45 Punkte und ein Wahnsinn in drei Akten:
Ein Rückblick auf Unions Jahr 2025
Erneut geht ein bewegendes Jahr mit unzähligen Partien, vielen Toren und noch mehr Höhepunkten zu Ende. Pünktlich zum Abschluss des Jahres 2025 blickt auch die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin auf die vergangenen zwölf Monate zurück.
Neustart an der Seitenlinie
Mit neuen Verantwortlichen auf der Trainerbank sah sich die Profimannschaft der Männer nur wenige Tage nach Neujahr bereits dem 1. FC Heidenheim 1846 gegenüber, kehrte jedoch ohne Zählbares zurück nach Köpenick. Hoffnung und Realität gingen auch wenige Tage später, beim ersten Heimspiel von Steffen Baumgart als neuem Cheftrainer der Eisernen erneut nicht Hand in Hand und so zog die Mannschaft gegen den FC Augsburg den Kürzeren und musste sich ebenfalls mit 0:2 geschlagen geben. Den erhofften Befreiungsschlag nach mittlerweile zehn Partien ohne dreifachen Punkterfolg bekamen die Fans schließlich zu einem besonderen Jubiläum serviert: Einen Tag vor dem 59. Vereinsgeburtstag kam der 1. FSV Mainz 05 nicht gegen die Tore von Benedict Hollerbach und Robert Skov an und bescherte den Unionern schließlich den ersten Sieg seit knapp drei Monaten. Eine entschlossene Mannschaftsleistung ließ den schwierigen Herbst kurzzeitig vergessen und war der Auftakt in weitere aufregende Bundesliga-Wochen.
Ein Ringen um den Rhythmus
Eine Woche später, beim Auswärtsspiel im Hamburger Millerntor-Stadion war bereits alle Euphorie verflogen, das 0:3 war zu viel für die eigenen Ansprüche und Vorhaben und so folgte der Fall auf Tabellenplatz 14. Nachdem aber bereits die zurückliegenden Jahre gezeigt haben, dass Union sich nicht aufgibt, kam es gegen die Leipziger Fußball-Vertretung fast schon folgerichtig zu einem weiteren Höhepunkt. Zwar hieß es nach 90 Minuten “nur” 0:0, aber besonders die Defensive vor und um Torwart Frederik Rönnow zeigte eine couragierte Leistung und bleib erstmals seit Anfang November 2024 ohne Gegentor. Getoppt wurde dieses Resultat bereits eine Woche später als das Offensiv-Trio Ljubicic-Hollerbach-Ilic der TSG 1899 Hoffenheim beim 4:0 nicht den Hauch einer Chance ließ und gleichzeitig die bis dato höchste Torausbeute der Spielzeit einfuhr.
Vor jedem Berg kommt auch ein Tal
Immer noch beflügelt vom siegreichen Ausflug nach Sinsheim verschaltete sich das Union-Getriebe jedoch kurz darauf, blieb in den folgenden Partien gegen die Borussen aus Mönchengladbach und Dortmund punktlos und verlor im Anschluss auch das wichtige Spiel gegen das Tabellenschlusslicht aus Kiel. Nach 24 absolvierten Spieltagen hatte die Mannschaft nun 23 Punkte im Gepäck, mit sechs Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz aber nach wie vor auch ein kleines Sicherheitspolster.
Da sich aber in der Kabine niemand auf Rechenspiele und knappe Entscheidungen wie im Vorjahr einlassen wollte, besann sich das Team auf seine Qualitäten und holte mit einem 2:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt drei wichtige und zumindest von außen kaum erwartete drei Zähler. Was zu diesem Zeitpunkt niemand wusste: Dieser Erfolg war der Startschuss in einige punktreiche Wochen, die die Angst vor dem Tabellenkeller täglich kleiner werden ließen. Nachdem man dann dem FC Bayern ein Remis abtrotzte, setzte man auch hinter die Partien beim SC Freiburg und gegen den VfL Wolfsburg einen Haken und war nun seit mittlerweile vier Partien ungeschlagen, zehn von zwölf Punkten inklusive.
Bambule an der Wuhle
Ein 0:0 gegen den zu diesem Zeitpunkt nahezu sicher entthronten Meister aus Leverkusen - für viele Vereine ein Wunschergebnis, für die Eisernen in dieser Phase fast schon normal – folgte eine Woche später, war jedoch nur die Vorbereitung auf eine Partie, die alle Unioner auf Lebzeiten nicht vergessen werden.
Acht Tore in einer Halbzeit? Bundesliga-Rekord! Das unwahrscheinlichste Liga-Tor seit der Datenerfassung durch Leopold Querfeld? Check! Ein Punkt zum Klassenerhalt? Na klar! Mit einem rekordträchtigen 4:4 im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart holte das eiserne Aufgebot Punkt Nummer 35 und damit auch vorzeitig das Ticket für ein weiteres Jahr Fußball im Oberhaus. Den Schwung dieser erneuten Gewissheit übertrug die Mannschaft in den Wochen danach auch in die Partien in Bochum und gegen Werder und stand damit plötzlich bei acht Spielen in Folge ohne Niederlage. Für den anschließenden und spontanen 0:3-Party-Blues im abschließenden und letzten Heimspiel der Saison 2025/26 gegen die Elf aus Heidenheim entschuldigten sich die Profis aber standesgemäß und holten im Spieltags-Finale den lang ersehnten ersten Dreier beim FC Augsburg, landeten damit in der Abrechnung für 2024/25 auf einem sicheren 13. Platz und freuten sich zudem über 40 Punkte.
