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Slavia Prague vs 1. FC Union Berlin

UEFA Conference League, 1. Gruppenspiel

Slavia vs 1. FC Union

UEFA Conference League, 1. Gruppenspiel

Do., 16. September 2021, 18:45 Uhr
Sinobo Stadium
3 : 1
15.286
SR: Fábio Veríssimo

Union muss sich in Prag mit 1:3 geschlagen geben

Spielbericht

Der 1. FC Union Berlin muss sich im ersten UEFA Conference League-Gruppenspiel gegen Slavia Prag mit 1:3 geschlagen geben. Nach einer starken Anfangsphase der Unioner gingen die Hausherren durch einen Fernschuss in Führung. Den nächsten Rückschlag mussten die Köpenicker in der 39. Minute verkraften, als Paul Jaeckel nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah. In Unterzahl lieferten die Unioner nach der Pause einen großen Kampf, der eingewechselte Behrens konnte den verdienten Ausgleich erzielen. In den Schlussminuten gelang den Hausherren ein Doppelschlag, dem die Eisernen nichts mehr entgegensetzen konnten.

Slavia Prag: Mandous – Bah, Ousou, Kacharaba (53. Takacs), Dorley – Traoré (81. Krmencik) – Ekpai, Lingr (69. Stanciu), Sevcik, Masopust (69. Schranz) – Tecl (53. Boril)

1. FC Union Berlin: Luthe – Trimmel, Friedrich, Knoche, Jaeckel, Puchacz (76. Ryerson) – Öztunali (59. Voglsammer), Khedira (59. Prömel), Haraguchi – Awoniyi (59. Behrens), Kruse (59. Becker)

Zuschauer: 15286

Schiedsrichter: Fabio Verissimo, Rui Teixeira, Pedro Almeida, André Narciso

Tore: 1:0 Bah (18.), 1:1 Behrens (70.), 2:1 Kuchta (84.), 3:1 Schranz (88.)

Im ersten Spiel der Gruppenphase der UEFA Europa Conference League setzte Union-Coach Urs Fischer in der Defensive auf eine Dreierkette. Im Vergleich zum Heimspiel gegen den FC Augsburg ersetzte Paul Jaeckel Timo Baumgartl in der Dreierkette, anstelle von Nico Gießelmann startete Tymoteusz Puchacz auf der linken Defensivseite. Für den angeschlagenen Kevin Möhwald rückte außerdem Genki Haraguchi in die Startelf.

Union startete mutig ins Spiel, setzte Slavia teilweise früh unter Druck und kam bereits in der dritten Minute zum ersten Abschluss. Levin Öztunali hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt, Awoniyi behauptete den Ball im Strafraum und legte für Max Kruse ab, dieser verzog beim Abschluss jedoch leicht und verfehlte das Tor (3.). Während Union das Spiel in der Anfangsphase ruhig aufbaute, wurden die Hausherren nach rund zehn Minuten mutiger und setzten die Gäste mehr und mehr unter Druck. Lukas Masopust setzte einen Schuss noch knapp neben das Tor (10.), zwei Minuten später entschärfte Andreas Luthe einen tückischen Aufsetzer von Ibrahim Traoré mit den Fingerspitzen und lenkte die Kugel zur Ecke (12.). Auf dem nassen Rasen ließen die Hausherren den Ball gut laufen und zeigten immer wieder ihre technischen Qualitäten, beim Führungstreffer half jedoch auch ein Quäntchen Glück mit. Rechtsverteidiger Alexander Bah versuchte sich mit einem direkten Abschluss nach einer Ecke, erwischte den Ball allerdings eher mit dem Schienbein. Auf dem nassen Rasen hoppelte der Ball in Richtung Tor, vorbei an allen Abwehrspielern und Angreifern und schlug schließlich in den Maschen ein (18.). Trotz des Rückstands blieben die Köpenicker weiter gut im Spiel, offensiv suchte das Team von Urs Fischer immer wieder den umtriebigen Taiwo Awoniyi. Mit einem sehenswerten Flugball in die Tiefe setzte Robin Knoche Kruse in der 31. Minute in Szene, die scharfe Hereingabe des Angreifers verpasste Sturmpartner Awoniyi nur um Zentimeter. Fünf Minuten vor der Pause mussten die Köpenicker den zweiten Rückschlag des Abends hinnehmen. Der bereits in der sechsten Spielminute verwarnte Paul Jaeckel brachte an der Mittellinie einen Gegenspieler zu Fall, Schiedsrichter Fabio Verissimo werte das als taktisches Foul und verwies den 23-jährigen Abwehrspieler des Feldes (40.). Union stellte auf Viererkette um und hielt die Hausherren bis zur Halbzeit vom eigenen Tor entfernt, sodass Schiedsrichter Verissimo die erste Hälfte beim Stand von 0:1 aus Sicht der Eisernen beendete.

