Befreite Berliner gegen gewillte Gladbacher:

Kann Union im Borussia-Park nachlegen?

Nach dem Befreiungsschlag im Heimspiel gegen den Vizemeister aus Leverkusen muss die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin gegen Borussia Mönchengladbach antreten, die mittlerweile seit sieben Spielen auf den nächsten Sieg wartet. Damit verspricht der letzte Februartag des Jahres spannend zu werden, da am Sonnabend, dem 28.02.2026, beide Mannschaften ab 15:30 Uhr um wichtige Punkte kämpfen.

Die Ausgangslage

Mit einem deutlichen 4:0-Erfolg gegen Augsburg starteten die Fohlen zwar vielversprechend in das Bundesligajahr 2026, doch seither erspielten sie sich nur noch drei von 21 möglichen Punkten. Entsprechend beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz lediglich zwei Zähler, womit sie tief in den Abstiegskampf verstrickt sind.

Mit nun sechs Punkten mehr als Gladbach nach dem Sieg am vergangenen Wochenende kletterten die Eisernen wieder auf Rang neun. Der frühe Treffer von Rani Khedira ebnete den Weg zum Erfolg gegen die Werkself, mit dem die Berliner nicht nur drei Zähler einfuhren, sondern zugleich ihre Durststrecke von sieben sieglosen Partien beendeten.

Zwei Fußballspieler in roten Trikots konkurrieren um den Ball auf einem Trainingsplatz, während weitere Spieler im Hintergrund stehen.
Fußballspieler in roten Trainingsanzügen üben auf einem Rasenplatz, während ein Spieler den Ball rennt.
Zwei Fußballspieler in Trainingskleidung üben auf einem Stadionrasen, im Hintergrund sind leere Sitzplätze sichtbar.
Zwei Fußballspieler in Trainingskleidung üben auf einem Platz, während ein dritter Spieler und ein Trainer zuschauen.
Zwei Fußballspieler im Training, einer dribbelt den Ball, der andere versucht, ihn zu erreichen. Leere Tribüne im Hintergrund.
Ein Fußballspieler mit rotem Trikot trainiert auf einem Rasenplatz, umgeben von weiteren Spielern und Fußballtoren.

In den vergangenen Jahren hatte Borussia Mönchengladbach immer wieder Probleme in der Defensive und gehörte in den zurückliegenden fünf Saisons viermal zu den fünf Teams mit den meisten Gegentoren. In der aktuellen Spielzeit wirkt die Abwehr stabiler – unter anderem dank Torhüter und Ex-Unioner Moritz Nicolas, der mit 95 Paraden die Liga anführt und sein Team mehrmals in letzter Sekunde rettete.

Offensiv zeichnet sich allerdings ein neues Problem ab. Nach dem 23. Spieltag stehen die Fohlen neun Tore hinter ihrem Vorjahreswert, zudem gelingt es den Gladbachern mit den zweitwenigsten abgegebenen Torschüssen kaum, konstant Gefahr zu erzeugen. Haris Tabaković – viertbester Torschütze der Liga – steuerte mit elf Treffern rund 42 Prozent der insgesamt 26 erzielten Tore bei, kann seinem Team bei diesem Problem aber auch nur bedingt helfen. Der Bosnier ist Kopfballspezialist und erzielt so viele Tore wie kein anderer aus der Luft, doch mit Leopold Querfeld und Danilho Doekhi haben die Eisernen zwei starke Antworten, die bisher jeweils mehr Kopfballduelle als der Mittelstürmer gewannen.

Ein Grund für die Offensivschwäche könnte die fehlende Intensität und Zweikampfhärte sein: Mit erst 32 erhaltenen Karten sind die Fohlen die fairste Mannschaft der Liga und darüber hinaus fällt keiner der Spieler durch außergewöhnliche Laufwerte auf. So bleibt Gladbach ein Team, das durchaus individuelle Qualität besitzt, kollektiv aber noch nach Stabilität sucht – ein Umstand, der sie zugleich gefährlich und verwundbar macht.

Mit dem 3:1-Erfolg im Hinspiel bauten die Eisernen ihre positive Bilanz gegen die Gladbacher weiter aus und feierten bereits den achten Sieg im 14. Aufeinandertreffen. Demgegenüber stehen lediglich drei Erfolge der Fohlen, während drei weitere Partien ohne Sieger endeten. Besonders in Erinnerung bleibt dabei das bislang einzige Duell im DFB-Pokal: Im Halbfinale 2001 behielt Union nach einem packenden Elfmeterschießen die Oberhand und machte damit den Finaleinzug perfekt.

Kein Akteur aus dem aktuellen Kader der Eisernen weist eine Vergangenheit bei Borussia Mönchengladbach auf. Umgekehrt spielen jedoch gleich zwei Profis im Trikot der Fohlen, die einst für Union aufliefen. Einer von ihnen ist Torwart Moritz Nicolas, der in der Berliner Premierensaison in der Bundesliga als Leihgabe aus Gladbach zwischen den Pfosten aushalf. Inzwischen ist der jetzt 28-Jährige bei der Borussia zur festen Größe gereift und absolvierte in der laufenden Spielzeit bislang jede einzelne Minute in Liga und Pokal. 

Ganz anders stellt sich die Situation für Marvin Friedrich dar. Der Innenverteidiger muss sich in der aktuellen Saison bislang mit 149 Einsatzminuten begnügen. Zwischen 2018 und 2022 lief Friedrich insgesamt 141-mal für die Eisernen auf, steuerte neun Treffer und sechs Vorlagen bei, hatte großen Anteil am historischen Aufstieg in die Bundesliga und führte im entscheidenden Relegationsspiel an der Alten Försterei die Mannschaft sogar als Kapitän aufs Feld.

Das Trainerteam muss für das Spiel in Gladbach weiterhin auf Tom Rothe, Robert Skov, Diogo Leite und Josip Juranović verzichten. Nach seiner fünften Gelben Karte ist zudem Andrej Ilić für die anstehende Partie gesperrt.

Cheftrainer Steffen Baumgart sagte vor der Fahrt zum Auswärtsspiel: “Gladbach ist in der Tabelle zwar hinter uns, aber ich würde sagen, dass sie mit uns auf einer Stufe stehen. Auch die letzten Partien, beispielsweise gegen Freiburg, hätten sie nicht verlieren müssen, sondern hätten mehr dabei herausholen können. Ich sehe uns als Mannschaft, die in Gladbach hart darum kämpfen wird, sich ein erfolgreiches Ergebnis zu erarbeiten.“

Für das Bundesligaspiel im Borussia-Park reisen knapp 2.800 Unioner mit nach Mönchengladbach. Ebenfalls vor Ort sein wird das Union-Fahr-Zeughaus. Hinweise zum Stadionbesuch gibt es hier

Die Partie wird live im Einzelspiel von Sky und von DAZN in der Konferenz übertragen. Darüber hinaus gibt es einen Audiostream im rbb24 Inforadio und bei rbb24. Wie gewohnt informiert Union auch im vereinseigenen Live-Ticker über das Duell.

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