Chancenlos beim Rekordmeister:
Union muss sich Bayern mit 0:7 geschlagen geben
Die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin verliert das Freitagabendspiel beim FC Bayern München mit 0:7. Trotz einer engagierten Defensivleistung zu Beginn, kommen die Münchner mehr und mehr in Fahrt und erzielen sieben Treffer. Nach dem Seitenwechsel schnuppern die Eisernen an einem Tor, doch Manuel Neuer kann die Chancen vereiteln.
1. FC Union Berlin: Rönnow – Trimmel (71. Van den Bosch), Querfeld, Uduokhai, Rothe – Haberer (60. Kemlein), Khedira, Aebischer, Schäfer (82. Köhn) – Jeong (60. Burcu), Latte Lath (46. Skarke)
FC Bayern München: Neuer – Stanišić, Upamecano (46. Kim), Tah, Davies – Kimmich, Pavlović (63. Bischof) – Olise, Musiala, Luís Diaz (63. Saibari) – Kane (77. Gnabry)
Personal: Im Vergleich zur 1:3-Heimniederlage gegen Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke 04 nahm Unions Cheftrainer Mauro Lustrinelli drei Veränderungen in seiner Startelf vor. Kapitän Christopher Trimmel sowie Janik Haberer und András Schäfer rückten für Josip Juranović, Aljoscha Kemlein und Livan Burcu in die Anfangsformation.
Zuschauer: 75.000
Tore: 1:0 Musiala (18.), 2:0 Kane (39./FE), 3:0 Olise (43.), 4:0 Kane (54.), 5:0 Saibari (70.), 6:0 Olise (73.), 7:0 Olise (76.)
Union verteidigt aufopferungsvoll – Bayern trotzdem dreimal erfolgreich
An einem Fußballabend in München, an dem höchste Konzentration gefragt war, präsentierten sich die Eisernen in der Anfangsphase gut organisiert. Immer wieder arbeitete sich das Team von Cheftrainer Mauro Lustrinelli in aussichtsreiche Standardsituationen in der gegnerischen Hälfte, ohne daraus zunächst Kapital schlagen zu können (15.).
Mit zunehmender Spielzeit übernahm jedoch der Rekordmeister mehr und mehr die Kontrolle und drängte Union tief in die eigene Hälfte. Die Münchner suchten ihr Glück wiederholt mit Distanzschüssen und wurden dafür belohnt: Alphonso Davies setzte Jamal Musiala halblinks vor dem Strafraum in Szene, der nicht lange fackelte und aus wenigen Metern vor der Strafraumkante abzog. Unhaltbar schlug das Spielgerät in der langen Ecke ein, Bayern ging mit 0:1 in Führung (18.). Vier Minuten später griffen die Gastgeber in die Trickkiste: Nach einer einstudierten Eckballvariante kam Jonathan Tah am zweiten Pfosten frei zum Kopfball, doch Rönnow war hellwach. Mit einer herausragenden Reaktion wehrte er den Ball ab. In der 28. Minute waren dann die beiden Österreicher in den Reihen der Eisernen defensiv gefordert. Nach einem schnellen Umschaltmoment schickten die Münchner Luís Díaz auf die Reise, doch Kapitän Christopher Trimmel und Innenverteidiger Leopold Querfeld sprinteten entschlossen zurück und bereinigten die Situation im Verbund, ehe daraus echte Gefahr entstehen konnte.
Sechs Minuten vor der Pause bekamen die Gastgeber dann aber einen Strafstoß zugesprochen, nachdem Olise im Sechzehner zu Fall gekommen war. Harry Kane trat an und ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen. Der Engländer verwandelte zum 0:2. Die Münchner legten kurz vor dem Seitenwechsel sogar nochmal nach. Wie bereits zuvor Musiala fand auch Olise aus der Distanz die perfekte Lösung und setzte den Ball sehenswert zum 0:3 in die Maschen. Mit diesem Rückstand traten die Eisernen wenig später den Gang in die Katakomben an.
