telegraph und Telephon zuverlässige Berichterstattung“ sei auch fernerhin ihr feiner Plan, „prompt und schnell“ Erfundenes hingegen, wie in Berlin gedruckt, sei ihre Sache nicht. Deshalb und sowieso bitte man „unsere geschätzten Abonnenten, ihre Freunde und Bekannte auf diese Zeitung aufmerksam zu machen. Alle, die jetzt die Zeitung bis zum 1. Januar 1907 bestellen, haben nur für 2 Monate zu zahlen.“ Also vom 1. November an gratis. Jeder soll was davon haben.
Zur Delinquenten-Sucherei gabs zu lesen, dass ein Rixdorfer Bauarbeiter im Plänterwald wen beim Buddeln in der Plänterwalderde beobachtet habe, der aber sei recht bald „wie vom Erdboden verschwunden“. Aus Köpenick hieß es nach telefonischem Bericht an die Redakteure, dass für heute eine große öffentliche Stadtverordnetenversammlung einberufen sei, denn Bürgermeister Langerhans sei vollgepöbelt worden in anonymen Droh- und Schmähbriefen und wolle nun sein Amt zur Verfügung stellen, und dazu solle Beschluss gefasst werden. Viel los in Köpenick, angekündigt wurde auch noch eine große Langerhans-Vertrauens-Volksvollversammlung sämtlicher örtlicher Vereine. „Das ist brav!“ lobte die Zeitung. Was Juristen zum Falle sagten, „ist noch nicht ganz heraus, man wird das Verhalten des Cöpenicker Stadtoberhauptes menschlich und deshalb begreiflich finden, – komisch, urkomisch bleibt die Sache doch und selbst der ernsteste Richter wird schmunzelnd sein Verdikt fällen.“ Schließlich wurde auch noch ein weiterer möglicher Hauptmann aufgespürt, denn ein Berliner wolle wissen, „daß der Täter ein ehemaliger Zahlmeister von den ‚Maikäfern‘ (Garde-Füsilier-Regiment) ist, der vor 15 Jahren entlassen wurde.“ Fährten gebe es also genug, jedoch sei die „Zahl der Denunziationen, die bis jetzt bei den Polizeibehörden einliefen,“ sehr groß, „doch immer war es ‚nicht der Richtige.‘“
 

Nachforschungen seien „bis zur Stunde ergebnislos geblieben“ verlautete das „Niederbarnimer Kreisblatt“ am Sonntag, dem 21. Oktober auch mit Einblick ins Fahnderkollektiv: Zu weiteren Ermittlungen sei „nunmehr auch die Gendarmerie der Kreise Teltow und Niederbarnim hinzugezogen worden“. Auch ganz Deutschland fahndete längst munter mit – „Die Hamburger Polizeibehörde vermutet, daß der Kassenräuber ein gewisser Adolf Milner, Deutschamerikaner, ist, der eine Uniform in Hannover machen ließ, und in Frankfurt a. M. wurde bei der Polizei ein Friseur, dessen Signalement genau mit dem des Gauners übereinstimmt, als der mutmaßliche Täter zur Anzeige gebracht.“ Letzterer hätte schon in Bayern Gaunereien verübt und sich mithilfe gefälschter Dokumente in den Besitz der Stadtkassen gebracht. Zwei Nachrichten sogar auch aus Richtung Rhein: In Düsseldorf sei „ein Pseudo-Hauptmann aufgetaucht, der in verschiedenen Hotels größere Beträge gepumpt hat und dann verschwunden ist.“ Und es sei verlautet, dass der Kaiser „der sich eingehend die Taten des famosen ‚Hauptmanns‘ schildern habe lassen, beabsichtige, bei der nächsten Rekrutenvereidigung eine Kabinettsordere zu erlassen, durch die Vorgänge, wie sie sich jetzt hier ereigneten, unmöglich gemacht werden sollen.“ Kabinettesordre, Befehl von ganz oben, sichert immer Wirkung. So oder so.

