Geburtstagparty im Topspiel:
Union will auch Dortmund ärgern
Nachdem der 1. FC Union Berlin gemeinsam mit den Fans am Dienstag das 60-jährige Bestehen des Vereins gefeiert hat, geht es für die Profimannschaft der Männer am Sonnabend sportlich weiter. Die Eisernen empfangen am 24.01.2026 den Tabellenzweiten Borussia Dortmund und werden ab 18:30 Uhr unter Flutlicht um weitere Zähler kämpfen.
Die Ausgangslage
In London mussten die Dortmunder unter der Woche eine 0:2-Niederlage bei den Tottenham Hotspur hinnehmen. Somit haben sie die direkte Qualifikation für das Achtelfinale der UEFA Champions League nicht mehr in der eigenen Hand. In der Liga gewann der BVB hingegen am vergangenen Wochenende den Rückrundenauftakt gegen die Kiezkicker des FC St. Pauli (3:2) und gab sich damit in keinem der letzten elf Ligapartien geschlagen.
Gleichzeitig verloren auch die Unioner keines ihrer letzten fünf Bundesligaduelle und erkämpften sich dabei dreimal nach Rückstand noch einen Punkt: So auch am Sonntag, als die Einwechselspieler Stanley Nsoki und Wooyeong Jeong in der 83. Minute den verdienten Ausgleich gegen die Cannstatter erspielten.
Die aktuelle Spielzeit der Borussen verläuft im Vergleich zu der Vorsaison deutlich besser. Vor exakt einem Jahr hatte der BVB zum gleichen Zeitpunkt 14 Zähler weniger auf dem Konto und schloss die Hinrunde auf Rang zehn ab. Nun überwinterten die Dortmunder auf dem zweiten Tabellenplatz und behaupten seither diese Platzierung. Darüber hinaus setzte es nur gegen Bayern München eine Liga-Niederlage, ansonsten gewannen die Schwarz-Gelben elf Partien und teilten sich sechsmal die Punkte.
Diese außerordentliche Bilanz lässt sich unter anderem auf die starke Defensive der Dortmunder zurückführen: Nach 18 Spielen kassierten die Borussen erst 17 Gegentore und damit weniger als einen Treffer pro Partie – zeitgleich ist dies der zweitbeste Wert der Liga. Die hohe Laufintensität auf dem Spielfeld ist dabei ein Schlüssel zum Erfolg. Hier liegt der BVB ligaweit auf dem dritten Platz und allein Daniel Svensson ist mit seinen 1457 intensiven Läufen die alleinige Ligaspitze.
Die Schwarz-Gelben sind aber auch auf der anderen Spielfeldseite genauso abgezockt. Mit 35 Toren aus 18 Begegnungen stellen sie gemeinsam mit der TSG die drittbeste Offensive und erzielten in den vergangenen drei Ligapartien jeweils drei Treffer. Auch in der Königsklasse netzten die Dortmunder bereits 19-mal ein – nur PSG, Arsenal und der FC Bayern trafen häufiger als der BVB.
Union und Dortmund trafen bisher 15-mal aufeinander, wovon die Eisernen vier Partien, allesamt vor heimischer Kulisse, für sich entschieden. Der BVB auf der anderen Seite ging 11-mal als Sieger vom Platz, während in keiner einzigen Begegnung die Punkte geteilt wurden. Auch die beiden Duelle im DFB-Pokal 2017 und 2019 gewannen die Schwarz-Gelben, wobei es jeweils mehr als die regulären 90-Minuten brauchte, um einen Sieger zu ermitteln.
Auch wenn es für Tom Rothe am Sonnabend kein Wiedersehen auf dem Spielfeld gibt, wird er alte Mitspieler begrüßen können. Der Außenverteidiger spielte ab der U19 bei den Schwarz-Gelben und absolvierte in den darauffolgenden Jahren insgesamt 20 Partien für die zweite und erste Mannschaft der Borussen, ehe er im August 2024 zu Union wechselte.
Zwei von diesen ehemaligen Mitspielern sind Nico Schlotterbeck und Julian Ryerson. Der Norweger war von 2018 bis 2023 bei den Köpenickern unter Vertrag, erzielte in 109 Spielen insgesamt drei Tore sowie Vorlagen und stieg gemeinsam mit ihnen in die Bundesliga auf. Ein Jahr nach dem Aufstieg stieß auch Nationalspieler Schlotterbeck als Leihgabe zu den Eisernen und traf dabei zweimal aus dem Spiel heraus, bevor es ihn wieder zurück nach Freiburg und schlussendlich nach Dortmund zog.
Das Trainerteam muss im Spiel gegen Dortmund auf Tom Rothe, Robert Skov, Tim Skarke und Dmytro Bogdanov verletzungsbedingt verzichten. Auch Derrick Köhn wird aufgrund seiner Rotsperre erneut nicht im Kader stehen.
Cheftrainer Steffen Baumgart erklärte im Vorfeld der Partie: “Wenn der Gegner Borussia Dortmund heißt, dann braucht man Niemanden mehr zu motivieren. Es ist ein Flutlichtspiel und auch deswegen besonders. Mit dem BVB kommt eine der besten Mannschaften auf uns zu, sie haben die zweitbeste Defensive der Liga und auch sonst vieles zu bieten.”
Wie gewohnt öffnet das Stadion An der Alten Försterei zwei Stunden vor dem Anpfiff, die Partie ist im Heim- und Gästebereich ausverkauft.
Es bestehen weiterhin umfangreiche Verkehrsbeeinträchtigungen im ÖPNV, eine Anreise über die Straßenbahnstrecken “Altstadt Köpenick” ist zudem nur mit dem Schienenersatzverkehr möglich. Allen Besuchern wird – auch aufgrund der Witterung – eine frühzeitige Anreise empfohlen. Im Brief der Berliner Polizei sind zudem weitere Informationen zu finden.
Die Partie wird live von Sky übertragen. Darüber hinaus gibt es einen Audiostream im rbb24 Inforadio und bei rbb24. Wie gewohnt informiert Union auch im vereinseigenen Live-Ticker über die Partie.