Aha. Der frühe Vogel ...
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SpVgg Greuther Fürth vs 1. FC Union Berlin

2. Bundesliga, 19. Spieltag

Fürth vs 1. FC Union

2. Bundesliga, 19. Spieltag

So., 23. Januar 2011, 13:30 Uhr
Trolli Arena
1 : 0
6.480
SR: Patrick Ittrich | Assistenten: Stefan Trautmann, Tim Skorczyk | Vierter Offizieller: Markus Sinn

Unentschieden-Serie gerissen: 1. FC Union Berlin unterliegt Greuther Fürth 0:1

Spielbericht

Wenn Union etwas treu bleibt in dieser Saison, dann der Umstand, dass es ständig Ausfälle zu kompensieren gibt. In der vergangenen Woche erwischte es zunächst John Jairo Mosquera und Paul Thomik mit grippalen Infekten. Zumindest letzterer schaffte es dann doch noch ins Aufgebot, konnte jedoch nicht an seine Glanzleistung aus dem Aachen-Spiel anknüpfen. Zudem musste Union-Trainer Uwe Neuhaus kurzfristig auch noch Patrick Kohlmann ersetzen, den ebenfalls die Grippe erwischte. So setzte der Trainer auf ein 4 – 2 – 3 -1 – System mit folgenden Akteuren:

Glinker – Menz (82. Benyamina), Stuff, Göhlert, Parensen – Younga-Mouhani, Peitz (58. Rauw) - Thomik (46. Ede). Mattuschka, Kolk – Savran

Es mag vielleicht an den Umstellungen gelegen haben, vielleicht auch daran, dass auf Union-Seite einfach zu viele Spieler noch Trainingsrückstand aufwiesen, aber die Eisernen konnten zu keinem Zeitpunkt das Spiel an sich reißen. Stattdessen entwickelte sich eine weitgehend ausgeglichene Partie ohne echte Höhepunkte. Fürth hatte in der ersten Halbzeit zwei, drei ganz gute Chancen, konnte jedoch keine davon nutzen. Unions beste Gelegenheit vergab Mac Younga-Mouhani, der in der 38. Minute von Santi Kolk herrlich in Szene gesetzt wurde, jedoch den Ball aus vollem Lauf über das Tor setzte. Folgerichtig ging es mit 0:0 in die Pause.

Nach dem Wechsel sollte es jedoch für Union ein bitterer Nachmittag werden. Zunächst aber versuchte Uwe Neuhaus mit Chinedu Ede für den nicht im Vollbesitz seiner Kräfte befindlichen Paul Thomik neuen Schwung zu bringen, was auch gelang. In der 55. Minute jedoch der erste Schock. Der Fürther Leonhard Haas erwischte bei einem Zweikampf in der Luft Unions Dominic Peitz mit dem Ellenbogen im Gesicht. Die Verwarnung für diese Aktion ließ sich sicher verkraften. Peitz jedoch musste mit gebrochenem Nasenbein ausgewechselt werden und droht – im Falle einer notwendigen Operation – sechs bis acht Wochen auszufallen. Für ihn kam Bernd Rauw, dessen Auftritt später ähnlich unglücklich enden sollte. 73 Minuten waren gespielt als Union die beste Chance zur Führung bekommen sollte. Santi Kolk hatte über links kommend nur noch den neuen Fürther Keeper Alexander Walke vor sich. Im entscheidenden Moment sprang ihm jedoch der Ball zu weit vom Fuß und ermöglichte Walke, die Situation zu klären. Im direkten Gegenzug fiel stattdessen das Tor für die Gastgeber. Der eingewechselte Kingsley Onuegbu setzte sich über links durch und verlagerte geschickt auf die rechte Seite. Der heranstürmende Felix Klaus erzielte mit wuchtigem Schuss die Führung.

Uwe Neuhaus setzte nun alles auf eine Karte, löste die Doppelsechs auf und brachte mit Karim Benyamina eine weitere Spitze. Wenige Minuten vor dem Ende hätte der Joker um ein Haar gestochen. Den überlegten und gut platzierten Heber des agilen Stürmers lenkte Walke jedoch mit den Fingerspitzen noch über die Latte.

Es lief schon die Nachspielzeit, da verlor Union neben den Punkten und Dominic Peitz auch noch Bernd Rauw. Einen Einwurf in der eigenen Hälfte wollte der Belgier schnell ausführen, als er Fürths Nicolai Müller herannahen sah. Bei dem Versuch ihn beiseite zu drängen, erwischte Rauw ihn mit der Hand im Gesicht. Schiedsrichter Patrick Ittrich entschied auf Tätlichkeit und stellte den Unioner vom Platz. Weder die wütenden Proteste der Unioner noch der Hinweis des Fürther Spielers, es sei „nichts gewesen“, konnten ihn davon abbringen. So blieb es am Ende ein äußerst unglücklicher Ausflug in die Trolli-Arena, die sich trotz ihres drolligen Namens heute als unheilvoll für die Berliner erwies.

