Aufholjagd bringt es auf den Punkt:
Unions starkes Comeback zum 3:3 gegen Frankfurt
Beim Start in die Spielzeit 2026/27 müssen sich die Profi-Männer des 1. FC Union Berlin gegen die SG Eintracht Frankfurt mit einem Zähler zufriedengeben. Nach einem Start nach Maß durch den Treffer von Bundesligadebütant Emmanuel Latte Lath in der vierten Minute, drehen die Adlerträger aus Hessen innerhalb von 60 Sekunden die Partie durch den Doppelpack von Younes Ebnoutalib (10.,11.). Der Angreifer erzielt in der 67. Minute dann seinen dritten Treffer, bevor ein Kopfballtor von Leopold Querfeld den Anschlusstreffer (79.) bedeutet. In der Nachspielzeit besorgt Joker Tim Skarke den vielumjubelten Ausgleich (90.+2) für die Eisernen.
1. FC Union Berlin: Raab – Juranović, Querfeld, Van den Bosch, Rothe – Aebischer (61. Jeong), Kemlein (75. Haberer), Khedira, Schäfer (61. Burcu) – Latte Lath (61. Skarke), Ljubičić (82. Köhn)
SG Eintracht Frankfurt: Atubolu – Baum, Koch, Maluze, Kosugi – Amaimouni-Echghouyab (79. Höjlund), ChaÏbi, Onyedika, Uzun (79. Arrhov) – Ebnoutalib, Burkardt (66. Pimpong)
Personal: Nach dem 4:2-Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals sah Union-Cheftrainer Mauro Lustrinelli nur wenig Anlass, an seiner Startelf zu rütteln. Im Vergleich zum Pokalauftritt nahm der Schweizer dennoch zwei Änderungen vor: András Schäfer und Sommerneuzugang Michel Aebischer rückten für Wooyeong Jeong und Livan Burcu in die Anfangsformation.
Zuschauer: 22.012
Tore: 1:0 Latte Lath (4.), 1:1 Ebnoutalib (10.), 1:2 Ebnoutalib (11.), 1:3 Ebnoutalib (67.), 2:3 Querfeld (79.), 3:3 Skarke (90.+2)
Frühes Kopfballtor der Eisernen – Frankfurt antwortet mit Blitz-Doppelschlag
Der Bundesliga-Auftakt war noch keine drei Minuten alt, als die Eisernen erstmals Tempo aufnahmen. Rani Khedira behauptete den Ball nach einem gewonnenen Zweikampf gegen Can Uzun tief in der eigenen Hälfte, schaltete gedankenschnell um und schickte Marin Ljubičić auf die Reise. Der Angreifer setzte sich gegen zwei Frankfurter Verteidiger zur Wehr und erarbeitete einen Eckball. Josip Juranović brachte die Hereingabe präzise an den ersten Pfosten, wo Emmanuel Latte Lath bei seinem Bundesliga-Debüt am höchsten stieg und den Ball per wuchtigem Kopfstoß zur frühen 1:0-Führung im Netz versenkte (4.).
Die Gäste aus Hessen fanden jedoch ebenso schnell in die Partie. Nach einer Ecke landete der Ball etwas glücklich vor den Füßen von Younes Ebnoutalib, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte und zum 1:1-Ausgleich einschob (10.). Nur Augenblicke später legte Frankfurt nach: In Folge eines Ballverlustes direkt nach dem Wiederanstoß lief Ebnoutalib allein auf Matheo Raab zu. Der Union-Keeper bekam zwar noch die Fingerspitzen an den Abschluss, konnte den zweiten Gegentreffer jedoch nicht verhindern. Das Leder rollte über die Linie und so drehte sich die Partie binnen weniger Sekunden zugunsten der Gäste (11.).
Nach der turbulenten Anfangsphase kehrte etwas mehr Ruhe auf dem Rasen ein. Beide Mannschaften sammelten sich, Frankfurt ließ mit der Führung im Rücken den Ball durch die eigenen Reihen laufen, während die Eisernen auf Umschaltmomente lauerten (25.). Eine solche Gelegenheit bot sich wenig später, als Tom Rothe auf der linken Seite viel Raum vor sich hatte und den Ball scharf in den Strafraum brachte. Ljubičić verpasste die Hereingabe jedoch nur um Haaresbreite (27.). Nach einer rund fünfminütigen Unterbrechung aufgrund einer Verletzung des Linienrichters benötigten beide Teams etwas Zeit, um wieder in ihren Rhythmus zu finden. Die nächste gefährliche Szene gehörte erneut Union: Wieder war es Rothe, der den Ball präzise in den Sechzehner schlug, doch diesmal kam Michel Aebischer einen Schritt zu spät, um die Hereingabe entscheidend zu verwerten (40.). So ging es nach einer achtminütigen Nachspielzeit mit dem 1:2-Rückstand in die Katakomben an der Alten Försterei.
