Tach gesagt!

BW Hohen Neuendorf vs 1. FC Union Berlin

Frauen-Regionalliga Nordost, 12. Spieltag

BW Hohen Neuendorf vs

Frauen-Regionalliga Nordost, 12. Spieltag

So., 04. Dezember 2022, 13:00 Uhr
Niederheide
0 : 6

Eiserne Ladies siegen in Hohen Neuendorf

Spielbericht

Die Frauenmannschaft des 1. FC Union Berlin konnte nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Folge wieder einen Erfolg einfahren. Bei Blau-Weiss Hohen Neuendorf setzten sich die Unionerinnen im letzten Auswärtsspiel des Jahres mit 6:0 durch. Elisa Spolaczyk stach mit gleich vier Treffern heraus, zudem waren auch Nour Youssef und Luise Wildner erfolgreich. 

Blau-Weiss Hohen Neuendorf: Depenbrock – Buchwalder, Urbanski, Varamann, Pistorius, Friedrich (46. Pausch), Kollek, Hörbe, Labidi (62. Kemnitz), Thole, Sierig

1. FC Union Berlin: Wagner – Wildner, Gericke, Schulz, Bach (81. Reichenbach) – Scheel, Kratz (81. Frank), Heiseler (72. Trojahn) – Krauss, Spolaczyk (61. Bucher), Youssef (46. Scheffler)

Tore: 1:0 Spolaczyk (14.), 2:0 Youssef (33.), 3:0 Spolaczyk (51.), 4:0 Spolaczyk (52.), 5:0 Spolaczyk (59.), 6:0 Wildner (89.)

Zuschauer: 141

Spolaczyk trifft zur Führung, Youssef erhöht

Bereits vor dem Anpfiff gab es ein herzliches Wiedersehen: Christian Liedtke, Cheftrainer von Hohen Neuendorf, arbeitete von 2016 bis 2022 in verschiedenen Funktionen für die Frauen- und Mädchenabteilung Unions. In der vergangenen Saison war er schließlich auch als Chefcoach für die erste Frauenmannschaft verantwortlich, ehe sich die Wege im Sommer nach sechs Jahren trennten.

Auf dem Platz war es jedoch mit den Förmlichkeiten schnell vorbei. Sofort machten die Unionerinnen Druck und hatten bereits in der ersten Minute eine gute Chance, als Elisa Spolaczyks Schuss jedoch knapp über die Latte flog. In der 4. Minute zappelte der Ball dann auch schon im Netz, allerdings stand Nour Youssef im Abseits, sodass der Treffer nicht zählte. Nach einer Viertelstunde trafen die Rot-Weißen dann aber zur verdienten Führung: Nach einem Steilpass von Lisa Heiseler schoss Spolaczyk kompromisslos ein (14.).

Auch danach behielten die Eisernen Ladies die Spielkontrolle, sodass der Ball fast ununterbrochen in der gegnerischen Hälfte war. In der 33. Minute erhöhte Youssef mit einem Schuss vom Strafraumrand auf 2:0.

Weitere Chancen blieben in der Folge nicht aus. Kurz vor der Pause hätten sowohl Heiseler als auch Youssef noch einen weiteren Treffer erzielen können, allerdings flog die Kugel jeweils knapp über das Gehäuse (43./44.). Somit blieb es letztlich beim 2:0 zur Halbzeit.

Spolaczyks Torfestival

Die zweite Halbzeit schloss sich nahtlos dem ersten Durchgang an: Union war drückend dominierend und ließ überhaupt nicht die Frage aufkommen, wer dieses Spiel gewinnen würde. In der 51. Minute sorgte Spolaczyk mit dem 3:0 schließlich auch für die Vorentscheidung. Ähnlich wie beim ersten Treffer wurde die Mittelstürmerin von Heiseler per Steilpass geschickt und netzte kompromisslos ein. Eine Minute später machte die 24-Jährige mit einem Flachschuss aus 20 Metern ihren Hattrick perfekt (52.). Es folgte zehn Minuten später schließlich sogar noch ihr vierter Treffer zum 5:0. Nachdem die Torhüterin einen Fernschuss von Lina Krauss nur abtropfen ließ, war die Angreifern per Abstauber zur Stelle (59.).

Danach nahmen die Unionerinnen einen Gang heraus, ohne jedoch die Spielkontrolle abzugeben. Torhüterin Melanie Wagner musste an diesem Tag kein einziges Mal eingreifen. Erfreulich waren auch die Saisondebüts von Sophie Trojahn und Celine Frank, die nach langer Verletzungspause wieder auf dem Platz standen.

Zum Ende der Partie steigerten die Köpenickerinnen noch mal die Offensivbemühungen, die schließlich auch zum sechsten Treffer führten. Luise Wildner setzte den Schlusspunkt (89.).

In der Tabelle bleiben die Eisernen Ladies mit nun 26 Punkten auf Rang 3 hinter den Stadtrivalen Viktoria Berlin (33) und Türkiyemspor (27).

Stimmen zum Spiel

„Wir haben das Spiel von der ersten Minute an komplett dominiert, haben uns in der zweiten Halbzeit auch mit Toren belohnt. Am Ende war es ein sehr verdienter Sieg“, so Cheftrainerin Ailien Poese nach dem Spiel.