Glauben könnte man, „daß das Netz sich immer enger um den Flüchtigen spannt“, beschrieb die „Niederbarnimer Zeitung“ am Montag, dem 22. Oktober die Lage. Aufgeführt wurde der bisherige Fang, denn keinesfalls war man auch am Wochenende untätig geblieben. Ein ehemaliger richtiger Hauptmann wurde benannt, auch ein Verdächtiger in Nauen, und in Kopenhagen „sollte gestern ein Deutscher verhaftet werden, da man glaubte, er sei der Hauptmann von Cöpenick.“ Jedoch: „der mysteriöse Deutsche verschwand“. Von der samstäglich erfolgten Volksvertreterversammlung im Köpenicker Stadttheater wurde gemeldet, diese „hat einstimmig (einschließlich der Sozialdemokraten) beschlossen, den Bürgermeister Dr. Langerhans um Zurücknahme seines Entlassungsgesuchs zu ersuchen.“ Georg selbst war abwesend geblieben, er hatte sich zu Verwandtschaft nach Berlin zurückgezogen, worauf ihm dieses Vertrauen per Resolution von neun Bürgern dort überreicht werde. Und die Bürgerschaft plane für Dienstag einen Fackelzug „zu Ehren ihres Stadtoberhauptes“. 

Das Friedrichshagener Heimatblatt bot selbstverständlich auch am 23. Oktober Neues in der Rubrik „Auf der Suche“. Da sei zunächst die Nachricht, dass in Pirmasens der Täter ergriffen worden wäre, falsch, denn „der Handelsvertreter Rung, der dieses Streiches verdächtig, ist wieder freigegeben worden, da er sein Alibi nachweisen konnte.“ Verdacht in Dresden: Ein früherer Schreiber Schnitzel, er trug in der Vergangenheit öfter unberechtigt Uniformen, werde aber „schon seit langem steckbrieflich verfolgt“ – war also gerade nicht da. In der Steglitzer Düppelstraße war dagegen jemand anwesend, es sei „der etwas geistesschwache Drechsler August Blaschke aus Berlin“ gewesen. „Auch in Rixdorf gab es gestern eine Hauptmannsjagd.“ Und ein frischer falscher Hauptmann gesellte sich in Köln zu den falschen Falschen, denn falsche Hauptleute tauchten „jetzt wie eine Epidemie“ auf. Der Düsseldorfer Anpumper pumpte nun in der Domstadt um sich, er „borgte eine Anzahl Hoteliers sowie Besitzer größerer Weinrestaurants um namhafte Geldbeträge an.“ Militärisch geschultes Personal gesellte sich nun in den Fachleutekreis und erläuterte, dass in Köpenick Hauptmanns Mütze und Schärpe nicht zur richtigen Hauptmanns-Berufsbekleidung gepasst hätten. Verhaftungen auch nur mit Helm! Nicht etwa mit Mütze auf dem Kopf – höchst militärdienstordnungswidrig.  

Aus der Bernauer Kreisblatt-Journalistenstube kam am 24. Oktober die Kunde, dass inzwischen fünf Kriminalkommissare mit ihren Beamten das eingegangene Material „aus Berlin, den Vororten und aus der Provinz und aus dem Auslande“ nicht mehr bearbeiten konnten. Erhöhter Personalbestand deshalb nun: zwölf Bezirkskommissare hinzugeteilt, wenngleich auch noch erfolglos im großen Ganzen. Georg Langerhans hatte sich inzwischen bereit erklärt, „bei einer eventuellen Wiederwahl sein Amt weiter zu führen“, und die Wiederwahl, das Vertrauensvotum „wird zweifellos in der Stadtverordnetenversammlung am nächsten Freitag erfolgen“. Der Dienstags-Fackelzug der Sympathie möge aber bitte doch unterbleiben, so der Bürgermeister, und der Pirmasenser Verdächtige Handelslehrer Runge sei verhaftet und nun noch doller verdächtig – der Ähnlichkeit wegen und nach Handschriftenvergleich.  

