Späte Tore in jeder Halbzeit:
Union holt 1:1 in Augsburg
Die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin erspielt sich beim Hinrundenabschluss gegen den FC Augsburg ein spätes 1:1. Die überraschende FCA-Führung durch Alexis Claude-Maurice' Distanztor kurz vor dem Halbzeitpfiff kontert Joker Marin Ljubičić wenige Minuten vor dem Abpfiff einer insgesamt ausgeglichenen Partie (90.+2).
1. FC Union Berlin: Rönnow – Doekhi, Querfeld, Leite (82. Ljubicic) – Trimmel, Khedira (82. Král), Schäfer (64. Kemlein), Köhn – Jeong, Burke (64. Ilić), Ansah (64. Burcu)
FC Augsburg: Dahmen – Banks, Schlotterbeck, Zesiger – Fellhauer, Jakić, Rexhbecaj (63. Massengo), Giannoulis (75. Wolf) – Kade (75. Kömür), Gregoritsch (82. Essende), Claude-Maurice (82. Rieder)
Personal: Nach dem Unentschieden im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 nahm Union-Cheftrainer Steffen Baumgart auf vier Positionen eine Veränderung vor: Für Janik Haberer, Aljoscha Kemlein, Livan Burcu und Andrej Ilić rückten Christopher Trimmel, András Schäfer, Wooyeong Jeong und Ilyas Ansah in die Startelf.
Zuschauer: 27.267
Tore: 1:0 Claude-Maurice (45.+6), 1:1 Ljubicic (90.+2)
Der ausführliche Bericht folgt in Kürze...
Mehr Möglichkeiten für Union – Augsburg mit glücklichem Führungstreffer
Die Partie in der WWK-Arena begann auf beiden Seiten mit abwartenden Spielanlagen, und auch die erste zwingende Toraktion ließ ein wenig auf sich warten. Erst in der 19. Minute konnten die Eisernen das erste Mal gefährlich werden: Oliver Burke dribbelte auf der rechten Seite bis zur Grundlinie und spielte eine genaue Flanke auf den anlaufenden András Schäfer, der seinen Kopfball per Aufsetzer allerdings über das Tor des FCA fliegen ließ.
Knapp 180 Sekunden später fand ein weiteres Zuspiel in den Strafraum Wooyeong Jeong, der von dort völlig frei zum Abschluss kam. Sein Schuss rauschte präzise auf die untere rechte Ecke zu, doch Torhüter Finn Dahmen verhinderte mit einer schnellen Reaktion den möglichen Führungstreffer (22.).
Kurz darauf erwiderte Schäfer den früheren Gefallen und setzte wiederum Burke in Szene: Der Schotte rannte dank seiner Geschwindigkeit an der gesamten Abwehrkette des FCA vorbei und verfehlte nur knapp den Augsburger Kasten (28.).
Danach verlief das Spiel - wie schon zu Beginn der ersten Halbzeit - mit jeweils weniger Zug zum gegnerischen Tor bei beiden Mannschaften. Tief in der Nachspielzeit verhinderte dann Frederik Rönnow nach einem Zesiger-Kopfball den Rückstand (45.+4). In der sechsten Minute der Nachspielzeit setzte Alexis Claude-Maurice aus knapp 30 Metern den ersten Augsburger Schuss ab, der immer länger wurde und schließlich unhaltbar im oberen rechten Winkel einschlug. Mit diesem Tor und dem 0:1 aus Sicht der Eisernen ging es kurz darauf in die Halbzeit.
Rote Karte für Köhn – Später Ausgleich in Unterzahl
Auch die zweite Halbzeit startete, wie bereits die erste, mit viel Geduld und Disziplin. In der 57. Minute nutzten dann die Augsburger eine vielversprechende Freistoßposition fast zum 2:0, Claude-Maurice' Ausführung landete jedoch am rechten Außenpfosten. Drei Zeigerumdrehungen später war es erneut der Torschütze, der einen Gegenstoß für den FCA einleitete: Am Ende landete die Kugel bei Anton Kade, der das Spielgerät auf den Kasten von Rönnow brachte, doch der war reaktionsschnell per Armabwehr zur Stelle und verhinderte Schlimmeres (60.).
Es folgte eine weitere Viertelstunde, in der die Gastgeber ihre Führung verteidigten und die Unioner ihrerseits weiterhin die entscheidende Lücke zum Ausgleich suchten. Eine dieser heute seltenen Gelegenheiten bot sich Rani Khedira nach 79 Spielminuten, als er eine Jeong-Hereingabe aus zehn Metern direkt und mit viel Risiko Richtung Tor weiterleitete. Zwei Meter fehlten ihm jedoch zum Treffer.
Kurz vor Erreichen der 90-Minuten-Marke zückte dann Schiedsrichter Florian Badstübner die Rote Karte: Unions Außenverteidiger Derrick Köhn klärte einen Konter der Augsburger, traf dabei allerdings nicht nur den Ball, sondern anschließend auch Samuel Essende mit zu hohem Bein und wurde daraufhin des Platzes verwiesen (89.).
Doch die Unioner ließen sich davon nicht unterkriegen und stürmten weiter auf den Ausgleich. Der eingewechselte Alex Král dribbelte bis zur Grundlinie, flankte in den Augsburger Rückraum, wo sich Andrej Ilić gegen seinen Gegenspieler durchsetzte und den Ball Richtung Tor spielte. Der ebenfalls eingewechselte Marin Ljubičić veränderte die Flugbahn des Spielgeräts noch mit der Fußspitze, wodurch selbiges neben Finn Dahmen im Augsburger Tor einschlug (90.+2). Nach dem Ausgleich warf der FCA noch ein letztes Mal alles nach vorne, doch Rönnow hielt den Punkt für die Unioner bis zum Schlusspfiff fest.
Stimmen nach dem Spiel
“Man sollte uns nie abschreiben, daran haben wir uns auch in der 2. Halbzeit erinnert. Es ist eine unserer Stärken, dass von der Bank noch einmal guter und neuer Schwung reinkommt. Das zeigt auch den tollen Teamgeist. In der ersten Halbzeit haben wir sicher die besseren Chancen, aber Augsburg macht eben ein unfassbar schönes Tor. Im zweiten Durchgang haben wir alles auf das Tor ausgelegt und am Ende auch verdient getroffen”, so das Fazit von Rani Khedira nach Abpfiff.
Marin Ljubičić fügte im Anschluss an: “Die ersten Minuten des Spiels fühlten sich an, als würde kaum etwas passieren. Leider änderte sich das dann mit einem Treffer des Gegners. Danach haben wir aber wieder Charakterstärke gezeigt, es spielt aktuell keine Rolle wer startet und wer weniger spielt. Natürlich wollen wir auch jede Partie gewinnen, heute aber sind wir zufrieden mit dem Punkt.”
“Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, die dann aber mit einem Sonntagsschuss endet. Nur leider nicht für uns. Davor habe ich weniger von Augsburg gesehen, sondern mehr von uns. In Unterzahl kommen wir dann aber zurück, die Jungs haben also wieder alles gegeben”, fasste Cheftrainer Steffen Baumgart die Partie zusammen.
Ausblick auf die kommenden Tage
Für die Mannschaft von Cheftrainer Steffen Baumgart geht es nach dem Duell gegen Augsburg ohne Pause weiter: Das Team fährt gemeinsam nach Herzogenaurach, um die zwei Tage bis zum nächsten Auswärtsspiel auf dem HomeGround von adidas zu trainieren, ehe am Sonntag, dem 18.01.2026, um 15:30 Uhr in Stuttgart das erste Spiel der Rückrunde angepfiffen wird.