Ähnlich sah es auch Uwe Neuhaus in der anschließenden Pressekonferenz: „Wir haben ein paar Fehler zu viel im Spielaufbau gemacht und in der Vorwärtsbewegung oft das falsche Mittel gewählt. Ich bin insgesamt nicht zufrieden, weil mir die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen einfach zu groß ist.“

Mike Büskens zog hingegen ein naheliegendes Fazit: „Wir haben drei Punkte und wenn sich noch dazu die Verletzung von Onuegbu als nicht so gravierend herausstellen sollte, dann kann ich mit dem Nachmittag gut leben.“

Für Union heißt es einmal mehr, sich mit leeren Händen auf den Weg nach Hause zu machen und sich auf ein „6-Punkte-Spiel“ vorzubereiten. Am kommenden Sonntag gastiert mit dem SC Paderborn der punktgleiche Tabellennachbar im Stadion An der Alten Försterei.

„Optimistisch sind wir immer“: Uwe Neuhaus glaubt an Punkte in Fürth

Vorbericht

Das Resultat des Rückrundenauftaktes mitsamt der Dramaturgie des Zustandekommens war für Uwe Neuhaus und seine Mannschaft eine große Bestätigung. Auf ein Wintertrainingslager hatten der Trainer und der Teammanager verzichtet - ebenso, wie auf neues Personal. Das Ergebnis gegen Alemannia Aachen gibt den handelnden Personen Recht und eröffnete zusätzliche Erkenntnisse. Das Zusammenspiel zwischen Paul Thomik und Christoph Menz auf der rechten Seite scheint sich einzutakten. Ferner verliehen der wiedergekehrte Kapitän Torsten Mattuschka sowie Michael Parensen dem Spiel neue Qualität. Dass sich dann auch John Jairo Mosquera erfolgreich in die Torjägerliste eintragen konnte, rundete die Sache zum Rückrundenauftakt gänzlich ab.

„Die Basis für das Erreichen unseres Saisonziels wird die Heimstärke bleiben“, vermutet Uwe Neuhaus. Christian Beeck erhofft sich derweil einen Transfer der heimischen Bilanz: „Ein klares Ziel für die Rückrunde ist, in den Auswärtsspielen die gleiche Leistung abzurufen, wie wir das vor eigenem Publikum schon des Öfteren gezeigt haben“, so der Teammanager.

Im Ronhof hat sich unter der Woche das Personalkarussell gedreht. Nach Schienbeinbruch von Talent Max Grün hat die Spielvereinigung am Mittwoch den früheren Rostocker und gebürtigen Oranienburger Alexander Walke als neue Nummer 1 präsentiert. Dazu wechselte vor Wochenfrist ebenfalls Mergim Mavraj zu den Franken. Der Innenverteidiger fand aus Bochum den Weg zur Mannschaft von Mike Büskens und könnte, ebenso wie Walke, schon am Sonntag in das Spiel eingreifen.

Mit Paul Thomik und John Jairo Mosquera drohen bei Union hingegen zwei wichtige Protagonisten des Aachen-Spiels krankheitsbedingt auszufallen. Der Ausfall von John Jairo Mosquera stand ohnehin schon vor dem Abschlusstraining fest. Zu hartnäckig war die Erkrankung, die den gegen Aachen erfolgreichen Stürmer ans Bett fesselte. Paul Thomik, der nach fiebrigem Infekt am Donnerstag nur laufen war, stieg am Freitag wieder in das Mannschaftstraining ein. Glücklicherweise hatte die kurze Pause keine Auswirkungen, sodass der einsatzfreudige Flügelflitzer den Bus nach Fürth besteigen konnte. Ähnlich vage war es um den Gesundheitszustand von Chinedu Ede bestellt. Bereits länger plagen den 23-Jährigen Rückenprobleme, die Reise ins Frankenland trat aber auch er an.

Das „Kleeblatt“ nennt die zweitbeste Abwehr der Liga sein Eigen und hat laut Uwe Neuhaus im „blitzschnellen Umschalten von Defensive auf Offensive“ seine Stärken. „Fürth spielt zwar keine herausragende, aber eine sehr gute Saison. Sie sind sehr heimstark und auf den Relegationsplatz fehlen nur drei Punkte“, so die Einschätzung des Union-Trainers, der ergänzt: „Das wird eine schwere Aufgabe, aber ich glaube, dass wir gut gerüstet sind. Unbedingt vermeiden sollten wir grobe Fehler im Spielaufbau. In der Mannschaft muss einer für den anderen da sein. Es bleibt für mich kein Zweifel: Trotz der Personalnot fahren wir unverdrossen optimistisch nach Fürth“, beschwört Uwe Neuhaus den Zusammenhalt.

Dominic Peitz

Dominic Peitz

ist Spieler des Tages bei unserem Spiel gegen Fürth

Dominic Peitz

ist Spieler des Tages gegen Fürth

SpielStatistiken

SpVgg Greuther Fürth vs 1. FC Union Berlin

2 Gelbe Karten 2
0 Gelb-Rote Karten 0
0 Rote Karten 1

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