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1. FC Kaiserslautern vs 1. FC Union Berlin

2. Bundesliga, 1. Spieltag

K'lautern vs 1. FC Union

2. Bundesliga, 1. Spieltag

Mo., 06. August 2012, 20:15 Uhr
Fritz-Walter-Stadion
3 : 3
31.618
SR: Tobias Stieler (Hamburg) | Die Namen der Assistenten des Schiedsrichters sind derzeit nicht bekannt.

Tor-Spektakel auf dem Betzenberg: Union holt umkämpften Punkt in Kaiserslautern

Spielbericht

Nach den schweißtreibenden Vorbereitungswochen mit ihren unzähligen Trainingseinheiten und einer erfolgreichen Testspielserie war es am Montagabend (06.08.2012) endlich wieder soweit. Der 1. FC Union Berlin startete gegen den 1. FC Kaiserslautern in die neue Zweitligasaison. Von sechs Neuzugängen der Sommerpause schnappten sich drei direkt einen Platz in der Startelf. Daniel Haas, Roberto Puncec und der einstige Lauterer Fabian Schönheim verdrängten die Konkurrenz auf die Bank. Maurice Trapp vertrat den an einer Bauchmuskelzerrung laborierenden Patrick Kohlmann. Zudem begann Tijani Belaid im offensiven Mittelfeld, sodass auch Torsten Mattuschka vorerst auf seinen Einsatz warten musste. Im 4-4-2-System mit Mittelfeldraute ging es Punkt 20:15 Uhr in die Partie:

Haas – Pfertzel, Puncec, Schönheim, Trapp – Karl – Zoundi (75. Quiring), Parensen – Belaid (79. Mattuschka) – Terodde, Silvio (85. Stuff)

In Kaiserslautern hat sich Trainer Franco Foda den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga auf die Fahnen geschrieben. Seine Mannschaft setzte mit dem Anpfiff aber nicht zu den erwarteten Sturmläufen an. Der Respekt vor dem Gast war spürbar. Den ersten Torschuss verzeichneten die Hausherren durch Mohamadou Idrissou (8.). Aus spitzem Winkel abgefeuert, griff sich Daniel Haas den Ball gekonnt. Bis auf diese Aktion stand Union insgesamt sehr stabil. Die neu formierte Verteidigung um Roberto Puncec, Fabian Schönheim sowie Maurice Trapp gab sich keine Blöße. Dann ging es jedoch schnell. Albert Bunjaku tauchte plötzlich allein vor Daniel Haas auf. Der Schuss des Schweizers segelte aus 17 Metern aber deutlich über den Kasten (17.). Union verlegte sich darauf die Ordnung zu behalten, was gut funktionierte. Die Berliner Stürmer hatten es dagegen deutlich schwerer, sich in Szene zu setzen. Silvio ging weite Wege, um sich die Bälle aus dem Mittelfeld zu holen. Die Vorteile im Ballbesitz lagen beim Bundesligaabsteiger. Doch ganz ohne Chance blieben die Gäste nicht. Sieben Minuten vor dem Pausenpfiff gelangte Michael Parensen am Strafraumeck an den Ball. Sein Flachschuss wurde leicht abgefälscht, landete aber doch in den Armen von Tobias Sippel. Pünktlich schickte Schiedsrichter Tobias Stieler beide Mannschaften in die Kabine.

Die zweiten 45 Minuten sollten für den ersten torlosen Abschnitt vollends entschädigen. Aber der Reihe nach: In unveränderter Formation ließ Uwe Neuhaus seine Elf wieder auf den Rasen zurückkehren. Es dauerte nur zwei Minuten bis zum ersten Jubelschrei des eisernen Anhangs. Michael Parensen bedankte sich für einen klugen Pass von Tijani Belaid und traf mittels Direktabnahme ins lange Eck. Im Gegenzug köpfte Idrissou knapp über den Kasten von Daniel Haas (49.). Es war ein offener Schlagabtausch, in dem kurz darauf der aufopferungsvoll arbeitende Michael Parensen Tijani Belaid im Zentrum perfekt in Szene setzte. Der Tunesier scheiterte an den Fingerspitzen Sippels (52.). Tijani Belaid ließ seine Qualitäten dann vollends zur Entfaltung kommen und schickte Patrick Zoundi lehrbuchmäßig auf die Reise. Der Rechtsaußen umkurvte Sippel und erhöhte auf 2:0 (54.). Die sichere Führung im Rücken erwischte der Anschluss durch Mohamadou Idrissou die Neuhaus-Elf kalt (58.). Der bullige Stürmer beging vor dem Treffer allerdings ein klares Foulspiel gegen Roberto Puncec, weshalb das Tor nicht hätte zählen dürfen. Kaiserslautern lauerte auf die Chance auszugleichen, erhielt sie und vollendete erneut durch Idrissou eiskalt (72.). Es wurde in den folgenden Minuten ein wahres Nervenspiel für die Eisernen. Die Platzherren hatten das Glückmoment zunächst auf ihrer Seite. Hendrick Zuck netzte aus fünf Metern vor Daniel Haas unhaltbar zur Führung ein (86.). Es schien, als sollte Union in dieser Dramaturgie das Nachsehen behalten. Doch fast zeitgleich mit dem Abpfiff packte Marc Pfertzel alles an übrig gebliebener Kraft in einen allerletzten Gewaltschuss – und traf zum erlösenden 3:3-Endresultat!