Es sei an der Zeit, „zu untersuchen, ob nicht etwas unvollkommen im Staate ist“ zitierten die Bernauer Zeitungsmacher den Amtsrichter außer Dienst Dr. jur. Werner Brandis aus Berlin zur Sache. Expertenseits stellte er die Frage in den Raum, ob militärische Einrichtungen eigentlich so sicher seien, dass nicht demnächst „irgend eine beliebige Person sich das Kommando über einen Teil unseres Heeres auf Grund einer angeblichen Kabinettsordre aneignet.“ Und zweitens sei aus juristischer Sicht das Recht des Militärs in Friedenszeiten zu betrachten, und es könnte all das – Kassenraub, Freiheitsberaubung, Betrug und sonstige strafbare Handlungen – „nicht gelungen sein, wenn nicht die Furcht vor Anwendung der aufgepflanzten Bajonette ihre zwingende den Willen lähmende Wirkung auf alle Beteiligten ausgeübt hätte.“

Tag acht nach der Missetat, Mittwoch, 24. Oktober: Die Suche scheinbar auf totem Gleis, so die „Niederbarnimer Zeitung“. Ein Breslauer namens Grashoff noch ohne Alibi, in Potsdam ein Briefträger vernommen, der genauere Angaben machen könnte. Könnte, aber: „Die Kriminalpolizei hüllt sich noch immer auch in Bezug auf die Spur in Schweigen.“ Neues am 25. Oktober: ein Potsdamer Verkäufer in Salzwedel verhaftet und freigelassen. Der Buchdruckereibetreiber Muskalla verhaftet und Frau Langerhans gegenübergestellt – ebenfalls freigelassen. Der Drucker, denn Frau Langerhans war dem Hauptmann nur begegnet und so bezeugend aktiv. Der Gatte sei wieder nach Köpenick übergesiedelt und habe „am gestrigen Tage die Geschäfte übernommen“. Man hat ja auch gut zu tun im Sinne der Kleinstadt, und Müßiggang ziemt sich nicht. 

Auch nicht für die Polizei, die das ebenfalls weiß. Auch die Presse ist nie untätig und wenn auch die „Niederbarnimer Zeitung“ erst am Nachmittag in den Handel und in die Briefkästen kam, so gabs am 26. Oktober schon frühmorgens etwas zu drucken. Plakate nämlich, Anschläge, Aushänge. Von denen und später auch aus dem Heft erfuhren die Leser, dass „‚der falsche Hauptmann von Köpenick‘ in Berlin in der Langestraße von zwei Kriminalbeamten gegen 8 Uhr Morgens gefaßt“ worden“ sei. Erneut hatte sich die Redaktionstechnik bewährt, denn auch diese Meldung sei dem Blatt telefonisch zugegangen. Der 57jährige „Gauner“ heiße Wilhelm Voigt und sei am 13. Februar 1849 in Tilsit geboren. „Von Profession ist derselbe Schuhmacher.“ Sechs Zeilen nahm das Strafregister des Handwerkers ein: drei Mal Gefängnis wegen Diebstahls, sieben Jahre Zuchthaus wegen Urkundenfälschung „und zuletzt wegen Einbruchs in die Gerichtskasse zu Wongrowitz vom Schwurgericht in Gnesen mit 15 Jahren Zuchthaus“ bestraft. Letzte Strafe am 1. Februar 1891 angetreten und am 1. Februar 1906 entlassen. „Er war zuletzt in Wismar und kam im Juli nach Berlin.“ Im Ostseestädtchen habe Wilhelm bei einem Schuhmachermeister gearbeitet, wegen seiner Vorstrafen unter Polizeiaufsicht gestanden, aber dennoch in „Vertrauensstellung; denn er ist ein sehr geschickter Arbeiter“. 


