1:2-Niederlage gegen Leverkusen:

Union unterliegt in der Nachspielzeit

Die Profimannschaft der Frauen des 1. FC Union Berlin muss sich zum Jahresauftakt spät und unverhofft Bayer 04 Leverkusen mit 1:2 geschlagen geben. Nach einer starken ersten Halbzeit, in der Dina Orschmann in der 36. Minute die Führung erzielt, drehen die Gäste das Spiel in Unterzahl in der Schlussviertelstunde (78./90+2.).

1. FC Union Berlin: Bösl – Weiß (46. Eurlings), Tysiak, Steuerwald, Heikkinen – Pawollek (67. Hipp), Weidauer, Heiseler (67. Kamber) – Halverkamps, Campbell, D. Orschmann (67. Bauereisen)

Bayer 04 Leverkusen: Moll – Merino Gonzalez, Ostermeier, Turányi (69. Wenger), Mickenhagen – Grant, Piljić, Vidal (73. Friedrich), Wamser – Fudalla (90. +5 Coskun), Kehrer (69. Kögel)

Personal: Im Vergleich zum 2:1-Auswärtssieg in Nürnberg vor der Winterpause veränderte Cheftrainerin Ailien Poese die Startformation auf drei Positionen: Neuzugang Amber Tysiak gab direkt ihr Pflichtspieldebüt für Union und ersetzte Marina Georgieva in der Innenverteidigung, zudem spielten Ida Heikkinen und Tanja Pawollek anstelle von Judith Steinert sowie Jenny Hipp.

Zuschauer: 6.076

Tore: 1:0 D. Orschmann (36.), 1:1 Fudalla (78.), 1:2 Kögel (90+2.) 

Unionerinnen starten energisch ins neue Jahr – Orschmann trifft zur Halbzeitführung

Der Auftakt ins Pflichtspieljahr 2026 verlief für die Eisernen äußerst verheißungsvoll: Bereits nach 70 Sekunden hatte Winterneuzugang Amber Tysiak infolge einer Ecke eine Großchance, als sie den Ball am ersten Pfosten verlängerte und eine Leverkusenerin die Kugel auf der Torlinie klärte (2.). Generell starteten die Unionerinnen mutig und erspielten sich in den ersten viereinhalb Minuten vier Ecken, die stets für Durcheinander im B04-Strafraum sorgten. 

Nach der starken Anfangsphase fand auch Leverkusen allmählich in die Partie, ohne jedoch zwingend gefährlich zu werden. Stattdessen sahen die Zuschauer bei frostigen Temperaturen eine ausgeglichene Partie, in der Leverkusen zwar geringfügige Ballbesitzvorteile hatte, aber kaum zum Abschluss kam. In der 29. Minute probierte es mal Katharina Piljić für die Gäste, doch den zentralen Schuss fing Cara Bösl ab. Vier Minuten später wurde es deutlich gefährlicher, als Ruby Grant im Strafraum zum Schuss kam, doch Tysiak schmiss sich in die Flugbahn und fälschte entscheidend zur Ecke ab. 

Im Anschluss meldete sich auch Union wieder offensiv an – und wie. Zunächst traf Samantha Steuerwald in der 35. Minute nach einem Freistoß von Lisa Heiseler per Kopf den Pfosten, eine Zeigerumdrehung später durften die Köpenickerinnen nach einem weiteren Heiseler-Standard dann jubeln. Die scharf vor das Tor getretene Ecke flog über die gegnerische Keeperin hinweg, sodass Dina Orschmann aus kurzer Distanz zum Kopfball kam und die Kugel zur umjubelten Führung im Netz unterbrachte.  

Dass die 1:0-Führung auch zur Halbzeit währte, war in der 43. Minute vor allem Schlussfrau Bösl zu verdanken: Mit einem unglaublichen Reflex verhinderte die Keeperin gegen Juliette Vidal aus zwei Metern Entfernung den Ausgleich der Werkself.

Spielszene aus einem Fußballspiel, eine Spielerin in rotem Trikot tritt den Ball, ein weiterer Spieler in blauem Trikot steht bereit.
Zwei Fußballspielerinnen in Konkurrenz um den Ball auf einem Sportplatz, im Hintergrund jubelnde Fans.

