Feierabend? Eisern!

Die Saison 2020/21 der Frauen

Ein Rückblick:

Do, 31. Dezember 2020
Die Saison 2020/21 der Frauen

Außergewöhnlich schwierige Zeiten spiegeln sich auch im Amateurfußball wider. Zwei Frauenmannschaften sind beim 1. FC Union Berlin im Spielbetrieb. Die erste Frauenmannschaft in der dritthöchsten Spielklasse, der Regionalliga Nordost und die zweite Frauenmannschaft eine Spieklasse darunter, in der Verbandsliga Berlin. Beide Teams zählen in ihren Ligen zu den Titelfavoriten.

Unions 1. Frauen gewannen seit der Saison 2015/16 dreimal die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost und zweimal den Berlin-Pokal. Nach den erfolgreichen Jahren standen im Sommer viele Veränderungen an. Nachdem die Saison mit der neuen Trainerin Juliane Guhr begonnen hatte, hat zwischenzeitlich Björn Münnich die Funktion des Hauptübungsleiters übernommen. Auch im Verlauf der Sommerpause wurde klar, dass diese Spielzeit nicht wie gewohnt stattfinden kann. Statt wie üblich gegen alle Teams der Regionalliga Nordost zu spielen, wurde die Liga in eine Nord- und eine Südstaffel geteilt. Diese beiden Staffeln mit jeweils sieben Mannschaften spielen zunächst untereinander eine Hin- und Rückrunde. Danach gehen die ersten vier Mannschaften jeder Staffel in eine Meisterrunde, um den Aufsteiger in die 2. Frauen-Bundesliga zu ermitteln. Die Plätze 5-7 der beiden Staffeln gehen in eine Abstiegsrunde, um die Absteiger in die Verbandsligen auszuspielen. 



Zur Situation und den Umständen der aktuellen Spielzeit hat Björn Münnich ein kurzes Resümé gezogen: „Eine ungewöhnliche Saison zu einer sehr außergewöhnlichen Zeit. Die 1. Frauen befindet sich in dieser Saison im Umbruch. So hat man sich von einigen Spielerinnen und dem Trainerteam letzte Saison verabschiedet. Mutig sollten neue Wege bestritten werden. Dazu kommt noch die Zeit der Pandemie, welche deutlich auch im Fußball ihre Spuren hinterlässt. So begann diese Saison nicht wie üblich mit einer normalen Vorbereitungszeit, sondern direkt in der zweiten Vorbereitungswoche stand noch das Pokalfinale der abgelaufenen Saison an. So war das erste Pflichtspiel gleich ein sehr bedeutungsstarkes Spiel, welches mit 1:0 gegen Viktoria Berlin verloren wurde. Dieser Gegner spielt, dieses Jahr eine besondere Rolle, denn nach der kurzen Vorbereitungszeit ging es in der Regionalliga, dennoch positiv mit einer von Woche zu Woche immer stärker werdenden Mannschaft auf Punktejagd. Und so waren es vier Siege und ein Unentschieden inklusive dem Pokalspiel in der 1. Runde bis zum erneuten Aufeinandertreffen. Bis dahin hatte man in der Regionalliga nicht ein Gegentor bekommen. Es war das Duell Erster gegen Zweiter und beide Teams waren bis dahin ungeschlagen. Nach dem Spiel stand wieder Viktoria Berlin als Sieger fest, dieses Jahr scheint das Glück nicht auf der Seite der Eisernen zu sein. Denn auch nach dem Spiel bevor der Spielbetrieb bis auf Weiteres eingestellt wurde, trat die Trainerin aus persönlichen Gründen zurück. So übernahm ich, als aktueller Co-Trainer, ihre Tätigkeit und schickte die Mannschaft schweren Herzens in diese ungewisse Zeit, in der wir uns aktuell befinden. Im Dezember wurde 3-4 mal die Woche Einzeltraining mit den Spielerinnen gemacht und über digitale Medien ein Fitnesstraining und Yogatraining für die Mannschaft abgehalten. Auch die Weihnachtsfeier fand online statt. Alle sind guter Dinge, dass wir uns voller Elan spätestens im nächsten Jahr wieder auf dem Platz sehen, um der Saison noch ihren gerechten Höhepunkt zu geben.“

Die Eisernen Ladies stehen mit zehn Punkten und 21:2 Toren auf Platz 2 in der Staffel Nord, der Regionalliga Nordost. Somit sind sie, trotz eines noch ausstehenden Spiels, bereits für die Aufstiegsrunde qualifiziert. In dieser werden aber nur die Punkte gegen Teams, die sich ebenfalls für die Meisterrunde qualifiziert haben, mitgenommen.

Wie auch bei der ersten Frauenmannschaft gab es bei der Zweiten viele personelle Veränderungen. Das Trainerteam blieb weitestgehend unverändert, wurde aber mit der ehemaligen Spielerin Charly Thomas ergänzt. Sieben Spielerinnen kamen aus der B-Juniorinnen-Mannschaft zum Team von Trainer Oliver Hartrampf hinzu. Dazu kamen noch zwei Spielerinnen aus der ersten Frauenmannschaft und eine Spielerin aus dem Nachwuchs des 1. FFC Turbine Potsdam. Unter der Überschrift „Spielzeit satt für Alle" konnte, trotz der erschwerten Rahmenbedingungen, Trainer Oliver Hartrampf der aktuellen Situation noch etwas Gutes abgewinnen und mit seiner jungen Mannschaft erfolgreichen, offensiven Fußball spielen.



„Wenn die Verkürzung der Saison auf eine einfache Runde in der Meisterschaft und die Coronaeinschränkungen etwas Gutes haben, dann ist es die Tatsache, Zeit für viele tolle Testspiele und damit verbunden eine deutlich einfachere Spielzeitverteilung innerhalb der Mannschaft zu haben. Neben den drei angesetzten Pflichtspielen kamen noch 17 freundschaftliche Vergleiche hinzu. Einzig in einem internen Vergleich mit der eigenen 1. Mannschaft musste man eine knappe 3:4-Niederlage hinnehmen. Gegen die Regionalliga-Teams aus Babelsberg und Rostock konnte gewonnen werden, gegen Stern 1900 reichte es zu einem 1:1. Spiele gegen Ligakonkurrenten, Teams aus der Verbandsliga Sachsen und Brandenburg konnten größtenteils sehr deutlich dominiert und auch oft zweistellig für sich entschieden werden. In der Liga grüßt man nach erfolgreichem Auftakt von der Tabellenspitze.

 Gleich an den ersten beiden Spieltagen warteten mit Borussia Pankow und Hertha 03 Zehlendorf Spitzenspiele auf das erneut verjüngte Team. In bemerkenswerter Form wurden die schnellen und fußballerisch attraktiven Spiele mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Auch die schwere Aufgabe gegen die Spanndauer Kickers wurde im dritten Pflichtspiel erfolgreich gelöst. Insgesamt konnten die 2. Frauen in 20 Spielen seit dem Sommer 146 Tore schießen und sorgten in jedem Wettkampf für ein Offensivspektakel. 

In der Coronapause heißt es nun wieder regelmäßig Powertraining im Onlinemeeting, individueller Trainingsplan abarbeiten, Challenges bestreiten und Wunden lecken. Wir hoffen alle Spielerinnen im Januar wieder gesund auf dem Platz wiedersehen zu können.“

Ob, wann und wie die aktuelle Spielzeit für beide Frauenmannschaften fortgesetzt werden kann, ist momentan leider nicht vorhersehbar.