Nun, inzwischen aus Wismar ausgewiesen und in Berlin untergekommen, sei er aufgrund eines Fotos wiedererkannt worden. So kam in der Frühe der Moment der Kommissare Wehr, Nasse, Schoen und Müller – sie nutzten ein Automobil für den Weg in die Langestraße Nummer 22 und schritten zur Tat in die vierte Etage rechts des Hauses in die Wohnung der Eheleute Karpeles zur Festnahme, „was auch ohne Schwierigkeiten gelang.“ Bei den Karpeles‘ „saß Voigt beim Morgenkaffee“, als das Beamten-Viererkommando Einlass erhielt, „und bat, noch seinen Kaffee zu Ende trinken zu dürfen. Das erlaubte man ihm gern. Gesättigt legte er bald ein Geständnis ab.“ Die Polizisten fanden auch 2.000 Mark, mehr war wohl nicht mehr da, denn auch ein Untergetauchter hat ja so seine Kosten. Die von Eiern, Brathering, Blockschokolade und Wein beispielsweise. Und von grünen Erbsen auch.   

Der 27. Oktober brachte allerlei Verhörstunden im Polizeipräsidium und nachmittags die Fahrt ins Untersuchungsgefängnis in Moabit, so die „Niederbarnimer Zeitung“, die nun 3.000 Mark Belohnung aufzählte, und von diesen „wird ein großer Teil den Berliner Kriminalkommissaren Wehn und Nasse zufallen“, wegen ihres wesentlichen Anteils an der Recherchearbeit. Auch ein Schuhmacher, mit dem der nun Verhaftete einst im Knast gesessen und der nun wohl wertvolle Hinweise gegeben hatte, bekomme wohl etwas ab, und noch eine Reihe weiterer Polizisten mehr. Für 3.000 Mark gäbs bei Wertheim 705 Ochsenzungen, 10.000 Kilo grüne Erbsen und vom Rüdesheimer Trunk der guten Rheinreben 2.000 Flaschen. 

Der Leser Dr. J. Sch. aus Friedrichshagen dichtete inzwischen Verse für seine Mitleser und er spottete munter aufs bloßgestellte Militär:

„‘Den preuß’schen Offizier
Den macht man uns nicht nach!‘
Also im stolzen Ton
Der große Bismarck sprach.
Doch hier versagt sein Seherblick:
Er wußte nichts von Cöpenick!

Ein Mensch, der dreißig Jahr
Beinah‘ im Zuchthaus saß,
Und niemals war Soldat,
Der machte sich den Spaß:
Er mimte schneidig, mit Geschick
Den Hauptmann nach in Cöpenick!

Ja, wem das Renomee
Des Staats am Herzen liegt
Der sagt sich: besser wär’s
Man hätt‘ ihn nicht gekriegt!
Ein Zuchthausschuster! ‘s ist zu toll!
Jetzt erst ist die Blamage voll!“

Der Kaiser war inzwischen wieder im Berliner Schloss angekommen und regierte. Einer halben Seite der „Vossischen Zeitung“ am 29. Oktober zufolge verlieh Majestät hohe Orden und berief in gute Posten. Die „Niederbarnimer Zeitung“ berichtete unterdessen aus Schuster Voigts Leben. In Wismar habe er ordentlche Arbeit gehabt und sein Leben nach vielen begangenen Straftaten neu ordnen wollen, allein der Hinausweisung von dort sei der Rückfall geschuldet. Einem schwer schwindsüchtigen jungen Mädchen habe er herzensgutes Geleit bis in den Tod gegeben, der „Onkel Wilhelm“. Um Passdokumente für ein bürgerliches Leben habe er stets erfolglos ersucht, und nun hätten Voigts Verwandte den Rechtsanwalt Dr. Schwindt beauftragt und er selbst glaube, „mit vier Jahren davonzukommen“. 

