Niederlage am Geißbockheim:

Unionerinnen unterliegen auswärts in Köln mit 0:3

Die Profimannschaft der Frauen des 1. FC Union Berlin muss sich am vierten Spieltag der Frauen-Bundesliga-Saison 2026/27 mit einer 0:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln geschlagen geben und wartet weiter auf die ersten Punkte in der neuen Spielzeit. Ein Eigentor von Nadine Böhi bringt die Kölnerinnen früh in Führung (19.). Nach der Halbzeitpause finden die Gastgeberinnen besser in die Partie und Pauline Bremer erhöht nach einem Standard per Kopf zum 2:0 (50.). Schließlich ist es Lydia Andrade, die mit dem dritten Treffer für den Endstand sorgt (83.)

Zwei Fußballspielerinnen kämpfen um den Ball während eines Spiels, im Hintergrund jubelnde Zuschauer.

1. FC Union Berlin: Böhi - Janssens (86. Heiseler), Tysiak, Steuerwald, Steinert (56. Pujols) – Gräwe (32. Bauereisen), Hausicke, Kamber – Campbell, Weidauer (56. Egli), Reissner (56. Weiß)

1. FC Köln: Schmitz – Leimenstoll (46. Bohnen), Sterner, Vogt, Gerhard – Nachtigall (58. Donhauser), Elsen, Feiersinger, Jessen – Bremer (70. Andrade), Ziemer (85. Zeller)

Personal: Unions Cheftrainerin Marie-Louise Eta veränderte die Startelf auf zwei Positionen: Sophie Weidauer ersetzte Lisa Heiseler im Sturmzentrum und Amber Tysiak kehrte nach ihrem kurzfristigen Ausfall gegen Frankfurt zurück in der Startelf, weil Tomke Schneider heute kurzfristig ausfiel.

Zuschauer: 2.000

Tore: 1:0 Böhi (ET/19.), 2:0 Bremer (50.), 3:0 Andrade (83.)

Partie auf Augenhöhe - Aufbaufehler bringt Rückstand

Die Partie begann mit hoher Intensität und viel Tempo auf beiden Seiten. Sowohl die Gastgeberinnen als auch die Unionerinnen setzten früh auf ein aggressives Pressing und versuchten, das Spiel immer wieder schnell auf die gegenüberliegende Seite zu verlagern (5.). Die erste Offensivaktion der Kölnerinnen entschärfte die Union-Defensive um Amber Tysiak und Samantha Steuerwald aufmerksam (6.). In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung, die vor allem von intensiven Zweikämpfen geprägt war (14.), wobei Torchancen zunächst Mangelware blieben. Nach 18 Minuten erhöhten die Gastgeberinnen jedoch den Druck. Zunächst verhinderte eine Abseitsstellung und wenig später das Aluminium den Rückstand aus Unioner Sicht. Weniger als eine Zeigerumdrehung später belohnte sich Köln dann doch: Nach einem Fehler im Spielaufbau der Eisernen entstand Unordnung im Strafraum, aus der die Gastgeberinnen durch ein Ping-Pong-Tor Kapital schlugen und der Ball zur 1:0-Führung über die Linie rollte (19.).

Nur wenige Minuten später bot sich der Eta-Elf die große Chance auf den Ausgleich: Eine Flanke von Jill Janssens fand Lia Kamber am zweiten Pfosten, deren Kopfball jedoch nicht präzise genug war und knapp am Tor vorbeistrich (25.). Anschließend übernahm Union phasenweise die Kontrolle und ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen. Die Antwort der Kölnerinnen folgte schnell: Nach einem schnellen Gegenstoß kamen die Gastgeberinnen im Strafraum zum Abschluss, doch Lina Hausicke war zur Stelle und klärte die Situation zur Ecke (33.).

Aus dem anschließenden Standard entwickelte sich dann eine Konterchance für die Eisernen. Janssens schaltete am schnellsten um, sprintete über das gesamte Spielfeld und suchte kurz vor dem Tor selbst den Abschluss. FC-Keeperin Lisa Schmitz reagierte jedoch aufmerksam und parierte den Abschluss (34.). In den Schlussminuten der ersten Halbzeit blieb die Begegnung intensiv und umkämpft, jedoch ohne weitere Tore. So ging es mit der 1:0-Führung für die Gastgeberinnen in die Pause.

Zwei Fußballteams begrüßen sich vor einem Stadion, im Hintergrund steht die Spielstandsanzeige bei 0:0.
Eine Fußballspielerin in schwarzer Uniform dribbelt den Ball, während Gegnerinnen in weißen Trikots versuchen, sie zu stoppen.
Zwei Fußballspielerinnen kämpfen um den Ball während eines Spiels, Fans feuern im Hintergrund an.
Zwei Fußballspielerinnen stehen auf dem Platz und schütteln sich die Hände, während andere Spielerinnen im Hintergrund stehen.
Eine Gruppe von Fans des FC Union Berlin in rot-weißen Trikots, die Schals und Fahnen halten und jubeln.

