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Hallescher FC vs 1. FC Union Berlin

DFB-Pokal, Runde 1

Hallescher FC vs 1. FC Union

DFB-Pokal, Runde 1

So., 15. August 2010, 17:30 Uhr
Red Bull Arena Leipzig
1 : 0
9.020
bedeckt, 19°C
SR: Peter Sippel (München)

DFB-Pokal: Union unterliegt dem HFC mit 0:1

Spielbericht

Union-Trainer Uwe Neuhaus schickte seine Mannschaft im zuletzt häufig geprobten 4 – 2 – 3 – 1- System auf das Feld und begann mit folgender Startaufstellung:

Glinker – Polenz , Madouni, Göhlert, Kohlmann – Younga-Mouhani, Mattuschka – Brunnemann, Ede – Kolk - Mosquera

Uwe Neuhaus hatte im Vorfeld des Spiels die Favoritenrolle seiner Elf selbstverständlich angenommen und genau so trat die Mannschaft zunächst auch auf. Klar spielbestimmend kam Union deutlich besser in die Partie als der unterklassige Konkurrent. Noch keine 10 Minuten waren gespielt, da standen bereits gute Chance durch Kolk und Brunnemann zu Buche, in der 23. Minute musste eigentlich der Führungstreffer für Union fallen, aber Mosqueras Schuss strich knapp über das Tor. Weiter ging es, Ede scheiterte an Horvath im Tor der Hallenser (29.) und in der 34. Minuten wurde Mosquera im Strafraum von den Beinen geholt, der Elfmeterpfiff blieb jedoch aus. Es dauerte bis zur 36. Minute bis Halle das erste Mal auf das Union-Tor schoss. Der Freistoß aus 25 m Entfernung ging jedoch links am Tor vorbei. Im direkten Gegenzug vergab Kolk die nächste gute Gelegenheit, auch sein Schuss strich über die Latte.

Die Quittung für die vielen vergebenen Chancen gab es schließlich in der 39. Minute. Erneut war es ein Freistoß der in den Strafraum segelte und von Christoph Klippel touchiert wurde – diesmal landete er jedoch im Tor von Union-Keeper Jan Glinker. Bei diesem Spielstand blieb es auch bis zur Halbzeitpause.

Union kam unverändert aus der Kabine und versuchte wild entschlossen, das Spiel zu drehen. Es ergaben sich Chancen im Minutentakt, doch das Tor wollte nicht fallen. In der 59. Minute lag allen Eisernen der Torschrei bereits auf den Lippen, doch die Volleyabnahme einer Mattuschka-Ecke durch Polenz kratzte ein Hallenser Feldspieler für den geschlagenen Torwart von der Linie. Uwe Neuhaus versuchte mit einigen Wechseln neue Impulse zu setzen, brachte Benyamina (58.), Quiring (70.) und Peitz (82.) für Ede, Kolk und Younga-Mouhani, doch den entscheidenden Treffer zum Ausgleich konnten auch diese drei nicht beisteuern. Am dichtesten dran war schließlich Patrick Kohlmann, dessen Freistoß ans Lattenkreuz krachte. So verrannen die Minuten bis es kurz vor Spielende beinahe zum Eklat kam. Im Block der Halle-Fans wurden mehrere Böller gezündet, wovon einer unmittelbar neben Jan Glinker im 5 m-Raum explodierte. Das Spiel wurde für mehrere Minuten unterbrochen, dann ließ Schiedsrichter Sippel weiterspielen, mit sechs Minuten Nachspielzeit. Auch in dieser fiel kein Tor mehr und so jubelten nach dem Abpfiff die Hallenser, während die Union-Spieler enttäuscht zu Boden sanken.

