'Nabend!

Vier Eiserne verlassen Union zum Saisonende

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Fr, 26. Mai 2023
Vier Eiserne verlassen Union zum Saisonende

Das Ende einer Spielzeit bedeutet auch immer, dass sich gemeinsame Wege trennen. Spieler gehen, Erinnerungen und Erfolge bleiben. Wir verabschieden uns von einem Bundesliga-Veteran, einem Eisernen Urgestein, einem Flankengott und einem wahren Kämpfer – auf und neben dem Platz.

Nach zwei Spielzeiten – Levin Öztunali zieht weiter

Kaum ein Spieler im Kader der Köpenicker hat so viele Einsätze in der Bundesliga vorzuweisen wie er. Bei Leverkusen, Bremen, Mainz und zuletzt bei den Eisernen absolvierte Levin Öztunali insgesamt 190 Spiele im deutschen Oberhaus. Nur Robin Knoche (281) und Rani Khedira (202) standen in der Bundesliga öfter auf dem Rasen.

An eine von zwei “Vorlagen” wird sich Öztunali sicher gern erinnern: Beim Achtelfinal-Sieg gegen Hertha BSC im DFB-Pokal im Januar 2022 zwang er den Verteidiger Niklas Stark mit einer scharfen Hereingabe zum zwischenzeitlichen 2:0. In zwei Saisons für Union kam Öztunali insgesamt auf 26 Einsätze in Bundesliga, DFB-Pokal und UEFA Europa Conference League. Die magische Marke von 200 Bundesliga-Einsätzen wird “Mete” bei Union nun nicht mehr knacken. Alle Daumen sind jedoch gedrückt, dass er diese Marke woanders noch erreicht.

Fast sechs Jahre Union – Tim Maciejewski verlässt die Eisernen

Über Stationen wie den SC Staaken und Hertha BSC gelangte Maciejewski zu Union und absolvierte im Jahr 2017 sein erstes Spiel in der U17. Kurz vor der Corona-Pandemie empfahl sich der damals 18-Jährige zum ersten Mal für die erste Elf: In 18 A-Junioren-Partien erzielte Maciejewski 12 Treffer und 7 Assists – als Rechtsaußen.

Folgerichtig unterzeichnete er nach Abbruch der U19-Saison im Frühling 2020 seinen ersten Lizenzspielervertrag. Maciejewski durfte sich in der anschließenden Spielzeit auch über sein Bundesliga-Debüt freuen: Beim 5:0 gegen Bielefeld wurde der damals 19-Jährige in der Schlussphase eingewechselt. Nach anderthalb Jahren Leihe zu Austria Klagenfurt kehrte Maciejewski im Sommer 2022 an die Wuhle zurück und war in der UEFA Europa League fester Bestandteil des Kaders.

In die Herzen der Unioner geflankt – Niko Gießelmanns Reise mit Union endet im Sommer

Im Sommer 2020 wechselte der gebürtige Hannoveraner vom damaligen Ligarivalen Fortuna Düsseldorf nach Köpenick. Gießelmann sammelte bereits in seiner ersten Saison bei den Eisernen 15 Einsätze und markierte auch im DFB-Pokal seinen ersten Assist, bevor er sich in der Rückrunde an der Schulter verletzte. Er sollte stärker denn je zurückkommen.

In der Folgesaison spielte der zu dieser Zeit 29-Jährige die beste Saison seiner Karriere: Mit drei Toren und sieben Vorlagen war auch Gießelmann entscheidend an der Qualifikation für die UEFA Europa League beteiligt und spielte in der UEFA Conference League zum ersten Mal auf europäischer Bühne. Wettbewerbsübergreifend kam er auf insgesamt 87 Partien für Union. Am Ende dieser Saison wird Niko gehen, die Erinnerung an den Flankengott von der linken Seite bleibt. 

Gemeinsam gekämpft, gemeinsam gewonnen – Timo Baumgartl sucht neue Herausforderung

Aufgrund einer schwierigen Zeit beim niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven konnten die Eisernen den damals 25-jährigen Böblinger im Sommer 2021 für eine zunächst einjährige Leihe gewinnen. Baumgartl avancierte innerhalb weniger Wochen zum Stammspieler in der Dreierkette, entschied die Hinrundenpartie gegen Leipzig (2:1) mit einem Tor und einer Vorlage quasi im Alleingang. Im DFB-Pokal verpasste „Baumi“ bis zur Halbfinalniederlage keine Minute.

In der Rückrunde war der Schwabe gesetzt, bis eine Diagnose im April die Prioritäten neu definierte: Hodenkrebs. Mit Unterstützung seiner Freundin Julia, seiner Familie, seiner Freunde, der medizinischen Abteilung Unions sowie des gesamten Vereins und seiner eigenen Willenskraft besiegte er den Krebs und kämpfte sich zurück. Am 18.09.2022 gab er beim 2:0-Sieg gegen Wolfsburg sein emotionales Comeback – in der Startelf und nur fünf Monate nach der Diagnose. Zur erstmaligen Qualifikation der Eisernen für die UEFA Europa League trug Baumi mit seinen sportlichen Leistungen entscheidend bei. Diese Floskel ist zwar so alt, wie der Fußball selbst, aber hier trifft sie zu: Manche Geschichten kann nur der Fußball schreiben. Die gesamte Union-Familie ist glücklich, dass sie Timo Baumgartl auf dem schwierigen Weg zur Genesung und seinem emotionalen Comeback begleiten durfte.

Alle vier Spieler haben ihre ganz eigene Geschichte mit dem 1. FC Union Berlin geschrieben. Doch es gibt eine Geschichte, die Levin, Tim, Niko und Baumi für immer verbindet: Sie alle werden immer Teil des Kaders sein, der die bislang beste Saison in Unions noch junger Bundesliga-Geschichte gespielt hat. 

Einmal Unioner, immer Unioner!

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