Schon gefrühstückt?

Union muss sich in Prag mit 1:3 geschlagen geben

In Unterzahl:

Do, 16. September 2021
Union muss sich in Prag mit 1:3 geschlagen geben

Der 1. FC Union Berlin muss sich im ersten UEFA Conference League-Gruppenspiel gegen Slavia Prag mit 1:3 geschlagen geben. Nach einer starken Anfangsphase der Unioner gingen die Hausherren durch einen Fernschuss in Führung. Den nächsten Rückschlag mussten die Köpenicker in der 39. Minute verkraften, als Paul Jaeckel nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah. In Unterzahl lieferten die Unioner nach der Pause einen großen Kampf, der eingewechselte Behrens konnte den verdienten Ausgleich erzielen. In den Schlussminuten gelang den Hausherren ein Doppelschlag, dem die Eisernen nichts mehr entgegensetzen konnten.

Slavia Prag: Mandous – Bah, Ousou, Kacharaba (53. Takacs), Dorley – Traoré (81. Krmencik) – Ekpai, Lingr (69. Stanciu), Sevcik, Masopust (69. Schranz) – Tecl (53. Boril)

1. FC Union Berlin: Luthe – Trimmel, Friedrich, Knoche, Jaeckel, Puchacz (76. Ryerson) – Öztunali (59. Voglsammer), Khedira (59. Prömel), Haraguchi – Awoniyi (59. Behrens), Kruse (59. Becker)

Zuschauer: 15286

Schiedsrichter: Fabio Verissimo, Rui Teixeira, Pedro Almeida, André Narciso

Tore: 1:0 Bah (18.), 1:1 Behrens (70.), 2:1 Kuchta (84.), 3:1 Schranz (88.)

Im ersten Spiel der Gruppenphase der UEFA Europa Conference League setzte Union-Coach Urs Fischer in der Defensive auf eine Dreierkette. Im Vergleich zum Heimspiel gegen den FC Augsburg ersetzte Paul Jaeckel Timo Baumgartl in der Dreierkette, anstelle von Nico Gießelmann startete Tymoteusz Puchacz auf der linken Defensivseite. Für den angeschlagenen Kevin Möhwald rückte außerdem Genki Haraguchi in die Startelf.

Union startete mutig ins Spiel, setzte Slavia teilweise früh unter Druck und kam bereits in der dritten Minute zum ersten Abschluss. Levin Öztunali hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt, Awoniyi behauptete den Ball im Strafraum und legte für Max Kruse ab, dieser verzog beim Abschluss jedoch leicht und verfehlte das Tor (3.). Während Union das Spiel in der Anfangsphase ruhig aufbaute, wurden die Hausherren nach rund zehn Minuten mutiger und setzten die Gäste mehr und mehr unter Druck. Lukas Masopust setzte einen Schuss noch knapp neben das Tor (10.), zwei Minuten später entschärfte Andreas Luthe einen tückischen Aufsetzer von Ibrahim Traoré mit den Fingerspitzen und lenkte die Kugel zur Ecke (12.). Auf dem nassen Rasen ließen die Hausherren den Ball gut laufen und zeigten immer wieder ihre technischen Qualitäten, beim Führungstreffer half jedoch auch ein Quäntchen Glück mit. Rechtsverteidiger Alexander Bah versuchte sich mit einem direkten Abschluss nach einer Ecke, erwischte den Ball allerdings eher mit dem Schienbein. Auf dem nassen Rasen hoppelte der Ball in Richtung Tor, vorbei an allen Abwehrspielern und Angreifern und schlug schließlich in den Maschen ein (18.). Trotz des Rückstands blieben die Köpenicker weiter gut im Spiel, offensiv suchte das Team von Urs Fischer immer wieder den umtriebigen Taiwo Awoniyi. Mit einem sehenswerten Flugball in die Tiefe setzte Robin Knoche Kruse in der 31. Minute in Szene, die scharfe Hereingabe des Angreifers verpasste Sturmpartner Awoniyi nur um Zentimeter. Fünf Minuten vor der Pause mussten die Köpenicker den zweiten Rückschlag des Abends hinnehmen. Der bereits in der sechsten Spielminute verwarnte Paul Jaeckel brachte an der Mittellinie einen Gegenspieler zu Fall, Schiedsrichter Fabio Verissimo werte das als taktisches Foul und verwies den 23-jährigen Abwehrspieler des Feldes (40.). Union stellte auf Viererkette um und hielt die Hausherren bis zur Halbzeit vom eigenen Tor entfernt, sodass Schiedsrichter Verissimo die erste Hälfte beim Stand von 0:1 aus Sicht der Eisernen beendete.