Beide Teams starteten bei weiterhin strömendem Regen ohne personelle Veränderungen in die zweite Halbzeit, Union setzte in Unterzahl weiterhin auf die Viererkette. Traoré sorgte für den ersten Abschluss in Abschnitt zwei, sein Schlenzer aus knapp 20 Metern verfehlte das Tor jedoch deutlich. Wenig später war die Partie für mehrere Minuten unterbrochen. Zwei Abwehrspieler der Hausherren waren zusammengeprallt, Innenverteidiger Taras Kacharaba blieb liegen und musste schließlich verletzt vom Feld. Ihn ersetzte Ladislav Takacs in der Abwehr, im Angriff kam Jan Boril für Tecl neu ins Spiel (53.). Trotz der personellen Unterzahl blieb Union mutig und erspielte sich Chancen. Khedira verzog in der 55. Minute nur knapp, drei Minuten später erzielten die Köpenicker den vermeintlichen Ausgleich. Nach einem schnellen Ballgewinn bediente Kruse Awoniyi, der Nigerianer beförderte das Leder zwar in die Maschen, aufgrund einer Abseitsstellung verweigerten die Unparteiischen dem Treffer allerdings die Anerkennung. In der 59. Minute wechselte Fischer gleich vierfach. Grischa Prömel, Andreas Voglsammer, Sheraldo Becker und Kevin Behrens kamen neu in die Partie, Khedira, Öztunali, Awoniyi und Kruse verließen dafür den Platz. Union machte es den Hausherren schwer und agierte aggressiv, Slavia verlegte sich aufs Kontern. Während die Gastgeber in der 69. Minute mit Ivan Schranz und Nicolae Stanciu für Masopust und Lingr frische Kräfte auf den Rasen brachten, gelang den Köpenickern in Unterzahl der Ausgleich. Sheraldo Becker setzte sich über die rechte Seite durch und bediente den ebenfalls eingewechselten Kevin Behrens, der sich nicht zweimal bitten ließ und zum umjubelten 1:1-Ausgleich traf (70.). Die Hausherren reagierten mit wütenden Angriffen und belagerten die Eisernen fast die gesamte Schlussphase lang. Gut fünf Minuten vor Ende konnten die seit mittlerweile 45 Minuten in Unterzahl spielenden Unioner dem Druck des amtierenden tschechischen Meisters nicht mehr Stand halten. Innerhalb von drei Minuten traf erst Kuchta nach einem abgeprallten Ball per Abstauber (84.). Kurz darauf zog der ebenfalls frische Schranz fulminant von der Sechzehnerkante ab. Luthe kam zwar noch an den Ball, aber er konnte die Richtung der zusätzlich nassen Kugel nicht mehr entscheidend verändern und der Ball zappelte im Netz (88.). Zwar gab es aufgrund der langen Verletzungspause acht Minuten obendrauf, doch weder Slavia noch Union hatten dem Spielstand in der Zugabe etwas hinzuzufügen. Die knappe Stunde in Unterzahl hinterließ besonders in den letzten zehn Minuten deutliche Spuren bei den Eisernen.

"Wir haben heute ein Spiel verloren in dem wir ein bisschen Lehrgeld bezahlt haben. Zu Beginn brauchten wir ein bisschen, um in die Partie zu finden und hatten trotz des Rückstands und der roten Karte die Möglichkeit zum Ausgleich. In der Pause hat sich die Mannschaft viel vorgenommen und es wirklich sehr gut gemacht, deshalb war es ärgerlich, das zweite Gegentor eher zufällig zu bekommen. Das dritte Tor kann dann in so einem Spiel passieren, wenn man hinten aufmacht", so Urs Fischer nach dem Spiel.

Am kommenden Sonntag, dem 19.09.2021, tritt der 1. FC Union Berlin in der Bundesliga bei Borussia Dortmund an. Der Anpfiff im Signal-Iduna-Park erfolgt um 17:30 Uhr.