Uwe Neuhaus musste auf der Pressekonferenz zunächst einen Moment überlegen. „Ich bin hin und hergerissen. In der ersten Halbzeit haben wir defensiv gut gestanden, offensiv haben wir aber kaum Fußball gespielt. Dann wurden wir mutiger und haben unsere Chancen genutzt. Mit dem Anschlusstreffer kam dann Hektik auf“, so der Trainer zur zwischenzeitlichen Wende der Begegnung. „Wir können mit dem Punkt sicherlich etwas besser leben als Kaiserslautern. Unter dem Strich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden“, so der Chefcoach.

Zum ersten Heimspiel empfängt Union am kommenden Sonntag, 12.08.2012 um 13:30 Uhr Eintracht Braunschweig im Stadion An der Alten Försterei.

Teuflischer Auftakt: Union beginnt Saison auf dem Lauterer Betzenberg

Vorbericht

Es ist ein Montagspiel, auswärts noch dazu – nach Erfolgen des 1. FC Union Berlin in dieser Konstellation sucht man bislang vergeblich. Ein schlechtes Omen, gar ein Fluch? Uwe Neuhaus glaubt nicht an derlei konstruierte Schwarzmalerei. Die Zuversicht des Cheftrainers hat seinen Ursprung in der sehr guten Vorbereitung seiner Mannschaft. Sieben Siege, ein Unentschieden, Unmengen von Toren und sich richtig reinhängende Profis. „Nach der Vorbereitung sind wir auf einem guten Weg. Kaiserslautern wird ein wertvoller Test. Man wird sehen, ob wir unsere Auswärtsbilanz aufpolieren und bei den Gegentoren einen Schritt vorwärts machen können“, gewinnt Uwe Neuhaus dem Härtetest zum Saisonbeginn Gutes ab.

Dass seine Mannschaft nach der langen Pause endlich von der Leine gelassen werden will, kann Trainer Uwe Neuhaus dieser von den Augen ablesen. Bei zwei Spielern wird die Vorfreude auf das erste Punktspiel ganz besonders groß sein. Fabian Schönheim absolvierte 48 Erst- und Zweitligaspiele für die Pfälzer. Und auch Adam Nemec kennt den Betzenberg nach 61 Ligaspielen wie seine Westentasche. „Ich möchte die Punkte von dort unbedingt mitnehmen. Das wird hart, denn das Stadion, die Fans und die Atmosphäre sind erstklassig“, warnt der bullige Angreifer.

Wie man Zählbares aus dem Hexenkessel entführen kann, weiß Uwe Neuhaus aus der Vergangenheit. Im bisher einzigen Spiel der Eisernen auf dem „Betze“ trotzte man den Hausherren mit einem 1:1 ein schwer umkämpftes Unentschieden ab. „Kaiserslautern hat ein fantastisches, ja, fanatisches Publikum. Da müssen wir eiskalt agieren, Übermotivation können wir nicht gebrauchen“, erklärte Uwe Neuhaus auch in Richtung der ehemaligen Lauterer, deren Erfahrungen der Coach in die Vorbereitung auf die Begegnung einbeziehen wird.

In Kaiserslautern hat man vor dem ersten Punktspiel einen letzten, erstklassigen Test an Land gezogen. Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München gastierte am Mittwoch im Fritz-Walter-Stadion. Gedanklich möchte man sich von Liga 1 offenbar nicht allzu weit entfernen. Der direkte Wiederaufstieg ist das große Ziel der Pfälzer, das achtbare 2:3 gegen die vermeintlich übermächtigen Bayern ein Fingerzeig.

Die  Erfahrung zeigt aber auch, dass sich Bundesligaabsteiger an die Gangart der zweiten Liga anpassen, sie annehmen müssen. Ähnlich wie der eiserne Anhang, wollen auch die Lauterer Fans ihre Mannschaft kämpfen sehen und hoffen gegen Union auf Fritz Walter’sche Tugenden. Dass die „Roten Teufel“ bedingt durch die vielen Ab- und Zugänge im Nachteil wären, sieht Uwe Neuhaus nicht so. „Franco Foda verfügt über einen sehr gut besetzten Kader. Sieben bis acht Spieler aus dem Erstligajahr sehe ich gegen uns in der Startelf. Das Gerüst der Mannschaft wird, ähnlich wie bei uns auch, eingespielt sein.“

Seinen Kollegen nicht helfen kann wird weiterhin Björn Kopplin. Der aus Bochum an die Wuhle gewechselte Verteidiger kämpft im Individualtraining für seine vollständige Genesung. Hinter der Torhüterposition steht zudem ein weiteres Fragezeichen. Ob er sich zwischen den Pfosten für Daniel Haas oder Jan Glinker entscheiden wird, ließ Uwe Neuhaus anlässlich der Spieltags-Pressekonferenz wie gewohnt offen.

Michael Parensen

Michael Parensen

ist Spieler des Tages bei unserem Spiel gegen K'lautern

Michael Parensen

ist Spieler des Tages gegen K'lautern

SpielStatistiken

1. FC Kaiserslautern vs 1. FC Union Berlin

0 Gelbe Karten 1
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