Eiserne Grüße!

Union schlägt Bochum mit 3:2

Einzug in die Europa League:

Sa, 14. Mai 2022
Union schlägt Bochum mit 3:2

Der 1. FC Union Berlin erkämpft sich nach einem spannenden 3:2-Erfolg am letzten Spieltag über den VfL Bochum den ersten Europa-League-Einzug in seiner Vereinshistorie. Taiwo Awoniyi brachte die Eisernen mit seinem Doppelpack auf die Siegerstraße, nachdem Grischa Prömel Union früh in Führung schoss. Zwischenzeitlich egalisierten die Bochumer jedoch die 2:0-Führung, bevor Awoniyi zwei Minuten vor Schluss den erlösenden Siegtreffer markierte. Damit beendet Union seine dritte Bundesligasaison mit 57 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz.

1. FC Union Berlin: Luthe – Trimmel, Jaeckel, Knoche, Ryerson (82. Öztunali), Oczipka – Haraguchi (66. Schäfer), Khedira (83. Behrens), Prömel – Becker (18. Michel, 46. Voglsammer), Awoniyi

VfL Bochum: Esser - Gamboa, Bella Kotchap (65. Holtmann), Losilla, Danilo Soares - Osterhage, Tesche (46. Löwen) - Asano (80. Bonga), Bockhorn – Zoller (89. Hartwig), Polter

Personal: Im letzten Spiel der Bundesliga-Saison 2021/22 setzt das Trainerteam des 1. FC Union Berlin auf die bewährte Formation aus dem Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg.

Zuschauer: 22.012

Tore: 1:0 Prömel (5.), 2:0 Awoniyi (HE 24.), 2:1 Zoller (55.), 2:2 Löwen (79.), 3:2 Awoniyi (88.)

Frühe Führung durch Prömel

Der Ball rollte kaum, da hörte man auch schon die Jubelschreie an der Alten Försterei: Genki Haraguchi setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und bediente Grischa Prömel mit einer perfekten Flanke am zweiten Pfosten. Grischa Prömel vollkommen frei, nutzte seine Möglichkeit und verwandelte mit dem Kopf zum 1:0 für die Eisernen (5.). In der 12. Spielminute war die Partie erneut unterbrochen, der Grund dieses Mal weniger erfreulich. Nach einem vermeintlich harmlosen Zweikampf signalisierte Sheraldo Becker am Boden liegend, dass er ausgewechselt werden müsse. Nach einer kurzen Behandlungspause lief die Partie wieder und auch Sheraldo Becker konnte aufs Spielfeld zurückkehren. Wenige Minuten später musste der 27-Jährige dann doch die Partie verlassen: Für ihn kam Sven Michel. Bochum kam immer besser ins Spiel und suchte zumeist mit langen Bällen den Weg hinter die letzte Kette der Köpenicker.  Es dauerte jedoch nicht lange, da machte der gerade eingewechselte Sven Michel mit einem wuchtigen Abschluss an der Strafraumkante bemerkbar. Der Ball wurde von Bochums Tesche geblockt und flog über die Torauslinie. Der VAR schaltete sich ein und ließ die Szene prüfen. Das Ergebnis: 11-Meter für die Eisernen, da Tesche den Ball auch mit dem Arm berührt hatte. Taiwo Awoniyi schnappte sich die Kugel und verwandelte zum 2:0 (24.). Die Anhänger des VfL Bochums mussten bis auf eine misslungene Flanke auch weiterhin auf einen Torabschluss ihrer Mannschaft warten. Das Spiel war von vielen Zweikämpfen im Mittelfeld geprägt, die auf beiden Seiten über weite Strecken Abschlussmöglichkeiten verhinderten. Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit stahl sich Asano an der Strafraumkante davon und setzte einen strammen Volleyschuss ab, den Unions Schlussmann Andreas Luthe parieren konnte, ehe der Unparteiische an der Linie abseits signalisierte. Und so ging es mit der 2:0-Führung für die Eisernen in die Halbzeitpause.

