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Verein

Vereinsgeschichte

1906 - 1920

Vom SC Olympia zu Union 06 Oberschöne­weide

In der Oberschöneweider Luisenstraße, der heutigen Plönzeile, versammeln sich 1906 in einer Sandgrube hinter der Schule Balljungen und Freunde des Vereins Excelsior und gründen ihren Fußball Club Olympia. Die Vereinsfarben sind Schwarz und Gelb. Nach nur kurzer Zeit löst der Verein sich wieder auf.

Einige treue Freunde gründen bald darauf in Anlehnung an den benachbarten Lichtenberger S.C. Frisch Auf einen neuen Bund. Excelsior spaltet sich in Preußen und Vorwärts, beide können nicht bestehen. Mitglieder aller drei Vereine verbinden sich am 17. Juni 1906 in der Gastwirtschaft „Großkopf“ in der Luisenstraße 17 zu Olympia Oberschöneweide.

Am 22. Juni 1906 treten die Fußballer als Jugendmannschaft dem B.T.u.F.C. Helgoland 1897 als Abteilung Oberschöneweide bei. Am 10. Februar 1907 wird gemeinsam mit den Verantwortlichen des B.T. und F.C. Union 1892 – Deutscher Meister von 1905 – über einen Anschluss verhandelt. Ergebnis dieser Gespräche mit den Blau-Weißen aus dem Berliner Süden ist die Formierung als B.T. und F.C. Union 92 / Abteilung Oberschöneweide, die Truppe nimmt mit Jugendmannschaften und als IV. Mannschaft am Spielbetrieb teil.

Selbstbewusst trennt sich die erstarkte Abteilung mit Beschluss am 14. März 1910 vom Stammverein. Zum Dank an den Mutterverein Union 1892 werden die Farben Blau und Weiß beibehalten, in den neuen Vereinsnamen wird das Wort Union aufgenommen: Union 06 Oberschöneweide. Zu dieser Zeit ist der Klub im Verband Berliner Ballspielvereine organisiert.

Bericht zur Gründung von Olympia Oberschöneweide in der Festschrift zum Jahrestag des SC Union Oberschöneweide von 1931 © Archiv des SC Union 06 Berlin
Umbenennung in SC Union-Oberschöneweide und Erwähnung der Spielstätte an der Kunheimstraße in der Festschrift zum Jahrestag des SC Union Oberschöneweide von 1931 © Archiv des SC Union 06 Berlin

Die erste feste Spiel­stätte und beachtliche Erfolge

Inzwischen ist das alte Spielgelände, die für den Fußball genutzten Wiesen an der Spree zwischen Kunheim- und Spreestraße wie später auch an der Buntzelstraße, Fabrikanlagen gewichen. Die Ausdehnung der Industrievorstadt Oberschöneweide und der sportliche Erfolg, der Aufstieg in die 1. Spielklasse, machen es notwendig, sich 1913 eine neue Heimstatt zu schaffen – an der verlängerten Wattstraße.

In ihrer Liga, der 3. Klasse, belegen die Unioner nach der Spielzeit 1910/11 den 1. Tabellenplatz und folgen den Ligen des aus der Fusion des VBB mit dem Märkischen Fussballbund und dem Verband Berliner Athletik Vereine hervorgegangenen Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine. Sie steigen in die 2. Klasse auf, erreichen hier ebenfalls den 1. Platz und den Aufstieg, in der 1. Klasse 1912/13 den 2. Platz, im folgenden Jahr mit dem 1. Rang in der Tabelle den Aufstieg in die VBB-Verbandsliga, die höchste Spielklasse.

Nach dem 2. Platz in der Saison 1916/17 steht Union in der Serie 1919/20 auf Rang eins der Verbandsliga-Tabelle des Ostkreises, setzt sich anschließend in der Meisterklasse bei Germania Spandau mit 6:1 durch, unterliegt Berolina 01 mit 0:2 Treffern und erreicht gegen den BTuFC Viktoria ein 1:1-Unentschieden. Damit gewinnt Union Oberschöneweide den Titel des Berliner Meisters und ist damit Teilnehmer am Kampf um den nationalen Meistertitel.

Im Viertelfinale der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft bei den Sportfreunden Breslau bedeutet die 2:3-Niederlage das Ausscheiden aus dem Wettbewerb. Mit dem 3. Tabellenplatz in der folgenden Saison qualifiziert sich Union Oberschöneweide für die als höchste Berliner Spielklasse neu eingeführte VBB-Oberliga, in der die Spieler zunächst den Vizemeistertitel erringen.