Union scheitert mehrmals an Atubolu – Skarke mit dem verdienten Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Köpenicker zunächst die Kontrolle über das Geschehen. Zwar verbuchten die Hausherren deutliche Ballbesitzvorteile, fanden gegen die kompakt stehende Frankfurter Defensive jedoch zunächst keine entscheidende Lücke. Die erste Torchance der zweiten Halbzeit gehörte stattdessen den Gästen: Farès Chaïbi zog aus rund 20 Metern nach innen und versuchte es mit einem platzierten Schlenzer, der letztlich nur im Außennetz landete (57.). Rund eine halbe Stunde vor dem Ende reagierte Mauro Lustrinelli mit einem Dreifachwechsel und brachte Livan Burcu, Wooyeong Jeong sowie Tim Skarke, um neue Impulse für das Offensivspiel zu setzen. Burcu machte unmittelbar auf sich aufmerksam, setzte sich mit einer Einzelaktion in Szene und suchte Ljubičić im Zentrum. Frankfurts Schlussmann Noah Atubolu war jedoch aufmerksam, eilte aus seinem Tor und verhinderte die Gelegenheit (64.). Nur eine Minute später sorgte auch Skarke für Gefahr, als er nach einem Einwurf artistisch zum Abschluss kam. Erneut war jedoch Atubolu zur Stelle und entschärfte die Situation.
Doch der Nachmittag gehörte weiterhin Younes Ebnoutalib, denn in der 67. Minute schnürte der Frankfurter Angreifer seinen Dreierpack, als ein Schussversuch von Elias Baum direkt vor seinen Füßen landete. Der großgewachsene Stürmer reagierte am schnellsten und jagte den Ball per Volley kraftvoll zum 1:3 ins Unioner Tor. Die Antwort der Eisernen ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Nach einer kurz ausgeführten Freistoßvariante an der linken Strafraumkante kam Burcu zum Abschluss. Der noch leicht abgefälschte Versuch stellte Atubolu vor eine knifflige Aufgabe, die der Frankfurter Schlussmann mit einer starken Parade meisterte. Wenig später war der Ex-Freiburger erneut gefordert und zeigte auch gegen Rothe, der aus spitzem Winkel abzog, seine Aufmerksamkeit (71.).
Nach weiteren sehr guten Gelegenheiten der Köpenicker auf den Anschluss, die Atubolu allesamt vereitelte, war es Leopold Querfeld der einen Eckball in der 79. Minute mit dem Kopf zum 2:3 verwertete. Mit Mut und dem Ziel des Ausgleichs vor Augen schmissen die Eisernen in den letzten Minuten alles nach vorne. Der Lohn folgte spät in der Nachspielzeit, aber zum Glück noch vor dem Abpfiff. Einen langen Ball an den zweiten Pfosten legte Zeno Van den Bosch mit Übersicht zurück in den Fünfmeterraum, wo Querfelds Weiterleitung am Ende bei Skarke landete. Sein finaler Kontakt brachte das 3:3 und versetzte das Stadion in endgültige Ektase. Wenig später ertönte der Schlusspfiff und die Eisernen verbuchten ihren ersten Punkt der Spielzeit.
Stimmen nach dem Spiel
“Das war wohl ein Spiel, was vor allem dem neutralen Zuschauer viel Spaß gemacht hat. Spaß beiseite, phasenweise war es von uns ein richtig gutes Spiel. Natürlich haben wir durch eigene Fehler, auch meinen, es dem Gegner zu leicht gemacht, Tore zu schießen. Die Fans haben uns mal wieder über die 90 Minuten gepusht und mit dem späten Ausgleichstreffer nehmen wir den Punkt gerne mit”, so das Fazit von Torschütze Leopold Querfeld nach dem Abpfiff.
“Besser wären natürlich drei Punkte gewesen, aber nach diesem Spielverlauf sind wir glücklich über den Punktgewinn. Vor allem nach dem dritten Gegentreffer weiterhin diese Energie auf den Platz zu kriegen und den Ausgleich zu erzielen, war eine gute Leistung von uns. Und natürlich war ich auch sehr glücklich über mein erstes Tor hier vor dem heimischen Publikum”, ergänzte Tordebütant Emmanuel Latte Lath im Anschluss.
„Heute trafen zwei Mannschaften aufeinander, die beide früh anlaufen und nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorne suchen wollten. Ich denke, das haben beide Teams über weite Strecken gut umgesetzt. Insgesamt bin ich mit unserer Leistung zufrieden und halte den Punktgewinn für absolut verdient. Vor allem nach dem 1:3 haben wir zahlreiche Chancen herausgespielt, viel Moral bewiesen und bis zur letzten Minute an uns geglaubt. Auf dieser Leistung und dieser Einstellung können wir in den kommenden Wochen aufbauen”, lautet die Analyse von Cheftrainer Mauro Lustrinelli nach dem Duell.
Ausblick auf die kommenden Tage
Das erste Auswärtsspiel der neuen Bundesligasaison bestreitet die Mannschaft von Mauro Lustrinelli am kommenden Samstag bei Bayer 04 Leverkusen. Zuvor stehen zahlreiche nichtöffentliche Trainingseinheiten auf dem Programm. Zudem haben die Fans der Eisernen am Dienstag, den 01.09.2026 um 11 Uhr die Gelegenheit, eine öffentliche Trainingseinheit zu besuchen.