Hallo und Eisern gesagt!

Eiserne Ladies sichern sich Regionalliga-Meisterschaft

7:1-Sieg in Potsdam:

So, 12. Mai 2024
Eiserne Ladies sichern sich Regionalliga-Meisterschaft

Die Frauenmannschaft des 1. FC Union Berlin steht nach einem 7:1-Sieg beim 1. FFC Turbine Potsdam II vorzeitig als Meister in der Regionalliga Nordost fest. Dank der Treffer von Athanasia Moraitou (9.), Sarah Abu Sabbah (27./28./40./55.) und Lisa Heiseler (69./90.) fahren die Unionerinnen den 20. Sieg im 20. Ligaspiel ein und sind zwei Spieltage vor dem Saisonende nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen. Für Potsdam erzielt Nathalie Bretschneider in der 25. Spielminute den zwischenzeitlichen Ausgleich.

1. FC Union Berlin: Wagner – K. Orschmann, Becker (59. Blaschka), Niesler (71. Rurack) – Sakar, Heiseler, Frank, Moraitou, Bach (71. Metzker) – Abu Sabbah, D. Orschmann (84. Görsdorf)

1. FFC Turbine Potsdam II: Thiele – Krumbholz, Stritzke (84. Helmke), Dommasch, Häring – Weltz (84. Ressel), Robitsch – Gnädig, Bibossynova (74. Gärtner), Bretschneider (74. Hoppe) – Lemke

Personal: Cheftrainerin Ailien Poese verändert die Startelf im Vergleich zum Auswärtsspiel beim Magdeburger FFC auf zwei Positionen: Latoya Bach und Fatma Sakar rückten für Naika Reissner sowie Anouk Blaschka in die Anfangsformation.

Tore: 0:1 Moraitou (9.), 1:1 Bretschneider (25.), 1:2 Abu Sabbah (27.), 1:3 Abu Sabbah (28.), 1:4 Abu Sabbah (40.), 1:5 Abu Sabbah (55.), 1:6 Heiseler (69.), 1:7 Heiseler (90.)

Zuschauer: 98

Abu Sabbah bringt Union per Hattrick auf Meisterschaftskurs

Die Unionerinnen begannen im Sportforum Waldstadt sehr druckvoll und hatten bereits nach zwei Minute eine erste Torannäherung. Dina Orschmann prüfte per Aufsetzer die gegnerische Torhüterin, welche jedoch sicher zupackte. Der nächste Abschluss der Köpenickerinnen folgte in der 8. Minute, als Fatma Sakar das Leder knapp über die Latte schlenzte. Eine Zeigerumdrehung später machte sich dann das hohe Pressing der Eisernen Ladies bezahlt: Dina Orschmann fing einen Pass der Torhüterin nach einem Abstoß ab und legte überlegt in den Rückraum für Athanasia Moraitou ab, die das Spielgerät kompromisslos zur Führung ins Eck schoss (9.).

Union war somit früh auf Kurs, die erste Meisterschaft in der Regionalliga Nordost seit 2019 offiziell zu machen. Die Rot-Weißen blieben auch nach dem Treffer dominant und prüften immer wieder Schlussfrau Anna Thiele im Turbine-Tor. Dass jedoch weitere Großchancen für die Eisernen Ladies zunächst ausblieben, lag auch daran, dass Potsdam leidenschaftlich verteidigte und die starke Form der vergangenen Wochen bestätigte. Vor dem Spiel hatte die U20-Mannschaft im Kalenderjahr 2024 erst eine Partie verloren. Dieses Selbstvertrauen war nach etwa 20 Minuten zunehmend spürbar, als Turbine vermehrt den Spielaufbau der Unionerinnen störte. Dies sollte nach 25 Minuten auch zum Ausgleich führen: Aus dem Pressing der Gastgeberinnen resultierte ein ungenauer Rückpass, der genau im Lauf von Potsdams Nathalie Bretschneider landete, welche sich jene Gelegenheit frei vor dem Tor aus 13 Metern nicht nehmen ließ und den Ball mit einem Flachschuss im langen Eck unterbrachte.

Union hatte jedoch direkt die passende Antwort parat: Mit einer maßgenauen Flanke von der linken Seite fand Moraitou vor dem Gegentor nur zwei Minuten später am Fünfmeterraum Sarah Abu Sabbah, die wuchtig zur erneuten Führung ins lange Eck einnickte (27.). Nur 90 Sekunden später stach die Top-Torjägerin der Liga erneut zu, als sie einen hohen Ball von Katja Orschmann vor der herausstürmenden Torhüterin erreichte, jene umkurvte und nur noch ins leere Tor zum 3:1 einschieben musste (28.).