Oberschöneweide im Jahr 1907 mit dem Spielort Kunheimstraße und dem späteren in der Wattstraße © Berliner Adressbuch 1907 | Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Mannschaft des SC Union Oberschöneweide um 1919 © E. Gärtner | Archiv des 1. FC Union Berlin

1920 -1930

Umzug in das Stadion An der Alten­Försterei

Die Ausbreitung der Industrieanlagen und das damit verbundene Anwachsen der Bevölkerung Oberschöneweides macht die Spielstätte der Unioner in der Wattstraße ab 1920 bebauungsreif. Union errichtet sich erneut ein Sportgelände. Am Rand der Wuhlheide, nahe dem Ortseingang von Köpenick neben dem Gebäude der Alten Försterei wird am 7. März 1920 die Anlage mit einer Punktspielbegegnung gegen Viktoria 89 ihrer Bestimmung übergeben. Die Arbeiten am Stadion sind noch nicht beendet. Erst nach dem Abschluss aller Arbeiten weihen die Unioner am 7. August 1920 den Sportpark Sadowa ein. Der Deutsche Meister, der 1. FC Nürnberg tritt zu diesem Anlass beim Berliner Meister an und gewinnt das Spiel mit 2:1 Toren.

Am 12. Oktober wird der Sportclub Union Oberschöneweide in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Köpenick eingetragen.

In der Saison 1922/23 erreichen die Oberschöneweider den 1. Platz in der Oberliga-Abteilung A und schlagen im ersten Entscheidungsspiel B-Staffelsieger Vorwärts 1890 mit 3:1 auf dessen Platz, bevor ein 1:1-Unendschieden in Sadowa ausreicht, um sich mit den Besten Deutschlands messen zu können.

Zum Auftakt im Viertelfinale der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ist Arminia Bielefeld der Gegner. Torlos endet die in Bochum ausgetragene erste Begegnung. Auch im Wiederholungsspiel im Berliner Deutschen Stadion im Grunewald steht es am Ende der ersten Verlängerung 0:0-Unentschieden, am Ende der zweiten gelingt Union die 2:1-Führung, nach dem Tor beendet der Schiedsrichter die Partie gegen den Westdeutschen Meister.

Im Halbfinale tritt Union Oberschöneweide in Halle an der Saale gegen den Süd-Meister, die Spielvereinigung Fürth, an und gewinnt mit 2:1 Toren. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im Deutschen Stadion ist der Hamburger Sportverein der Kontrahent. Die Begegnung gewinnen die Hanseaten mit 3:0 Toren.

Briefkopf des SC Union Oberschöneweide von 1920 © Amtsgericht Charlottenburg, Vereinsregister, 582 V.R. 11511
Ankündigung der Einweihung des Sportparks Sadowa gegen den damaligen Deutschen Meister 1. FC Nürnberg, 1920 © Der Rasensport
Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1923 im Deutschen Stadion Berlin: Hamburger Sportverein - Union Oberschöneweide 3:0 © Archiv des 1. FC Union Berlin

1930 - 1950

Viertelfinale um die Deutsche Meister­schaft

An die Stelle des VBB tritt 1933 der Fußball-Gau Berlin-Brandenburg, die höchste Spielklasse ist nun die Gauliga Berlin-Brandenburg. Mit der Auflösung des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen wird Union Oberschöneweide am 24. Mai 1933 über den Deutschen Fußball-Bund Struktureinheit des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen.

Mit Ende der Saison 1934/35 aus der Gauliga Berlin-Brandenburg als Vorletzter abgestiegen, erreicht Union in der Bezirksklasse Berlin-Potsdam Ost den 1. Rang und in der anschließenden Qualifikationsrunde mit dem 2. Platz den sofortigen Wiederaufstieg. Die Oberschöneweider sind mit dem 21. Dezember 1938 Gliederung des neu gegründeten Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen.

In der Kriegsmeisterschaft 1939/40 setzt sich Union Oberschöneweide in der Abteilung B durch, entscheidet nach der 1:2-Hinspiel-Niederlage die zweite Endspielbegegnung um den Berliner Titel mit 3:0 bei Blau-Weiß 90 für sich, ist zum dritten Mal Berliner Meister und so für die Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert.

