Fünf-Tore-Spektakel im Volkspark:
Unioner verlieren hart umkämpftes Duell
Die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin muss sich dem HSV am 22. Bundesligaspieltag mit 2:3 geschlagen geben. Dank eines Strafstoßes gehen die Eisernen zunächst durch Leopold Querfeld in Führung (28.), die die Gäste jedoch postwendend egalisieren (35.). Kurz vor der Pause verpasst Andre Ilić unglücklich die erneute Chance zur Führung, den anschließenden Konter spielen die Hausherren perfekt aus und drehen damit in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Partie (45.+4). In der zweiten Halbzeit erhöhen die Rothosen auf 3:1. Union gelingt durch Ilić in der 89. Spielminute noch ein zweiter Treffer, trotz hitziger Schlussphase können die Berliner aber nicht mehr nachlegen.
1. FC Union Berlin: Rönnow – Trimmel, Doekhi, Querfeld, Nsoki (84. Burke), Köhn – Khedira (75. Král), Kemlein (84. Schäfer) – Jeong (61. Skarke), Ilić, Ansah (61. Burcu)
Hamburger Sport-Verein: Heuer Fernandes – Capaldo (87. Elfaldi), Vušković, Torunarigha – Jatta (74. Gocholeishvili), Vieira, Remberg, Muheim – Königsdörffer (87. Mikelbrencis), Glatzel (72. Poulsen), Otele (72. Dompé)
Personal: Unions Cheftrainer Steffen Baumgart veränderte die Startelf nach dem Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt nur auf einer Position: Für András Schäfer spielte Andrej Ilić von Anfang an.
Zuschauer: 57.000
Tore: 0:1 Querfeld (25.), 1:1 Königsdörffer (35.), 2:1 Capaldo (45.+2), 3:1 Königsdörffer (82.), 3:2 Ilić (89.)
Querfeld per Strafstoß zur Führung – HSV mit der doppelten Antwort
Der 1887 gegründete HSV startete heute in sein 1887. Bundesligaspiel und verbuchte dann auch gleich die erste Chance des Spiels: Nach einer Union-Ecke schalteten die Norddeutschen schnell um und kombinierten sich bis in den Strafraum, wo sich aber Rani Khedira als letzte Instanz vor den Ball warf und die Situation entschärfte (3.).
Daraufhin fand das Spielgeschehen zu einem großen Teil im Mittelfeld statt. Erst in der 25. Minute kam es wieder zu einer spielweisenden Entscheidung: Strafstoß für die Eisernen. Nicolás Capaldo nahm beim Klärungsversuch seinen Fuß zu weit nach oben und traf Andrej Ilić im Gesicht. Der folgerichtige Elfmeter war für Leopold Querfeld dann nur noch Formsache.
Doch die Antwort der Hamburger ließ nicht lange auf sich warten: Nur zehn Zeigerumdrehungen nach der Unioner Führung bekam Ransford Königsdörffer nach einer Passstafette die Kugel im Köpenicker Strafraum vor die Füße gespielt und netzte unten links ein (35.).
Kurz vor dem Pausenpfiff bekam dann Ilić nach einem Fehler von Torwart Daniel Heuer Fernandes die große Möglichkeit zur erneuten Führung, doch der Serbe verfehlte knapp das leere Tor. Den direkten Gegenstoß verwerteten die Rothosen effizienter: Elfmeter-Verursacher Capaldo erwischt im Strafraum einen Pass von Bakery Jatta und schoss aufs Tor. Frederik Rönnows Bein lenkte die Kugel zwar noch an die Latte, doch das Spielgerät landete von dort im Kasten des Dänen. Drei Minuten später ging es für die Mannschaften beim Stand von 1:2 aus Sicht der Unioner in die Kabine.
Königsdörffer erhöht die HSV-Führung – Ilić macht die Partie noch einmal spannend
Nach dem Seitenwechsel mussten beide Teams erst wieder in die Partie finden, ehe in der 58. Minute Königsdörffer aus halblinker Position den Ball knapp über die Latte feuerte. Zwei frühe Wechsel von Union-Trainer Steffen Baumgart brachten daraufhin frischen Wind in das Duell, so dribbelte Livan Burcu bis an die gegnerische Strafraumkante und legte nach rechts ab. Dort wartete der ebenfalls eingewechselte Tim Skarke, der das Gehäuse mit seinem Schuss allerdings um Zentimeter verfehlte (64.).
Kurz darauf schoss Derrick Köhn aus einer vielversprechenden Freistoßposition aus 20 Metern Entfernung direkt auf das Tor, doch der Querbalken rettete Keeper Heuer Fernandes und den HSV vor dem Ausgleich.
Auf der anderen Seite ging es dann wieder ganz schnell: Die Hamburger eroberten den Ball und leiteten über Königsdörffer einen Gegenstoß ein. Der Mittelstürmer gewann das eins gegen eins mit Querfeld, lief frei auf das Tor zu und netzte eiskalt zum 3:1 ein. (82.).
Doch die Eisernen gaben sich nicht geschlagen und antworteten postwendend: Oliver Burke wurde kurz zuvor frisch in die Begegnung gebracht und bediente mit einem seiner ersten Kontakte Ilić, der per Kopf seinen ersten Saisontreffer erzielte und die Partie noch einmal spannend machte (89.). Daraufhin gestaltete sich die Schlussphase sehr hektisch, doch die Rothosen konnten ihre Führung über die Zeit bringen.
Stimmen nach dem Spiel
“Wenn du auswärts zwei Tore schießt, 1:0 in Führung gehst und dann noch verlierst, ist das natürlich schlecht. Aus Sicht des Abwehrspielers schmerzen dann die Gegentore noch mehr. Wir haben jetzt in den letzten vier Spielen zehn Gegentore gefangen und das ist einfach zu viel für die Bundesliga”, fasste Kapitän Christopher Trimmel nach dem Abpfiff die Situation zusammen.
Derrick Köhn ergänzte: “Wir sind nicht gut in das Jahr gestartet. Sieben Spiele ohne Sieg sind nicht gut, das wissen wir selbst. Aber wir müssen weitermachen und versuchen, nächste Woche das Spiel zuhause zu gewinnen. Wir fangen uns gerade zu einfach die Konter, und das darf uns eigentlich nicht passieren. Das wird analysiert und dann machen wir weiter.“
“Wir machen gerade zu viele Fehler. Das können wir besser, haben aber dem Gegner heute mit den Umschaltmomenten auch in die Karten gespielt. Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen, was die Willenskraft angeht. Trotzdem verlierst du ein Spiel, wenn du diese Fehler machst. Fußball ist ein Fehlersport, aber zu viele dürfen es nicht sein, und das gilt es nächste Woche besser zu machen”, so Cheftrainer Steffen Baumgart.
Ausblick auf die kommenden Tage
Die neue Trainingswoche beginnt für die Mannschaft von Cheftrainer Steffen Baumgart am Dienstag mit einer öffentlichen Einheit. Ab 11 Uhr werden die Tore zum Trainingsplatz geöffnet, wobei der Fokus auf das Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen gelegt wird. Bis zum Anstoß am Sonnabend, dem 21.02.2026, finden die weiteren Einheiten allesamt hinter verschlossenen Türen statt.