Trotz langer Unterzahl:
Kämpferisches Union holt Punkt in Augsburg
Mit einer engagierten Leistung erspielt sich die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin trotz einer langen Unterzahlphase einen Zähler in Augsburg. Nach den Roten Karten gegen Felix Uduokhai (19.) und Juma Bah (63.) sorgen Han-Noah Massengo (71.) und Janik Haberer (74.) für die Tore zum Endstand.
1. FC Union Berlin: Rönnow – Haberer, van den Bosch, Uduokhai, Rothe – Aebischer (90.+5 Kemlein), Schäfer, Khedira, Burcu (25. Querfeld) – Jeong (76. Burke), Skarke (46. Gray)
FC Augsburg: Dahmen – Bah, Matsima, Brackelmann (12. Gouweleeuw) – M. Wolf (72. Fellhauer), Massengo (89. Ogundu), Rieder, Behrens – Kade (89. Ribeiro), Ibrahimovic (72. Kömür) – Gregoritsch
Personal: Für die Partie in der Fuggerstadt veränderte das Trainerteam der Eisernen die Startelf lediglich auf einer Position: Livan Burcu übernahm die linke Offensivseite von Kastriot Imeri.
Zuschauer: 33.660
Tore: 1:0 Massengo (71.), 1:1 Haberer (74.)
Kaum Torchancen – Union früh in Unterzahl
Ohne spielerische Höhepunkte, dafür aber mit einer längeren Verletzungsunterbrechung samt anschließendem frühen Wechsel bei den Gastgebern startete die Partie in Augsburg. Unions erste Torannäherung durch Tim Skarke in Minute 17 landete per Flachschuss am Außennetz; die Euphorie danach ebbte aber umgehend ab, als Felix Udookhai nach einer Notbremse gegen Michael Gregoritsch zwei Minuten später per Platzverweis vom Feld musste.
In der Folge und mit der Aussicht auf mindestens 70 Spielminuten in Überzahl rissen die Hausherren das Heft des Handelns nun mehr und mehr an sich und drückten die Eisernen teilweise tief in die eigene Hälfte. Das Team von Cheftrainer Mauro Lustrinelli hingegen stellte mit der Einwechslung von Leopold Querfeld auf eine defensive Fünfer-Abwehrkette um und konzentrierte sich zunehmend auf das Konterspiel.
Elf Abschlüsse auf Seiten des FCA standen bis zum Pausenpfiff zu Buche, jene zwei davon, die auch den Weg aufs eiserne Tor fanden, parierte die Abwehr um Frederik Rönnow jedoch konsequent.
FCA-Führung trotz Platzverweis – Eiserne gleichen Rückstand schnell aus
Mit unverändertem Spielverlauf begann auch Durchgang Zwei: Die Gastgeber schickten eine Angriffswelle nach der anderen in Richtung des Köpenicker Strafraums, dieser blieb aber nach wie vor fest verschlossen und undurchdringbar.
Ab Minute 63 agierten die Fuggerstädter ebenso mit einem Feldspieler weniger. Juma Bahs grobes Foulspiel gegen András Schäfer ließ Schiedsrichter Robin Braun keine andere Wahl, als auch in dieser Situation die Rote Karte zu zeigen.
Trotz des Rückschlages gelang den Gastgebern wenige Augenblicke später mit der ersten richtigen Torchance der Partie der erste Treffer. Eine Halbfeldflanke von Fabian Rieder verlängerte Han-Noah Massengo unhaltbar für Rönnow ins kurze Eck (71.).
Um den ohnehin schon kuriosen Spielverlauf noch ungewöhnlicher zu gestalten, nutzten auch die Eisernen drei Zeigerumdrehungen später ihren ersten Torabschluss durch Janik Haberer zum Ausgleich. Im Nachgang an einen Freistoß aus der Tiefe bekam die FCA-Abwehr das Spielgerät nicht ausreichend geklärt, sodass Mekhi Gray, Leopold Querfeld und letztlich Janik Haberer den Ball mit viel Willen über die Linie drückten.
Die Partie lief nun auf einem anderen Energielevel als weite Strecken zuvor, beide Mannschaften suchten den Weg nach vorne mit mehr Konsequenz und verzeichneten hier und da weitere Abschlüsse. Die Versuche des eingewechselten Mert Kömür (80.) und von Anton Kade (81.) landeten aber erneut im Außennetz und auch Michael Gregoritsch verpasste nach Fellhauer-Flanke in Minute 87 per Direktabnahme die erneute FCA-Führung.
Weitere Chancen bekamen die Zuschauer nicht zu sehen, so endete die Begegnung letztlich mit 1:1.
Stimmen nach dem Spiel
“Wenn man so früh die Rote Karte bekommt, war das, was wir dann gezeigt haben, eine große Moralleistung. Dann kriegen wir das Gegentor, aber machen dann selber den Treffer und stehen wieder auf. Ich freue mich jedenfalls sehr, mal wieder getroffen zu haben. Insgesamt sieht unser Spiel mittlerweile sehr solide aus, da müssen wir jetzt dranbleiben”, lautet die Einschätzung von Janik Haberer.
„Wenn du so lange in Unterzahl spielst und dann das Gegentor bekommst, ist es schon bitter. Das Ergebnis geht dann aber umso mehr in Ordnung. Wir stehen als Mannschaft wieder kompakter und sind auch seit einigen Wochen wieder eine Einheit, jeder kämpft für den anderen“, so Rani Khedira im Anschluss.
“Das Team hat eine unglaubliche Solidarität gezeigt. Lange Zeit gegen ein starkes Heimteam so zu spielen, ist nicht einfach. Auch nach dem Gegentor haben die Spieler Charakter gezeigt, darauf bin ich stolz. Jetzt gilt es weiter daran zu arbeiten, dass wir unsere Leistung immer auf den Platz bekommen, egal unter welchen Umständen”, bewertet Mauro Lustrinelli die Partie.
Ausblick auf die kommende Woche
Fans der Eisernen können sich auf drei Highlights in der neuen Woche freuen: Neben den Partien gegen den 1. FC Köln am Dienstag beziehungsweise Sonntag findet am Freitag, dem 30.10.2026, ab 11 Uhr ein öffentliches Training auf dem Trainingsplatz am Stadion An der Alten Försterei statt.