Berliner Doppelchance nach dem Seitenwechsel – Münchner legen vierfach nach
Die erste echte Torchance des zweiten Durchgangs gehörte den Eisernen: Felix Uduokhai schlug einen langen Ball in den Lauf des zur Pause eingewechselten Tim Skarke, der seine Schnelligkeit ausspielte, die Kugel erreichte und mustergültig in den Rückraum legte. Dort kam András Schäfer frei zum Abschluss, doch Manuel Neuer verhinderte mit einer starken Fußabwehr den Berliner Anschlusstreffer und lenkte den Ball über die Latte (50.). Auch die folgende Ecke sorgte für Gefahr: Tom Rothe setzte sich im Luftduell durch und köpfte aufs Tor, doch erneut war Neuer zur Stelle und parierte stark (51.).
Während Union nun mutiger auftrat, schlugen die Gastgeber wenig später erneut zu. Olise brachte eine präzise Flanke in den Strafraum, wo Harry Kane am höchsten stieg und den Ball per Kopf zum 0:4 in die Maschen setzte (54.). Zwanzig Minuten vor dem Ende erhöhten die Gastgeber ein weiteres Mal. Der eingewechselte Ismael Saibari setzte sich mit einem Dribbling durch, blieb anschließend auch vor Rönnow nervenstark und schob den Ball zum 0:5 für den Rekordmeister ins Netz.
Drei Zeigerumdrehungen später war Olise zum zweiten Mal an diesem Abend erfolgreich. Der Franzose kontrollierte einen langen Ball hinter die Abwehrkette, umkurvte Rönnow und traf mit Hilfe des Pfostens ins verwaiste Tor zum 0:6. Der Linksfuß hatte allerdings immer noch nicht genug und erzielte erneut aus der Distanz das 0:7 (76.). Bis zum Schlusspfiff fiel kein weiteres Tor mehr.
Stimmen nach dem Spiel
"Wir haben versucht, Bayern von unserer Box fernzuhalten, aber dann lösen sie es halt mit teilweise echt starken Fernschüssen. Das muss man dann akzeptieren und ich denke auch, dass wir es in der ersten Halbzeit gar nicht so schlecht gemacht haben. Trotzdem tut die Höhe der Niederlage am Ende weh", so das Fazit von Christopher Trimmel nach dem Abpfiff.
“Das ist schon bitter. Wir sind hergekommen, um eine gute Leistung zu zeigen und vielleicht auch etwas mitzunehmen. Die Bayern machen es einem aber auch nicht leicht, sie haben uns hinten reingedrückt und einfach ihre Abläufe abgespult. Wenn wir den Ball mal hatten, haben wir ihn leider schnell wieder verloren”, ergänzte Tom Rothe im Anschluss.
“Am Ende müssen wir einfach weiter machen, da gibt es keine andere Möglichkeit. Jetzt kommt die Länderspielpause und dann geht es weiter. In der ersten Halbzeit haben wir lange gut verteidigt und wenig zugelassen. Nach der Pause waren es dann zu viele individuelle Fehler”, lautet die Analyse von Cheftrainer Mauro Lustrinelli nach dem Duell.
Ausblick auf die kommenden Tage
In der kommenden Woche steht bei den Profimännern die erste FIFA-Abstellungsperiode der Spielzeit 2026/27 auf dem Programm. Ganz ohne Union-Fußball müssen die Fans in der dreiwöchigen Länderspielpause jedoch nicht auskommen: Am Sonnabend, dem 26.09.2026, reisen die Eisernen nach Rijeka in Kroatien, wo sie ein Testspiel gegen HNK Rijeka bestreiten.
Die Begegnung steht dabei ganz im Zeichen von Damir Kreilach. Der ehemalige Mittelfeldspieler Unions, der Anfang des Jahres seine aktive Profikarriere beendet hat, wird im Rahmen des Spiels offiziell verabschiedet. Tickets für dieses besondere Ereignis sind weiterhin hier erhältlich.