Ende Mai vor 40 und vor 25 Jahren:

Der 1. FC Union Berlin traf in Pokalendspielen auf Vizemeister

Die Pokalspiel-Saisons 1985/86 wie auch 2000/01 schloss der 1. FC Union für seine Verhältnisse und Ansprüche mehr als nur zufriedenstellend ab: die Endspiele der nationalen Pokalwettbewerbe hatte die Mannschaft zum zweiten und zum dritten Mal erreicht.

Fußballmannschaft in gestreiften Trikots steht auf dem Platz, umgeben von jubelnden Zuschauern und Kindern in blauen Trikots.

Im ersten, am 9. Juni 1968, waren die Unioner als Achter der Abschlusstabelle dem DDR-Fußballmeister FC Carl Zeiss Jena im Endspiel des Pokalwettbewerbes des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes 2:1 überlegen gewesen. Achtzehn Jahre später, am 31. Mai 1986, stand sie dem DDR-Vizemeister 1. FC Lokomotive Leipzig im Schlussspiel gegenüber. Schließlich war am 26. Mai 2001 mit dem Meisterschaftszweiten der 1. Fußball-Bundesliga der FC Schalke 04 der Herausforderer um die Trophäe des Deutschen Fußball-Bundes.

Die Chancen auf den Pokalsieg waren 1986 nahezu gleich verteilt. Der 1. FC Lok trat im Berliner Stadion der Weltjugend mit mehreren DDR-Auswahlspielern an. Bis zum letzten Spieltag der DDR-Oberliga hatten die Sachsen die Chance, Titelträger vor dem BFC Dynamo zu werden. Die Unioner als Meisterschaftssiebente, die nur knapp den dritten Platz verpasst hatten, liefen mit viel Selbstbewusstsein aus der als Wiederaufsteiger erfolgreich gestalteten Saison und mit erfahrenen neben jungen talentierten Spielern auf.

Fünfzehn Jahre und fünf Tage später gingen die Unioner als Aufsteiger in die 2. Fußball-Bundesliga nach der Regionalliga-Nord-Meisterschaft in den Pokalkampf. Der FC Schalke hatte zuvor dem FC Bayern wegen dessen besserer Tordifferenz den Titel des Deutschen Fußball-Meisters überlassen.

In beiden Pokal-Spieljahren hatten die Unioner jeweils fünf Gegner auf dem Weg in die Endspiele besiegt. Im Herbst und im Winter 1985 waren sie als 2:1-Sieger bei Zweitligist BSG Motor Eberswalde ins Pokalgeschehen erfolgreich aufgebrochen, dann Ortsnachbar BSG Rotation Berlin, ebenfalls zweitklassig, 4:1 überlegen, im Folgenden drängten sie in Hin- und Rückspiel den Oberliga-Spitzenklub 1. FC Magdeburg mit 4:1 und 2:2 aus dem Wettbewerb, trafen dann auf Zweitligavertreter BSG Motor Nordhausen – 3:0 und 1:2 – und  blieben auch hier wie insbesondere in den Halbfinalbegegnungen im Frühjahr 1986 gegen die SG Dynamo Dresden 1:2 und 4:3 mit der Höherwertung der auswärts erzielten Treffer Gewinner der Runde.

Im Sommer 2000 war in der ersten Partie der DFB-Pokal-Konkurrenz mit dem SC Rot-Weiß Oberhausen ein Zweitligist im Stadion An der Alten Försterei aufgelaufen – Union als Regionalligist, dritthöchste Spielklasse, setze sich 2:0 durch. Im folgenden Herbst waren die SpVgg Greuther Fürth und anschließend der SSV Ulm 46 die beiden Mannschaften aus der 2. Bundesliga in Berlin die Gäste, die nach Unions 1:0- beziehungsweise 4:2-Erfolgen ausschieden. Erstligist VfL Bochum unterlag den Unionern im Winter 2000 in Berlin 0:1, bevor Union An der Alten Försterei gegen Halbfinalpartner VfL Borussia Mönchengladbach, Zweitligist, nach Verlängerung und mit Elfmeterschießen 6:4 gewann.

Am 31. Mai 1986 unterlagen die Unioner dem 1. FC Lok Leipzig vor 45.000 Zuschauern im Berliner Stadion der Weltjugend mit 1:5 Treffern. In der 80. Spielminute hatte Ralph Probst den 1:3-Zwischenstand erzielt. Die Leipziger Wolfgang Altmann und Uwe Zötzsche trafen einmal, Hans Richter dreimal.

Am 26. Mai 2001 gewann der FC Schalke 04 vor 73.011 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit 2:0 Toren. Jörg Böhme erzielte beide Treffer.

Union-Trainer Karl Schäffner hatte 1986 Torhüter Wolfgang Matthies, die Verteidiger Ingo Weniger, Ralph Probst, Dirk Koenen und Olaf Reinhold, die Mittelfeldspieler Heiko Lahn, für den in der 56. Minute Lutz Hendel eingewechselt wurde, Olaf Seier, Holger Sattler, Marco Roßdeutscher – ausgewechselt in der 56. Spielminute für Uwe Borchardt sowie die Stürmer Ralf Sträßer und René Unglaube aufgeboten.

Hans-Ulrich Thomale vom 1. FC Lok Leipzig hatte auf Torwart René Müller, auf die Abwehrspieler Frank Baum, Ronald Kreer und Uwe Zötzsche, die Mittelfeldspieler Uwe Bredow, Wolfgang Altmann und Matthias Liebers wie auch die Angreifer Hans-Jörg Leitzke, der in der 75. Minute durch Lutz Moldt ersetzt wurde, Hans Richter und Dieter Kühn vertraut.

Union-Trainer Georgie Wassilew bot 2001 den Torwart Sven Beuckert, die Verteidiger Tom Persich, Jens Tschiedel, der in der 81. Spielminute für Marko Tredup ausgewechselt wurde, und Daniel Ernemann, den in der 56. Minute Daniel Teixeira ersetzte, die Mittelfeldspieler Emil Kremenliev, Steffen Menze, Hristo Koilov, Chibuike Okeke und Ronny Nikol sowie die Stürmer Harun Isa, ausgewechselt für Michael Zechner in Minute 70, und Bozo Djurkovic auf.

Schalkes Trainer Huub Stevens vertraute Torhüter Oliver Reck, den Abwehrspielern Marco van Hoogdalem, Tomasz Haijto und Jiri Nemec, ausgewechselt für Olaf Thon in der 84. Spielminute, im Mittelfeld Nico van Kerckhoven, den in der 87. Minute Mike Büskens ersetzte, Niels Oude Kamphuis, Jörg Böhme und Andreas Möller sowie den Angreifern Gerald Assamoah, für den in Minute 80 Radoslav Latal eingewechselt wurde, Emile Mpenza und Ebbe Sand.

Union Zeughaus

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