Beide Teams starteten bei weiterhin strömendem Regen ohne personelle Veränderungen in die zweite Halbzeit, Union setzte in Unterzahl weiterhin auf die Viererkette. Traoré sorgte für den ersten Abschluss in Abschnitt zwei, sein Schlenzer aus knapp 20 Metern verfehlte das Tor jedoch deutlich. Wenig später war die Partie für mehrere Minuten unterbrochen. Zwei Abwehrspieler der Hausherren waren zusammengeprallt, Innenverteidiger Taras Kacharaba blieb liegen und musste schließlich verletzt vom Feld. Ihn ersetzte Ladislav Takacs in der Abwehr, im Angriff kam Jan Boril für Tecl neu ins Spiel (53.). Trotz der personellen Unterzahl blieb Union mutig und erspielte sich Chancen. Khedira verzog in der 55. Minute nur knapp, drei Minuten später erzielten die Köpenicker den vermeintlichen Ausgleich. Nach einem schnellen Ballgewinn bediente Kruse Awoniyi, der Nigerianer beförderte das Leder zwar in die Maschen, aufgrund einer Abseitsstellung verweigerten die Unparteiischen dem Treffer allerdings die Anerkennung. In der 59. Minute wechselte Fischer gleich vierfach. Grischa Prömel, Andreas Voglsammer, Sheraldo Becker und Kevin Behrens kamen neu in die Partie, Khedira, Öztunali, Awoniyi und Kruse verließen dafür den Platz. Union machte es den Hausherren schwer und agierte aggressiv, Slavia verlegte sich aufs Kontern. Während die Gastgeber in der 69. Minute mit Ivan Schranz und Nicolae Stanciu für Masopust und Lingr frische Kräfte auf den Rasen brachten, gelang den Köpenickern in Unterzahl der Ausgleich. Sheraldo Becker setzte sich über die rechte Seite durch und bediente den ebenfalls eingewechselten Kevin Behrens, der sich nicht zweimal bitten ließ und zum umjubelten 1:1-Ausgleich traf (70.). Die Hausherren reagierten mit wütenden Angriffen und belagerten die Eisernen fast die gesamte Schlussphase lang. Gut fünf Minuten vor Ende konnten die seit mittlerweile 45 Minuten in Unterzahl spielenden Unioner dem Druck des amtierenden tschechischen Meisters nicht mehr Stand halten. Innerhalb von drei Minuten traf erst Kuchta nach einem abgeprallten Ball per Abstauber (84.). Kurz darauf zog der ebenfalls frische Schranz fulminant von der Sechzehnerkante ab. Luthe kam zwar noch an den Ball, aber er konnte die Richtung der zusätzlich nassen Kugel nicht mehr entscheidend verändern und der Ball zappelte im Netz (88.). Zwar gab es aufgrund der langen Verletzungspause acht Minuten obendrauf, doch weder Slavia noch Union hatten dem Spielstand in der Zugabe etwas hinzuzufügen. Die knappe Stunde in Unterzahl hinterließ besonders in den letzten zehn Minuten deutliche Spuren bei den Eisernen.

"Wir haben heute ein Spiel verloren in dem wir ein bisschen Lehrgeld bezahlt haben. Zu Beginn brauchten wir ein bisschen, um in die Partie zu finden und hatten trotz des Rückstands und der roten Karte die Möglichkeit zum Ausgleich. In der Pause hat sich die Mannschaft viel vorgenommen und es wirklich sehr gut gemacht, deshalb war es ärgerlich, das zweite Gegentor eher zufällig zu bekommen. Das dritte Tor kann dann in so einem Spiel passieren, wenn man hinten aufmacht", so Urs Fischer nach dem Spiel.

Am kommenden Sonntag, dem 19.09.2021, tritt der 1. FC Union Berlin in der Bundesliga bei Borussia Dortmund an. Der Anpfiff im Signal-Iduna-Park erfolgt um 17:30 Uhr.

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