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1. FC Union Berlin vs MSV Duisburg

2. Bundesliga, 25. Spieltag

1. FC Union vs Duisburg

2. Bundesliga, 25. Spieltag

Fr., 09. März 2012, 18:00 Uhr
An der Alten Försterei
1 : 1
15.076
Leicht bewölkt

Punkteteilung: Zebras treten aus - Union beißt zurück

Spielbericht

Uwe Neuhaus hatte im Vorfeld angedeutet, die Startformation vom Spiel in Ingolstadt unangetastet lassen zu wollen. Den Worten ließ der Coach Taten folgen und schenkte den gleichen elf Spielern erneut das Vertrauen. Im gesicherten Mittelfeld zu Hause, empfing der 1. FC Union Berlin die abstiegsbedrohte Mannschaft des MSV Duisburg im bekannten 4 -4 -2-System in folgender Besetzung:

Glinker – Pfertzel (87. Polenz), Stuff, Menz, Kohlmann (64. Zoundi) – Karl – Ede, Parensen – Mattuschka (85. Belaid) – Silvio, Terodde

Der in der Heimat unter großem Ergebnisdruck stehende MSV-Trainer Oliver Reck entschied sich gegen Union für die kompakte Variante. Die „Zebras“ begannen mit nur einem Stürmer und setzten auf effiziente Konter über die einzige Spitze, den schnellen Maurice Exslager. Die erste Situation bot sich nach fünf Minuten allerdings Union. Ex-Duisburger Simon Terodde bewegte sich schnellen Schrittes auf das Tor von Felix Wiedwald zu und kam zu Fall. Schiedsrichter Frank Willenborg entschied auf Schwalbe und zeigte dem Stürmer die gelbe Karte. Den Gästen war die Bedeutung des Spiels anfangs anzumerken. Besonderes Risiko gingen die Meidericher nicht und so nutzte Union die Räume zur ersten großen Chance. Torsten Mattuschka schlug eine Ecke auf Patrick Kohlmann, der auf Höhe des zweiten Pfostens zwei Meter vor dem Strafraum lauerte. Der Deutsch-Ire nahm den Ball elegant an, schoss und fand krachend nur das Quergestänge (12.). Doch einen echten Vorteil konnte sich in den folgenden Minuten keines der beiden Teams erarbeiten. Vielmehr boten sich die Kontrahenten taktisch und spielerisch ein Gefecht auf Augenhöhe. Als Konsequenz boten sich den Zuschauern kaum Strafraumszenen noch nennenswerte Torgelegenheiten. Dann bekam Jan Glinker Gelegenheit sich auszuzeichnen. Maurice Exslager stibitzte einen Fehlpass von Kapitän Mattuschka und brachte das Spielgerät aus spitzem Winkel aufs Gehäuse, aber Glinker war zur Stelle und parierte das Geschoss (37.). Kurz darauf klärte Christoph Menz in letzter Sekunde vor Exslager, der von Daniel Brosinski gefährlich in Position gebracht wurde. Torlos ging es in die Pause.

Den Kabinengang beendeten beide Mannschaften unverändert. Nach kurzer Anlaufzeit sicherte sich Union die erste Chance. In Flippermanier schnellte das Spielgerät nach einer Ecke im Strafraum umher. Silvio stand goldrichtig, schaltete schnell, hatte aber die Rechnung ohne Keeper Wiedwald gemacht, der den Winkel geschickt verkürzte (52.). Von den Rängen ohrenbetäubend angefeuert, machten die Platzherren den Duisburgern das Leben schwer. Offensivimpulse der Gäste waren kaum zu erkennen. Deutete sich doch eine zarte Kontergelegenheit an, packte die Verteidigungsreihe kompromisslos zu. Und dann passierte es doch: Aus dem „Überhaupt-Nichts“ tauchte plötzlich Bruno Soares vor Jan Glinkers Tor auf und legte dem mitgelaufenen Exslager zum 0:1 auf (62.). Union schien erschrocken vom Erwachen des bis dato ausgesprochen passiven Gegners. Nur so war die Szene im Anschluss zu erklären, als ein Rückpass von Christian Stuff in den Lauf von Exslager geriet. Mit vereinten Kräften klärten Christoph Menz und Marc Pfertzel die Szenerie (64.). Dann waren wieder die Eisernen am Drücker und bekamen nach Foul an Christian Stuff einen unzweifelhaften Elfmeter zugesprochen. Felix Wiedwald ahnte jedoch die Ecke und fischte sich den Flachschuss von Silvio (69.). Es drohte die zweite Heimniederlage in Folge, was die Eisernen unbedingt verhindern wollten. Mit wütendem Powerspiel schnürten die Hausherren den Gegner in der eigenen Hälfte fest. Duisburg verteidigte mit Mann und Maus, weshalb Markus Karl es per Fernschuss versuchte. Das Leder verpasste das Ziel aber um gut einen Meter (81.). Es wurde in den Schlussminuten ein offener Schlagabtausch, in dem Exslager Jan Glinker erneut prüfte - Unions Schlussmann blieb aber wiederholt Sieger (85.). Sekunden später zündete Michael Parensen einen Gewaltschuss, der aus 20 Metern nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbeistrich. Union fightete, wollte den Ausgleich erzwingen und machte Druck. Silvios Kopfball landete im Strafraum auf Umwegen irgendwie bei Simon Terodde, der die Kugel in der ersten Minute der Nachspielzeit zum 1:1 über die Linie zwang. Mit dem Treffer in der sprichwörtlich letzten Sekunde verhinderte der Ex-Duisburger damit die drohende Niederlage für seine Mannschaft.

