Kiek an. Gleich Mittag ...

Sieg in Unterzahl: Union ringt St. Pauli mit 1:0 nieder

Sa, 14. April 2018
Sieg in Unterzahl: Union ringt St. Pauli mit 1:0 nieder

Der 1. FC Union Berlin besiegt am 30. Spieltag der 2. Bundesliga den FC St. Pauli mit 1:0 im Hamburger Millerntor-Stadion. Nach gelb-roter Karte für Marvin Friedrich (56.) besorgte Simon Hedlund den Treffer des Tages (80.).

FC St. Pauli:

Himmelmann –Ziereis, Sobiech, Avevor – Park (84. Sahin), Flum, Buballa – Møller Dæhli (79. Neudecker), Buchtmann – Allagui, Schneider (72. Bouhaddouz)

1. FC Union Berlin:

Mesenhöler – Torrejón, Leistner, Friedrich – Trimmel, Kroos, Fürstner (90+3. Redondo), Daube (73. Hartel), Pedersen – Skrzybski, Hedlund (88. Kurzweg)

Schiedsrichter: Daniel Schlager (SR), Tobias Fritsch, Jonas Weickenmeier, Viatcheslav Paltchikov (4. Offizieller)

Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Hedlund (80.)

Im Vergleich zum torlosen Remis gegen den MSV Duisburg musste bei den Eisernen Torhüter Jakob Busk kurzfristig passen, nachdem er sich im gestrigen Abschlusstraining am Fuß verletzt hatte. Somit stand Daniel Mesenhöler im Tor und Lennart Moser kam zu seiner ersten Kadernominierung in einem Pflichtspiel. Außerdem ersetzte Stephan Fürstner den angeschlagenen Grischa Prömel (Knieprellung), Simon Hedlund stürmte von Beginn an für Philipp Hosiner, der zunächst auf der Bank Platz nahm.

Zweimal in letzter Not: Leistner und Avevor klären auf der Linie

Bereits kurz nach Anpfiff hatte Lasse Sobiech den Führungstreffer der Hausherren auf dem Kopf, aber sein Versuch war nicht platziert genug, um Mesenhöler zu überwinden (2.). Wenig später fiel Christopher Avevor dem seifigen Untergrund zum Opfer, Steven Skrzybski schnappte sich die Kugel und lief verfolgt von Sobiech aufs Tor zu. Sein Flachschuss aus halbrechter Position im Strafraum klatschte an den linken Außenpfosten (11.). Zu halten wäre da nichts gewesen, den Abpraller verpasste der mitgelaufene Simon Hedlund. In der 21. Spielminute hatten die Berliner Glück, dass ein Fehlpass im Aufbauspiel nicht bestraft wurde: Christopher Buchtmann wurde von Sami Allagui in den Lauf geschickt und stürmte verfolgt von Toni Leistner auf Mesenhöler zu, lupfte den Ball über den Union-Schlussmann hinweg Richtung Tor, aber Leistner klärte mit einer Grätsche kurz vor der Linie.

Ein ähnliches Bild bot sich auf der Gegenseite, als FCSP-Torwart Robin Himmelmann mit einem ungenauen Zuspiel die Köpenicker zu einer Großchance einlud. Simon Hedlund steckte überlegt auf Dennis Daube durch, der aus spitzem Winkel und Nahdistanz ebenfalls mit einem Lupfer den Erfolg suchte. Avevor konnte gerade noch auf der Torlinie klären (36.). Bis auf einen harmlosen Abschluss von Allagui, welcher genau in den Armen von Mesenhöler landete (37.), passierte im umkämpften ersten Durchgang nichts mehr.

Unbeeindruckt zu zehnt: Hedlunds Treffer reicht zum knappen Sieg

In der Halbzeit hatte Union-Trainer André Hofschneider genau die richtigen Worte parat, sein Team kam enorm druckvoll aus der Kabine. Felix Kroos (48.) und Simon Hedlund (50.) versuchten es mit Distanzschüssen, der Kapitän zielte einige Meter drüber, der Schwede traf mit seinem Schlenzer halbrechts von der Strafraumkante nur die Querlatte. Wenige Minuten später rauschte Marc Torrejón nach einer Trimmel-Ecke heran, seinen wuchtigen Kopfball konnte Sobiech jedoch klären (52.). Nach 56 Spielminuten schickte Schiedsrichter Daniel Schlager Union-Verteidiger Marvin Friedrich vorzeitig zum Duschen: Der Abwehrspieler ging gegen Buchtmann konsequent in den Zweikampf, traf aber den St. Paulianer am Fuß und sah dafür die Ampelkarte.

Die Kiezkicker schienen daraus neuen Mut zu schöpfen, Allaguis Drehschuss aus kurzer Distanz streifte nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (58.). Union stemmte sich entschlossen dagegen und setzte aus einem kompakten Abwehrverbund heraus immer wieder Nadelstiche in der Offensive. Einer dieser Angriffe führte in der 80. Spielminute zur umjubelten Führung der Köpenicker: Trimmel und Hedlund spielten sich mit mehreren Kurzpässen sehenswert über rechts in den Strafraum, wo Hedlund mit seinem ersten Abschluss noch an einem Abwehrbein hängen blieb, dann aber im Nachschuss aus acht Metern St. Pauli-Torhüter Himmelmann keine Chance lies und flach unten links einschob.

Die Mannschaft von Markus Kauczinski warf in der Schlussphase nochmal alles nach vorn, wirkte dabei aber oft ideenlos und brachte die Hauptstädter nur noch einmal unter Druck: Nahezu mit dem Schlusspfiff prüfte Buchtmann Mesenhöler erneut aus der Distanz, der Union-Torwart parierte glänzend zur Ecke, die jedoch nichts mehr einbrachte. Der anschließende Schlusspfiff löste beim mitgereisten rot-weißen Anhang und den heute in Gelb spielenden Eisernen Jubelstürme aus.

Cheftrainer André Hofschneider zeigte sich nach der Partie beeindruckt vom Spiel seines Teams auch nach Friedrichs Platzverweis: „Die Mannschaft hat die Situation gut angenommen und bravourös gegen den Ball gearbeitet, kaum Gelegenheiten zugelassen. Vorn sind wir selbst zu einigen eigenen Chancen gekommen, eine davon haben wir genutzt. Ob verdient oder unverdient, das ist erstmal egal. Glückwunsch an die Spieler und an die Fans, die uns in den letzten Wochen auch auswärts so zahlreich unterstützt haben.“

Kommendes Wochenende: Heidenheim zu Gast An der Alten Försterei

In genau einer Woche steht für Union am Samstag, dem 21.04.2018 das nächste Ligaspiel auf dem Programm. Der 1. FC Union Berlin trifft im Stadion An der Alten Försterei auf den 1. FC Heidenheim, der Anpfiff gegen die Mannschaft aus Baden-Württemberg erfolgt um 13:00 Uhr.