Kaltstart nach der Halbzeit – Union kämpft bis zum Schluss

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeberinnen den besseren Start: Einen Eckstoß der Kölnerinnen konnten die Unionerinnen zunächst noch klären, doch die Gefahr war damit nicht gebannt. Pauline Bremer reagierte am schnellsten und köpfte den von Nadine Böhi parierten Ball zum 2:0 ins Netz (50.). Die Kölnerinnen blieben in der Folge die aktivere Mannschaft. Innerhalb weniger Minuten erspielten sie sich zwei weitere Möglichkeiten, ließen ihre Chancen jedoch ungenutzt (53.).

Unions-Trainerteam reagierte und führte mit drei Wechseln personelle Veränderungen durch (56.). Die eingewechselten Spielerinnen sorgten für neue Impulse im Spiel der Eisernen. Die bis dahin größte Chance für die Berlinerinnen leitete Neuzugang Judit Pujols ein. Sie setzte sich im Strafraum stark durch und legte den Ball auf Nele Bauereisen ab. Deren Abschluss schien bereits den Weg ins Tor zu finden, wurde jedoch in letzter Sekunde von einer Kölner Abwehrspielerin geblockt (60.). Die Unionerinnen blieben nach dieser Aktion hartnäckig und erspielten sich durch Lia Kamber eine nächste Möglichkeit. Die Mittelfeldspielerin fasste sich aus der zweiten Reihe ein Herz und brachte das Spielgerät aufs Tor, doch FC-Torhüterin Schmitz klärte den Ball souverän (62.).

In der 83. Spielminute sorgten die Kölnerinnen dann für die Entscheidung: Ein langer, hoch geschlagener Ball aus dem Mittelfeld wirkte zunächst harmlos, doch Lydia Andrade schaltete blitzschnell, startete im richtigen Moment durch. Allein vor dem Tor behielt sie die Nerven und vollendete eiskalt zur 3:0-Führung. Beide Mannschaften kämpften bis zum Schluss, weitere Treffer sollten jedoch nicht mehr fallen. So ging die Partie mit einer 0:3-Niederlage für die Unionerinnen zu Ende.

Eine Torhüterin in grauer Ausrüstung dribbelt den Ball, während drei gegnerische Spielerinnen in weißen Trikots sie verfolgen.
Eine Fußballspielerin in schwarz dribbelt den Ball, während eine Spielerin in weiß versucht, den Ball zu erobern. Hintergrund: Bank mit Spielenden.
Zahlenschild im Franz-Kremer-Stadion zeigt 2.000 Zuschauer für ein Spiel des FC Frauen an.
Spielerinnen einer Fußballmannschaft stehen einander umarmt auf dem Spielfeld, umgeben von einem Mannschaftstrainer und weiteren Teammitgliedern.
Spielerinnen des 1. FC Union Berlin in schwarzer Spielkleidung stehen beim Spiel, im Hintergrund jubelnde Fans.

Stimmen nach dem Spiel

„Kein Punkt aus vier Spielen ist natürlich nicht der Start, den wir uns erhofft haben. Uns hat heute auf den letzten Metern die Klarheit gefehlt, da müssen wir dran arbeiten und unsere Chancen ruhiger und sicherer ausspielen. Positiv können wir aber auch heute wieder mitnehmen, dass unsere Energie und unser Kampfgeist groß sind und wir bis zum Schluss nicht aufgegeben haben“, fasste Naika Reissner die Partie zusammen.

„Dass wir jetzt am vierten Spieltag immer noch keine Punkte haben, war nicht der Plan. Wir wollten anders in die Saison starten. Wir wussten, dass Köln ein sehr starker Gegner ist und sehr körperlich spielt. Das haben wir leider nicht geschafft anzunehmen. Wir sind dann sehr unglücklich in den Rückstand geraten und haben es danach nicht geschafft, auch mit dem Ballbesitz, den wir hatten, in der Offensive Tore zu schießen. Das werden wir auch genauso mitnehmen: Wir hatten viel Ballbesitz, und jetzt geht es darum, den Ball über die Linie zu bringen“, so Anna Weiß nach dem Spiel.

„Die Gefühlslage nach dem Spiel heute ist natürlich nicht gut. Das haben wir uns anders vorgestellt. Grundsätzlich sind wir ordentlich ins Spiel gestartet, haben dann aber im Verlauf des Spiels in vielen Bereichen zu viel vermissen lassen. Dann geraten wir in Rückstand und haben gerade Probleme damit, mit Rückschlägen umzugehen. Daran müssen wir arbeiten. Wir sind aber auch vorne mit den Möglichkeiten, die wir haben, zu wenig konsequent. Es gibt viele Bereiche, an denen wir in der nächsten Woche arbeiten müssen, um gegen RB Leipzig ein anderes Gesicht zeigen zu können“, erklärte Cheftrainerin Marie-Louise Eta nach dem Auswärtsspiel in Köln.

Ausblick auf die kommenden Tage

Am Sonntag steht für die Mannschaft zunächst die Regeneration im Mittelpunkt. Nach einer intensiven Woche mit zahlreichen Trainingseinheiten und sowie zwei Spieltagen gilt es, neue Kräfte zu sammeln. Am Montag startet das Team dann wieder mit frischer Energie in die Vorbereitung auf die kommende Aufgabe. Der Fokus liegt dabei voll und ganz auf der anstehenden Heimspielwoche. Am Sonntag, dem 20.09.2026, empfangen die Unionerinnen um 18:30 Uhr RB Leipzig im Stadion An der Alten Försterei. Tickets für das Spiel sind online erhältlich.

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