Union auswärts in Prag

Vorbericht

Im ersten Spiel der Gruppenphase der UEFA Europa Conference League trifft der 1. FC Union Berlin auswärts auf die Mannschaft von SK Slavia Prag. Der Anstoß der Partie erfolgt im Sinobo Stadion um 18:45 Uhr.

Rückblick auf die letzten Spiele

Im Rahmen des 4. Bundesliga-Spieltags empfing der 1. FC Union Berlin am Sonnabend den FC Augsburg im Stadion An der Alten Försterei. In einer umkämpften Partie trennten sich die beiden Mannschaften mit einem 0:0-Unentschieden. Der komplette Spielbericht ist hier nachzulesen.

Am siebten Spieltag der ersten tschechischen Liga empfing die Mannschaft von Slavia Prag den Ligakonkurrenten 1. FC Slovacko. Im Spiel Dritter gegen Vierter gingen die Prager bereits in der vierten Spielminute durch Daniel Samek in Führung, ehe Stanislav Tecl auf 2:0 erhöhte. Mit dem Schlusspfiff schafften die Gäste aus Uherské Hradiště zwar den Anschlusstreffer, mussten sich aber dennoch mit 1:2 geschlagen geben. Den kompletten Spielbericht gibt es hier.

Gegnercheck

Der siebenfache tschechische Meister und sechsfache Pokalsieger qualifizierte sich in der vergangenen Saison als Meister der ersten tschechischen Liga für die Qualifikation zur Champions League. SK Slavia Prag stieg in der dritten Qualifikationsrunde ein, konnte sich aber nicht gegen Ferencvaros Budapest durchsetzen. Im Hinspiel unterlagen die Tschechen den Ungarn mit 0:2 und auch der 1:0-Sieg im Rückspiel brachte die Prager keine Runde weiter. So ging es für Slavia im nächsten Spiel in den Europa League Play-Offs weiter, wo sie auf den polnischen Rekordmeister Legia Warschau trafen. Nachdem die Tschechen im Hinspiel ein 2:2-Unentschieden erkämpfen konnten, mussten sie sich im Rückspiel mit 1:2 erneut geschlagen geben. Nach vier internationalen Spieltagen steht für Slavia Prag ab sofort die Gruppenphase der UEFA Europa Conference League auf dem Programm.

Trainer der Prager ist der 45-Jährige Jindřich Trpišovský. Der Tscheche betreut das Team seit Januar 2018 und konnte seitdem in 180 Spielen an der Seitenlinie 120 Spiele für sich und sein Team entscheiden.

Einer der Top-Spieler im Prager Kader ist der Rumäne Nicolae Stanciu. Der 28-Jährige wechselte 2019 in die tschechische Hauptstadt und verbuchte in 93 Spielen für Slavia Prag 20 Tore und 21 Torvorlagen.

„Wir sind in der Gruppenphase und freuen uns sehr auf die Spiele. Die erste Aufgabe heißt Slavia Prag – eine eingespielte Mannschaft, die Chancen kreiert und in ihren letzten Spielen viele Möglichkeiten hatte. Sie haben Geschwindigkeit und viele Spieler mit individueller Qualität“, so Urs Fischer auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel.

Personal

Für das Europa Conference League-Spiel stehen Union-Cheftrainer Urs Fischer bis auf Kevin Möhwald alle Spieler des an die UEFA gemeldeten Kaders zur Verfügung.

Serviceinfos

Slavia Prag stellte Union ein Kontingent von 1.950 Gästekarten zur Verfügung. Welche Regelungen vor Ort gelten, wo was zu finden ist und was es an den Eingängen zu beachten gilt, kann diesen Stadionhinweisen entnommen werden. Das Sinobo Stadion öffnet um 17:15 Uhr.

Zudem sind die Einreisebestimmungen für die tschechische Republik zu beachten.

Die Partie wird live auf NITRO übertragen. Wie gewohnt informiert Union auch über den vereinseigenen Live-Ticker über das Spielgeschehen.

AFTV Videos

SpielStatistiken

Slavia Prague vs 1. FC Union Berlin

70 % Ballbesitz 30 %
88 % Passquote 68 %
53 % Zweikampfquote 47 %
15 Torschüsse 5
4 Flanken 12
4 Abseitsstellungen 1
3 Gelbe Karten 2
0 Gelb-Rote Karten 1
0 Rote Karten 0