Uwe Neuhaus kommentierte das Spiel anschließend wie folgt: „Wir waren klar feldüberlegen und haben versäumt, das Spiel mit einer unserer zahlreichen Chancen frühzeitig zu entscheiden. In der 2. Halbzeit waren wir zu hektisch und zu zerfahren, weil jeder die entscheidende Aktion setzen wollte. Am Ende ist der Sieg für Halle verdient, für uns ein absolut enttäuschendes Ergebnis.“
Halles Trainer Sven Köhler schloss sich dem weitgehend an: „Union war die bessere Mannschaft, aber wir haben kämpferisch und läuferisch alles gegeben. Wir hatten das Glück, dass Union seine Chancen nicht nutzen konnte. Jetzt freuen wir uns auf die nächste Runde.“

DFB-Pokal - 1. FC Union Berlin vs. Hallescher FC: „Wir nehmen die Favoritenrolle an.“

Vorbericht

Es ist schon einige Jahre her, dass sich Union mit den „Chemikern“ aus Sachsen-Anhalt zum Kräftemessen zusammenfand. Am 27.03.1994 setzte es in der NOFV Amateur-Oberliga im vorerst letzen Vergleich beider Vereine eine satte 0:5-Niederlage für den HFC.

Nach einer intensiven Vorbereitung mit einem Lauftrainingslager in Oberhof, drei außergewöhnlich fordernden Testspielgegnern im Stadion An der Alten Försterei sowie vielen schweißtreibenden Trainingseinheiten wird sich jetzt zeigen, ob Uwe Neuhaus die von ihm treffend als  „Puzzleteile“ bezeichneten Erfolgsfaktoren beisammen hat, denn: „Der HFC ist ein ernstzunehmender Gegner. Die Regionalliga-Platzierungen, jeweils unter den besten vier in den letzten zwei Jahren, zeigen dies. Halle steht meist gut organisiert in der Defensive, wodurch sich für uns nur wenige Torchancen ergeben werden. Darüber hinaus sind sie brandgefährlich bei Standards“, warnt Uwe Neuhaus vor den Stärken des Gegners, fügt aber hinzu: „Wir nehmen die uns zugeschriebene Favoritenrolle an, so selbstbewusst sind wir. Wichtig ist es, diese dann auf dem Feld auch entsprechend umzusetzen.“

Seine persönliche Bilanz, weiß der Trainer, könnte im Pokal-Wettbewerb etwas Politur vertragen, weshalb er seine Mannschaft auf das Weiterkommen am Sonntag einschwört: „Der Pokal ist ein lukrativer Wettbewerb, man kann in wenigen Spielen schnell viel erreichen“, so Neuhaus. „Die emotionalen Momente können sehr intensiv sein und auch die Leistungen in der Meisterschaft positiv beeinflussen.“ Eine wichtige personelle Entscheidung für den Saisonstart ist unterdessen gefallen. Jan Glinker hat den Konkurrenzkampf mit dem Herausforderer Marcel Höttecke zunächst für sich entscheiden können und wird am Sonntag zwischen den Pfosten stehen. „Das Training und die Testspiele haben für mich den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben, wir wollen dahingehend keine weiteren Versteckspielchen mehr“, erläutert Uwe Neuhaus seine Entscheidung.

Im Gegensatz zur 2. Bundesliga, läuft der Spielbetrieb in der Regionalliga Nord schon seit dem vergangenen Wochenende wieder. Die Hallenser kamen in ihrem ersten Punktspiel gegen die U23 von Hertha BSC nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. HFC-Trainer Sven Köhler war mit dem Spiel als Generalprobe für das DFB-Erstrunden-Match nicht zufrieden. Sorgen bereitete ihm vor allem die Viererkette um Kapitän Patrick Mouaya. „Wir müssen cleverer spielen, dürfen nicht so viele Chancen gegen uns zulassen“, monierte Sven Köhler. Dennoch ist der ehemalige DDR-Auswahlspieler durchaus optimistisch im Vorfeld der Pokal-Partie: „Union ist zwar der große Favorit. Aber wir sind bestimmt nicht chancenlos."

Union wird in Leipzig von mehr als 3.500 Fans unterstützt werden. Bis Freitag 18:00 Uhr gibt es im Ticketoffice (An der Wuhlheide 263) noch Karten. In Leipzig sind am Spieltag keine Kassen geöffnet.

SpielStatistiken

Hallescher FC vs 1. FC Union Berlin

2 Gelbe Karten 0
0 Gelb-Rote Karten 0
0 Rote Karten 0

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Datum Heim Ergebnis Gast