Der VfB Königsberg ist der erste Gegner, nach dem 6:3-Erfolg siegen die Unioner beim VfL Stettin mit 3:1, gewinnen das Heimspiel gegen die Pommern mit demselben Ergebnis und unterliegen schließlich in Königsberg mit 1:3 Toren, belegen aber dennoch den 1. Platz in ihrer Gruppe.

In zwei Viertelfinalspielen fordert Rapid Wien die Unioner heraus und setzt sich mit 3:2 an der Donau und mit 3:1 im Rückkampf im Olympiastadion Berlin durch.

Zwei Jahre später steigen die Unioner erneut ab und qualifizieren sich erst 1944 wieder für die Aufstiegsrunde, erreichen den 2. Platz und stehen nach 13 ausgetragenen Spielen im Januar 1945, als die Meisterschaft wegen des Kriegsgeschehens abgebrochen wird, auf dem 3. Tabellenplatz.

Bericht vom Viertelfinalspiel um die Deutsche Meisterschaft 1940 gegen Rapid Wien © Die Fußball-Woche

Kalter Krieg & Gründung des SC­ Union 06

Nach Ende des 2. Weltkrieges in Europa wird mit dem Verbot des NSRL vom 12. Oktober 1945 sowie mit der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrates vom 17. Dezember 1945 die Auflösung aller Sportvereine zum 1. Januar 1946 verfügt. Die Organisierung des Sports erfolgt auf kommunaler Ebene. So geht aus dem SC Union Oberschöneweide die Sportgruppe Oberschöneweide hervor. Im September beginnt in Berlin wieder ein regulärer Spielbetrieb, die SG Oberschöneweide steht am Ende der Spielzeit 1946/47 auf Rang eins der Tabelle der Staffel B in der 1. Ligaklasse.

Den Drahtfunk-Stadtpokalwettbewerb entscheiden die Oberschöneweider mit 4:3 Toren im Finale gegen die SG Wilmersdorf für sich.

In der höchsten Berliner Spielklasse, der neu gebildeten Stadtliga, bleiben die Oberschöneweider erfolgreich, führen nach dem letzten Spieltag der Saison 1947/48 die Tabelle an und unterliegen in der 1. Runde der Spielserie um den Titel des Deutschen Meisters mit 0:7 dem FC St. Pauli in Berlin.

Im Berliner Pokalwettbewerb, in RIAS-Pokal umbenannt, verteidigen die Oberschöneweider ihren Titel nach einem 2:2 im Finale im Wiederholungsspiel mit 3:1 Treffern gegen die SG Charlottenburg.

Während der Saison 1948/49 nehmen die Vereine ihre traditionellen Namen wieder an. Aus der SG Oberschöneweide wird die SG Union Oberschöneweide, die Abkürzung steht für Sportgemeinschaft. Am 2. Dezember 1949 erfolgt die Neugründung des VBB als Berliner Verband, dem Union nun angehört.

Urkunde zum Sieg im Berliner Pokalendspiel 1948 © Archiv des 1. FC Union Berlin

1950 - 1970

Zahlreiche Umstrukturierungen

Im folgenden Spieljahr erreicht Union den Titel des Berliner Vizemeisters und nimmt so am Kampf um die Deutsche Meisterschaft teil. Im Vorrundenspiel unterliegen die Berliner mit 0:7 gegen den Hamburger Sportverein.

Dieses Spiel im Mai 1950 in Kiel steht unter dem Einfluss der politischen und sportpolitischen Auseinandersetzungen um die Ausrichtung des Fußballbetriebes in Berlin wie auch der Einführung des Vertragsfußballs in den Westsektoren Berlins. Seit dem 7. Oktober 1949 existiert in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands die Deutsche Demokratische Republik, seit dem 24. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland auf dem von Amerikanern, Briten und Franzosen verwalteten Gebiet.

In der DDR ist der Spielbetrieb in der Oberliga des am 1. Oktober 1948 gegründeten Deutschen Sportausschusses organisiert. Ost-Berlin ist offiziell politisch nicht Teil der DDR, die Ost-Berliner Mannschaften spielen weiterhin um die Gesamt-Berliner Stadtmeisterschaft. Titelträger Union Oberschöneweide ist von den DDR-Behörden die offizielle Reise zur Begegnung in Kiel nicht gestattet worden.

