Hallo und Eisern!

Union schlägt Gladbach mit 2:1

Rückstand gedreht:

So, 30. Oktober 2022
Union schlägt Gladbach mit 2:1

Am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga empfing der 1. FC Union Berlin die Fohlen aus Gladbach im Stadion An der Alten Försterei. Nach der Führung der Gäste in Halbzeit Eins gelingt Union im zweiten Durchgang der hochverdiente Ausgleich durch Joker Kevin Behrens. In der Folge rennen die Berliner immer wieder gegen die Abwehrkette der Borussen an und drängen auf den Siegtreffer. Letztlich gelingt dieser in der siebten Minute der Nachspielzeit als Danilo Doekhi nach einer kurz ausgeführten Ecke per Kopf zum 2:1 trifft.

1. FC Union Berlin: Rönnow – Ryerson, Doekhi, Knoche, Leite, Puchacz (59. Trimmel) – Schäfer (59. Haraguchi), Khedira, Haberer (74. Leweling) – Becker (74. Behrens), Siebatcheu (59. Michel)

Borussia Mönchengladbach: Sippel - Scally, Friedrich, Elvedi, Bensebaini - Weigl, Kramer – Ngoumou (74. Netz), Stindl (85. Borges Sanches), Plea (74. Hermann) - Thuram

Personal: Nach dem erfolgreichen Heimspiel in der UEFA Europa League am vergangenen Donnerstag nahm Unions Trainer Urs Fischer auf zwei Positionen Änderungen vor: Für Morten Thorsby und Christopher Trimmel rückten Andras Schäfer und Tymoteusz Puchacz in die Startformation.

Zuschauer: 22.012

Tore: 0:1 Elvedi (33.), 1:1 Behrens (79.), 2:1 Doekhi (90.+7)

Aberkanntes Tor für Union – Führung für Gladbach

Das ausverkaufte Stadion An der Alten Försterei bekam bereits in den ersten Minuten eine dominante Heimmannschaft geboten. Die Eisernen bauten immer wieder über die Außenbahnen Offensivaktionen auf und kamen bereits nach fünf Spielminuten erstmals in eine passable Abschlusssituation. Die Flanke von Tymoteusz Puchacz kam zwar perfekt auf den zweiten Pfosten, war jedoch etwas zu hoch geraten für Mittelfeldakteur Andras Schäfer. Wenige Minuten später versuchte sich Janik Haberer nach einer neuen Eckenvariante mit einem Distanzvolleyschuss, schaffte es mit dem sehr zentralen Abschluss aber nicht, VfL-Schlussmann Sippel zu überwinden (6.). Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach tat sich in der Anfangsviertelstunde mit dem hohen Pressing der Unioner sehr schwer und schaffte es nur selten, längere Ballstafetten zu kreieren. Die erste wirkliche Möglichkeit bot sich den Gladbachern als Schiedsrichter Harm Osmers in der 22. Minute Freistoß für die Gäste vom Niederrhein pfiff. Knapp 24 Meter vor dem Kasten von Frederik Rönnow versuchte es Plea zentral vor dem Tor mit der direkten Variante: Unions Schlussmann glänzte mit einer Parade und verhinderte den Rückstand seiner Mannschaft, in dem er den Ball über den Querbalken lenkte. In der 29. Minute Jubel im Stadion An der Alten Försterei: Mit einem sehenswerten Distanzschuss brachte Kapitän Rani Khedria das runde Leder im Tor unter. Der Jubel hielt leider nicht lange an, denn der VAR schaltete sich ein und nahm den Treffer der Unioner aufgrund eines Handspiels bei der Torerzielung zurück. Keine vier Zeigerumdrehungen später erneut Jubel im Stadion, dieses Mal jedoch auf der Gegenseite. Nach Standard brachte Elvedi seine Mannschaft am kurzen Pfosten in Führung (33.). Gladbach schien jetzt besser im Spiel und wollte sich mit der knappen Führung aus dem Nichts nicht zufrieden zu geben. In der 35. Minute überlupfte Thuram erst den herauseilenden Rönnow und versuchte dann, aus spitzem Winkel ins leere Tor zu köpfen. Der Ball landete jedoch zum Glück für Union auf dem Kasten. Fünf Minuten vor der Halbzeit noch einmal die Möglichkeit für die Köpenicker. Eine flache Hereingabe von Sheraldo Becker rutschte durch den gesamten Strafraum, wo Andras Schäfer am zweiten Pfosten etwas zu spät kam und mit Ball knapp am Tor vorbeirutschte. So ging es mit der knappen Führung für die Gäste aus Mönchengladbach in die Halbzeitpause.

