Spektakulärer 3:2-Erfolg gegen Leipzig:
Unionerinnen holen erste Punkte der Saison
Die Profimannschaft der Frauen des 1. FC Union Berlin gewinnt am fünften Spieltag der Frauen-Bundesliga mit 3:2 gegen RasenBallsport Leipzig. Die frühe Führung erzielt Lia Kamber nach einem gelungenen Pressing im Aufbauspiel (2.). Im zweiten Durchgang glich Alieke Tuin für die Gäste mit einem Sonntagsschuss aus (53.), ehe ihre Mitspielerin Delice Boboy per Alleingang die Gäste in Führung bringt (71.). Die anschließende Antwort liefert erst Samantha Steuerwald traumhaft (84.) und dann Eileen Campbell per Kopf zum 3:2 (89.).
1. FC Union Berlin: Böhi - Schneider, Tysiak, Steuerwald, Pujols (79. Bauereisen) – Janssens, Hausicke, Kamber (90. Veit), Reissner (61. Egli) – Campbell (90. Orschmann), Heiseler (61. Weidauer)
RasenBallsport Leipzig: Herzog – Mathys, Norheim, Dudek, Tuin (85. Veefkind) – Pusztai, Schasching – Hulst (90. Pfilster), Simonsson (90. Kleemann), Ásgeirsdóttir – Boboy
Personal: Marie-Louise Eta veränderte ihre Elf auf insgesamt drei Positionen: Für Steinert, Gräwe und Weidauer rückten Pujols, Schneider und Heiseler in die Startaufstellung.
Zuschauer: 5.504
Tore: 1:0 Kamber (2.), 1:1 Tuin (53.), 1:2 Boboy (71.), 2:2 Steuerwald (84.), 3:2 Campbell (89.)
Dominante Eta-Elf – Kamber mit der frühen Führung
Das insgesamt zehnte Spiel dieser beiden Mannschaften gegeneinander startete mit schwungvollen Unionerinnen, die früh zu ersten Tormöglichkeiten kamen. Eine davon gab es in der zweiten Minute, in der die Köpenickerinnen die Sachsen hoch pressten und im Strafraum den Ball eroberten. Nachdem Eileen Campbell erst noch an Schlussfrau Elvira Herzog scheiterte, nahm sich Lia Kamber den Abpraller und verwandelte ihn schließlich in die rechte Ecke zum 1:0 für Union. Nach einer gespielten Viertelstunde meldeten sich auch die Union-Fans zum ersten Mal zu Wort und beendeten den, gegen RasenBallsport Leipzig üblichen, Stimmungsboykott.
Die Unionerinnen dominierten im Anschluss weiterhin das Spiel und kamen zu Chancen im Minutentakt. Diesmal verpasste Lisa Heiseler am zweiten Pfosten das Tor knapp und drückte den Ball, nach einer halbhohen Hereingabe von links, am rechten Pfosten vorbei (24.). Eine Zeigerumdrehung später wurde eine weitere Köpenicker Ecke zur Gefahr: Nach kurzem Chaos an und im Fünfmeterraum hielt Gast-Keeperin Herzog den, letztlich zu unplatzierten, Abschluss fest.
Nach 31. Minuten versuchte es dann Torschützin Kamber mit einem beherzten Volley aus zweiter Reihe, der aber noch vor der Linie von einer Leipzigerin geblockt wurde. Die weiterhin drückenden Unionerinnen kamen dann bis zum Pausenpfiff nicht mehr zu nennenswerten Chancen und so ging es mit der hochverdienten Führung in die Pause.
Erst dreht Leipzig das Spiel, dann Union – Steuerwald mit dem Tor der Saison
Der zweite Durchgang begann genauso furios wie schon der Erste: Nach einem starken Steckpass von Heiseler tauchte die mitgelaufene Jill Janssens links frei vor dem Tor auf und schob den Ball aus spitzem Winkel nur knapp am linken Pfosten vorbei (47.). Augenblicke danach spielte Keeperin Herzog den fälligen Abstoß in die Füße von Kamber, die diese Einladung jedoch nicht nutzen konnte und kurz vor dem Strafraum nur die Latte traf.
