Erneutes Spektakel im Volkspark:
Unionerinnen stehen erstmals im Pokal-Viertelfinale
Durch einen spektakulären 4:3-Sieg nach Verlängerung beim Hamburger SV ziehen die Profi-Frauen des 1. FC Union Berlin erstmals ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein. Nachdem die Eisernen zur Pause noch mit 0:2 zurückliegen (10./33.), dreht Union das Spiel in der 2. Halbzeit durch Treffer von Jella Veit (68.), Judit Pujols (72.) und Nele Bauereisen (80.). In der Nachspielzeit gelingt dem HSV jedoch der Ausgleich (90+3.), sodass die Partie in die Verlängerung geht. Dort schießt Bauereisen die Unionerinnen in Unterzahl in die Runde der letzten Acht (113.).
1. FC Union Berlin: Böhi – Schneider (59. Veit), Tysiak, Steuerwald, Pujols (110. Steinert) – Janssens (90. Weiß), Hausicke, Gräwe (59. Weidauer), Reissner (59. Orschmann) – Kamber, Bauereisen
Hamburger SV: Baum – Doucouré (83. Karczewska), Mirzaliyeva, Böhler (117. Dönges), Eggert – Linberg, Machtens, Stoldt, Bartz (83. J. Wrede) – Brunnthaler (77. Peneau), Morich (101. Schwalm)
Personal: Im Vergleich zur Bundesliga-Partie letzte Woche wurde Sophie Weidauer durch Lisanne Gräwe in der Startelf ersetzt.
Zuschauer: 3.213
Tore: 1:0 Linberg (10.), 2:0 Bartz (33.), 2:1 Veit (68.), 2:2 Pujols (72.), 2:3 Bauereisen (80.), 3:3 J. Wrede (90+3.), 3:4 Bauereisen (113.)
Union mit mehr Spielanteilen – HSV mit größerer Effizienz
Die Unionerinnen starteten mit viel Druck und einem hohen Pressing in die Partie. Die erste gute Möglichkeit hatte Lina Hausicke, deren abgefälschter Abschluss nur am Pfosten landete (4.). Trotz der aktiven Anfangsphase gerieten die Eisernen früh in Rückstand: Nach einem zunächst geklärten Angriff landete der Ball bei Camilla Linberg, die per Distanzschuss zur HSV-Führung traf (10.).
Union blieb anschließend die spielbestimmende Mannschaft und verzeichnete deutlich mehr Ballbesitz. Nach einer Freistoßhereingabe von Jill Janssens kam Hausicke zum Kopfball, brachte diesen jedoch nicht platziert genug aufs Tor (24.). Wenig später zwang Janssens die HSV-Keeperin Baum, mit einem Abschluss aus rund 20 Metern, zu einer starken Parade (28.).
Mitten in die beste Phase der Berlinerinnen erhöhte der HSV. Nach einer Union-Ecke schalteten die Gastgeberinnen schnell um und Paulina Bartz vollendete einen Konter zum 2:0 (33.). Die Eisernen gaben jedoch nicht auf und drängten bis zur Pause auf den Anschlusstreffer. Hausicke verfehlte nach einer Ecke nur knapp per Kopf das Tor (37.), wenige Minuten später setzte Lia Kamber ihren Abschluss aus spitzem Winkel am Kasten vorbei (39.). Auch Tomke Schneider (42.) und nochmals Kamber (44.) kamen im Anschluss noch zu Chancen. Bis zur Halbzeitpause blieb es jedoch beim Spielstand von 2:0.
Union dreht die Partie – HSV rettet sich in die Verlängerung
Die Unionerinnen kamen mit viel Schwung aus der Kabine und belohnten sich nach einer starken Anfangsphase im zweiten Durchgang. Zunächst verkürzte Veit nach einer sehenswerten Kombination über Orschmann und Steuerwald auf 1:2 (67.), ehe Pujols nur wenige Minuten später einen Freistoß aus 18 Metern unhaltbar zum 2:2-Ausgleich ins rechte obere Eck zirkelte (72.).