Torschützin Nour Youssef sah ebenfalls ein gutes Spiel: „Wir sind direkt gut ins Spiel gekommen, wollten unbedingt drei Punkte holen und viele Tore schießen. Das haben wir geschafft.“

„Ich fand, dass wir sehr dominierend waren. Außerdem haben wir unsere Chancen gut genutzt. Manchmal hätten wir vielleicht noch etwas ruhiger spielen können, aber insgesamt haben wir es sehr gut gemacht“, erklärte Innenverteidigerin Ginger Schulz, die erstmals in der Regionalliga in der Startelf stand.

Ausblick

Am kommenden Sonntag, dem 11.12.2022, findet das letzte Spiel der Hinrunde statt, welches gleichzeitig auch den Jahresabschluss für die Frauenmannschaft darstellt. Zu Gast in der Dörpfeldstraße ist der Tabellenletzte Rostocker FC. Anpfiff auf dem Fritz-Lesch-Sportplatz ist um 13 Uhr.

Eiserne Ladies zu Gast in Hohen Neuendorf

Vorbericht

Zwei Partien stehen für die Frauenmannschaft des 1. FC Union Berlin in diesem Jahr noch auf dem Programm. Den Anfang macht am kommenden Sonntag die Begegnung beim SV Blau-Weiss Hohen Neuendorf. Anpfiff auf der Sportanlage Niederheide ist um 13 Uhr. 

Gegnercheck: Bangen um den Klassenerhalt 

In Hohen Neuendorf lässt sich nach elf Spieltagen sagen, dass es in dieser Saison wohl nur um den Klassenerhalt gehen kann. Aktuell steht die Mannschaft mit sechs Punkten auf Abstiegsrang 13, wenngleich das rettende Ufer lediglich einen Zähler entfernt ist. Entsprechend gilt: Jeder Punkt zählt für Blau-Weiss im Abstiegskampf. Die einzigen beiden Siege in dieser Saison holte der Verein jeweils zu Hause gegen den Rostocker FC (2:1) und Babelsberg 74 (3:1).

An die glorreichen Zeiten, als der Klub sogar Dauergast in der 2. Bundesliga war, scheint man jedoch vorerst nicht mehr anknüpfen zu können. Insgesamt sieben Jahre verbrachte Hohen Neuendorf zwischen 2008 und 2018 in der Zweitklassigkeit, hat seitdem jedoch Probleme, in der Regionalliga Nordost wieder Fuß zu fassen. Stand in der Saison 2018/19 immerhin noch ein 5. Rang zu Buche, folgten in den letzten Jahren Platzierungen im unteren Tabellenmittelfeld oder nun gar im tiefen Abstiegskampf. Sollte der Verein am Ende tatsächlich absteigen, wäre das ein Novum. Viertklassig spielte Hohen Neuendorf in den letzten 20 Jahren nie.

Wenngleich Hohen Neuendorf in Brandenburg liegt, ist die Stadt, die direkt an den Norden Berlins grenzt, Teil des Berliner S-Bahn-Netzes (S1, S8) und auch der Verein gehört zum Berliner Fußball-Verband. So konnte Blau-Weiss in den Jahren 2011, 2012 und 2015 sogar den Berlinpokal gewinnen.

Bilanz: Ausgeglichen in der Vergangenheit

Im Gegensatz zur Tabellensituation verrät der Blick auf die Bilanz beider Vereine nicht unbedingt, welche Mannschaft am kommenden Wochenende in der Favoritenrolle ist. In 22 Duellen gewannen zehnmal die Unionerinnen, neunmal gingen jedoch auch die Spielerinnen von Hohen Neuendorf als Siegerinnen vom Platz. Drei Partien endeten unentschieden.

Aber: In den letzten Jahren waren es dann doch meistens klare Angelegenheiten für die Eisernen Ladies. Seit dem Zweitliga-Abstieg Hohen Neuendorfs 2018 gab es sechs Aufeinandertreffen, von denen fünf an Union gingen. Die letzte Begegnung im Oktober 2021 endete allerdings nur mit 3:3. Trotz einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung reichte es für die Unionerinnen damals letztlich lediglich zu einem Punkt.

Stimmen vor dem Spiel:

„Hohen Neuendorf ist zwar eine Mannschaft, die in der Tabelle gegen den Abstieg kämpft, aber genau das kann manchmal auch Kräfte freisetzen, sodass wir uns voll auf unsere Spielweise konzentrieren werden und diesen Kampf annehmen“, erklärte Cheftrainerin Ailien Poese vor dem Spiel.

Trotz der spielfreien Pause ist das Lazarett bei den Unionerinnen immer noch voll. Marie Becker, Naika Reissner, Zita Rurack und Pauline Wimmer fallen weiterhin verletzungsbedingt aus. Auch Lisa Görsdorf, Anouk Westphal, Pauline Gericke sowie Elisa Schindler sind derzeit krankheitsbedingt angeschlagen, sodass ihr Einsatz am Sonntag noch fraglich ist. Ähnliches gilt für Latoya Bach.

Eine erfreuliche Nachricht gab es unter der Woche dann aber auch noch: Celine Frank ist nach achtmonatiger Pause infolge eines Kreuzbandrisses wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ein Einsatz am Wochenende käme allerdings noch zu früh.

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