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1. FC Union Berlin vs VfL Wolfsburg

Bundesliga, 24. Spieltag

1. FC Union vs Wolfsburg

Bundesliga, 24. Spieltag

So., 01. März 2020, 13:30 Uhr
An der Alten Försterei
2 : 2
22.012
SR: Bastian Dankert

Union und Wolfsburg teilen die Punkte

Spielbericht

Der 1. FC Union Berlin und der VfL Wolfsburg trennen sich am 24. Spieltag mit 2:2-Unentschieden. In einer ausgeglichenen Partie bringt Sebastian Andersson die Köpenicker kurz vor dem Seitenwechsel in Führung (41.), Marvin Friedrich legte nach der Pause per Kopf das 2:0 nach (56). Wolfsburg antwortete durch Yannick Gerhardt (60.), in der Schlussphase besorgte Stürmer Wout Weghorst den entscheidenden Ausgleich (81.).

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Trimmel, Andrich, Gentner (73. Prömel), Lenz – Malli (66. Ingvartsen), Andersson, Bülter (83. Ryerson)

VfL Wolfsburg: Casteels – Mbabu, Knoche, Brooks, P. Otavio – Steffen (63. Mehmedi), Gerhardt, Arnold, Brekalo (88. Klaus) – Ginczek (77. Victor), Weghorst

Tore: 1:0 Andersson (41.), 2:0 Friedrich (56.), 2:1 Gerhardt (60.), 2:2 Weghorst (81.)

Zuschauer: 22 012

Kurz bevor Schiedsrichter Bastian Dankert die Partie gegen den VfL Wolfsburg eröffnete, erlebten die Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei einen besonderen Moment. Mittelfeldspieler Christian Gentner wurde unter großem Applaus der Unioner für sein 400. Pflichtspiel in der Bundesliga geehrt. Eine historische Marke!

Anschließend eröffnete Dankert unter einsetzendem Regen die Partie. Nach dem 2:0-Erfolg in Frankfurt agierten die Köpenicker zu Beginn aus einer guten Defensive heraus, Wolfsburg kontrollierte hingehen das Geschehen auf dem Platz ohne offensiv Akzente setzen zu können. Erst Mitte der ersten Halbzeit tauchte die Glasner-Elf das erste Mal gefährlich vor dem Tor der Hausherren auf. Ein schnittiger Eckstoß von Josip Breckalo fand den Kopf von Wout Weghorst, Rafal Gikiewicz zeichnete sich gleich doppelt aus (23.). Zunächst parierte der Pole den als Aufsetzer aufs Tor kommenden Kopfball des Wolfsburgers, anschließend war der Schlussmann der Köpenicker auch bei der Hereingabe von Weghorst zur Stelle. Union behielt weiter die Ordnung, war in den Zweikämpfen präsent, trat offensiv jedoch kaum in Erscheinung. Kurz vor dem Seitenwechsel gelang Union dann plötzlich die überraschende Führung (41.). Kapitän Christopher Trimmel bediente Sebastian Andersson mit einem gut getretenen Freistoß am Fünfmeterraum, der Schwede köpfte die Kugel vorbei am herauseilenden Koen Casteels ins Tor.

Anstatt bis zur Pause weiterzuspielen unterbrach Schiedsrichter Bastian Dankert anschließend das Spielgeschehen aufgrund von Schmähplakaten auf der Waldseite des Stadions. Während die Unparteiischen und Wolfsburg das Spielfeld verließen, wirkten die Akteure von Urs Fischer auf die eigenen Anhänger ein. Nach einer mehrminütigen Unterbrechung kehrten beide Teams auf das Spielfeld zurück und beendeten die erste Halbzeit.