Grant sieht gelb-rot – Leverkusen dreht das Spiel

Ähnlich wie im ersten Durchgang setzten beide Mannschaften ihre Akzente auch nach dem Seitenwechsel vor allem im schnellen Umschaltspiel: Infolge einer sehenswerten Unioner Ballstafette nach 58 Minuten über Eileen Campbell und Hannah Eurlings wurde die aufgerückte Ida Heikkinen kurz vor dem Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht, den fälligen Freistoß von Antonia Halverkamps aus aussichtreicher Position fing Anne Moll im Tor allerdings ab (58.). 

Eine neue Wendung schien die Partie zu bekommen, als Leverkusens Ruby Grant in der 69. Minute aufgrund eines gestreckten Beins mit ihrer zweiten gelben Karte vom Platz geschickt wurde. Union trat nun im Ballbesitz noch kontrollierter auf und drückte dem Spiel seinen Stempel auf, sodass die Vorentscheidung in der Luft lag.  

In der 78. Minute fand Leverkusen jedoch unverhofft durch einen Freistoß direkt vor der Strafraumgrenze zurück ins Spiel: Vanessa Fudalla beförderte den Ball aus 17 Metern ins Eck. Die Unionerinnen ließen sich von diesem Rückschlag nicht unterkriegen, wenngleich der Spielfluss in den Schlussminuten aufgrund zahlreicher Unterbrechungen stark ins Stocken geriet. In der 85. Minute hatte Eileen Campbell den erneuten Führungstreffer auf dem Fuß, als sie von Eurlings in Szene gesetzt wurde, aber im Strafraum keinen Druck hinter den Ball bekam. Stattdessen gelang Leverkusen in der zweiten Minute der Nachspielzeit der Lucky Punch, als Kristin Kögel eine Hereingabe von Fudalla über die Linie drückte (90+2.). 

Eine Fußballspielerin in rotem Trikot läuft mit dem Ball, während eine Gegenspielerin in Blau versucht, den Ball zu erobern.
Eine Spielerin in rotem Trikot dribbelt den Ball auf dem Spielfeld während eines Fußballspiels.
Eine Fußballspielerin in rotem Trikot dribbelt den Ball, während eine Torhüterin versucht, den Ball abzufangen.

Stimmen nach dem Spiel

„Wir konnten heute leider unseren mutigen Fußball nicht über 90 Minuten durchziehen. Nach einem sehr guten Start, in dem wir unsere Energie auf den Platz bringen konnten, haben wir uns kurz vor der Halbzeit mit dem Tor belohnt. Dann haben wir es leider in der zweiten Halbzeit etwas aus der Hand gegeben, was wir in den kommenden Tagen analysieren müssen. Heute wäre definitiv mehr drin gewesen“, so das Fazit von Dina Orschmann nach dem Abpfiff. 

Anna Weiß fügte hinzu: „Wir hatten das Spiel eigentlich im Griff, Leverkusen hatte kaum Chancen. Dass wir dann in Überzahl zwei Gegentore bekommen, ist natürlich extrem bitter. Auf die erste Halbzeit können wir aufbauen, da ist unser Plan, unser Pressing wirklich gut aufgegangen.“ 

„Wir haben es über 70 Minuten echt gut gemacht und hatten das Spiel eigentlich im Griff. Gerade in der ersten Halbzeit ist uns wirklich viel gelungen, was wir in der Wintervorbereitung einstudiert haben. Wir hatten in Überzahl die Chance auf das zweite Tor, die haben wir leider nicht genutzt und sind dann unnötig hektisch geworden. Am Ende müssen wir einfach in Überzahl die Führung über die Zeit bringen oder dann immerhin den Punkt sichern“, lautete die Analyse von Cheftrainerin Ailien Poese. 

Ausblick auf die kommenden Woche
Nach dem morgigen Spielersatztraining und einem freien Sonntag bereiten sich die Eisernen ab der kommenden Woche auf das erste Bundesliga-Auswärtsspiel des Jahres vor: Am kommenden Sonnabend, dem 31.01.2025, gastieren die Unionerinnen bei der SGS Essen. Die Partie wird um 14 Uhr im Stadion an der Hafenstraße angepfiffen.

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