In der Folge der Auseinandersetzungen verlassen viele Spieler und Funktionäre der SG Union Oberschöneweide den Ostteil und gründen am 9. Juni 1950 in West-Berlin den SC Union 06 Berlin. Die im Osten der Stadt verbleibenden Spieler nehmen an der DS-Oberliga teil. Die Saison 1950/51 beendet die Mannschaft auf dem 15. Tabellenplatz als Absteiger.

Die 1. Mannschaft von Union Oberschöneweide tritt am 6. August 1951 der Betriebssportgemeinschaft Motor Oberschöneweide bei. Sie ist Bestandteil der Sportvereinigung Motor, die wirtschaftlich und ideell von metallverarbeitenden Betrieben und der Industriegewerkschaft Metall getragen wird. Nur ein Teil des Vereines setzt den Spielbetrieb der SG Union Oberschöneweide in der Landesklasse fort, während die 1. Mannschaft trotz des nominellen Abstiegs weiterhin in der Oberliga antritt.

Die BSG Motor Oberschöneweide steigt am Ende der Saison 1952/53 aus der Oberliga in die I. Liga ab. Ab Februar 1955 spielen die Leistungsträger der BSG als Fußballsektion des Sportclubs Motor Berlin, während verbliebene BSG Motor-Aktive in der Bezirksliga auflaufen.

Nach dem Erreichen des 7. Tabellenplatzes tritt Motor Berlin infolge einer Umstrukturierung des Spielbetriebes 1955 in der 2. Liga, der dritten Spielklasse an.

Mit seiner Gründung am 28. April 1957 übernimmt der Deutsche Turn- und Sportbund die Aufgaben des Deutschen Sportausschusses. Der aus dessen Fußball-Sektion am 18. Mai 1958 hervorgegangene Deutsche Fußballverband der DDR ist der entsprechende Fachverband.

Am 6. Juni 1957 gründen im Klubhaus des Transformatorenwerkes Oberschöneweide Vertreter von vier BSGen des Industriegebietes und dem SC Motor Berlin den Turn- und Sportclub Oberschöneweide. In der Saison 1961/62 steigt der TSC Oberschöneweide in die zweithöchste Spielklasse auf. Am 18. Februar 1963 vereinigen sich im Haus des Zentralrates der Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend die Sportclubs TSC Oberschöneweide, SC Einheit Berlin und SC Rotation Berlin zum Turn- und Sportclub Berlin.

Um 1950: Die SG Union Oberschöneweide zu Gast in Halle/Saale © Hanns-Peter Beyer, Halle (Saale)
Mannschaftsbild von 1956: Zwischen 1955 und 1957 waren die Fußballer im SC Motor Berlin organisiert. © Archiv des 1. FC Union Berlin
Mannschaft des TSC Oberschöneweide nach dem Aufstieg 1962 © Archiv des 1. FC Union Berlin

Gründung des 1. FC Union Berlin

Am 20. Januar 1966 wird in einer Konferenz im Klubhaus des Transformatorenwerkes aus der Fußballabteilung des TSC Berlin heraus der 1. FC Union Berlin gegründet. Für den Namen des zivil organisierten Klubs der DDR-Hauptstadt haben Berliner Fußballfreunde zuvor ebenso Vorschläge unterbreiten können, wie Gestaltungsentwürfe für das Klubemblem. Wirtschaftlicher Träger ist die Vereinigung Volkseigener Betriebe Hochspannungsgeräte und Kabel, die die Unterstützung des Klubs über das Transformatorenwerk Oberschöneweide, das Kabelwerk Oberspree und weitere Betriebe der Industrieregion umsetzt.

Mit dem Ende der Saison 1965/66 steht der 1. FC Union Berlin auf Rang eins der Liga-Tabelle. Ihre erste Spielzeit in der Oberliga beendet die Mannschaft auf dem 6. Tabellenrang. An einem internationalen Wettbewerb – den Spielen der Intertoto-Runden – nimmt Union erstmals im Sommer 1967 teil. In der Gruppe mit Union Teplice, dem GKS Katowice und dem BK Kopenhagen erreichen die Unioner den 3. Platz.