Der zweite Abschnitt begann ohne personelle Wechsel, Wolfsburg startete druckvoll und setzte Union direkt unter Druck. Nach einer Flanke von der linken Seite tauchte Weghorst freistehend am zweiten Pfosten auf (50.), der überhastete Abschluss des Niederländers verpasste den langen Pfosten jedoch deutlich. Mitten in der guten Phase der Gäste zeigte sich Union abermals gnadenlos effektiv. Ein gut getretener Freistoß von Standardexperte Trimmel fand den Kopf von Innenverteidiger Marvin Friedrich, der wuchtig zum 2:0 einköpfte (56.). Die Antwort der Wolfsburger ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Nach einer Ecke war es Yannick Gerhardt, der nur vier Minuten später zum Anschluss traf (60.). Union zeigte sich vom Treffer der Wölfe unbeeindruckt, ein Abschluss von Marius Bülter wurde gerade noch von Mbabu geblockt (62.). Zehn Zeigerumdrehungen später flankte Robert Andrich den Ball von der rechten Angriffsseite in den Strafraum, Andersson verpasste knapp, in seinem Rücken kam jedoch der eingewechselte Marcus Ingvartsen ans Leder. Doch auch der Däne traf den Ball nicht voll, sodass Casteels den Abschluss locker aufnehmen konnte (71.). Auf der anderen Seite machte es Weghorst besser (81.). Bedient von Joao Victor nickte der Niederländer den Ball wuchtig zum 2:2-Ausgleich über die Linie. In einer spannungsgeladenen Schlussphase wollte keinem der beiden Teams der entscheidende Treffer gelingen, sodass Dankert die Partie nach insgesamt 93 Spielminuten beendete.

„Für mich ist das heute ein korrekter Punkt, da teile ich die Meinung von Oliver Glasner. Das Unentschieden spiegelt für mich das Spiel gerecht wieder. Für mich ist es ein wichtiger Punkt, wir sind zufrieden, dass wir ihn geholt haben. Am Ende hat man gemerkt, dass Wolfsburg nochmal versucht hat, etwas zu kreieren, meine Mannschaft hat aber gut reagiert. Heute war die Partie von Beginn an taktisch geprägt, auf dem Platz haben sich die Mannschaften weitestgehend neutralisiert. Deshalb waren auf beiden Seiten Standards wichtige Waffen. Heute haben wir gegen einen ganz starken Gegner einen wichtigen Punkt geholt“, lautete das Fazit von Unions Cheftrainer Urs Fischer auf der Pressekonferenz.

Auch zu den Protesten der Fans und der daraus folgenden Spielunterbrechung bezog der Schweizer auf Nachfrage Stellung: „Ich verstehe, dass man seine Meinung sagt. Aber es geht darum, wie man das macht. Es geht um die Art und Weise, das hat etwas mit Anstand und Respekt zu tun. Das sehe ich bei diesem Plakat nicht. Für meine Jungs war das sehr unangenehm, so eine Unterbrechung kann ein Spiel völlig verändern. Aus meiner Sicht waren diese Plakate absolut unnötig.“

Bereits am Mittwoch, dem 04.03.2020 steht für den 1. FC Union Berlin das nächste Pflichtspiel auf dem Plan. Im Viertelfinale des DFB-Pokals trifft die Elf von Trainer Urs Fischer auswärts auf Bayer 04 Leverkusen, der Anpfiff erfolgt um 18:30 Uhr. In der Bundesliga geht es für die Köpenicker am Samstag, dem 07.03.2020 weiter, dann spielen die Eisernen um 15:30 Uhr beim SC Freiburg.

Union empfängt die Wölfe

Vorbericht

Eine Woche nach dem umjubelten 2:1-Erfolg bei Eintracht Frankfurt trifft der 1. FC Union Berlin im Stadion An der Alten Försterei auf den nächsten Europapokalteilnehmer. Der Anpfiff gegen den VfL Wolfsburg erfolgt am Sonntag, dem 01.03.2020 zur ungewohnter Spielzeit: Schiedsrichter Bastian Dankert eröffnet die Partie um 13:30 Uhr.

