Heute serviert:

Unioner Auswärtssieg in Essen

Die Profimannschaft der Frauen des 1. FC Union Berlin dreht am 16. Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga einen 0:2-Rückstand bei der SGS Essen zu einem 4:2-Auswärtssieg. Nachdem die SGS binnen sieben Minuten zwei Tore erzielt (36./43.), gelingt Lisa Heiseler in der Nachspielzeit der Anschlusstreffer (45+3.). Kurz nach dem Seitenwechsel sorgt Eileen Campbell zunächst für den Ausgleich, ehe sie nur elf Minuten später mit ihrem zweiten Treffer das Spiel gänzlich dreht (51./62.). Mit dem Schlusspfiff erzielt Lia Kamber schließlich noch ihr Premierentor für Union zum 4:2-Endstand (90+9.).

1. FC Union Berlin: Bösl – Weiß (71. K. Orschmann), Tysiak, Steuerwald, Heikkinen (60. Reissner) – Pawollek, Kamber, Heiseler – D. Orschmann (85. Halverkamps), Campbell, Eurlings (71. Bauereisen)

SGS Essen: Sindermann – Meißner (87. Olsen), Ostermeier, Bäcker, Flach – Berentzen (69. Terlinden), Platner, Fürst (69. Kowalski), Elmazi (15. Köpp) – Maier, Van Belle

Personal: Nach dem Jahresauftakt gegen Bayer 04 Leverkusen veränderte das Trainerteam die Startaufstellung auf zwei Positionen: Lia Kamber ersetzte die fehlende Sophie Weidauer, zudem startete Hannah Eurlings anstelle von Antonia Halverkamps.

Zuschauer: 1.502

Tore: 1:0 Platner (36.), 2:0 Maier (43.), 2:1 Heiseler (45+3.), 2:2 Campbell (51.), 2:3 Campbell (62.), 2:4 Kamber (90+9.)

Essener Doppelschlag schockt Union – Heiseler verkürzt in der Nachspielzeit

Im Stadion an der Hafenstraße starteten die Unionerinnen gut ins Spiel und hatten von Beginn an deutliche Ballbesitzvorteile. Der erste Abschluss der Partie gehörte zwar der SGS, doch den Versuch von Shari Van Belle nach einer Flanke von der rechten Seite fing Cara Bösl souverän ab (3.). Wiederum nur drei Minuten später hatte Eileen Campbell auf der Gegenseite für Union den ersten Hochkaräter, doch ihren Kopfball nach einer starken Flanke von Ida Heikkinen klärte eine Verteidigerin kurz vor der Torlinie (6.). 

Nach diesem fulminanten Start flachte das Geschehen zunehmend ab. Union hatte zwar ein optisches Übergewicht, konnte aus den Feldvorteilen allerdings kaum Kapital schlagen. Die Gastgeberinnen wehrten sich resolut, traten aber offensiv lange kaum in Erscheinung. In der 34. Minute begann allerdings eine zehnminütige Drangphase der Essenerinnen: Eine scharfe Hereingabe von Van Belle verpasste Ramona Maier im Fünf-Meter-Raum um Haaresbreite. Kurz darauf kam Selina Ostermeier nach einer weiteren Hereingabe von der rechten Seite zum Abschluss, doch ihren Versuch fing Bösl ab (36.). Nur 30 Sekunden später war Unions Nummer 1 jedoch geschlagen: Ein Distanzschuss von Paulina Platner aus 22 Metern schlug im unteren Eck ein (36.). 

Union taumelte in dieser Phase und hatte in der 38. Minute Glück, dass Vanessa Fürst aus kurzer Distanz nur das Außennetz traf. Mitten in dieser Phase hatte Eileen Campbell allerdings auch den Ausgleich auf dem Kopf, als sie von Hannah Eurlings per Flanke bedient wurde, doch ihren platzierten Versuch vereitelte SGS-Schlussfrau Kim Sindermann mit einem starken Reflex (41.). Stattdessen durfte Essen nur zwei Minuten später erneut jubeln: Infolge eines Einwurfes setzte sich Maier im Strafraum durch und beförderte die Kugel artistisch ins lange Eck (43.). Union gab sich allerdings nicht auf und kam in der dritten Minute der Nachspielzeit zum wichtigen Anschlusstreffer: Campbell eroberte den Ball im Strafraum und gab scharf nach innen, wo Lisa Heiseler den Ball über die Linie beförderte (45+3.). 

 

Spielszene im Frauenfußball: Eine Spielerin im schwarzen Trikot dribbelt den Ball, während eine Gegnerin in einem weißen Trikot Nahaufnahme hat.
Eine Fußballspielerin in schwarzem Trikot dribbelt den Ball, während eine Gegnerin in weißem Trikot interessiert zusieht.

