Und niemals vergessen ...

Erklärung des Union-Präsidiums

Personalie Sebastian Polter:

Fr, 29. Mai 2020
Erklärung des Union-Präsidiums

Das Präsidium des 1. FC Union Berlin e.V. ist grundsätzlich der Überzeugung, dass interne Vorgänge des Vereins und seiner Fußballmannschaften nicht in die Öffentlichkeit gehören. Dies gilt umso mehr, wenn es sich dabei um personelle, finanzielle, gesundheitliche oder persönliche Angelegenheiten von Mitarbeitern handelt.

Nachstehende Sachverhalte erklärt das Präsidium des 1. FC Union Berlin ausschließlich, da die Anwälte von Sebastian Polter uns aufgefordert haben unsere Pressemitteilung vom gestrigen Tage mit einer Gegendarstellung zu versehen, die am Ende dieser Erklärung angeführt ist.

Die Aussetzung des Spielbetriebes der Bundesliga auf Grund der Corona-Pandemie im März 2020 verursachte bei allen Fußballclubs, so auch beim 1. FC Union Berlin, starke wirtschaftliche Einnahmenverluste. Der Mannschaftsrat der Profimannschaft und das Präsidium des Vereins nahmen noch im März Gespräche auf, um zu erörtern, welchen Beitrag der Profikader zur Bewältigung dieser Krise leisten kann. In diesen Gesprächen hat das Präsidium hohe Bereitschaft und Freiwilligkeit der Spieler wahrgenommen, da diese sich solidarisch mit allen anderen Mitarbeitern und Gruppen des Vereins verhalten wollten. Zu keiner Zeit wurde, weil nicht notwendig, Druck auf die Mannschaft, einzelne Spieler oder Mitarbeiter ausgeübt. Der Mannschaftsrat führte die Gespräche im Namen des Geschäftsführers Profifußball, aller Trainer und Spieler.

Sebastian Polter ist Mitglied des Mannschaftsrates.

Im ersten Gespräch wurden Eckpunkte und Vorgehensweisen besprochen und fixiert. Da der Mannschaftsrat seiner Verantwortung sachgerecht wahrnehmen wollte, er vertrat Mitarbeiter der Lizenzspielerabteilung aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und sozialen Schichten, verständigte man sich darauf, dass der Mannschaftsrat einen eigenen Fachanwalt als begleitende Unterstützung hinzuzieht. Das Präsidium unterstützte diese Vorgehensweise.

Vorrangiges Ziel aller Beteiligten war es, einen einheitlichen, auch innerhalb der Lizenzspielerabteilung solidarisch wirkenden Beitrag gegenüber dem Verein zu leisten.

Im weiteren Verlauf gab es mehrere Abstimmungen zwischen dem Kapitän, als Sprecher des Mannschaftrates, und dem Präsidenten des Vereins sowie dem Fachanwalt des Mannschaftsrates. Im Ergebnis dieser Abstimmungen wurde vereinbart, dass nicht der Verein, sondern der Anwalt des Mannschaftsrates den Entwurf einer Vereinbarung erarbeitet, mit dem Präsidium verhandelt, den Spielern vorlegt und erläutert.

Die Vereinbarung über einen einheitlichen solidarischen Beitrag der Lizenzspielerabteilung wurde im Laufe der nachfolgenden Tage und Wochen vom Geschäftsführer Profifußball, allen Trainern, den Betreuern und Spielern unterzeichnet.

Das Mitglied des Mannschaftsrates Sebastian Polter unterzeichnete die vom Mannschaftsrat vorgelegte Vereinbarung nicht.

Vielmehr meldete sich am 11.05.2020 der anwaltliche Vertreter von Sebastian Polter und übersandte einen eigenen Entwurf über einen individuellen Beitrag zur Bewältigung der wirtschaftlichen Verluste des Vereins. Dieser wurde durch den Verein, im Rahmen mehrerer Schriftwechsel mit dem Anwalt von Sebastian Polter, abgelehnt, da er eine erhebliche, unsolidarische finanzielle Verbesserung gegenüber seinen Mitspielern, Betreuern und Trainern bedeuten würde.

Am 28.05.2020 wurde auf Initiative des Präsidenten Sebastian Polter in einem persönlichen Gespräch nochmals erläutert, dass die innere Solidarität und Kollegialität im Mannschaftssport ein hohes Gut ist und nur so gemeinsame sportliche Ziele erreicht werden können. Diese Solidarität untereinander ist für den vor uns liegenden Abstiegskampf des 1. FC Union Berlin e.V. auch wirtschaftlich von höherer Bedeutung, als der individuelle Beitrag des Einzelnen.

Durch die Anwälte von Sebastian Polter ist der 1. FC Union Berlin e.V. aufgefordert worden, folgendes Statement von Sebastian Polter zu veröffentlichen:

„Sebastian Polter bedauert die ihm am 28.05.2020 mitgeteilte Entscheidung des 1. FC Union Berlin. Sebastian Polter weist den Vorwurf des unsolidarischen Verhaltens jedoch ausdrücklich zurück. Wahr ist, dass sich der 1. FC Union Berlin und Herr Polter wechselseitig Vereinbarungen zur Handhabung des Gehaltes aufgrund der Corona-Pandemie unterbreitet haben. Keine Vereinbarung hat die Zustimmung beider Seiten gefunden. Sebastian Polter betont, dass er sich nicht verweigert hat, seinem Herzensverein während der Corona-Pandemie wirtschaftlich entgegen zu kommen und zu helfen.“