Mit dem Doppelschlag kontrollierten die Unionerinnen die Partie nun wieder, wenngleich auch Potsdam weiterhin Nadelstiche in der Offensive setzte. So fand ein Freistoß aus dem Halbfeld in der 32. Minute am Fünfmeterraum die völlig freistehende Emily Lemke, welche den Kopfball jedoch knapp neben den Kasten von Melanie Wagner setzte. Auf der Gegenseite lief Union vor allem bei gegnerischen Abstößen, welche Potsdam meist kurz ausspielen wollte, stets bissig an und konnte in der 34. Minute – wie schon vor dem 1:0 – erneut den Ball im gegnerischen Strafraum gewinnen. Wieder gab Dina Orschmann in den Rückraum ab, wo diesmal Lisa Heiseler angerauscht kam, doch Thiele konnte ihren Schuss parieren (34.). In der 40. Minute zeigte der Tabellenführer seine Fähigkeiten im Kombinationsspiel, als sich die Unionerinnen zunächst sehenswert durchs Mittelfeld spielten, ehe Moraitou mit einem feinen Steckpass Abu Sabbah bediente, die halbrechts im Strafraum abgeklärt blieb und die Keeperin mit einem Lupfer ins lange Eck überwand. Mit ihrem dritten Treffer im Spiel sorgte die jordanische Nationalspielerin zugleich für den 4:1-Halbzeitstand.

Abu Sabbah und Heiseler schrauben das Ergebnis in die Höhe – Union ist Meister

Die erste Chance nach dem Seitenwechsel hatten erneut die Unionerinnen, als Anna Thiele eine Flanke von Latoya Bach nicht richtig abfangen konnte und unfreiwillig für Athanasia Moraitou vorlegte, deren Schuss von der Strafraumgrenze jedoch knapp über das Aluminium flog (52.). Drei Minuten später machte sich ein weiteres Mal das hohe Anlaufen der Köpenickerinnen bezahlt: Nach einem ungenauen Rückpass von Turbine attackierte Sarah Abu Sabbah die gegnerische Torhüterin beherzt an der Grundlinie und grätschte jene fair ab, sodass sie den Ball anschließend nur noch ins verwaiste Tor schieben musste (55.). Es war der 38. Saisontreffer der Mittelstürmerin.

Potsdam kam derweil im zweiten Durchgang nur noch in der 66. Minute gefährlich vor das Tor von Melanie Wagner. Aus ähnlicher Position wie beim Ausgleichstreffer kam Nathalie Bretschneider zum Abschluss, setzte das Leder diesmal jedoch einen halben Meter neben den Pfosten. Stattdessen machte Lisa Heiseler auf der anderen Seite in der 69. Minute das halbe Dutzend voll, als Dina Orschmann den Ball im Fallen noch zur Kapitänin spitzeln konnte, die das Spielgerät aus acht Metern mit dem Vollspann im Eck unterbrachte.

Anschließend plätscherte das Spiel in den Schlussminuten etwas vor sich her. Erfreulich war aus Union-Sicht noch das Comeback von Pia Metzker, die nach mehrmonatiger Verletzungspause ihren ersten Einsatz in der Rückrunde absolvierte. Kurz vor dem Abpfiff fiel schließlich noch der siebte Treffer: Heiseler ging nach einer Flanke von Katja Orschmann energisch zum Kopfball und setzte somit den Schlusspunkt der Partie zum 7:1-Endstand.

Mit 60 Punkten aus 20 Spielen und einem Vorsprung von neun Zählern auf den FC Viktoria 1889 haben sich die Eisernen Ladies zwei Spieltage vor dem Saisonende offiziell den Meistertitel in der Regionalliga Nordost gesichert. Somit werden die Unionerinnen im Juni in der Relegation um den Aufstieg in die 2. Bundesliga antreten. Dort treffen die Köpenickerinnen auf den Meister der Regionalliga Nord. Die Aufstiegsspiele finden am 9. Juni und 16. Juni statt. 

Stimmen zum Spiel

„Heute hat einfach alles geklappt. Wir sind vielleicht etwas schwierig ins Spiel gekommen und haben dann auch den Ausgleich gefangen, aber sind dann auch sehr schnell wieder zurückgekommen. Die Mädels haben es heute einfach sehr stark gemacht. Dass wir jetzt Meister sind, kann ich noch nicht richtig realisieren. Es ist zwar nur der erste Schritt in Richtung Aufstieg, aber dass wir jetzt zumindest schon mal Meister sind, macht mich unfassbar stolz“, erklärte Viererpackerin Sarah Abu Sabbah im Anschluss der Partie.

„Es war einfach nur ein unbeschreibliches Gefühl für mich, weil ich heute endlich wieder spielen konnte, weil wir Meister sind und es heute auch gegen meinen alten Verein ging. Ich hatte heute einfach unfassbar Lust, wieder auf dem Platz zu stehen“, freute sich Rückkehrerin Pia Metzker.

„Die Stimmungslage ist natürlich sehr, sehr gut. Es war wieder ein sehr souveräner Auftritt. Die Meisterschaft jetzt schon vor dem Saisonende klarzumachen, ist ein schönes Gefühl und ein Teilziel ist somit erreicht. Nächste Woche steht mit dem Pokalfinale gleich das nächste Highlight an, aber heute darf und soll die Mannschaft feiern und den Tag genießen“, zeigte sich Cheftrainerin Ailien Poese nach dem Abpfiff freudestrahlend.

Ausblick

Schon am kommenden Sonntag, dem 19.05.2024, können die Eisernen Ladies den nächsten Titel der Saison einfahren. Dann findet um 15 Uhr im Volkspark Mariendorf das Finale im Polytan-Pokal gegen den FC Viktoria 1889 Berlin statt. Tickets sind im Onlineshop des Berliner Fußball-Verbandes erhältlich.