Sitzungs-Präsidium der Gründungskonferenz des 1. FC Union Berlin (3. v. l.: der neue Vorsitzende Werner Otto, Generaldirektor der Vereinigung Volkseigener Betriebe Hochspannungsgeräte und Kabel | 4. v. l.: Paul Fettback, Klubsekretär | 6. v. l.: Werner Schwenzfeier, Trainer | stehend: Gerhard Michael, Vorsitzender des TSC Berlin | ganz rechts: Vorstandsmitglied Georg Pohler, Direktor des Kabelwerkes Oberspree | 2. v. r.: Vorstandsmitglied Otfried Steger, Minister für Elektrotechnik und Elektronik der DDR) © Gert Kilian

Pokalsieg und keine Europapokal-Teilnahme

In den Spielen um den vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund gestifteten Fußball-Wanderpokal setzt sich Union in der Saison 1967/68 gegen Vorwärts Cottbus mit 1:0 und gegen Energie Cottbus nach einem 1:1 mit 1:0 in einer Wiederholungbegegnung gegen zweitklassige Kontrahenten durch. Im Viertelfinale des Wettbewerbes siegen die Unioner im Stadion An der Alten Försterei gegen Pokalverteidiger Sachsenring Zwickau mit 1:0, schlagen in ihrem Stadion im Halbfinale den Lokalrivalen FC Vorwärts Berlin mit 2:1 und gewinnen in Halle an der Saale das Finale gegen den Meister FC Carl Zeiss Jena mit 2:1 Toren. Das Spieljahr 1967/68 bringt mit dem FDGB-Pokal Sieg den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Am Europapokalwettbewerb der Pokalsieger nimmt der Klub nicht teil. Nachdem der jugoslawische Vertreter FC Bor zugelost ist, beeinträchtigen die politischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West nach dem Einmarsch von Truppen des Warschauer Vertrages in die CSSR zur Niederschlagung der Demokratiebewegung den internationalen Sportbetrieb. Nach einer erneuten Auslosung sind Spiele gegen Dynamo Moskau angesetzt, schließlich zieht der DDR-Fußballverband aus Protest gegen die Neuauslosung durch das UEFA-Dringlichkeitskomitee seinen Pokalsieger und seinen Meister aus den Wettbewerben zurück.

1968 gewinnt der 1. FC Union Berlin den FDGB-Pokal © Hanns-Peter Beyer, Halle (Saale) | dpa picture alliance

1970 - 1990

Hochs und Tiefs

Bereits 1969 steigt Union wieder in die Liga ab. Die Heimbegegnungen der Spielzeit 1969/70 trägt die Mannschaft wegen einer Rasenerneuerung im Stadion An der Alten Försterei auf dem Sportplatz des Kabelwerkes Oberspree aus. Sie belegt mit dem Abschluss der Saison den 1. Rang und etabliert sich für drei Jahre in der Oberliga. Am Ende der kommenden drei Zweitliga-Spielzeiten qualifiziert sich Union jeweils für die Aufstiegsrunden, doch erst 1976 gelingt mit dem 2. Platz in dieser Relegation der Wiederaufstieg. Über vier Spieljahre hinweg sind die Unioner in der Oberliga vertreten, es folgt ein erneuter Abstieg, zwischen 1982 und 1984 ist der 1. FC Union wieder für zwei Jahre erstklassig. Den Ausgang der Saison 1983/84 entscheiden zwei Relegationsspiele zwischen Chemie Leipzig und Union um den Abstieg. Die erste Begegnung in Berlin endet 1:1, in Leipzig unterliegt Union mit 1:2 Toren.

Nach einem Liga-Jahr und dem sofortigen Wiederaufstieg spielen die Unioner eine erfolgreiche Oberliga- wie auch Pokalsaison. In den Vorrunden siegen sie bei Motor Eberswalde 2:1 und bei Rotation Berlin 4:1, im Achtelfinale setzen sie sich gegen den 1. FC Magdeburg in Hin- und Rückspiel mit 4:1 und 2:2 sowie im Viertelfinale gegen Motor Nordhausen mit 3:0 und einer 1:2-Niederlage für das Halbfinale durch. Im Halbfinal-Hinspiel An der Alten Försterei unterliegt die Mannschaft gegen Dynamo Dresden mit 1:2, gewinnt das Rückspiel in Sachsen mit 4:3 Toren und spielt nun, aufgrund der Auswärtstor-Regel, gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig, der das Finale im Berliner Stadion der Weltjugend mit 5:1 für sich entscheidet.