Rückblick auf den vergangenen Spieltag


Zum Abschluss des 23. Spieltags trat der 1. FC Union Berlin am vergangenen Montagabend bei der SG Eintracht Frankfurt an. Im Spiel gegen die Hessen zeigte die Mannschaft von Chef-Trainer Urs Fischer von Anfang an eine konzentrierte Leistung, sodass sich die Hausherren kaum Torchancen erspielen konnten. Die Köpenicker setzten schon in der ersten Halbzeit immer wieder vereinzelte Nadelstiche in der Offensive, konnten sich aber erst nach dem Seitenwechsel mit dem Führungstreffer belohnen. Kurz nach Wiederbeginn nutzte Christopher Lenz ein Missverständnis in der hessischen Hintermannschaft, schnappte sich den Ball im Strafraum und bediente den mitgelaufenen Sebastian Andersson, der aus kurzer Distanz zur Führung einschob (49.). Die Frankfurter reagierten mit wütenden Angriffen, mitten in der Druckphase nutzte Union jedoch die nächste Möglichkeit um die Führung auszubauen (67.). Der eingewechselte Marcus Ingvartsen hatte den Ball von der linken Seite flach ins Zentrum gespielt, Keeper Kevin Trapp ließ den Ball nur abklatschen und Verteidiger Ndicka bugsierte die Kugel, bedrängt von Andersson, über die eigene Torlinie. Obwohl die Adlerträger nun alles nach vorne warfen, behielt Union die Ordnung und verteidigte weiter gut. Knapp zehn Minuten vor Schluss gelang Frankfurt zwar der Anschlusstreffer (79.), die eiserne Defensive blieb danach jedoch stabil. Mit dem 2:1-Erfolg sicherten sich die Unioner somit den zweiten Auswärtssieg in Folge.

Auch für die Wölfe verlief der letzte Spieltag nach Plan. In der Volkswagen-Arena trafen die Niedersachsen vor 21 058 Zuschauern auf Mainz 05 und gaben dem FSV trotz Karneval keinen Anlass zum Feiern. Bereits vor der Pause legte die Glasner-Elf den Grundstein zum insgesamt neunten Saisonsieg. Der glänzend aufgelegte Josip Brekalo brachte sein Team Mitte der ersten Hälfte aus der Distanz in Führung (21.), kurz vor dem Seitenwechsel erhöhte Renato Steffen per Kopf auf 2:0 (45.). Direkt nach Wiederbeginn sorgte Yannick Gerhardt mit seinem Treffer zum 3:0 für die endgültige Entscheidung (49.). Renato Steffen leitete einen Ball auf Daniel Gincezk weiter, von der Grundlinie bediente der Stürmer den sträflich freistehenden Gerhardt, der den Ball ins Tor beförderte. Dire Wolfsburger bestimmten weiter das Geschehen auf dem Platz, verpassten es jedoch, ihre hochkarätigen Chancen konsequent zu verwerten. Knapp 20 Minuten vor dem Schlusspfiff gelang Steffen dann doch der 4:0-Endstand. Der Schweizer hatte sich mit einer schönen Drehung im Strafraum gegen mehrere Mainzer durchgesetzt, entledigte sich per Tunnel von eines weiteren Gegenspielers und verwandelte anschließend lässig mit der Pike (68.). Mehr als ein Pfostentreffer vom eingewechselten Jean-Philippe Mateta wollte den Mainzern an diesem Sonntag nicht mehr gelingen.
 
Gegnercheck

In der Hinrunde musste sich der 1. FC Union Berlin den Niedersachsen am 7. Spieltag mit 0:1 geschlagen geben. In einer ausgeglichenen Partie sorgte Wölfe-Stürmer Wout Weghorst in der 69. Spielminute nach Vorlage von Josip Brekalo für das Tor des Tages.

