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1. FC Union Berlin vs FC Energie Cottbus

2. Bundesliga, 17. Spieltag

1. FC Union vs Cottbus

2. Bundesliga, 17. Spieltag

Fr., 02. Dezember 2011, 18:00 Uhr
An der Alten Försterei
1 : 0
17.478
Wolkig
SR: Marco Fritz | Assistenten: Volker Wezel, René Kunsleben |
Vierter Offizieller: Marcel Unger

Glinker sensationell: Union gewinnt knisterndes Berlin-Brandenburg-Derby mit 1:0

Spielbericht

Ohne Veränderungen übernahm Chef-Trainer Uwe Neuhaus die Startelf, die sieben Tage zuvor das 5:2 gegen Hansa Rostock herausspielte. Demnach nahm Markus Karl - an der Ostsee gelbgesperrt nicht im Kader – zu Spielbeginn vorerst auf der Bank Platz. Michael Parensen begann gegen auswärts starke Cottbuser erneut auf der defensiven Mittelfeldposition. Auch beim System beließ Unions Coach alles beim Alten und setzte auf  das bewährte 4  - 4 - 2 mit Raute:

Glinker – Pfertzel, Stuff, Menz, Kohlmann (45. Karl) – Parensen, Quiring, Ede, Mattuschka – Silvio (90. Madouni), Mosquera (85. Zoundi)

Ein außergewöhnliches Jubiläum gab es bereits zu feiern, bevor Schiedsrichter Marco Fritz die Partie freigegeben hatte. Mit den 17.478 Besuchern des Berlin-Brandenburgischen Gipfels schraubte der 1. FC Union Berlin im 717. Punktspiel mit Heimrecht seit Vereinsgründung (20.01.1966) seine Zuschauerzahl auf über 5 Millionen. Die Besucher des heutigen Spiels mussten zunächst die erste Chance der Gäste mit ansehen. Der hochbegabte Cottbuser Youngster Leonardo Bittencourt holte den ersten Freistoß für seine Mannschaft heraus. Silvio verschätzte sich bei der Hereingabe auf den zweiten Pfosten, doch Rogers Schuss missglückte gänzlich (2.). Man erkannte, dass Energie sich das frühe Stören vorgenommen hatte, um das gefährliche Angriffsspiel der Hausherren schon im Keim zu ersticken. Daraus ergaben sich natürlich Räume für Offensivaktionen und so auch die erste Ecke für Union. Kapitän Torsten Mattuschka feuerte das Leder mit Schnitt scharf auf die kurze Ecke, wo Christian Stuffs Kopf den Ball auf das Tor brachte. Thorsten Kirschbaum bekam seine Finger zwar noch an das Spielgerät, aber Silvio machte kurzen Prozess und staubte den Abklatscher zum 1:0 ab (10.). Die Feldhoheit war in Form gegossen und Union setzte munter nach. Energie-Keeper Kirschbaum bekam das am deutlichsten zu spüren, als er Christopher Quirings Schuss aus 16 Metern parieren musste (18.). Union ließ sich die Butter nicht vom Brot nehmen und hatte durch Chinedu Ede auch die nächste Möglichkeit. Doch der Abschluss des dribbelstarken Linksaußen verfehlte das Ziel um einige Meter (23.). Dann aber kam Cottbus gefährlich zum Zug. Christian Müller tauchte urplötzlich vor Jan Glinker auf, der aber reaktionsschnell für den Bestand der Führung sorgte (25.). Cottbus schien sich die lähmende Wirkung des Rückstandes aus den Beinen gelaufen zu haben. Daniel Adlung zirkelte den Ball hauchdünn am rechten Pfosten vorbei. Ungemütliche Minuten für die Hausherren, die nun mehr unter Druck gerieten. Bitter dann die Verletzung von Dauerbrenner Patrick Kohlmann. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff wechselte Uwe Neuhaus für ihn Markus Karl ein. Michael Parensen rückte auf die linke Abwehrseite. Fast hätte sich Karl mit einem Tor eingefügt, doch sein Kopfball nach einer Ecke segelte knapp am rechten Dreiangel vorbei.

Gleich nach Wiederanpfiff zeigten sich die Gäste forsch und schossen in Person von Dimitar Rangelov zweimal auf das Berliner Tor. Keiner der beiden Versuche wurde ernsthaft gefährlich für Jan Glinker. Im direkten Gegenzug hatte Union um ein Haar das zweite Tor auf Kopf und Schlappen. Allerdings prallte Christian Stuffs Kopfball an Energie-Keeper Kirschstein ab und John Jairo Mosquera konnte den Nachschuss nicht verwerten (52.). Rekordverdächtig dann der Schuss von Christopher Quiring. Nicht etwa weil sein Abschluss im Netz zappelte, sondern vielmehr, da der Ball an die Latte klatschte (54.). Mit nunmehr neun Aluminiumtreffern führt Union diese Statistik in der Liga an. Claus-Dieter Wollitz schien unzufrieden mit seiner Mannschaft und wechselte nach knapp einer Stunde kräftig durch. Der Gäste-Coach fühlte die Überlegenheit der Eisernen und steigerte seine Aktivität an der Seitenlinie. Und dann zuckte Siegeswille der Lausitzer doch nochmal auf. Eigentlich war die Situation schon bereinigt, doch Daniel Adlung schnappte sich einen Befreiungsschlag von Christoph Menz und setzte die Kugel auf den Querbalken (67.). Cottbus, zu neuem Leben erwacht, legte nach. Rok Kronaveter prüfte Jan Glinker mit einem listigen Schuss aus 19 Metern, doch Unions Nummer 1 verdiente sich mit seiner Parade Bestnoten (69.). Auch zehn Minuten vor dem Ende war Teufelskerl Glinker gegen den frei vor ihm zum Schuss kommenden Rangelov zur Stelle. Cottbus rieb sich gegen konternde Unioner auf und hatte Glück, dass Kapitän Mattuschka das 2:0 gegen seinen Ex-Verein ausließ. Mit dem Schlusspfiff interessierte das allerdings niemanden mehr. Umjubelter Protagonist war Jan Glinker, der mit seinen Paraden zum Mann des Abends avancierte und vom Publikum frenetisch gefeiert wurde.

