Torreiches Montagsspiel:
Unionerinnen fertigen Bremen mit 4:1 ab
Die Profimannschaft der Frauen des 1. FC Union Berlin setzt sich zum Abschluss des 21. Spieltags der Google Pixel Frauen-Bundesliga deutlich mit 4:1 gegen den SV Werder Bremen durch. Die Eisernen dominieren im Stadion An der Alten Försterei das Geschehen und gehen nach 18 Minuten durch einen Treffer von Lia Kamber in Führung. In der 29. Spielminute hält Nadine Böhi mit einem parierten Handelfmeter die Führung fest, ehe ein Eigentor (40.) und ein Treffer von Lisa Heiseler (45+1.) für den 3:0-Halbzeitstand sorgen. Im zweiten Durchgang erhöht Hannah Eurlings in der 78. Minute auf 4:0, ehe Werder in den Schlussminuten noch Ergebniskosmetik betreibt (85.).
1. FC Union Berlin: Böhi – Weiß (74. Heikkinen), Tysiak, Steuerwald (74. Georgieva), Steinert – Pawollek, Kamber – Weidauer (74. D. Orschmann), Heiseler, Eurlings (83. Reissner) – Campbell (74. Bauereisen)
SV Werder Bremen: El Sherif – Weiß (74. Heikkinen), Ulbrich, Gutmann, D’Angelo (83. Matheis) – Sternad (68. Petermann), Wirtz, Hausicke (79. Walkling), Alber (46. Arfaoui) – Mühlhaus - Wieder (46. Desic)
Personal: Eine Woche nach der Punktentführung aus Leipzig (2:2) nahm das Trainerteam zwei Veränderungen in der Startaufstellung vor: Nadine Böhi ersetzte Cara Bösl zwischen den Pfosten und Eileen Campbell rückte für Dina Orschmann in die Offensive.
Zuschauer: 6.907
Tore: 1:0 Kamber (18.), 2:0 Wieder (40., Eigentor), 3:0 Heiseler (45.+1), 4:0 Eurlings (78.), 4:1 Petermann (85.)
Drei-Tore-Spektakel zur klaren Führung – Böhi hält Strafstoß
Am Montagabend zeigten die Eisernen schnell, dass sie einen richtig guten Tag erwischt hatten. Bereits in der 4. Spielminute meldete sich Sophie Weidauer beim Kasten ihres Ex-Clubs an: Nach einer sehenswerten Mittelfeldkombination der Unionerinnen parierte Schlussfrau Mariella El Sherif den Vollspannschuss aus halbrechter Position. Auf der Gegenseite war dann die in die Startelf gerückte Union-Keeperin Nadine Böhi zur Stelle, als die Werder-Frauen zweimal über die rechte Seite durchdrangen und eine Flanke schlugen (14./16.).
Nur eine Minute später wurde es ordentlich laut im Stadion An der Alten Försterei: Nachdem Hannah Eurlings wenige Zentimeter vor der Strafraumgrenze zu Boden gerissen wurde, entstand die Führung der Hausherrinnen aus einer Lehrbuch-Freistoßkombination: Lisa Heiseler legte auf Hannah Eurlings ab, die einen Haken schlug und flach in die Gefahrenzone ablegte, wo Lia Kamber nur noch den Fuß hinhalten musste (17.).
Im Nachgang war das Spielgeschehen von einigen Fouls geprägt und die Teams boten den 6907 Zuschauern wenige gefährliche Strafraumszenen, ehe es in Minute 29 zu einem Handspiel-Elfmeter für die Grün-Weißen kam. Larissa Mühlhaus, die derzeit mit 12 Saisontoren Platz 3 der Torjägerinnenliste belegt, trat vom Punkt an und scheiterte an Böhi, die mit einer doppelten Glanzparade die Union-Führung sicherte.
Zum Ende des ersten Durchganges schien es, als habe sich das Spielgeschehen ein wenig beruhigt. Doch dann war es eine Werderanerin, die nach einem Union-Eckball per Kopf die Führung der FCU-Frauen ausbaute (40.). Dabei sollte es noch nicht bleiben, denn Lia Kamber fasste sich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ein Herz und zog aus 25 Metern wuchtig ab. Schlussfrau El Sherif konnte das Leder lediglich abwehren und Lisa Heiseler lauerte mit perfektem Timing an der Fünf-Meter-Linie und schob das Runde souverän ins Eckige (45.+1.). Mit der hochverdienten Führung bat die Unparteiische anschließend zum Pausentee.