Am ersten Tag des November meldeten die Niederbarnimer auch recht praktischen Nutzen der ganzen Hauptmanngeschichte: In Berlin habe eine an angehende Regierungssekretäre gerichtete Frage gelautet: „Wie würden Sie sich als Rendant der Statdhauptkasse von Cöpenick im Falle Voigt verhalten haben?“ Die Antworten aber seien nicht übermittelt worden. Der Deutsche Volksverlag inserierte hier am 5. November für seinen Band „der lustigsten Verse“ zum Hauptmann-Geschehen, „in einem vornehm ausgestatteten Heft unter dem Titel ‚Rinaldo, der Räuberhauptmann von Cöpenick‘“. Den Bauch schüttele man sich vor Lachen beim Lesen, versicherte und empfahl der Verlag, und auch „über das in dem Buche abgedruckte Cöpenicker Preisausschreiben wird man sich nicht halten können vor Lachen!“ Für in Briefmarken eingesandte fünfzig Pfennige sei das Büchlein zu haben. Fünfzig Pfennige – etwa eine Dose Fisch bei Wertheim. Da kann man schon mal zugreifen und dann kichern.  

Einen „Schwindler, der unberechtigter Weise die Uniform der Marineingenieure trug“ meldete dieselbe Zeitung am 8. November. Ein Gastwirt in Gaarden sei um 120 Mark geprellt worden, und der falsche Ingenieur stellte sich als erwerbsloser Kaufmann aus Duisburg heraus. Ohne Hauptmannskluft gibts also weniger Bares und es klappt letztlich auch nicht. 

Bald geht es vor Gericht und am 23. November ist hierfür der 1. Dezember angekündigt. Die Anklageschrift, so die „Niederbarnimer Zeitung“ „läßt seinen Eroberungsfeldzug in einem verhältnismäßig sehr milden Lichte erscheinen“. 

Am Tag vor dem großen Termin zitierte die „Vossische Zeitung“ aus einer Juristenfachzeitschrift die Zeilen des Göttinger Professors Robert von Hippel zu den Aufenthaltsbeschränkungen, die ehemaligen Strafgefangenen auferlegt worden waren. Sie hatten zu Wilhelms Ausweisung aus Mecklenburg geführt. Sie „warf ihn aus der glücklich erreichten Lebensstellung, und das Unvermögen, anderwärts wieder festen Fuß zu fassen, trieb ihn von neuem dem Verbrechen in die Arme.“ Der Jurist schrieb, dass ohne die Verweisung all das gar nicht geschehen wäre, schuld sei Paragraf drei des Freizügigkeitsgesetzes von 1867, in der Praxis seien diese Vorschriften „oft in geradezu verhängnisvoller Weise als schweres Hindernis für das ehrliche Fortkommen des Entlassenen“. Professor Hippels Forderung deshalb: „Beseitigung aller Aufenthaltsbeschränkungen bestrafter Personen, soweit dieselben dem ehrlichen Fortkommen derselben hindernd im Wege stehen!“

Der Prozess dann wurde angekündigt für das Schwurgericht des Landgerichts II, im zweiten Stockwerk, das zwar recht groß sei, doch die Örtlichkeit „bietet aber nicht annähernd Platz, um auch nur den kleinsten Teil der Gesuche um Eintrittskarten zu befriedigen.“ Landgerichtsdirektor Dietz werde dem Gericht vorsitzen und als Geladene 16 Zeugen, Amtspersonen, Beamte und beteiligte Soldaten, aussagen.

Am Samstag, dem 1. Dezember berichtete die Abendausgabe der „Vossischen Zeitung“ vom Prozessauftakt; dieser sei erfolgt nach schwerem Umgang mit „dem Ansturm auf Einlaßkarten“ für den begrenzten Platz im Saal, der sich gefüllt habe „in allen seinen Teilen mit einem meist eleganten Publikum, in welchem das weibliche Geschlecht stark vertreten war.“ Weiterhin interessiert: „Ein ganzes Heer von Presse installierte sich.“ Auf Schuster Wilhelms Seite seien die Rechtsanwälte Dr. Schwindt und Bahn angetreten, und Voigt selbst um 9.30 Uhr „unter großer Spannung des Publikums aus dem Untersuchungsgefängnis in den Saal geleitet.“ Blass zwar, aber lebhaft. Witwer, gibt er zu seiner Person an, Vater dreier Kinder, die in Böhmen wohnen, nicht als Soldat gedient zu haben, auch habe er die dreiklassige Stadtschule in Tilsit besucht, dann „einige Klassen“ Realschule absolviert wie anschließend eine Schumacher-Lehre beim Vater, und auf Wanderschaft gegangen, und sieben Mal vorbestraft mit allen Einzelheiten aus all den Jahren. Der Besuch des Köpenicker Rathauses sei eigentlich nur wegen eines Passes erfolgt, und dass es den dort gar nicht gibt, hätte er nicht gewusst. Das Ausweisdokument sollte den Weg ihm ebnen, so der Schuster, in ein rechtschaffenes Leben an einem Orte seiner Wahl. „Ja wohl. Darauf will ich leben und sterben!“, schwor er. Was Richter Dietz bezweifelt: „Ihre Behauptung ist unmöglich ernst zu nehmen.“ Dann Vossischer Redaktionsschluss, aber Fortsetzung folgt.