Bochum trifft doppelt, Union legt nach

Union-Trainer Urs Fischer musste in der Halbzeit erneut reagieren und nahm den verwarnten Sven Michel vom Platz. Für ihn kam Andreas Voglsammer in die Partie. In der 51. Spielminute dann die erste gute Möglichkeit für die Hausherren aus Köpenick: Taiwo Awoniyi sicherte sich den Ball im Strafraum und suchte aus spitzem Winkel den Abschluss. VfL-Keeper Esser machte den kurzen Pfosten zu und so scheiterte Awoniyi am Ende am Außennetz. Gleich im Gegenzug waren es dann die Bochumer, die durch Asano zum Abschluss kamen. Der Ball segelte jedoch am Kasten der Eisernen vorbei. Die Mannschaft von der Castroper Straße erhöhten den Druck und suchte immer wieder einen Weg durch die kompakt stehenden Unioner. Sie belohnte sich in der 55. Spielminute mit dem Anschlusstreffer von Zoller. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet nahmen den Schwung durch das Tor mit und hielten den Ball lange Zeit in den eigenen Reihen. Doch auch die Eisernen meldeten sich mit einem Warnschuss zurück (51.). Taiwo Awoniyi brachte aus dem Strafraum eine Flanke auf Andreas Voglsammer, der das runde Leder per Kopf aufs Tor brachte, am Schlussmann der Bochumer jedoch scheiterte. Union machte weiter Druck. Dieses Mal bediente Andreas Voglsammer mit einem flachen Ball in den Strafraum Taiwo Awoniyi, der jedoch ebenso an Keeper Esser scheiterte (67.). In der 71. Spielminute rannten die Köpenicker dann einem Konter hinterher: Bockhorn schaffte es an Bastian Oczipka vorbei und brachte den Ball flach in die Box. Die Kugel rollte durch den kompletten Strafraum, fand jedoch keinen Abnehmer. Acht Minuten später der Schock: Eduard Löwen nahm an der Unioner Strafraumkante Maß und zirkelte den Ball ins rechte Eck (79.), Andreas Luthe blieb ohne Chance. Union ließ sich vom Ausgleich jedoch nicht beeindrucken und spielte sofort auf den Siegtreffer. Nach mehreren Halbchancen durch Voglsammer und Öztunali kam kurz vor Schluss Awoniyis Moment. Nach Chaos in der Box legte er sich den Ball an seinem Gegenspieler vorbei und spitzelte das Leder an Torwart Esser vorbei: Der Führungs- und gleichzeitig der Siegtreffer für die Eisernen (88.). Die Nachspielzeit sollte nichts mehr einbringen und so blieb es beim 3:2 und der 1. FC Union Berlin löst erstmals in der Vereinsgeschichte das Ticket für die Europa League.

Stimmen nach dem Spiel 

Urs Fischer ist nach dem Sieg beeindruckt von seinem Team: “Was die Mannschaft heute nochmal – gerade nach dem 2:2 – geleistet hat, ist außergewöhnlich. Wir kannten zwar die Resultate, haben aber dann nochmal offensiv gewechselt. Auch heute haben die Jungs diese Moral und Mentalität gezeigt, die sie die gesamte Saison über an den Tag gelegt hat. Unfassbar, ich kann es selber fast nicht glauben.”  

Kapitän Christopher Trimmel fiebert nach dem fünften Platz in der Bundesliga der Europa League entgegen: “Ich hatte ja schon in Wien das Vergnügen, Europa League zu spielen. Klar sind die Gegner stärker als in der Conference League, aber ich freue mich riesig drauf. Wenn man dann noch in die Gesichter der Fans schaut, ist das schon sehr emotional. Wir sind alle überglücklich!” 

Grischa Prömel spricht über den emotionalen Abschied und die tolle Saison von Union: “Wenn du so von den Fans vor dem Spiel verabschiedet wirst und dann so früh das erste Tor erzielst, kannst du dich nur noch treiben lassen und die Atmosphäre genießen. Ich bin sehr glücklich, dass wir dieses Spiel noch gewinnen konnten und jetzt am Ende auf dem fünften Platz stehen. Das hat sich jeder Mitarbeiter und Fan verdient, weil da so viel Arbeit hinter steckt.” 

Ausblick auf die kommende Woche

Nach dem morgigen gemeinsamen Abschlussfrühstück verabschiedet sich die Mannschaft des 1. FC Union Berlin in die Sommerpause. Der Trainingsauftakt beginnt am Montag, dem 20.06.2022.

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