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1. FC Union Berlin vs 1. FC Kaiserslautern

DFB-Pokal, Achtelfinale

1. FC Union vs K'lautern

DFB-Pokal, Achtelfinale

Di., 03. Dezember 2013, 19:00 Uhr
An der Alten Försterei
0 : 3
21.717
winterlich kalt
SR: Peter Sippel (München) | Assistenten: Markus Schüller, Matthias Anklam | Vierter Offizieller: Harm Osmers

Pokal-Aus: Union ohne Lösung für Lauterer Effektivität

Spielbericht

Zum zweiten Mal innerhalb von vierzehn Tagen traf der 1. FC Union Berlin auf den 1. FC Kaiserslautern. Dabei ging es diesmal jedoch nicht um Ligapunkte, sondern um den Einzug in die Runde der letzten Acht im DFB-Pokalwettbewerb. Vor ausverkaufter Heim-Kulisse setzte Union-Trainer Uwe Neuhaus auf ein 4 – 1 – 4 – 1-System, welches  etwas offensiver anmutete, als das defensiv interpretierte 4 – 3 – 3 beim Spiel im Fritz-Walter-Stadion. Baris Özbek ist im Ligabetrieb zwar weiterhin gesperrt, kehrte für das Pokalspiel gegen die Roten Teufel aber zurück in die erste Elf. Ebenfalls von Beginn an auf dem Rasen standen Adam Nemec und Mario Eggimann:

Haas – Pfertzel, Eggimann, Schönheim (27. Puncec), Kohlmann – Kreilach – Özbek (54. Terodde), Dausch (75. Quiring), Mattuschka, Parensen - Nemec

Den ersten Warnschuss des Abends setzte Florian Dick, der aus gut 20 Metern draufhielt. Daniel Haas hatte mit diesem Ball jedoch keine Probleme (3.). Die Platzherren versteckten sich nicht und kamen selbst durch Baris Özbek aus der Distanz zu einer ersten Annäherung an das gegnerische Tor. Das Leder ging in dieser Szene allerdings deutlich über den Lauterer Kasten (4.). In der Anfangsphase ging es in vielen intensiven Zweikämpfen um die Vormachtstellung im Mittelfeld. Dann spielten die Pfälzer ihre Gefährlichkeit bei Standards aus. Auf eine geklärte Ecke folgte die scharfe Flanke von Enis Alushi, die Willi Orban mit dem Kopf im Gehäuse unterbrachte (18.). Der Gastgeber war mit dem Rückstand gezwungen, von der engen Staffelung abzurücken und vermehrt den Weg nach vorn zu suchen. Den ersten Schritt zu einer Antwort machte Unions slowakischer Nationalstürmer Adam Nemec, der einer Flanke von Torsten Mattuschka entgegen sprang und das Ziel mit dem Kopf nur um Zentimeter verfehlte (26.). Die Begegnung verflachte etwas, bis Daniel Haas eine Kopfballchance von Marc Torrejon parierte (36.). Auf Unionseite waren es vor allem Versuche mit langen Bällen auf Adam Nemec, die das Offensivspiel bestimmten. Doch zu selten erreichte der Ball den Stürmer in vorderster Angriffsposition. Die Gäste hatten mit den ungenauen Flanken selten Probleme und legten mit dem Halbzeitpfiff das 2:0 durch Zoller nach, der einen Eckball über die Linie drückte (45. +1).

Zehn ereignisarme Minuten verstrichen nach dem Seitenwechsel, bis Uwe Neuhaus mit einem Wechsel nachhaltig Einfluss auf den Spielverlauf ausübte. Mit Simon Terodde kam ein zweiter Stürmer, der für offensive Durchschlagskraft sorgen sollte. Wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung sorgte der Stürmer für die erste richtig gute Chance. Einen Abschlag von Daniel Haas verlängerte Adam Nemec auf den neuen Mann, der von Jan Simunek etwas nach außen abgedrängt an Tobias Sippel scheiterte (58.). Drei Minuten später hatte Terodde eine identische Gelegenheit von der linken Seite. Doch Sippel zeigte sich aufmerksam und klärte auch diese Situation. Das Publikum peitschte die Eisernen angesichts der sich ergebenden Chancen nun ohrenbetäubend nach vorn. Die Mannschaft zahlte die Unterstützung mit Kampf und einer deutlich belebteren Offensive zurück. Glück hatte Kaiserslautern dann in der 77. Spielminute. Torsten Mattuschkas Schuss landete am linken Pfosten. Der nachsetzende Adam Nemec schob den Abpraller ein, stand dabei jedoch mit einem Fuß im Abseits. Union wehrte sich gegen die drohende Niederlage. Doch dann zeigte Lautern eiskalte Effektivität. Der eingewechselte Mohamadou Idrissou spielte einen Querpass auf Marcel Gaus, der den 0:3-Endstand besorgte (86.).

