Drittes Saison-Duell mit dem FCC:
Eiserne wollen gegen Jena nachlegen
Zweimal standen sich die Profi-Frauen des 1. FC Union Berlin und der FC Carl Zeiss Jena in dieser Saison bereits gegenüber – mit höchst unterschiedlichem Ausgang. Am kommenden Sonntag, dem 08.02.2026, wollen die Unionerinnen die Bilanz wieder auf ihre Seite ziehen. Die Begegnung im Rahmen des 17. Spieltags der Google Pixel Frauen-Bundesliga wird um 16 Uhr im Stadion An der Alten Försterei angepfiffen.
Die Ausgangslage
Bis zum vergangenen Mittwoch warteten die Gäste aus Jena noch auf ihren ersten Auftritt in diesem Jahr: Sowohl die Testspiel-Generalprobe gegen den FC Viktoria 1889 Berlin als auch die ersten beiden Ligaspiele im Januar mussten aufgrund der Unbespielbarkeit des Ernst-Abbe-Sportfelds abgesagt werden. Unter der Woche testete Jena nun jedoch gegen den Regionalligisten 1. FFV Erfurt und konnte sich mit 15:0 durchsetzen. Die letzte Pflichtspielbegegnung des FCC datiert derweil aus dem vergangenen Jahr, als es kurz vor Weihnachten eine 1:5-Niederlage bei der TSG 1899 Hoffenheim gab.
Die Unionerinnen konnten am vergangenen Sonnabend einen immens wichtigen Auswärtssieg bei der SGS Essen feiern: Einen 0:2-Rückstand drehten die Eisernen zu einem 4:2-Erfolg. Dadurch kletterten die Rot-Weißen auf Platz 9 der Tabelle und vergrößerten den Abstand auf die Abstiegsplätze, die Essen und Jena belegen, auf neun Punkte.
Mit sechs Punkten aus 14 Spielen ist der FC Carl Zeiss Jena aktuell Tabellenletzter, hat allerdings noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand. Wenngleich die Gegner in diesen beiden Partien mit dem VfL Wolfsburg und dem FC Bayern München größer kaum sein könnten, zeigte Jena in der Hinrunde, dass sie auch in diesen Spielen als Stolperstein fungieren können: Am 3. Spieltag trotzten die Thüringerinnen dem Tabellenführer aus München beim 0:0 einen Punkt ab. Es war bislang der einzige Punktverlust der Bayern in dieser Saison.
Weitere Punkte sammelte Jena allerdings nur noch bei den Unentschieden gegen die Konkurrenz aus Hamburg und Essen sowie beim einzigen Ligasieg zum Hinrundenabschluss als der 1. FC Köln mit 1:0 besiegt werden konnte. Deutlich besser sieht es für den FCC im DFB-Pokal aus, was bei den Unionerinnen wiederum schmerzhafte Erinnerungen hervorbringt: Im Achtelfinale setzte sich Jena im Stadion An der Alten Försterei mit 1:0 durch. Im Viertelfinale wird die Mannschaft von Trainer Florian Kästner im März auf den einzigen verbliebenen Zweitligisten im Wettbewerb, den SC Sand, treffen. Im Falle eines Erfolges wäre es die erste Halbfinalteilnahme seit der Übernahme der Spiellizenz vom FF USV Jena im Jahr 2020. Der Vorgängerverein hatte es 2010 sogar bis ins Endspiel geschafft.
Um auch in der Liga in der Rückrunde in die Spur zu finden, verstärkten sich die Blau-Gelben im Winter mit zwei Neuzugängen mit internationaler Erfahrung. Die schwedische Offensivspielerin Olivia Alcaide wechselte von Fenerbahçe SK nach Jena, zudem wurde Innenverteidigerin Lara Schenk unter Vertrag genommen. Seit ihrem Abgang aus Deutschland im Jahr 2021 war die 26-Jährige in vier verschiedenen Ländern aktiv: In den USA, Belgien, Spanien sowie zuletzt bei den Montreal Roses in Kanada.
Aufgrund des erwähnten DFB-Pokalspiels gab es in dieser Saison bereits zwei Aufeinandertreffen beider Teams, was zugleich auch die bislang einzigen Pflichtspielduelle zwischen beiden Vereinen waren. Deutlich erfreulicher als das Pokalspiel verlief für die Unionerinnen das Ligaduell in der Hinrunde, als dank eines Treffers in der Nachspielzeit von Dina Orschmann ein später 2:1-Auswärtssieg gefeiert werden konnte.
Im Winter hatte es einen direkten Transfer zwischen beiden Vereinen gegeben, als Torhüterin Julia Kassen den FCC nach einem halben Jahr wieder verließ, um sich Union anzuschließen. Die 23-Jährige hatte in der Hinrunde fünf Regionalliga-Spiele für die U20 des FC Carl Zeiss Jena absolviert. Eine deutlich längere Zeit in Jena erlebte Anna Weiß, die zwischen 2015 und 2023 insgesamt acht Jahre beim FF USV/FC Carl Zeiss Jena spielte. In dieser Zeit bestritt die Rechtsverteidigerin insgesamt 133 Pflichtspiele für Jena und stieg zweimal in die Bundesliga auf.
Auf der Gegenseite gibt es auch zwei Spielerinnen mit Union-Vergangenheit: Gwen Mummert und Josephine Bonsu wechselten 2015 zur U17 des 1. FC Union Berlin und hinterließen im Anschluss auch ihre Spuren in der Frauenmannschaft. Innenverteidigerin Mummert absolvierte von 2016 bis 2018 21 Ligaspiele für Union, Flügelspielerin Bonsu rückte 2018 nach zwei Jahren in der U23 zum Frauenteam auf und erzielte in den folgenden drei Jahren 13 Tore in 31 Regionalliga-Spielen.
Das Trainerteam muss am Sonnabend auf die Dienste von Alma Aagaard, Anna Aehling, Antonia Halverkamps, Korina Janež, Mariann Noack und Tomke Schneider verzichten.
„Jena hat in diesem Jahr noch kein Pflichtspiel absolviert. Wir wollen unabhängig davon viel Intensität und Kampf sowie gute Phasen im Offensivspiel auf den Platz bringen. Die Umschaltmomente des Gegners wollen wir konsequent verteidigen“, blickt Cheftrainerin Ailien Poese auf das dritte Aufeinandertreffen mit dem FC Carl Zeiss Jena.
Karten für das Spiel sind im freien Verkauf in allen Union-Zeughäusern sowie online erhältlich. Das Stadion An der Alten Försterei öffnet seine Tore und die Tageskasse um 15 Uhr.
Es bestehen weiterhin umfangreiche Verkehrsbeeinträchtigungen im ÖPNV, eine Anreise über die Straßenbahnstrecken “Altstadt Köpenick” ist zudem nur mit dem Schienenersatzverkehr möglich. Allen Besuchern wird daher eine frühzeitige Anreise empfohlen. Restparkplätze stehen vor der Haupttribüne für 8 Euro zur Verfügung.
Die Hämmerlingstraße ist für alle Verkehrsteilnehmer inklusive Fußgänger gesperrt. Betroffen davon ist auch die Unterführung der Bahnstrecke an der Ecke Am Bahndamm/Hämmerlingstraße. Die offizielle Umleitung führt über die Bahnhof- und Seelenbinderstraße in die Hämmerlingstraße.
Das Spiel wird live auf DAZN und MagentaSport übertragen. Zudem informiert Union im vereinseigenen Live-Ticker über das Spielgeschehen.