Sommer, Sonne, Sonnenschein – und ein gelungener Start obendrein
Sommerzeit bedeutet für viele “Füße hoch” – Anfang Juli bat das Trainerteam des 1. FC Union Berlin allerdings wieder zum Auftakt in die neue Saison. Rund um das Sommertrainingslager im adidas Home Ground absolvierte die Mannschaft mehrere Testspiele und fand optimale Bedingungen vor, um sich intensiv, schweißtreibend, aber auch mit einer gesunden Portion Spaß und Optimismus auf die Spielzeit 2025/26 vorzubereiten.
Geprägt von harter Arbeit sowie ausführlichen Taktikbesprechungen stand schließlich mit dem FC Gütersloh die erste Pokalhürde an. Diese meisterten die Eisernen mit einem souveränen 5:0-Erfolg. Und als im ersten Heimspiel anschließend direkt ein Sieg gegen den amtierenden Pokalsieger aus Stuttgart gelang, war die Vorfreude auf die neue Saison kaum noch zu überbieten.
Bremsklötze Dortmund und Hoffenheim – Volldampf in Frankfurt
Ein Auswärtsspiel bei Schwarz-Gelb ist traditionell ein hartes Pflaster: Neunmal traten die Eisernen bislang in Dortmund an, neunmal ging es ohne Punkte zurück nach Berlin und auch in dieser Hinrunde setzte es ein 0:3 im Signal Iduna Park. Und während die Heimspiele zuletzt eher Unions Stärke waren, das kommende Duell mit Hoffenheim und dem ehemaligen Unioner Fisnik Asllani einmal ausgenommen, gab es auswärts einen echten Befreiungsschlag.
In Frankfurt wurde nämlich kurzfristig die Strecke für einen schottischen Hochgeschwindigkeitszug freigeräumt: Sommerneuzugang Oliver Burke rauschte beim 4:3-Erfolg mit einem Dreierpack durch die Commerzbank-Arena und verließ sich dabei unübersehbar auf die präzisen Vorlagen von Andrej Ilić, der alle vier Berliner Treffer mustergültig auflegte.
Offensive Defensive?!
Es begann eine Phase, in der bei den Eisernen vor allem auf die Treffsicherheit jener Profis Verlass war, deren Kernaufgabe eigentlich das Tore-Verhindern ist. Beim 3:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach traf Danilho Doekhi erstmals in dieser Saison doppelt, dazu steuerte Rani Khedira ein weiteres Tor bei. In der zweiten Pokalrunde gegen Bielefeld entschied Doekhi die Partie in der 106. Minute zugunsten der Köpenicker, nachdem zuvor sein Abwehrkollege Leo Querfeld die erste Führung erzielt hatte.
Auch beim 2:2 gegen den Rekordmeister, dem ersten Punktverlust der Münchener in dieser Saison, war Doekhi zweimal erfolgreich. Gegen St. Pauli und Heidenheim legte Khedira jeweils noch eine seiner neuen Spezialitäten nach, was allerdings nur einmal zu drei Punkten reichte.
Im Achtelfinale des DFB-Pokals war dann erneut der FC Bayern zu Gast an der Alten Försterei. Dort gelang Querfeld etwas, das zuvor noch niemand geschafft hatte: Er verwandelte zweimal in einem Spiel vom Punkt gegen Manuel Neuer. Trotz einer starken zweiten Hälfte reichte es am Ende nicht fürs Weiterkommen. Union musste sich dem Rekordpokalsieger knapp mit 2:3 geschlagen geben.
Das anschließende 1:3 in Wolfsburg war zwar auch nicht gerade ein Stimmungsaufheller, hielt aber mit dem ersten Union-Tor von und für Stanley Nsoki immerhin eine weitere Premiere parat.
Leipzig zuhause, Köln away – vor Weihnachten sechs Punkte? Okay!
Zum Abschluss der 2025’er Heimspielzeit sorgte die Mannschaft dann für ein wahres Feuerwerk an Emotionen: Per überzeugendem 3:1 wurden Leipzigs RasenBallsportler humorlos wieder nach Hause geschickt, mit Tim Skarke jubelte erneut ein Spieler über sein erstes eisernes Tor und auch die Fans freuten sich über ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk im letzten Spiel des Jahres im Stadion An der Alten Försterei.
In der finalen Partie 2025 beim 1. FC Köln unterstrich das Team seine gute Form und holte spät, aber nicht unverdient einen wichtigen 1:0-Erfolg. András Schäfers Treffer sorgte somit für den zweiten Erfolg in Serie und besiegelte zudem die Zähler 19, 20 und 21 sowie einen starken Tabellenplatz 8 vor der Winterpause.
Mit der Rückreise aus der Domstadt schloss die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin ihr Tagebuch und kann nun auf über 10.600 beeindruckende Reisekilometer blicken. In 48 Partien auf Bundesliga-Ebene, im DFB-Pokal und mit Testspielcharakter gab es zudem 73 eigene Tore zu bejubeln. Insgesamt spielte das Team vor mehr als 1,1 Millionen Zuschauern und bedankt sich besonders bei mehr als 50.000 Auswärtsfahrern.