Gegentreffer in der Nachspielzeit:
Unionerinnen mit unglücklicher Niederlage gegen Jena
Die Profimannschaft der Frauen des 1. FC Union Berlin muss sich am 17. Spieltag in letzter Minute mit 1:2 dem FC Carl Zeiss Jena geschlagen geben. Den Führungstreffer von Melina Reuter (61.) kontert Lisa Heiseler fünf Minuten später mit einem Freistoßtor (66.). In der Nachspielzeit treffen die Gäste in Überzahl zum Sieg (90+4.).
1. FC Union Berlin: Bösl – Weiß (67. Steinert), Tysiak, Steuerwald, Heikkinen (56. Reissner) – Pawollek, Kamber, Heiseler (86. Hipp) – D. Orschmann, Campbell, Eurlings (67. Bauereisen)
FC Carl Zeiss Jena: Janning – Mummert, Ihlenburg, Schmid – Reske (62. Andersson), Gentile (75. Gora), Mühlmann, Häering – Reuter (62. Tietz), Bonsu, Jaron (87. Alcaide)
Personal: Das Trainerteam veränderte im Vergleich zum Spiel gegen die SGS Essen die Startaufstellung nicht.
Zuschauer: 5.161
Tore: 0:1 Reuter (61. Minute), 1:1 Heiseler (66. Minute), 1:2 Alcaide (90+4.)
Dominate Passquote der Eisernen – Keine Tore im ersten Durchgang
Die Anfangsphase war vom Ballbesitzübergewicht der Berlinerinnen geprägt. Das erste Ausrufezeichen setzte Tanja Pawollek in der fünften Minute, indem sie das runde Leder aus 25 Metern mit dem linken Vollspann knapp über den FCC-Querbalken schoss. Nach 18 Zeigerumdrehungen war es Suya Häring mit der ersten Großchance der Gäste: In einen hoch gespielten Ball von halbrechts rutschte die Offensivspielerin einen Moment zu spät rein und verfehlte den linken Pfosten des FCU-Kastens um zwei Meter.
Im Nachgang hatten die Eisernen mehr Zug zum Tor. Lia Kamber machte mit einem Sonntagsschuss aus 20 Metern auf sich aufmerksam, dieser streifte die Latte und segelte ins Toraus. In der Folgeminute hatte Eileen Campbell eine Doppelchance zur Führung: Eine Hereingabe von Anna Weiß köpfte Unions Nummer 10 nur ein paar Millimeter am kurzen Eck des FCC-Kastens vorbei (25.). Kurz darauf bewahrte Jena-Schlussfrau Jasmin Janning mit einer sehenswerten Hechtparade ihr Team vor dem Rückstand, nachdem Campbell drei Gegenspielerinnen am Strafraum austanzte und mit ihrem schwächeren Fuß wuchtig abzog (27.).
Auch in der Folge blieben es vor allem die Eisernen, die durch hohe Ballgewinne zu guten Aktionen im vordersten Drittel kamen. Unmittelbar vor der Halbzeit meldete sich Pawollek mit einem Kopfball bei der Schlussfrau von Jena an, die abermals gut reagierte (45.). Die letzte Aktion des ersten Durchgangs lief dann über die linke Union-Seite: Nach einer Balleroberung im Halbfeld schickte Kamber Flügelspielerin Hannah Eurlings in den Lauf, die jedoch nur das Außennetz zappeln ließ (45+2.).
Heiselers Freistoß zum Ausgleich – Jena setzt den Schlusspunkt
Nach Wiederanpfiff verbuchte Jena die erste Chance in der zweiten Halbzeit: Die Unioner Hintermannschaft bekam den Ball nicht geklärt, sodass Haering zum Abschluss kam, aber nur die Latte traf (48.). Die erste Chance der Eisernen sollte jedoch wenig später folgen: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld legte Campbell auf die mitgelaufene Dina Orschmann ab, deren flacher Abschluss aus kürzester Distanz allerdings direkt in den Händen von Keeperin Janning landete (52.).
Die Gäste stachen dann durch einen Konter zu: Melina Reuter spielte einen Doppelpass mit der mitgelaufenen Suya Haering, die den Ball ins lange Eck zur 1:0-Führung schob (61.). Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, denn Kapitänin Lisa Heiseler bescherte den Rot-Weißen den verdienten Ausgleich, indem sie einen Freistoß aus 35 Metern Entfernung direkt zum Ausgleich einnetzte (66.). Mit Anbruch der Schussviertelstunde reagierten beide Teams mit einigen Wechseln.
Jokerin Nele Bauereisen versuchte sich vom Strafraumeck, scheiterte aber an der aufmerksamen Jena-Keeperin (82.). Auch die eingewechselte Jenny Hipp brachte viel Energie auf den Rasen und schoss mit ihrem ersten Ballkontakt aus 22 Metern die Kugel an die Latte (86.).
In der ersten Minute der Nachspielzeit hatte die aufgerückte Samantha Steuerwald eine gute Gelegenheit, doch ihr Kopfball wurde kurz vor der Torlinie geklärt. Die Nachspielzeit mussten die Eisernen in Unterzahl bestreiten, da Jenny Hipp verletzungsbedingt nicht mehr mitwirken konnte. Wenig später gelang Jena der späte Siegtreffer: Ein Abstimmungsproblem in der Unioner Hintermannschaft nutzte Olivia Alcaide aus und traf ins verwaiste Tor (90+4.). In den verbleibenden Minuten warfen die Unionerinnen noch mal alles nach vorne, doch es blieb bei der unglücklichen Niederlage.
Stimmen nach dem Spiel
„Gerade empfinde ich pure Enttäuschung und finde nicht die richtigen Worte. Wir haben gut mit dem Ball gegen den tiefen Block von Jena agiert, aber treffen das Tor nicht. Dieses Spiel müssen wir definitiv verdauen und analysieren”, lautete das Fazit von Torschützin Lisa Heiseler nach der Partie.
„Wir waren in den einigen Chancen, die wir hatten, nicht konsequent genug und haben das Spiel nicht für uns entschieden. Das Gegentor am Schluss und das Resultat sind natürlich sehr bitter“, ergänzte Lia Kamber.
„Wir wussten, dass es schwer wird, einen tiefen Block zu bespielen. Nichtsdestotrotz haben wir größtenteils die Räume gefunden. Trotz der Chancen, die wir hatten, ist uns das Spiel entglitten. Für das, was da in den letzten Minuten dann passiert ist, habe ich noch keine Erklärung”, analysierte Cheftrainerin Ailien Poese im Nachgang des Spiels.
Ausblick auf die kommende Woche
Nach einer Regenerationseinheit zum Wochenstart steht eine kurze Woche für das Team um Cheftrainerin Ailien Poese an, denn bereits am Freitag begeben sich die Eisernen auf die längste Auswärtsreise der Saison in den Breisgau. Dort trifft man am Samstag, den 14.02.2026, auf den SC Freiburg. Anpfiff der Partie ist um 12:00 Uhr im Dreisamstadion.