Der 7. Tabellenplatz in dieser Meisterschaftssaison berechtigt zur zweiten Teilnahme am Intertoto Wettbewerb. In seiner Gruppe gewinnt der 1. FC Union zunächst gegen Bayer Uerdingen mit 3:2, dann gegen Lausanne Sports in Berlin mit 1:0, erreicht im Rückspiel gegen die Schweizer ein 1:1-Remis, unterliegt in Uerdingen mit 0:3, siegt im Heimspiel gegen Standard Lüttich mit 4:1, schließlich in Lüttich mit 2:1 Treffern und ist am Ende Gruppensieger.

In der Oberliga erkämpft Union am letzten Spieltag der Saison 1987/88 mit einem in der letzten Spielminute sichergestellten 3:2-Sieg beim FC Karl Marx-Stadt den Klassenerhalt, ein Jahr später steigt der Klub in die Liga ab.

Sieg in letzter Minute: Union gewinnt am 28. Mai 1988 mit 3:2 beim FC Karl-Marx-Stadt und sichert so den Klassenerhalt in der DDR-Oberliga. © Oliver Behrend | Contrast
Wiederaufstieg 1970 © Archiv des 1. FC Union Berlin
Vorentscheidendes Aufstiegsspiel: 1. FC Union Berlin – FC Hansa Rostock am 19. Juni 1976, 1:1 – links Karsten Heine © BArch, Bild 183-R0619-0024 / Rainer Mittelstädt
FDGB-Pokalfinale 1968: Der 1:3-Anschlusstreffer des 1. FC Union durch Ralph Probst, der nicht im Bild zu sehen ist. © Wulf Olm

1990 - 2000

Sportliche Erfolge und Lizenzentzüge

Die Mitglieder des 1. FC Union Berlin beschließen am 5. Juni 1990 eine dem bundesdeutschen Vereinsrecht entsprechende Satzung, der Klub wird Eingetragener Verein.

Nach Wiederherstellung der deutschen Einheit mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 löst sich der DFV am  ‎20. November 1990 auf, der Nordostdeutsche Fußball-Verband wird gegründet und tritt am 21. November 1990 dem Deutschen Fußball-Bund bei. Der NOFV organisiert auf regionaler Ebene den Spielbetrieb im Gebiet der ehemaligen DDR. Der Ost-Berliner Fachausschuß Fußball geht am 22. Juni 1990 in den Fußball-Verband Berlin über, bevor sich dieser am 17. November 1990 auflöst. Die Mitglieder treten dem Berliner Fußballverband West-Berlins bei. Der BFV ist Landesverband des DFB.

Am Ende der Saison 1990/91 haben die Unioner die Möglichkeit, über eine Relegation die 2. Bundesliga zu erreichen. Erst in der Spielzeit 1992/93 gelingt diese sportliche Qualifizierung. Einer 1:3-Heimniederlage gegen Tennis Borussia folgt ein 3:1-Sieg beim Bischofswerdaer FV, die Partie bei Tennis Borussia gewinnen die Unioner mit 2:1, bevor mit einem 1:0 gegen Bischofswerda An der Alten Försterei der Aufstieg gesichert ist.

Wegen einer für die Lizenzierungsunterlagen gefälschten Bankbürgschaft erkennt der Deutsche Fußball-Bund dem Klub die erteilte Spielberechtigung wieder ab.

Der 1. Platz in der Staffel Mitte der Nord-Ost-Oberligasaison 1993/94 berechtigt nach dem durch den DFB nicht bestätigten Lizenzierungsverfahren zur Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft. Nach einem 3:1-Erfolg beim Eisenhüttenstädter FC Stahl, einem 2:2-Unentschieden gegen den VfL Osnabrück im Stadion An der Alten Försterei, einer 1:4-Niederlage bei Preußen Münster und einem 3:4 gegen Alemannia Aachen in Berlin belegt Union den 4. Platz in dieser Konkurrenz.

Im Landespokalwettbewerb gewinnt Union am Ende der Saison das Finalspiel gegen SD Croatia mit 2:1 Toren und qualifiziert sich so für die erste Runde des DFB-Pokalwettbewerbes. Hier unterliegen die Unioner in Köpenick dem FC St. Pauli mit 2:3 Treffern.

Meister der Regionalliga Nordost ist der 1. FC Union Berlin am Ende der Saison 1999/00, und er trägt zwei Entscheidungsspiele mit dem Nord-Meister VfL Osnabrück aus. Dem 1:1-Unentschieden An der Alten Försterei folgt eine 8:9-Niederlage nach Elfmeterschießen in Osnabrück. Anschließend trägt Union eine einfache Relegationsrunde gegen den SC Pfullendorf und LR Ahlen aus. Nach dem 3:1-Sieg gegen Pfullendorf und dem 1:2 in Ahlen verbleibt Union in der Regionalliga.

