Erneut Moral bewiesen:
Unioner erkämpfen 1:1 in Stuttgart
Auch im dritten Spiel des Jahres bleibt die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin ungeschlagen. Beim stets spannenden und letztlich verdienten 1:1 gegen den VfB Stuttgart erzielt Nationalspieler Chris Führich im zweiten Durchgang zunächst die Führung (59.) für die Gastgeber, mit Wooyeong Jeong trifft - wie zuletzt - ein Einwechselspieler der Eisernen zum Ausgleich (83.).
1. FC Union Berlin: Rönnow – Haberer, Doekhi, Querfeld, Leite, Juranović (69. Nsoki) – Schäfer (75. Jeong), Khedira, Kemlein – Burcu (69. Ansah), Ilić (90.+2 Burke)
VfB Stuttgart: Nübel – Vagnomann (90. Arevalo), Hendriks (90. Assignon), Chabot, Mittelstädt – Karazor, Stiller (90. Andrés) – Leweling, Nartey (75. Demirovic), Führich (75. Jeltsch) – Undav
Personal: Für die Partie in der Neckar-Metropole nahm Cheftrainer Steffen Baumgart fünf Änderungen in seiner Startformation vor: Christopher Trimmel, Oliver Burke, Ilyas Ansah und Wooyeong Jeong nahmen zunächst allesamt auf der Bank Platz, Derrick Köhn fehlte aufgrund seiner Rotsperre aus dem Spiel gegen den FC Augsburg. Ersetzt wurden sie durch Janik Haberer, Josip Juranović, Aljoscha Kemlein, Livan Burcu und Andrej Ilić.
Zuschauer: 59.500
Tore: 1:0 Führich (59.), 1:1 Jeong (83.)
Keine Langeweile trotz 0:0 – Ilić’ Pfostentreffer die beste Möglichkeit
Ohne groß Anlauf zu nehmen, startete die Partie nach wenigen Minuten mit einem ersten Ausrufezeichen der Gastgeber: Chris Führich trieb den Ball durch die Berliner Spielhälfte, setzte den rechts aufgerückten Josha Vagnoman in Szene, durfte dann aber nicht jubeln. Frederik Rönnow im Tor der Eisernen verkürzte geschickt den Winkel und blockte den Versuch des Außenverteidigers stark ab (7.). Auf der anderen Seite hatte Andrej Ilić sieben Minuten später die große Möglichkeit zur Führung auf dem Fuß, frei durch vor dem VfB-Tor touchierte sein Linksschuss von der linken Seite aber nur den rechten Außenpfosten.
Ganz ungeachtet der Belastung der zurückliegenden englischen Woche zeigten beide Teams auch in den folgenden Minuten weiter hohe Laufbereitschaft, aggressives Pressing und viel vertikales Spiel nach vorne. Der nächste Höhepunkt in einer bis dato spannenden Partie kam von Stuttgarts Maximilian Mittelstädt, der das Tor aus zentralen 30 Metern aber um zwei Meter verpasste (26.). Ähnlich knapp verfehlte auch Startelf-Rückkehrer Josip Juranović die Führung mit seinem Abschluss aus der Distanz 120 Sekunden später.
Die Berliner, die im ersten Drittel des Spiels besonders die gefährlichen Außenbahnspieler des VfB im Griff hatten, mussten nach 37 Minuten dann die erste Aktion von Deniz Undav mit ansehen, als dieser aus halbrechten 14 Metern abzog, am Ende aber nur das rechte Außennetz traf.
Ohne weitere Aufreger ging die Partie beim Stand von 0:0 wenige Minuten später in die Halbzeitpause.
Führich unhaltbar zum 1:0 – Joker Jeong mit dem späten Ausgleich
Wie schon im ersten Durchgang waren es auch nach dem Wiederanpfiff die Stuttgarter, die den ersten Strich auf dem Chancenzettel notierten: Führichs Antritt zur linken Grundlinie endete mit einer gefährlichen Hereingabe, die Leopold Querfeld und Kollegen gerade so klären konnten (48.). Nur Sekunden später setzte Atakan Karazor den zuletzt sehr treffsicheren Undav in Szene, nach seinem ersten Fehlschuss scheiterte er diesmal von der linken Seite am erneut aufmerksamen Rönnow.