Vom Vortag, am Sonntag, dem 2. Dezember in der Morgenausgabe, Seite 24: Prozessbericht. Aus dem Spruch des Staatsanwalts wird zitiert, ausführlich, es sei nicht seine Aufgabe, Voigt „heute hier auch noch in ein glänzendes Licht zu stellen und diesen alten Verbrecher zu verherrlichen. Aber ich muß ihm das Zeugnis ausstellen, daß er die von ihm einmal übernommene Rolle vorzüglich durchgeführt hat.“ Und das Pass-Ansinnen schätze er ein als pure Ausrede, die er „nicht für sehr glücklich“ halte, und gerade sein Fall liefere „den Beweis dafür, daß die Polizeiaufsicht, so hart sie für den Einzelnen sein mag, im Interesse der Allgemeinheit notwendig ist.“ Arge Störung öffentlicher Ordnung, staatsanwaltlicher Antrag: „5 Jahre Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Einziehung der Uniform.“ Ein Verteidiger warf demnach entgegnend ein, auch Georg Langerhans und die anderen Geschädigten „denen der Angeschuldigte in Köpenick so übel mitgespielt hat, können heute in edler Verzeihung dem Angeklagten nicht mehr zürnen.“

Man möge Wilhelm doch gönnen, so der Advokat, „daß er noch einmal die goldene Freiheit wiedererlangt“. Und das Urteil, vorgetragen vom Landgerichtsrat Dietz: „Der Angeklagte wird wegen unbefugter Tragung einer Uniform, Vergehens gegen die öffentliche Ordnung, Freiheitsberaubung, Betrugs und schwerer Urkundenfälschung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.“ Die Sitzung wurde um 7 Uhr geschlossen, hielt der Berichterstatter noch fest. 

Die Abendausgabe der Vossischen überraschte am 17. August 1908 auf Seite 9 die Leserschaft mit der Meldung von der Begnadigung des nunmehrigen Häftlings. Dieser sei „durch Kabinettsordre am Sonntag Nachmittag um 3 ¾ Uhr aus der Strafanstalt in Tegel entlassen“ worden. Ein Gnadengesuch habe Voigt, „der sich im Gefängnis vorzüglich führte, vor sechs Wochen an den Kaiser eingereicht. Erfolgreich, und „der so unerwartet Begnadigte fuhr in einem Straßenbahnwagen in der Richtung Berlin ab.“ Der Schuster wolle nun „nicht ‚bei den Leisten bleiben‘, sondern sich eine kleine Landwirtschaft kaufen. Es seien viele Geldmittel für Voigt eingegangen, die auf einer Bank liegen.“ Er wolle in die Oper gehen oder ins Theater. Das „Niederbarnimer Kreisblatt“ ging am 19. August hierauf ein und zitiert Wilhelm Voigts Schwester. Demnach habe eine Frau Wertheim – Bratheringe, Erbsen, Rind und Rüdesheimer? – ihrem Bruder ein Vermächtnis gestiftet, „nach welchem ihm schon während der Gefängnishaft monatlich 50 Mark ausgezahlt werden sollten.“ Die Summe solle nun monatlich auf 100 Mark erhöht werden, bis zu seinem Tode. Stellenangebote solle er auch erhalten haben. „Jedenfalls hat Voigt, wie versichert wird, das erfreuliche Bestreben, bis an sein Lebensende ein ehrlicher Mensch zu bleiben.“   