Campbell-Doppelpack dreht das Spiel – Union kehrt mit drei Punkten heim

Der Anschlusstreffer unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff gab den Unionerinnen merklich Auftrieb: Die Poese-Elf kam energisch aus den Katakomben und drückte direkt auf den Ausgleich. In der 51. Minute war Heiseler bereits nah dran, doch mit einer weiteren starken Parade lenkte Kim Sindermann den Schuss aus 16 Metern über den Querbalken. Der anschließende Eckball führte jedoch zum Erfolg: Essen bekam den Ball nicht geklärt, sodass Eileen Campbell aus sechs Metern zum Abschluss kam und das Spielgerät unter die Latte beförderte (52.). 

Das Spiel ging nun hin und her, Zeit zum Atmen blieb den 22 Akteurinnen auf dem Rasen kaum. In der 52. Minute musste Cara Bösl den Ausgleich festhalten, als Shari Van Belle die Schlussfrau aus kurzer Distanz prüfte. Nach einer Ecke traf die SGS zudem die Latte (58.). Vier Minuten später konnte Union dann aber das Spiel drehen: Naika Reissner, erst zwei Minuten vorher eingewechselt, setzte sich auf der linken Seite stark durch und fand mit ihrer Flanke Campbell, die Sindermann mit etwas Glück überwinden konnte.  

Nach dieser intensiven Viertelstunde lebte die Partie in den verbleibenden Minuten von ihrer Spannung. Die SGS Essen war um eine Antwort bemüht, fand jedoch kaum ein Durchkommen gegen die gut organisierte Abwehr der Eisernen. Union agierte äußerst abgeklärt und hatte in der 83. Minute die große Chance auf die Vorentscheidung, doch Heiseler konnte den Ball nach Vorarbeit von Campbell aus vier Metern nicht im halbleeren Tor unterbringen. Diese vergebene Möglichkeit sollte sich allerdings nicht mehr rächen, weil die Unionerinnen den knappen Vorsprung am Ende über die Zeit bringen konnten und mit der letzten Aktion des Spiels sogar noch auf 4:2 stellen konnten: Eine Flanke von Antonia Halverkamps beförderte Lia Kamber wuchtig per Kopf ins Netz (90+9.). Damit bleibt Union auswärts in der Rückrunde nicht nur weiterhin ohne Punktverlust, sondern kann auch die SGS Essen auf dem ersten Abstiegsplatz auf neun Punkte distanzieren.  

Zwei Frauen im Fußballtrikot kämpfen um den Ball auf einem Sportplatz mit Tribünen im Hintergrund.

Stimmen nach dem Spiel

„Es war heute eine ordentliche Mannschaftsleistung und mit meinen beiden Toren fühle ich mich persönlich natürlich auch sehr gut. Das Spiel war mental ziemlich anstrengend, aber vor allem in der 2. Halbzeit haben wir uns den Sieg wirklich erarbeitet. Da waren wir deutlich aggressiver im Pressing und konnten viele Zweikämpfe für uns entscheiden. Außerdem haben wir endlich auch unsere Torchancen nutzen können“, erklärte Doppelpackerin Eileen Campbell im Nachgang der Partie. 

Naika Reissner ergänzte: „Ich wollte nach meiner Einwechslung so viel Energie wie möglich reinbringen. Ich glaube, das ist mir durchaus gelungen. Meine Vorlage zum 3:2 haben wir tatsächlich schon oft so im Training einstudiert, das war eine schöne Zusammenarbeit von allen Beteiligten. Auf diesen Sieg wollen wir jetzt in den kommenden Tagen und Wochen aufbauen.“ 

„Die Emotionen sind kurz nach dem Abpfiff noch sehr intensiv, deshalb fehlen mir im Moment ein wenig die Worte. Was wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, war wirklich wunderbar. Die Art und Weise, wie wir präsent waren und zurückgekommen sind, war enorm stark. Nach der Pause haben wir spielerisch sehr gute Lösungen gefunden und uns dafür auch mit Toren belohnt. Direkt nach diesem wilden Spiel fühle ich mich jetzt zugegebenermaßen emotional sehr leer, aber gleichzeitig bin ich auch unfassbar glücklich“, gab Cheftrainerin Ailien Poese Einblick in ihre Gefühlswelt. 

Ausblick

In der kommenden Woche trainieren die Eisernen fünfmal und bereiten sich auf die nächste Aufgabe in der Bundesliga vor. Am Sonntag, dem 08.02.2026, empfängt Union zum 17. Spieltag den FC Carl Zeiss Jena im Stadion An der Alten Försterei. Der Anpfiff erfolgt um 16 Uhr. Karten für das Spiel sind im freien Verkauf in allen Union-Zeughäusern sowie online erhältlich.

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