Machtlos blieb der Däne in Spielminute 59, als Führichs mittiger Abschluss aus 17 Metern im linken unteren Toreck einschlug. Zuvor hatte Ramon Hendriks den Nationalspieler nach einem Vorstoß in die Unioner Hälfte in Szene gesetzt.
Gut 20 Minuten später hatte Angelo Stiller die große Chance, die Führung auszubauen. Nach präzisem Undav-Zuspiel in die Gasse setzte der Mittelfeldspieler seinen Versuch jedoch zu hoch an und hielt die eisernen Hoffnungen auf Zählbares am Leben. Und jene Hoffnungen sollten kurz darauf Wirklichkeit werden. Joker Stanley Nsoki zog mit Tempo in Richtung der linken Grundlinie und fand mit seiner Hereingabe in den Rückraum den ebenfalls eingewechselten Wooyeong Jeong. Der ehemalige Stuttgarter setzte alles auf die Karte “Risiko” und schweißte das Spielgerät mit dem ersten Kontakt aus elf Metern unhaltbar in die Maschen (83.).
Mit dem Ausgleich im Rücken stürmten daraufhin nur noch die Eisernen, doch der erhoffte Lucky Punch in der Nachspielzeit blieb auf beiden Seiten aus und somit endete ein ausgeglichenes Spiel mit 1:1.
Stimmen nach dem Spiel
"Wir haben ein sehr, sehr gutes Auswärtsspiel gezeigt und fahren verdienterweise mit einem Punkt nach Hause. All das, was uns ausmacht, ist hier heute auf dem Platz zu sehen gewesen. Im ersten Durchgang waren wir vielleicht sogar einen Tick gefährlicher, unter dem Strich ist das Unentschieden aber wie gesagt verdient”, so Rani Khedira nach dem Abpfiff.
“Wir können sehr gut mit dem Punkt leben. Auch wenn man hinten raus vielleicht sogar hätte mehr mitnehmen können. Es war ein hartes Stück Arbeit, besonders bei Situationen, in denen der Ball auf den Außen war. Wir wollten diese Situationen kontrollieren und ich denke, das ist uns gelungen. Jetzt kommen wir gut gelaunt aus der englischen Woche und können positiv in die Zukunft schauen”, ergänzte Aljoscha Kemlein im Anschluss.
“Mir geht es super, ich habe ein Tor erzielt. Und genau das wollte ich. Dazu freue ich mich, dass wir einen Punkt geholt haben. Diese Situationen, wie die vor dem Tor, haben wir oft trainiert, ich musste mich dann beim Schuss nur konzentrieren. Das Ergebnis ist am Ende verdient, denke ich”, freute sich Torschütze Wooyeong Jeong am Mikrofon.
“Das Resultat klingt manchmal so, als hätten wir Glück gehabt, aber wenn man die heutigen 90 Minuten betrachtet, hatten wir mehr Chancen, in Führung zu gehen. Am Ende kommen die Jungs zum wiederholten Male zurück und das 1:1 geht in Ordnung. Dazu habe ich heute zwei sehr gute Torhüter gesehen, denn auch Freddy hat den einen oder anderen Ball überragend gehalten”, fasste Cheftrainer Steffen Baumgart die Partie zusammen.
Ausblick auf die kommenden Tage
Nach der Rückreise nach Berlin am heutigen Abend darf sich die Mannschaft von Cheftrainer Steffen Baumgart auf einen freien Montag freuen. An den darauffolgenden Tagen wird täglich - nicht öffentlich - trainiert, bis dann am Sonnabend, dem 24.01.2026, um 18:30 Uhr das Heimspiel gegen Borussia Dortmund auf dem Plan steht.