Vor 13.897 Zuschauern:
Unionerinnen unterliegen Hoffenheim mit 0:2
Die Profimannschaft der Frauen des 1. FC Union Berlin unterliegt im letzten Heimspiel der Saison 2025/26 der TSG Hoffenheim mit 0:2. Die zukünftige Unionerin Jill Janssens bringt die Gäste früh in Führung (3.), ehe ihre Teamkollegin Nikée van Dijk wenig später nachlegt (8.).
1. FC Union Berlin: Bösl – Weiß (58. Reissner), Tysiak, Steuerwald, Steinert (76. K. Orschmann) – Hipp (76. Köster), Kamber, Heiseler (58. Bauereisen) – Weidauer (76. Şakar), Campbell, Eurlings
TSG Hoffenheim: Dick – Janssens (85. Delacauw), Douma, Doorn (25. Harsch), Rankin – Ampoorter (68. Gloning), Diehm, Grimm (68. Hahn), Steiner – van Dijk (46. Luyet), Cerci
Personal: Das Trainerteam setzt nach dem 1:0-Auswärtssieg beim Hamburger SV auf dieselbe Startelf.
Zuschauer: 13.897
Tore: 0:1 Janssens (3.), 0:2 van Dijk (8.)
Früher Doppelschlag der TSG – Union lässt Großchancen liegen
Im spannenden Aufeinandertreffen verbuchte Unions Jenny Hipp direkt die erste gefährliche Aktion des Spiels: Die Nummer 27 schlenzte an der Strafraumkante das Leder mutig und nur knapp über den Querbalken (2.). Wenige Sekunden später zappelte dann das Runde im Netz auf der Gegenseite: Selina Cerci durchdrang über die linke Seite die komplette Union-Defensive und bediente die zukünftige Unionerin Jill Janssens an der Fünfmeterlinie, die durch eine Grätsche nur noch den Ball einschieben musste (3.). Die frühe Führung bauten die Gäste nach weiteren fünf Zeigerumdrehungen aus: Abermals war es DFB-Stürmerin Cerci, die an der Grundlinie geschickt ins Zentrum ablegte und Nikée van Dijk vor dem Union-Gehäuse bediente, die per One-Touch einnetzte.
Danach nahm die Partie ausgeglichene Charakterzüge an und die Unionerinnen machten sich durch zwei Großchancen aus kürzester Distanz bemerkbar: Sophie Weidauer verarbeitete eine perfekt dosierte Hereingabe von links einige Meter über dem Aluminium im Toraus (18.), Hannah Eurlings scheiterte an einer sehenswerten Hechtparade von Laura Dick (21.).
Union-Mittelfeldmotor Lia Kamber setzte nach einer gespielten halben Stunde ein weiteres Ausrufezeichen: Ihr Distanzschuss verfehlte den TSG-Pfosten um Haaresbreite. Trotz zahlreichen Standardaktionen seitens der Unionerinnen gelang es der Poese-Elf im ersten Durchgang nicht, den Ball über die Linie zu befördern und so bat die Unparteiische nach drei Minuten Nachspielzeit in die Pause.
Qualitatives Duell auf Augenhöhe - Kein Durchkommen für die Poese-Elf
Sommerliche Stimmung, volle Tribünen sowie ein leichter Wind über dem Rasen bildeten auch den perfekten Rahmen für den zweiten Durchgang. Nach einem Ballverlust an der Mittellinie hatten die Hoffenheimerinnen das dritte Tor auf dem Fuß: Cara Bösl fischte den Abschluss jedoch per Sonntagsparade aus der Luft und erwies sich als starker Rückhalt (53.).
Union-Abwehrchefin Samantha Steuerwald übernahm Verantwortung und fasste sich in Minute 55 ein Herz, indem sie durch das ganze Mittelfeld dribbelte und aus 30 Metern per Vollspann den Abschluss suchte, dieser flog knapp am rechten Pfosten ins Toraus. Die Partie bot den 13.897 Zuschauenden im Stadion An der Alten Försterei weiterhin hohe fußballerische Qualität und pure Spannung, denn die beiden Teams schenkten sich keinen Meter.
In dieser Phase des Spiels ließ die tiefstehende und kompakt agierende TSG keine gegnerischen Chancen zu. Union blieb weiterhin geduldig und brachte durch einige Wechsel neuen Schwung aufs Feld. Ein Union-Angriff durch Eileen Campbell in Minute 82 sowie ein Kopfball von der mitgerückten Steuerwald (84.) strahlten jedoch zu wenig Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse aus. In der Schlussphase kam Eileen Campbell nach einer Hereingabe von rechts am langen Pfosten an den Ball, ihr Außenristabschluss endete jedoch nur im Außennetz. Wenig später endete die Partie.
Mit der heutigen Zuschaueranzahl durchbrach der 1. FC Union Berlin erstmalig im deutschen Frauenfußball die 100.000 Zuschauermarke. Insgesamt 106.627 Zuschauer kamen in den 13 Heimspielen in der Bundesliga.
Stimmen nach dem Spiel
„Es fällt auf jeden Fall viel Ballast ab, dass ich jetzt endlich mein Comeback geben konnte. Ich habe lange darauf hingearbeitet und es ist wie ein Kreis, den ich jetzt endlich schließen konnte, um mit den letzten Monaten endlich abzuschließen. Es ist natürlich schade, dass wir die ersten Minuten etwas verschlafen haben und unsere Chancen nicht nutzen konnten“, erklärte Leonie Köster nach dem Spiel.
„Es ist schade, dass wir nicht gewonnen haben. Ein Sieg im letzten Heimspiel wäre natürlich sehr schön gewesen. Nichtsdestotrotz ist es immer schön, vor den Fans zu spielen und die Alte Försterei ist einfach immer emotional. Ich habe es heute sehr genossen“, beurteilte Fatma Şakar ihr letztes Heimspiel für den 1. FC Union Berlin.
„Wir haben die ersten Minuten ein bisschen verschlafen, haben dann gute Ansätze gehabt, aber es leider nicht geschafft, ein Tor zu schießen. Nach dem Spiel war es natürlich trotzdem wunderschön, sich von den Fans zu verabschieden. Ich habe hier vor vier Jahren angefangen, als wir vor 100 Leuten in der Dörpfeldstraße gespielt haben, und jetzt zu sehen, wohin wir uns entwickelt haben, ist der Wahnsinn. Mein Dank geht an alle Fans, Mitarbeiter und Spielerinnen, die dazu beigetragen haben, diesen Weg zu gehen“, so Cheftrainerin Ailien Poese nach dem Spiel.
Ausblick auf die kommende Woche
Bevor das Team von Ailien Poese am Sonntag, den 17.05., zum letzten Auswärtsspiel der Saison bei Eintracht Frankfurt antritt, steht eine intensive Trainingswoche an. Die Spielerinnen bereiten sich auf das Saisonfinale im Stadion am Brentanobad vor. Anpfiff der Partie ist um 14 Uhr. Tickets für das Spiel sind im Ticketshop der SGE zu erwerben.