Donnerstag
27.10.2016
Fotos: Hänsch / www.unveu.de

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K.O. im Elfmeterschießen: Union unterliegt nach tollem Kampf beim BVB

Trotz großer kämpferischer Leistung ist der 1. FC Union Berlin in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Borussia Dortmund ausgeschieden. Im Elfmeterschießen setzte sich der amtierende deutsche Vizemeister vor 79 037 Zuschauern im Signal Iduna Park gegen die Köpenicker durch.

Im Gegensatz zum 3:1-Erfolg beim FC Erzgebirge Aue stellte Union-Coach Jens Keller seine Elf auf einigen Positionen, Torhüter Daniel Mesenhöler stand dabei das erste Mal in einem Pflichtspiel für die Köpenicker zwischen den Pfosten. Die Aufstellung der Eisernen im Westfalenstadion las sich wie folgt:

Mesenhöler – Trimmel, Leistner, Puncec, Pedersen – Kroos, Parensen (64. Fürstner) – Redondo, Zejnullahu, Hedlund (80. Skrzybski) – Quaner (39. Hosiner)

Ab der ersten Minute zeigten sich die Eisernen in Dortmund kämpferisch, standen in der Defensive kompakt und erarbeiteten sich durch schnelle Pässe in die Spitze immer wieder gute Möglichkeiten. Die Hausherren besaßen mehr Spielanteile, die taktisch gut eingestellten Unioner verschoben jedoch geschickt und versuchten somit, die individuelle Klasse der Dortmunder zu bekämpfen. In weiten Teilen der ersten Halbzeit gelang dies den Köpenickern sehr gut, immer wieder eroberten sich die Berliner Bälle im Mittelfeld und versuchten, schnell umzuschalten. Besonders über die rechte Seite zeigten die Eisernen immer wieder gute Aktionen, ein Tor wollte jedoch nicht gelingen. Dortmund wurde vor allem durch Fernschüsse von Götze und Sahin gefährlich, Torhüter Daniel Mesenhöler zeigte sich jedoch stets auf dem Posten. Kurz vor der Pause erzielten die Hausherren schließlich doch die 1:0-Führung, nachdem Mario Götze den jungen Jacob Bruun Larsen auf der rechten Seite bediente. Abgefälscht von Defensivstratege Michael Parensen schlug der Schuss des Dänen zur 1:0-Pausenführung im Netz der Eisernen ein.

Trotz des Rückschlags vor der Pause ließen die Köpenicker auch in Halbzeit Zwei nicht locker und spielten weiter mutig. Die kämpferisch auftretenden Gäste bereiteten dem BVB immer wieder Probleme, zu eigenen Torchancen kamen die Westfalen kaum. Castro versuchte sein Glück aus der zweiten Reihe, verfehlte aber den Kasten. In der 69. Spielminute brandete bei den Anhängern der Rot-Weißen großer Jubel auf, nachdem der Ball im Netz der Dortmunder zappelte. Der Schiedsrichter verwehrte dem Treffer von Roberto Puncec allerdings die Anerkennung, dem Tor war eine Abseitsstellung von Rechtsverteidiger Pedersen vorausgegangen. Knapp zehn Minuten später gab es für die mitgereisten Unioner im Stadion allerdings kein Halten mehr. Nach einem eigentlich abgewehrten Eckball nutzte der soeben eingewechselte Steven Skrzybski die Chance und zog aus der zweiten Reihe ab, die Kugel landete per Aufsetzer zum 1:1-Ausgleich in der langen Ecke (81.). Dortmund reagierte wütend, Emre Mor traf nach feinem Solo über die rechte Seite jedoch nur den Pfosten. Schiedsrichter Jochen Drees beendete die reguläre Spielzeit nach 93 Minuten beim Stand von 1:1, so dass die Partie in die Verlängerung gehen musste.

Die Partie lief weiter wie bisher, beide Teams setzten den Gegner mit schnellen Angriffen unter Druck und kamen nun zu guten Möglichkeiten. Die beste für den BVB hatte Ginter mit einem Kopfball nach einer Ecke von der rechten Seite, Torhüter Mesenhöler reagierte allerdings sensationell und fischte die Kugel aus der Ecke. Auf der Gegenseite bot sich Steven Skrzybski die riesen Möglichkeit zur Führung. Bereits vorbei an Keeper Weidenfeller versuchte der 24-jährige die Kugel vor dem Tor quer zu legen, der Ball fand jedoch keinen Abnehmer.

Auch in der zweiten Hälfte der Verlängerung blieb die Partie spannend. Gonzalo Castro brachte sich auf Seiten des BVB immer wieder in gute Abschlusspositionen, seine Schüsse strichen jedoch knapp über den Kasten oder wurden von Daniel Mesenhöler entschärft. Trotz schwindender Kräfte stemmten die Köpenicker sich mit aller Macht gegen ein zweites Gegentor, so dass die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen musste.
Die bittere Geschichte des Elfmeterschießens ist schnell erzählt: Dembele, Ginter und Götze verwandelten souverän, Weidenfeller zeigte dreimal seine Klasse gegen Kroos, Fürstner und Hosiner. Somit konnte der BVB sich trotz großer Leistung der Eisernen schließlich mit 4:1 im Elfmeterschießen durchsetzen.

„Wir haben heute großartig gegen eine Top-Mannschaft gespielt, diese Leistung ist aller Ehren wert. Es war nicht glücklich, dass wir ins Elfmeterschießen gekommen sind. Im Spiel haben wir nur wenige Chancen zugelassen und uns selbst viele erarbeitet. Trotz des Ausscheidens bin ich heute sehr, sehr stolz auf meine Truppe“, so Union-Coach Jens Keller auf der Pressekonferenz nach der Partie.

Trotz des langen Abends geht es für den 1. FC Union Berlin bereits am Samstag, dem 29.10.2016 weiter. Im Heimspiel im Stadion An der Alten Försterei treffen die Eisernen um 13:00 Uhr auf den Tabellensiebten Fortuna Düsseldorf.

1. FC Union Berlin