Später Nackenschlag der Borussia:
Union verliert 0:1 in Mönchengladbach
Die Profimannschaft der Männer des 1. FC Union Berlin verliert ihr Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach mit unglücklich und spät 0:1. In der ersten Halbzeit erarbeiten sich beide Teams kaum Torchancen, Union verteidigt effektiv und so geht es torlos in die Kabinen. Nach der Pause zeigt sich ein ähnliches Bild. In der 65. Minute gelingt den Hausherren dann einmal der Durchbruch durch die Berliner Defensive, wegen einer Abseitsstellung wird der Treffer allerdings aberkannt. In der Nachspielzeit können sie einen vermeintlichen Strafstoß dann aber zum 1:0-Sieg nutzen.
1. FC Union Berlin: Rönnow – Trimmel (46. Haberer), Doekhi, Querfeld, Nsoki (90. +5 Bogdanov), Köhn – Schäfer, Kemlein (72. Král), Khedira – Jeong (72. Burcu), Burke (81. Ansah)
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Scally, Sander, Elvedi, Diks, Castrop – Reitz (90. +5 Stöger), Engelhardt – Honorat (81. Machino), Tabaković, Mohya (72. Bolin)
Personal: Unions Cheftrainer Steffen Baumgart sah sich gezwungen, seine Anfangsformation auf zwei Positionen anzupassen. Der gelbgesperrte Andrej Ilić stand nicht zur Verfügung und Janik Haberer nahm nach seiner Blessur aus dem Leverkusen-Spiel zunächst auf der Bank Platz. In die Startelf rückten dafür Oliver Burke sowie Kapitän Christopher Trimmel.
Zuschauer: 52.488
Tor: 1:0 Diks (FE/90.+4)
Erster Durchgang endet torlos – Wenig Räume für Offensivaktionen
Union benötigte rund fünf Minuten, um erstmals vor dem Tor der Borussia aufzutauchen. Nach einer abgefangenen Flanke leitete Frederik Rönnow das Spiel sofort mit einem langen Ball auf Oliver Burke ein. Der Schotte nahm Tempo auf, konnte die Kugel jedoch nicht mehr erreichen, sodass Ex-Unioner Moritz Nicolas sicher zupackte. Kurz darauf bot sich Jens Castrop eine gute Möglichkeit, nachdem Rönnow einen Ball hinter die Abwehr falsch einschätzte. Doch Kapitän Christopher Trimmel klärte die Situation mit all seiner Routine rechtzeitig (7.).
Im Anschluss übernahm zunächst die Mannschaft vom Niederrhein die Initiative und setzte mehrere offensive Akzente. Über Franck Honorat suchte Gladbach immer wieder den Weg in den Strafraum, wobei die Hereingaben vor allem Haris Tabaković als Abnehmer finden sollten. Unions Defensive stand jedoch stabil und auch Rönnow entschärfte die Bälle, die auf sein Tor kamen (21.).
Nach gut einer halben Stunde bot sich den Eisernen dann eine vielversprechende Umschaltsituation: András Schäfer trieb den Ball nach vorn, wurde rund 30 Meter vor dem Tor jedoch nur durch ein taktisches Foul gestoppt. Der anschließende Freistoß segelte gefährlich an den zweiten Pfosten, doch die Aktion wurde wegen einer Abseitsstellung zurückgepfiffen (34.). Den Borussen bot sich dann noch die wohl größte Gelegenheit der Partie, als Rönnow einen wuchtigen Distanzschuss nur nach vorne abwehren konnte und der aufgerückte Kevin Diks aus wenigen Metern über das verwaiste Tor köpfte, sodass es dann mit dem 0:0 in die Pause ging (45.+1).
Gladbachs erster Treffer zählt nicht – Elfmeter in der Nachspielzeit bringt die Entscheidung
Die zweite Hälfte begann zerfahren, da zahlreiche kleinere Unterbrechungen den Spielfluss hemmten. In der 55. Minute setzte Gladbachs Philipp Sander ein erstes Ausrufezeichen, als er aus der Distanz abzog und den linken Pfosten nur knapp verfehlte. Auch Jens Castrop versuchte es wenig später aus der zweiten Reihe, doch sein Schuss stellte Rönnow vor keine größeren Probleme (60.).
Kurz darauf wurde es laut im Borussia-Park: Diks brachte den Ball zum vermeintlichen 1:0 über die Linie. Nach Eingreifen des Videoschiedsrichters wurde der Treffer jedoch aberkannt, da Tabaković zuvor im Abseits gestanden hatte (65.). Den ersten Abschluss der Eisernen in der zweiten Halbzeit verzeichnete der kurz zuvor eingewechselte Alex Král, doch Nicolas parierte sicher (74.).
Bis zum Ende der offiziellen Spielzeit verzeichneten beide Seiten keine weiteren Torchancen mehr. Nachdem Stanley Nsoki einen Gladbacher Gegenspieler an der Strafraumkante zu Fall gebracht hatte, entschied der VAR auf Strafstoß, den Kevin Diks im linken unteren Eck platzieren konnte. (90.+4). Mit Dmytro Bogdanov debütierte unmittelbar im Anschluss ein weiterer Nachwuchsspieler, der bislang in der U19 der Eisernen für Furore sorgte. Union versuchte nun vehement, sich gegen die drohende Niederlage zu wehren, konnte die Kugel aber nicht mehr im gegnerischen Tor unterbringen und musste sich letztlich mit 0:1 geschlagen geben.
Stimmen nach dem Spiel
“Wir haben heute ein ganz anderes Spiel gezeigt als letzte Woche, haben uns selbst keine Chancen erarbeitet und die eine oder andere Chance des Gegners zugelassen. Trotzdem haben wir versucht, kompakt zu verteidigen und keine Gegentore zuzulassen. Leider haben wir es heute leider versäumt, die nötige Intensität auf den Platz zu bringen”, so das Fazit von Leopold Querfeld nach dem Abpfiff.
“So ein Gegentreffer in der Nachspielzeit ist natürlich extrem bitter, aber über den gesamten Spielverlauf konnten wir nicht unser Spiel und das, was uns auszeichnet, auf den Platz bringen. Natürlich hatten wir uns für heute mehr vorgenommen, insbesondere nach dem Sieg letzte Woche, aber wir haben es dieses Mal leider nicht umgesetzt bekommen. Für nächste Woche gilt es, wieder in unsere Abläufe zu finden und von Beginn an voll da zu sein”, ergänzte Rani Khedira im Anschluss.
“Am Ende hat der Gegner ein Tor gemacht, wenn auch glücklich. Fakt ist, dass Gladbach es heute eher verdient hat als wir. Ich bin schon jemand, der damit umgehen kann, eine Niederlage einzustecken. Aber heute war es ein wirklich enttäuschender Auftritt unserer Mannschaft”, lautete die erste Einschätzung von Cheftrainer Steffen Baumgart nach dem Duell.
Ausblick auf die kommenden Tage
Mit einem nichtöffentlichen Training beendet die Mannschaft von Cheftrainer Steffen Baumgart am morgigen Sonntag die Woche. Am Dienstag beginnt die neue Trainingswoche, in der sich am Mittwoch um 11 Uhr das Tor zum Trainingsplatz für die Öffentlichkeit öffnet.