Beide Trainer sahen den Verlauf der Partie sehr ausgeglichen. Die Erklärung für den Sieg fiel Uwe Neuhaus jedoch leicht: „Wir hatten ein enges Spiel erwartet, Cottbus hat uns alles abverlangt. Den Unterschied machten unsere Siege in den letzten Wochen. Dadurch hatten wir die nötige Ruhe und auch die Überzeugung, das Spiel über die Zeit zu bringen“, analysierte der Coach sachlich.

Zum Rückrundenbeginn begrüßt der 1. FC Union Berlin am kommenden Wochenende die neue Mannschaft von Unions Rekordtorschütze Karim Benyamina (87) im Stadion An der Alten Försterei. Die Begegnung mit dem neuen Arbeitgeber des Ex-Unioners, FSV Frankfurt, beginnt am Sonnabend, 10.12.2011 um 13:00 Uhr.

Union vs. Energie: Nicht irgendein Spiel gegen irgendeinen Gegner

Vorbericht

Beim Auswärtsspiel in Rostock begeisterte der 1. FC Union Berlin mit Pass-Stafetten und Torabschlüssen wie schon lange nicht mehr. Und um die Lobhudeleien auf die Spitze zu treiben, darf der Rekordcharakter des Ergebnisses nicht unerwähnt bleiben. Der höchste Auswärtssieg in der Zweitligahistorie der Köpenicker war das 5:2 an der Küste nämlich obendrein.

Auswärts kommt Union immer besser in Schwung und hat in diesem Punkt mit dem kommenden Gegner etwas gemein. Zudem fühlt sich Energie zurzeit in der Lausitz alles andere als heimisch, was mit Zahlen belegbar ist. Die fünf jüngsten Spiele im Stadion der Freundschaft vergingen ohne einen Sieg der Hausherren. Hinzu kommt der Negativrekord bei den Besucherzahlen. Energie als Zuschauermagnet, das scheint dieser Tage der Vergangenheit anzugehören. Aus der Not machte die Wollitz-Elf im Handumdrehen eine Tugend und besann sich auf die auswärtige Punktejagd – mit Erfolg. Beinahe zwei Drittel der 22 auf dem Konto befindlichen Zähler stammen aus Vergleichen fernab des Spreewaldes. Patrick Kohlmann fürchtet die Auswärtsstärke der Gäste indes nicht und freut sich auf das Spiel im Schein des Flutlichtes. „Bei solchen Spielen muss der Trainer nicht viel machen, jeder Spieler ist bis in die Haarspitzen motiviert dieses Derby zu gewinnen“, so der Vize-Kapitän.

Das Torverhältnis gibt den Sachverhalt fast nicht her, doch ist Energie Cottbus eine Mannschaft, die durchaus in der Lage ist, ohne Gegentore zu bleiben. Sechs Mal ist das in sechzehn Spielen schon gelungen, weshalb die Prognose des Spielverlaufs Schwierigkeiten bereitet. Zwischen zähem Abwehrkampf und mitreißender Torflut scheint alles möglich zu sein. „Uns erwartet ein enges Spiel“, vermutet Uwe Neuhaus, denn immerhin sei „Cottbus mit vier Siegen in den ersten fünf Spielen ausgesprochen positiv in die Saison gestartet.“ Auch wenn Nils Petersen und Emil Jula den Verein verlassen haben, bescheinigt Uwe Neuhaus der Gastmannschaft weiterhin große Qualität.

„Für jeden Einzelnen und die ganze Mannschaft wird es das Allerwichtigste sein, sich auf das Sportliche zu fokussieren“, so Uwe Neuhaus, der um die Emotionalität des Derbys weiß, von seiner Mannschaft aber vollste Konzentration erwartet. „Diese Spiele sind immer heiß umkämpft. Wer am Freitag auf dem Platz seine Aufgaben am besten erledigt, wird im Nachhinein  der Favorit sein“, so der Chefcoach augenzwinkernd zur vermeintlichen Favoritenrolle seiner Elf.

Uwe Neuhaus kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Nur Simon Terodde ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder in der Lage, der Mannschaft zu helfen. „Er muss sich über die Trainingseinheiten herankämpfen“, so Uwe Neuhaus.

Das Stadion An der Alten Försterei öffnet um 16:30 Uhr seine Pforten, der Anpfiff durch Schiedsrichter Marco Fritz erfolgt um 18:00 Uhr.

Jan Glinker

Jan Glinker

ist Spieler des Tages bei unserem Spiel gegen Cottbus

Jan Glinker

ist Spieler des Tages gegen Cottbus

SpielStatistiken

1. FC Union Berlin vs FC Energie Cottbus

0 Gelbe Karten 2
0 Gelb-Rote Karten 0
0 Rote Karten 0

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