Eurlings mit spektakulärem Kopfballtreffer – Bremen setzt Schlusspunkt
Trotz eines Doppelwechsels der Gäste erwischte Union den besseren Start in den zweiten Durchgang und drückte Werder weiterhin in deren eigene Hälfte. Bis zur 60. Spielminute strahlten beide Teams wenig Gefahr aus und ließen den Ball eher in den eigenen Reihen zirkulieren. Wie auch in der ersten Halbzeit war es Kamber, die Selbstvertrauen zeigte und aus der zweiten Reihe per Vollspannschuss abzog, diesmal konnte SVW-Keeperin El Sherif den Abschluss sicher in den Händen behalten (61.).
Auf der anderen Seite löste sich die eingewechselte Medina Desic geschickt nach einer flachen Flanke am Elfmeterpunkt, verfehlte das Union-Tor dann aber um einige Meter am linken Pfosten (63.). Das Team von Cheftrainerin Fritzy Kromp nutzte eine kurze Behandlungspause seitens der Unionerinnen als Teambesprechung, welche wenig Wirkung zeigte, denn die Köpenickerinnen verbuchten durch einen Distanzschuss von Tanja Pawollek, welcher den Querbalken traf, Sekunden später eine weitere Großchance (69.).
Wie bisher in der ganzen Partie klärte Samantha Steuerwald auch in diesem Spiel Ball und Gegner aus der Gefahrenzone und entschärfte viele SVW-Abschlüsse. Ein Unioner-Quartettwechsel mischte das Spiel in der Schlussviertelstunde nochmals ordentlich auf: Die Flanke von Nele Bauereisen fand Hannah Eurlings, die unhaltbar per Kopf zur 4:0-Führung einnetzte (79.). Wenige Minuten später gelang den Bremerinnen durch einen Treffer von Lena Petermann noch Ergebniskosmetik. Der Treffer änderte jedoch – ebenso wie die rote Karte in der Nachspielzeit für Bremens Amira Arfaoui aufgrund groben Foulspiels – nichts mehr am Resultat (90+6.).
Stimmen nach dem Spiel
„Ab jetzt finde ich Montagspiele gut - es waren drei wichtige Punkte und ich bin sehr glücklich, mein erstes Bundesligator erzielt zu haben. Mit diesen Fans zu Hause im Rücken hatten wir einfach extrem Lust zu gewinnen und haben dies bereits in der ersten Halbzeit getan. Wir sind gerade einfach im Flow“, so das Fazit von Kopfballtorschützin Hannah Eurlings nach dem Abpfiff.
„Wir haben von Anfang an bis zum Schluss Vollgas gegeben. Das haben wir uns vorgenommen, dass wir einfach 100 Prozent geben und nichts bereuen nach dem Spiel. Ich denke, das hat sehr gut geklappt. Nadi hat eine sackstarke Leistung abgeliefert. Nicht nur mit dem Elfmeter, sondern auch zum Schluss hat sie noch einen rausgekratzt“, ergänzte Torschützin Lia Kamber im Anschluss.
„Es war sowohl vom kämpferischen als auch von der fußballerischen Komponente sehr gut. Wir haben gute Lösungen gefunden, die Räume, in die wir spielen können, gut erkannt und das Risikomanagement hat auch gepasst. Wir haben das, was wir besprochen haben, heute perfekt umgesetzt und darauf bin ich sehr stolz“, lautete die Einschätzung von Cheftrainerin Ailien Poese nach dem Duell.
Ausblick auf die kommende Woche
Für die Unionerinnen steht eine intensive Woche an. Nach vier Trainingseinheiten reist die Mannschaft von Cheftrainerin Ailien Poese bereits am Samstag nach Wolfsburg. Dort wartet mit den Wölfinnen eine anspruchsvolle Aufgabe: Im AOK-Stadion wird um 16 Uhr das Duell des 22. Spieltags angepfiffen. Tickets sind online im Wölfeshop verfügbar.