Daraufhin kamen die Leipzigerinnen durch eine Ecke zu ihrer ersten richtigen Chance, der Ball trudelte nach kurzem Gewimmel im Strafraum knapp am rechten Pfosten vorbei (51.). Die zweite Chance dann mit mehr Erfolg: Alike Tuin fasste sich von der linken Strafraumkante aus ein Herz, der Ball flog im Bogen über Union-Keeperin Nadine Böhi und schlug schlussendlich in der rechten Ecke zum 1:1 ein (53.).
Union zeigte sich im Anschluss mit der einzig richtigen Reaktion und drückte auf den erneuten Führungstreffer. Auch Böhi zeigte sich weiterhin siegeswillig und fischte einen Distanzschuss von Leipzigs Sara Pusztai aus dem rechten Winkel (68.). Drei Minuten später konterte RB nach Ballgewinn auf Höhe der Mittellinie; Charlotte Hulst schickte Alice Boboy auf die Reise und diese nutzte ihr enormes Tempo, tauchte allein vor Böhi auf und traf platziert in die linke Ecke zum 1:2 (71.).
Doch die Unionerinnen ließen sich von diesem Nackenschlag nicht unterkriegen und warfen anschließend alles nach vorne. Nachdem ein Angriff aus Sicht der Leipzigerinnen zunächst bereinigt schien, ging Samantha Steuerwald volles Risiko und traf aus 25 Metern halblinks per Volley traumhaft zum verdienten 2:2. Im Anschluss gingen die Eisernen aufs Ganze und kamen nach einer Ecke von rechts durch den Kopfball von Campbell tatsächlich noch zum verdienten, viel umjubelten 3:2 (89.). In den letzten fünf Minuten der Nachspielzeit ließ Union nichts mehr anbrennen und sicherte so die ersten drei Punkte der Saison.
Stimmen nach dem Spiel
„Es herrscht jetzt eine unfassbare Erleichterung nach dem Abpfiff. Es war heute ein großer Kampf und ich bin unfassbar stolz, dass wir bis zur letzten Minute alles gegeben haben. Ich freue mich, dass wir uns heute endlich belohnen konnten. Der Sieg ist extrem wichtig“, fasste Lia Kamber die Partie zusammen.
„Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und konnten uns direkt mit dem Führungstreffer belohnen. Eigentlich hätten wir im ersten Durchgang auch noch nachlegen müssen. Nach den beiden unglücklichen Gegentoren haben wir nicht aufgegeben, sondern weiterhin guten Fußball gezeigt und am Ende völlig zurecht gewonnen. Wir haben einfach bis zum Schluss an uns geglaubt. Ich hoffe, der Knoten ist jetzt geplatzt“, ergänzte Traumtorschützin Samantha Steuerwald nach dem Spiel.
„Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir sind in der ersten Halbzeit gut reingekommen, hatten viele Chancen und haben wenig zugelassen. Anschließend haben wir verpasst das zweite Tor zu machen und hatten eine passive Phase, in der Leipzig das Spiel gedreht hat. Danach haben wir alles investiert und haben daran geglaubt, dass Spiel noch zu drehen. Das dritte Tor hat sich dann sehr schön angefühlt und ich bin froh, dass wir uns belohnen konnten“, erklärte Cheftrainerin Marie-Louise Eta nach dem Heimsieg am Sonntagabend.
Ausblick auf die kommenden Tage
Für die Eisernen steht eine intensive Woche an, inklusive öffentlichem Training am Mittwoch, dem 23.09. um 14:00 Uhr am Trainingszentrum Oberspree. Am Sonntag, den 27.09., wartet dann der 1. FC Magdeburg in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals auf die Eta-Elf. Der Anpfiff des Duells ist um 14 Uhr in der Avnet Arena. Tickets für das Auswärtsspiel gibt es hier.