Nach einer für die eigenen Erwartungen mäßigen Hinrunde und Startschwierigkeiten nach der Winterpause (1:3 gegen Köln, 1:2 gegen Hertha) befinden sich die Wolfsburger aktuell im Aufwind. Das Team von Oliver Glasner blieb in den letzten sechs Pflichtspielen unbesiegt, in der Liga holten die Wölfe in den vergangenen vier Partien zehn Punkte und halten somit direkten Anschluss an die internationalen Tabellenplätze. Ihre überaus gute Form bewiesen die Wölfe nicht nur beim deutlichen 4:0-Erfolg gegen den FSV Mainz 05, sondern auch in der Zwischenrunde der Europa League. Im Hinspiel besiegte der Verein aus der Autostadt Malmö FF mit 2:1 und sicherte sich somit eine gute Ausgangsposition aufs Weiterkommen, am Donnerstag ließ der VfL den Schweden auch im Rückspiel keine Chance und siegte auswärts souverän mit 3:0.

„Gratulation an Wolfsburg zum Weiterkommen im Europapokal, sie haben die letzten Aufgaben wirklich souverän gelöst. Gerade beim 3:0 in Malmö haben sie es gut gemacht“, lobte Urs Fischer den letzten Auftritt des kommenden Gegners. Fischer machte auf der Pressekonferenz auch gleich klar, was für sein Team am Sonntag wichtig ist: „Entscheidend ist, dass wir die Aufgabe mit dem nötigen Ernst und Fokus angehen, das bedeutet, dass wir wieder über 90 Minuten eine gute und konzentrierte Leistung aufs Feld bringen. In Frankfurt waren wir von Anfang an bereit, das gilt es zu wiederholen. Alle Spiele sind aktuell sehr eng, wenn da ein Gegner Fehler macht, muss man das effizient nutzen.“ Dass die zusätzliche Belastung in der Europa League für Wolfsburg ein Problem darstellen könnte, sieht der Trainer nicht so: „Für mich ist das kein Vorteil, ich gehe davon aus, dass Wolfsburg das gewohnt ist. Mannschaften, die international spielen, haben einen Kader, der das aushalten kann. Ich denke die Zeit wird Wolfsburg reichen, um zu regenerieren.“ Auch die ungewohnte Anstoßzeit stellt für die Köpenicker kein Problem dar: „Wir kennen das ja noch aus der zweiten Liga, für uns ist das nicht so ungewohnt. Gerade in der Vorbereitung auf das Spiel gibt es natürlich ein paar Veränderungen, trotzdem werden wir am Sonntag natürlich bereit sein.“

Personal

Für Christian Gentner könnte das Spiel gegen seinen ehemaligen Verein, mit dem er 2009 die deutsche Meisterschaft erringen konnte, ein ganz besonderes sein. In Frankfurt bestritt der Routinier sein 399. Bundesliga-Spiel, mit einem Einsatz gegen den VfL könnte der 34-Jährige die besondere Marke der 400 Partien knacken. Mit Claudio Pizzarro gibt es aktuell nur einen weiteren aktiven Profi, dem das gelungen ist.

Neben den langzeitverletzen Akaki Gogia und Joshua Mees muss Urs Fischer weiterhin auf Manuel Schmiedebach verzichten. Ansonsten stehen dem Schweizer am Wochenende alle Spieler zur Verfügung.

Informationen zum Spiel:

Das Stadion An der Alten Försterei ist restlos ausverkauft, Tageskassen wird es nicht mehr geben. Unionmitglieder haben noch auf dem offiziellen Ticket-Zweitmarkt die Chance, online Karten zu erwerben.

AFTV Videos

Rafal Gikiewicz

Rafal Gikiewicz

ist Spieler des Tages bei unserem Spiel gegen Wolfsburg

Rafal Gikiewicz

ist Spieler des Tages gegen Wolfsburg

SpielStatistiken

1. FC Union Berlin vs VfL Wolfsburg

40 % Ballbesitz 60 %
63 % Passquote 78 %
53 % Zweikampfquote 47 %
6 Torschüsse 12
12 Flanken 20
2 Abseitsstellungen 1
1 Gelbe Karten 2
0 Gelb-Rote Karten 0
0 Rote Karten 0

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