„Die erste Halbzeit war richtig schlecht von uns. Ich glaube, die Niederlage ist die Folge der letzten Ergebnisse, die uns das Selbstvertrauen genommen haben. Mit dem Wechsel sind wir noch mehr Risiko gegangen und hatten nichts zu verlieren. Wenn eine der beiden sich ergebenden Großchancen reingeht, kommt nochmal Stimmung auf. Es ist ein bitterer Abend für uns und wir sind sehr enttäuscht. Die Unterstützung von den Zuschauern macht Mut und ist wohl einmalig in Deutschland“, so ein sichtlich enttäuschter Uwe Neuhaus nach dem Spiel.

Am Sonnabend, dem 07.12.2013 bestreitet der 1. FC Union Berlin den 17. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga mit einem Gastspiel beim TSV 1860 München. Anstoß in der Allianz-Arena ist um 13:00 Uhr.

Achtelfinale: Union will den Sprung unter die letzten Acht

Vorbericht

Chancen, die Zweitliga-Partie gegen den VfR Aalen in die gewünschte Richtung zu lenken, waren in großer Zahl vorhanden. Doch bis auf den direkten Freistoß von Torsten Mattuschka, wollte der Ball an diesem verregneten Freitag einfach nicht über die Linie gehen. Die überschaubare Ausbeute der vergangenen Wochen ärgert Uwe Neuhaus: „Nur ein Punkt aus vier Spielen, damit dürfen wir nicht zufrieden sein.“ Was den Trainer einerseits zu Groll veranlasst, macht im gleichen Augenblick viel Hoffnung. „Die Mannschaft lebt und erarbeitet sich viele Torchancen. Man braucht das Erfolgserlebnis, damit man so eine Phase auch wieder beenden kann“, so der Trainer, dessen Mannschaft im Moment die letzte Konsequenz fehlt, um den Ball „über die Linie zu quetschen“.

Die große Gelegenheit, mit dem Weiterkommen im Pokal dem schwarzen November einen goldenen Dezember folgen zu lassen, möchte niemand ungenutzt verstreichen lassen. Die Karten vor dem Heimspiel sind im Vergleich zur Niederlage vor eineinhalb Wochen (0:3) neu gemischt, auch weil das Duell auf dem Rasen wieder mit 22 Spielern beginnt. Bevor Baris Özbek im Ligaspiel die Rote Karte sah, tat sich Kaiserslautern schwer beim Versuch, Unions Abwehr zu knacken. „Wir hatten in diesem Spiel richtig gute Ansätze. Der Platzverweis hat alles aus dem Ruder laufen lassen“, so Uwe Neuhaus, bevor er klarstellte: „Schluss mit dem Jammern! Wir haben eine gute Mannschaft und werden Kaiserslautern einen heißen Kampf liefern.“

Der Charakter der Begegnung wird sich aus dem besonderen Modus ergeben, glaubt Unions Chefcoach: „In einem Spiel wird alles entschieden. Die Spielweise ist eine ganz andere.“ Das Stadion An der Alten Försterei ist für den Pokalfight ausverkauft, die Atmosphäre wird entsprechend elektrisiert sein. Die Gäste sind als derzeit Dritter der Tabelle und mit der Erfahrung vom Hinspiel leicht favorisiert. Dass die Roten Teufel aber nicht unschlagbar sind, zeigt ihre Niederlage in Dresden vom vergangenen Sonnabend (2:3).  

Das Überwintern im Pokalwettbewerb wäre für die Eisernen ein Motivationsschub, der auch neue Kräfte für den Ligaalltag freisetzen könnte. Die erste Saison-Begegnung mit Kaiserslautern hinterließ einen bitteren Nachgeschmack. „Wir sind noch ein Stück weit angefressen“, sagt deshalb Fabian Schönheim, der mit seiner Lauterer Vergangenheit abgeschlossen hat. „Mich verbindet mit der Pfalz, dass dort meine Heimat ist. Seit ich beim FCK war, ist eine gewisse Zeit vergangen. Wir werden definitiv heiß sein“, verspricht der Verteidiger.

Die Frage, ob er den in der Liga rotgesperrten Baris Özbek für die Startelf im Pokalwettbewerb berücksichtigen werde, wollte Uwe Neuhaus vorab nicht beantworten: „Alles kann, nichts muss“, so der Cheftrainer zu seinen Gedankenspielen. Ansonsten kann Uwe Neuhaus ohne verletzungsbedingte Einschränkung auf seinen Kader zugreifen.

Das Stadion An der Alten Försterei öffnet um 17:00 Uhr. Der Anpfiff zum DFB-Achtelfinale erfolgt um 19:00 Uhr. Da das Spiel restlos ausverkauft ist, werden die Kassen im Stadionbereich nicht geöffnet.

SpielStatistiken

1. FC Union Berlin vs 1. FC Kaiserslautern

5 Gelbe Karten 1
0 Gelb-Rote Karten 0
0 Rote Karten 0

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Datum Heim Ergebnis Gast