Eisern!

Ein Buch, das glücklich macht

WIR - Bilder aus der Alten Försterei:

Di, 09. Juni 2020
Ein Buch, das glücklich macht

Der Fußball als Zusammenspiel von Zuschauerrängen und Spielfeld, als Verschmelzung von Mitfiebernden und Angefeuerten, als Geschichte von Infizierten und Verehrten. Der Fußball als Zuhause.

Als hätte Fotograf und Unioner Jan Hollants geahnt, wie wichtig es gerade jetzt sein würde, diese Art von Fußball festzuhalten, entschied er sich vor zwei Jahren, seinen Union-Fotografien ein Zuhause zu geben. Seine Aufnahmen aus dem Stadion, die man in der Vergangenheit bereits in verschiedenen Ausstellungen bewundern konnte, sind jetzt im Buch „WIR – Bilder aus der Alten Försterei“ erschienen. Darin erzählt Jan Hollants in analogen Schwarz-Weiß-Fotografien die Geschichte seiner Liebe zu Union, die gleichzeitig ein wenig Union-Geschichte ist.

Entstanden ist ein Buch, das glücklich macht. Das Buch lebt von den Fotografien von Kindern auf Zäunen, von ekstatischen Unionern, von Schals und Zaunfahnen, von der Wuhleseite, der Gegengeraden, von Micha Parensen, der auf die Fans zugeht, sie fast zu umarmen scheint, von Damir, der Zugewandtheit ausstrahlt, und all den anderen Geschichten, die dieses Buch erzählt. Aber auch die Texte und das Union-Glossar im Anhang machen dieses Buch zu so etwas wie einem „Poesiealbum“.

Und gerade weil das Buch so glücklich macht, wird man beim Blättern auch wehmütig. Jan Hollants sagt dazu: „Sollte es eine Welt geben, wo das nicht wiederkommt, brauch ich die nicht. Für mich ist ein Leben, ohne in regelmäßigen Abständen auf unseren Stufen zu stehen, nicht denkbar. Es fehlt der Rhythmus und es fehlt, die Menschen in diesem Zusammenhang zu sehen. Wir können uns irgendwo im Friedrichshain oder in Köpenick treffen oder auf dem Boot. Und ja, für einen Moment können wir rumgrölen und es ist schön. Aber letztendlich ist es trotzdem nur Ersatzbefriedigung. Wenn einer unserer Spieler an der Mittellinie einen weggrätscht, dann möchte ich am Zaun stehen und brüllen: ‚Jetzt steh wieder uff. Hat doch jar nich weh jetan!‘ Und dann kann ich verlieren, dann kann alles passieren. Dann können wir absteigen. Ist mir wirklich am Ende wurscht, denn ich steh da oben, die Jungs sind da unten und das kriegen wir schon irgendwie gemeinsam gebacken.“

Erhältlich ist das Buch zum Preis von 20 Eur0 in allen Zeughäusern des 1. FC Union Berlin sowie online. Pro verkauftem Exemplar werden 50 Cent an die Union-Stiftung gespendet. Weitere Informationen sind hier zu finden.

Über den Autor:

Der Fotograf Jan Hollants, 1966 in Berlin-Friedrichshain geboren, hat für Agenturen und internationale Hilfsorganisationen in Lateinamerika, Südostasien, Osteuropa und Afrika gearbeitet. Fußball und vor allem anderen der 1. FC Union Berlin beschäftigen ihn seit 1973.

 

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