Premiere unter neuer Führung:
Union-Profis wollen Wölfe auf Abstand halten
Wenn am Sonnabend, dem 18.04.2026, um 15:30 Uhr der Ball freigegeben wird, bestreiten die Akteure des 1. FC Union Berlin und des VfL Wolfsburg nicht nur den 30. Spieltag, sie und alle Anwesenden erleben gleichzeitig auch ein Novum in Deutschlands höchster Spielklasse. Marie-Louise Eta, neue Cheftrainerin der Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin gibt ihr Debüt in der Bundesliga.
Die Ausgangslage
Die Wölfe kassierten am vergangenen Spieltag im ersten Durchgang einen bitteren Doppelschlag der Frankfurter Eintracht und rannten fortan vor heimischer Kulisse einem 0:2-Rückstand hinterher. Erst tief in der Nachspielzeit gelang Dzenan Pejčinović der späte Anschluss (90.+7), der jedoch nur Ergebniskosmetik blieb, denn die 1:2-Pleite war nicht mehr abzuwenden. Damit wartet der VfL seit nunmehr zwölf Spielen auf einen Dreier und steckt seit dem 24. Spieltag auf Rang 17 fest.
Auch die Eisernen mussten sich am vergangenen Wochenende mit einem ernüchternden 1:3 beim Tabellenletzten aus Heidenheim geschlagen geben. Die Niederlage hatte unmittelbare Folgen: Cheftrainer Steffen Baumgart wurde freigestellt, während mit U19-Coach Marie-Louise Eta erstmals in der Bundesliga-Geschichte eine Frau die Verantwortung an der Seitenlinie übernimmt.
Negativrekord, Trainerentlassungen und schließlich die Rückkehr von Erfolgscoach Dieter Hecking – die Mannschaft aus der Autostadt hat turbulente Zeiten hinter sich. Die Wölfe sind aktuell das einzige Team der Bundesliga, das in der Rückrunde noch keinen Sieg eingefahren hat. Anfang März zog der Klub deshalb erneut die Reißleine: Auf Daniel Bauer folgte Hecking, jener Trainer, der den VfL 2015 zum DFB-Pokalsieg führte. Doch auch unter dem 61-Jährigen läuft der Motor bislang nur im Leerlauf: ein Remis, drei Niederlagen, mehr war bisher nicht drin. Zwar blieb der Rückstand auf den Relegationsplatz mit vier Punkten zuletzt gleich, aber die Spiele auf der Uhr werden natürlich immer weniger.
Trotz aller Misere sollte man nicht vergessen: Wolfsburg spielt seine 29. Saison im Oberhaus und ist seit dem Aufstieg noch nie abgestiegen. Eng wurde es aber schon mehrfach: 2017 gegen Eintracht Braunschweig und 2018 gegen Holstein Kiel retteten sich die Niedersachsen erst in der Relegation, dreimal landeten sie am Ende auf Rang 15. Der Klub weiß also, wie Abstiegskampf funktioniert und auch wie man ihm entkommt.
Vielleicht kann der VfL im Saisonendspurt auf seine finanzielle Schlagkraft und die Erfahrung im Kader bauen. Mit einem Marktwert von über 230 Millionen Euro rangieren die Wölfe ligaweit auf Platz acht. Dazu kommen Routiniers wie Christian Eriksen und Maximilian Arnold. Der Linksfuß, langjährige Kapitän und Dauerbrenner, war zuletzt zwar angeschlagen, steht aber am Wochenende vor einem echten Meilenstein: seinem 400. Bundesliga-Spiel.
Nach bisher 16 Pflichtspielduellen spricht die Bilanz immer noch für die Niedersachsen: Von 14 Duellen in der Bundesliga, zwei Begegnungen in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga 1991/92 und einem Vergleich im DFB-Pokal gewannen die Grün-Weißen derer acht, fünf Spiele entschieden die Eisernen für sich.
Das Trainerteam der Eisernen muss am Sonnabend auf die Dienste von Matheo Raab, Wooyeong Jeong und David Preu verzichten.
"Die Wolfsburger kommen mit einer enormen Offensiv- sowie Individualqualität - auch wenn der Tabellenplatz zeigt, dass dort in den vergangenen Wochen nicht alles rund lief. Sie geben dem Gegner gut Räume und Möglichkeiten, die wir bestmöglich nutzen wollen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Qualität der Wolfsburger gut dimmen können. Wir werden kein Aufbaugegner sein", sagte Cheftrainerin Marie-Louise Eta im Vorfeld auf der Pressekonferenz.
"Wir haben immer noch die Chance, aber wir brauchen nicht nach links und rechts gucken, wir brauchen den Sieg. Ohne den Sieg sind es Durchhalteparolen. Das realistische Ziel ist Platz 16, aber dafür musst du anfangen zu punkten. Wir können nicht mehr lange warten, denn irgendwann ist die Saison vorbei”, so die Aussage von VfL-Cheftrainer Dieter Hecking.
Wie gewohnt öffnet das Stadion An der Alten Försterei zwei Stunden vor dem Anpfiff. Die Partie ist im Heim- und Gästebereich ausverkauft.
Es bestehen weiterhin umfangreiche Verkehrsbeeinträchtigungen im ÖPNV, eine Anreise über die Straßenbahnstrecken “Altstadt Köpenick” ist zudem nur mit dem Schienenersatzverkehr möglich. Allen Besuchern wird daher eine frühzeitige Anreise empfohlen.
Aufgrund eines eingeschränkten Zugangs zum Waldweg an der Hämmerlingstraße wird empfohlen, den Weg entlang der Hämmerlinghalle und des Parkplatzes zu nutzen. Die Polizei bittet um Beachtung dieses Fanbriefes.
Die Partie wird live von DAZN und Sky übertragen. Darüber hinaus gibt es einen Audiostream im rbb24 Inforadio und bei rbb24 und wie gewohnt informiert Union auch im vereinseigenen Live-Ticker über die Partie.