Anschließend drängten die Eisernen auf die Führung. Hausicke scheiterte per Seitfallzieher an Baum (76.), Orschmann verfehlte wenig später das Tor nur knapp (78.). In der 80. Minute war die Partie schließlich gedreht: Orschmann setzte sich stark durch und legte quer auf Bauereisen, die zur 3:2-Führung einschob.
Als vieles bereits nach dem Viertelfinaleinzug für Union aussah, schlug der HSV in der Nachspielzeit noch einmal zurück. Wrede traf in der 93. Minute mit einem Distanzschuss zum 3:3-Ausgleich und rettete die Gastgeberinnen damit in die Verlängerung. So musste die Entscheidung über den Einzug in die nächste Runde des DFB-Pokals in weiteren 30 Minuten fallen.
Union hält in Unterzahl dagegen – Bauereisens Treffer löst Ticket fürs Viertelfinale
Die Unionerinnen erwischten den besseren Start in die Verlängerung. Nach einem Eckball kam Steuerwald zum Kopfball, doch HSV-Keeperin Baum reagierte stark und verhinderte die erneute Führung (96.). Kurz darauf mussten die Eisernen jedoch einen herben Rückschlag hinnehmen: Steuerwald sah in der 100. Minute die Gelb-Rote Karte, sodass Union die Verlängerung in Unterzahl bestreiten musste. Dennoch blieb die Eta-Elf gefährlich. Orschmann kam wenig später aus zentraler Position zum Abschluss, verfehlte das Tor jedoch knapp (102.).
Auch in Unterzahl blieben die Unionerinnen mutig und wurden dafür belohnt. Kurz nach Wiederanpfiff der zweiten Hälfte der Verlängerung wurde Bauereisen mit einem Ball in die Tiefe geschickt, umkurvte die herausgeeilte HSV-Torhüterin und schob zur erneuten Führung für die Eisernen ein (113.).
In den Schlussminuten erhöhte der HSV nochmals den Druck. Die beste Möglichkeit bot sich den Gastgeberinnen nach einem Freistoß aus aussichtsreicher Position, der jedoch zu zentral platziert war und Böhi vor keine Probleme stellte (117.).
Stimmen nach dem Spiel
„In diesem Spiel war alles dabei. Das Spielniveau hat sich im Vergleich zur letzten Begegnung deutlich gesteigert und es war vielmehr ein Spiel auf Augenhöhe. Wir hatten das richtige Mindset und haben nie aufgegeben. Daher konnten wir das Spiel am Ende drehen und auch für uns entscheiden“, lautet die Einschätzung der Doppeltorschützin Nele Bauereisen.
„Im Pokal ist alles möglich und wir hatten zwischenzeitlich ein Dejà-Vu nach dem Spiel der letzten Woche. Ich bin froh, dass ich mit meinem Tor der Mannschaft helfen konnte. Wir hatten einfach alle Lust auf dieses Spiel und haben am Ende gezeigt, dass wir es vielleicht ein bisschen mehr wollten“, so Jella Veit nach ihrem Debüt-Tor für die Unionerinnen.
Cheftrainerin Marie-Lousie Eta über den Einzug ins Viertelfinale: „Wir sind sehr glücklich, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Die Begegnung hatte wieder sehr viele Highlights und der HSV hat ebenfalls sehr gut gespielt. Es war eine unfassbare Teamleistung, die Mädels haben heute alles auf dem Platz gelassen und deshalb konnten wir heute weiterkommen. Darum geht es am Ende im Pokal.“
Ausblick auf die kommenden Tage
Nach dem Weiterkommen im Pokal richtet sich der Fokus der Unionerinnen wieder auf die Bundesliga. Am Dienstag, dem 03.11., steht um 14 Uhr ein öffentliches Training am Trainingszentrum Oberspree auf dem Programm. Anschließend startet die Mannschaft von Marie-Louise Eta in die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am 08.11.2026 im Stadion An der Alten Försterei. Der Anpfiff der Partie ist um 14 Uhr. Tickets für das Spiel sind online und in allen stationären Zeughäusern erhältlich.