Aufstiegsrunde 1993: Mario Maek verwandelt einen Foulstrafstoß zum 1:1 - Union gewinnt die aufstiegvorentscheidende Begegnung bei Tennis Borussia Berlin schließlich mit 2:1 Treffern. © Ottmar Winter
Jubel nach Landespokalgewinn 1993/94 im Berliner Mommsenstadion © Archiv des 1. FC Union Berlin

2000 - 2010

DFB-Pokalfinale und zweite Bundesliga

Der erreichte 1. Tabellenplatz nach der Saison 2000/01 berechtigt zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Im DFB Pokalwettbewerb gewinnen die Köpenicker im Laufe der Saison mit 2:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen, gegen die SpVgg Greuther Fürth mit 1:0, gegen den SSV Ulm 1846 mit 4:2 Toren, gegen den VfL Bochum mit 1:0 und im Halbfinale mit 6:4 nach Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach. Das Finale im Berliner Olympiastadion entscheidet der deutsche Vizemeister Schalke 04 mit 2:0 für sich.

Da der FC Schalke 04 für die Champions League qualifiziert ist, nimmt der 1. FC Union Berlin als Pokalfinalist am UEFA-Cup-Wettbewerb teil. In der 1. Runde ist der finnische Meister FC Haka Valkeakoski der Gegner. Das Spiel in Finnland endet mit einem 1:1-Unentschieden, das Rückspiel im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark gewinnt der 1. FC Union mit 3:0 Toren. In der 2. Runde unterliegt Union im Jahn-Sportpark gegen Bulgariens Pokalsieger Litex Lovetsch mit 0:2 Treffern, bevor in Lovetsch ein 0:0 erreicht wird.

Drei Spieljahren in der 2. Bundesliga folgt der Abstieg in die Regionalliga, ein Jahr später tritt Union in der vierten Liga, der NOFV-Oberliga, an und steigt sofort wieder auf.

Im Finale um den Landespokal besiegt der Klub 2007 den Köpenicker SC mit 7:0 Toren. Für die Teilnahme am DFB Pokal-Wettbewerb qualifiziert, trifft Union auf Eintracht Frankfurt und verliert mit 1:4 das Spiel.

In der Saison 2007/08 qualifiziert sich die Mannschaft für die neu eingeführte Dritte Liga. Die Heimspiele 2008/09 werden im Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark ausgetragen, während das Stadion An der Alten Försterei umfassend saniert und ausgebaut wird – zur Wiedereinweihung ist am 9. Juli 2009 Hertha BSC zu Gast und gewinnt mit 5:3 Treffern. Die Unioner sind mit dem Ende des Spieljahres erster Meister in der Geschichte der Dritten Liga und steigen in die 2. Bundesliga auf. Nach dem 2:1-Landespokalsieg gegen Tennis Borussia tritt Union im DFB-Pokalwettbewerb auf Werder Bremen und unterliegt mit 0:5.

Aufstiegsjubel 2009: Union ist zurück in der 2. Bundesliga. © union-foto.de/Hupe
Aufstiegsjubel 2001: Union erreicht die 2. Bundesliga. © Michael Schmidt
Nach einem Jahr Viertklassigkeit: Wiederaufstieg in die Regionalliga 2006 © Tobias Hänsch

2010 - Heute

Kontinuität und neue Ziele

Erfolgreich bestehen die Unioner ihre vierte Zweitligaspielzeit und schließen sie auf dem 12. Tabellenplatz ab. In den Jahren 2011 und 2012 errichtet der Klub eine neue Haupttribüne, die er am 12. Juli 2013 mit einem 3:0 gewonnenen Freundschaftsspiel gegen Celtic Glasgow einweiht.

Union etabliert sich in der 2. Bundesliga und kämpft im letzten Drittel der Serie 2016/17 erstmals unmittelbar mit um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Schließlich beendet das Team die Saison mit dem 4. Rang in der Tabelle.

Am 12. Juli 2013 weiht der Verein seine neue Haupttribüne mit einem Spiel gegen Celtic Glasgow ein. Union gewinnt mit 3:0. © Tobias Hänsch
Jubel nach dem 2:1-Sieg bei der SpVgg Greuther Fürth - Abschluss einer erfolgreichen Spielzeit 2016/17 © Hupe