Behrens mit dem Ausgleich – Doekhi gelingt der später Siegtreffer

Im Gegensatz zur ersten Halbzeit kamen nun die Gäste vom Niederrhein besser ins Spiel und versuchte den Spielaufbau der Eisernen frühzeitig zu unterbinden. Die Gastgeber taten sich im letzten Drittel sehr schwer und so reagierte Unions Trainerteam knappe zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff und brachte drei frische Kräfte in die Partie. Die Hausherren, angepeitscht von den Rängen, drängten nun immer mehr auf den Ausgleich und suchten einen Weg durch kompaktstehende Borussen. Gladbach hingegen nutze seine - wenn auch knappe - komfortable Situation aus und spielte auf Konter. 15 Minuten vor dem Ende zog Urs Fischer seine letzten zwei Wechsel und brachte noch mehr offensivausgerichtete Spieler in die Partie. Union gab sich nicht auf und erarbeitete sich immer wieder Offensivaktionen. Kurz nach seiner Auswechslung war es erst Jamie Leweling und wenig späte Sven Michel, die erst in der Box am Abschluss gehindert werden konnten. Gladbach stand zeitweise mit der kompletten Mannschaft in der eigenen Hälfte und schaffte es lange, alle Angriffe der Köpenicker zu vereiteln. Diogo Leite fand dann aber mit einer perfekten Hereingabe aus dem Halbfeld den mittlerweile eingewechselten Kevin Behrens, der den Ausgleich für seine Mannschaft erzielte (79.). Doch Union gab sich damit nicht zufrieden und ging sofort in weitere Offensivaktionen über: Ein beeindruckender Distanzschuss von Michel verfehlte das Tor wenig später nur knapp. Die Mühen der Eisernen schienen in der 86. Minute belohnt zu werden. Einen langen Ball von Ryersons linker Seite brachte Christoper Trimmel per Kopf im kurzen Eck unter, Torwart Sippel konnte den Treffer nicht verhindern. Allerdings griff – wie in Halbzeit Eins – auch hier der VAR ein und erkannte das Tor letztlich ab. Trimmel stand zuvor im Abseits. In einer dann folgenden und mitunter hektischen Schlussphase suchten die Unioner mit zahlreichen langen Bällen ihr Glück in der Offensive. In der siebten Minute der Nachspielzeit spielten die Gastgeber den letzten Eckball der Partie kurz aus, Jamie Lewelings Flanke fand den Weg in den Fünfmeterraum der Borussen, wo der eingelaufene Danilho Doekhi die Kugel wuchtig im Tor unterbrachte. Direkt im Anschluss an das Tor beendete Schiedsrichter Osmers die Partie beim Stand von 2:1 für Union.

Stimmen nach dem Spiel

“Das war ein geiler Nachmittag, insbesondere die zweite Halbzeit war sehr intensiv. Gladbach konnte unserer Mentalität am Ende nichts mehr entgegensetzen. Eine pure Energieleistung über die wir super glücklich sind”, gab ein erschöpfter Rani Khedira nach dem Spiel zu Protokoll.

“Das ist ein spezieller Moment für mich. Und ich widme ihn auch den Fans. Wir hatten noch die eine Chance am Ende und wollten alles geben. Der Ball kommt gut rein und ich bin in guter Position, den Rest haben alle gesehen. Jetzt bin ich super happy mit dem Siegtor”, freut sich Siegtorschütze Danilho Doekhi nach dem Abpfiff.

“Wenn du in der 97. Minute gewinnst, dann ist das schon ein bisschen Wahnsinn und passt zum heutigen Spiel. In der ersten Hälfte waren wir ein wenig unpräzise, aber das wurde immer besser. Die Mannschaft hat bis zum Schluss daran geglaubt und es dann gepackt. Wir waren wieder einmal unermüdlich und haben unser Gesicht gezeigt. Jetzt freuen wir uns auch für die Fans, unser Ziel bleibt aber immer noch das Gleiche”, so Union-Trainer Urs Fischer im Anschluss.

Ausblick auf die kommende Woche

Bereits am Mittwoch reist die Mannschaft des 1. FC Union Berlin zum Auswärtsspiel nach Belgien. Im letzten und entscheidenden Gruppenspiel der UEFA Europa League trifft das Team von Union-Trainer Urs Fischer auf den Gruppenersten Royale Union Saint Gilloise. Der Anpfiff im Den Dreef erfolgt um 21:00 Uhr.  

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