Uwe Neuhaus musste für die Einschätzung des Spiels nicht lange überlegen: „Das ist ein Punkt der vor dem Hintergrund, dass wir eine Großzahl an Torchancen hatten, verdient war. Aber ich bin auch froh, denn der Ausgleich fiel natürlich sehr spät“, so der Trainer. „Nutzen wir den Elfmeter, hätten wir vermutlich nochmal richtig Fahrt aufnehmen können“, fuhr Neuhaus fort, der das kommende Auswärtsspiel in Aachen, 16.04.2012 um 18:00 Uhr unbedingt erfolgreich gestalten möchte: „Vielleicht gelingt es uns, auf dem Tivoli mal wieder zu null zu spielen.“

Feuerwerk vorn, Nullsumme hinten: Eiserne wollen Sieg gegen Duisburg

Vorbericht

Es waren zunächst die Vorzüge seines Teams, auf die Uwe Neuhaus auf der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg einging. „Das Spielerische und die Verwertung von Torchancen waren in Ingolstadt gut“, befand der Trainer und vergaß nicht das kehrseitige Manko anzusprechen: „Eine Schwäche sind die vielen Gegentore, die dürfen in dieser Menge nicht fallen.“ Anlass für Wechselgedanken hätte der Trainer nach eigener Aussage also durchaus, doch wird er das Gefüge der Startelf höchstwahrscheinlich unangetastet lassen. „Wir bevorzugen das risikoreiche Spiel, da kann nicht alles gelingen. Die Mannschaft hat sich das Vertrauen erarbeitet, deshalb müssen wir jetzt Geduld haben“, forderte Uwe Neuhaus.

Geduld müssen auch die Duisburger Fans aufbringen. Die Meidericher sind in dieser Spielzeit nicht gerade vom Erfolg verwöhnt worden. Zum Saisonstart wurde der Aufstieg in die 1. Bundesliga als Ziel formuliert. Der durch Zugänge von Hertha BSC, Energie Cottbus und Hannover 96 verstärkte Kader geriet jedoch entgegen alle Erwartungen alsbald in stürmisches Fahrwasser. Die Ergebnisse blieben aus, Trainer Milan Šašić wich für Oliver Reck und die „Zebras“ kämpften weiter verbissen um die Punkte, zumeist jedoch - vor allem auswärts - ohne Erfolg.

Die aktuelle Negativserie der Blau-Weißen von fünf Niederlagen in Folge spricht Bände. „Der Vergleich mit dem angeschlagenen Boxer ist zulässig“, findet daher auch Uwe Neuhaus, denn: „Ich habe die letzten zwei Spiele von Duisburg verfolgt und kann nur den Finger heben. Was man dort gesehen hat, war eine intakte Mannschaft, die sich reinkniete und zu vielen Torchancen kam“, so Neuhaus weiter. „Der Gegner wird um seine Existenz kämpfen und uns ungeheuer intensiv fordern“, schärft der Trainer seiner Mannschaft ein. Dass die Unsicherheiten nicht zuletzt vom Ultimatum gegenüber Oliver Reck herrühren, ist denkbar und erklärt für Unions Coach ein wenig die fehlende Ruhe der Duisburger vor dem Tor (kein Treffer in den letzten drei Spielen).

Unions Verletztenliste verlängerte sich am Dienstag (06.03.) neben Christopher Quiring um einen weiteren Namen. Steven Skrzybski wird mit einem Syndesmosebandriss im linken Sprunggelenk voraussichtlich vier Wochen ausfallen. Nominell verbleiben im Aufgebot damit nur zwei Stürmer, von Ergänzungen aus der U23 sieht Uwe Neuhaus aber ab. „Es gibt ausreichend Alternativen im Kader“, versichert der Trainer.

Das Stadion An der Alten Försterei öffnet um 16:30 Uhr. Der Anstoß zum Flutlichtspiel am Freitagabend erfolgt um 18:00 Uhr.

Jan Glinker

Jan Glinker

ist Spieler des Tages bei unserem Spiel gegen Duisburg

Jan Glinker

ist Spieler des Tages gegen Duisburg

SpielStatistiken

1. FC Union Berlin vs MSV Duisburg

2 Gelbe Karten 2
0 Gelb-Rote Karten 0
0 Rote Karten 0

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