Das blieb er wohl, und 1909 veröffentlichte der Verlag Julius Püttmann mit dem Titel „Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde. Ein Lebensbild.“ seine Autobiografie. Eine erste filmische Verarbeitung des Stoffes 1926 als Stummfilm erlebte er nicht mehr, und ebenso wenig die 1931er Uraufführung von Carl Zuckmayers Theaterstück „Der Hauptmann von Köpenick“. 

Friedrich Wilhelm Voigt starb am 3. Januar 1922 im Alter von 72 Jahren in Luxemburg – seinen ersehnten Pass hatte er also bekommen.

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Schwarze Sportsocke mit roten Streifen und Adidas-Logo, die bis zur Wade reicht.
Schwarze Sportsocken mit roten Streifen und grauem Bündchen, seitlich abgebildet.
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Auswärtsstutzen 26/27
22,95 €
Ein lächelnder Mann in einem Fußballtrikot mit dem Logo von 1. FC Union und dem Schriftzug "raisin".
Drei junge Menschen in lässiger Kleidung stehen auf einer Betonkante, lächeln und posieren für die Kamera.
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Ausweichtrikot 26/27
99,95 €
Weiße Sportshorts mit einem roten und gelben Aufnäher des Vereins "1. FC Union".
Beige Sportshorts mit elastischem Bund und Adidas-Logo in der unteren Ecke.
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Ausweichhose 26/27
44,95 €
Weiße Sportshorts mit gelben Akzenten und einem Logo von 1. FC Union Berlin.
Beige Sportshorts aus einem atmungsaktiven Material mit elastischem Bund und dem adidas-Logo auf dem linken Bein.
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Kinder Ausweichhose 26/27
39,95 €
Weiße Sportsocke mit schwarzem und gelbem Design, die bis zum Knie reicht.
Ein einzelner weißer Socken mit schwarzem Fußbereich und einem strukturierten Design.
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Ausweichstutzen 26/27
22,95 €
Mann in rotem Fußballtrikot mit schwarzer Jacke sitzt auf einer Bank vor neutralem Hintergrund.
Eine Person trägt ein rotes Fußballtrikot mit weißen Streifen und steht in seitlicher Ansicht vor einem neutralen Hintergrund.
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Heimtrikot 26/27
99,95 €
Mädchen mit langen Haaren trägt ein rotes Fußballtrikot mit dem Logo des 1. FC Union Berlin auf einem Sportplatz.
Rotes Fußballtrikot mit einem grafischen Muster, Logo von 1. FC Union und dem Schriftzug "raisin".
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Heimtrikot 26/27 - Kinder
74,95 €
Frau in rotem Fußballtrikot mit dem Schriftzug „raisin“ und schwarzer Hose, steht selbstbewusst vor neutralem Hintergrund.
Zwei Frauen in roten Fußballtrikots stehen vor einem weißen Hintergrund, eine mit lässiger Kleidung und die andere mit sportlichem Outfit.
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Heimtrikot 26/27 - tailliert
99,95 €
Rote Sportshorts mit gelbem Logo der "1. FC Union" auf der linken Seite.
Rote Sportshorts mit elastischem Bund und weißem Adidas-Logo an der Seite.
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Heimhose 26/27
44,95 €
Rote Fußballshorts mit dem Logo des FC Union Berlin auf der linken Seite.
Rote Sportshorts mit elastischem Bund und weißen Adidas-Logos an der Seite.
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Kinder Heimhose 26/27
39,95 €
Rote Fußballsocke mit grauem Knöchelbereich und weißem Logo.
Rote Sportstrümpfe mit grauem Fußbereich, seitlich dargestellt auf schwarzem Hintergrund.
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Heimstutzen 26/27
22,95 €