'Nabend!

Zäher Auswärtssieg für die Eisernen Ladies

In Hohen Neuendorf:

So, 08. März 2020
Zäher Auswärtssieg für die Eisernen Ladies

Der 1. FC Union Berlin gewinnt die Auswärtspartie bei Blau-Weiß Hohen Neuendorf durch einen Doppelpack von Lisa Heiseler mit 2:0.

Beim heutigen Aufeinandertreffen der Eisernen Ladies mit den Zehntplatzierten Hohen Neuendorferinnen gab die Rückkehrerin Elisa Spolaczyk nach Babypause ihr Comeback in der Regionalliga. Winterneuzugang Cecilia Kuntz debütierte für den 1. FC Union Berlin im Tor. Im Vergleich zur Vorwoche rückten zudem die ehemalige Hohen Neuendorferin Yara Scheffler und Maria-Pia Zander-Zeidam in die Startelf, die in dieser Saison erstmalig im 3-4-3 formiert war:
Cecilia Kuntz – Marta Schrey, Nathalie Götz, Marie Weidt – Yara Scheffler, Nadia Pearl, Greta Budde, Celine Frank (65. Josephine Bonsu) – Elisa Spolaczyk (75. Celine Altin), Lisa Heiseler, Maria-Pia Zander-Zeidam (40. Emely Stöckert)

Auf dem tiefen und holprigen Geläuf in der Niederheide fiel es den Unionerinnen, trotz deutlich mehr Ballbesitz, schwer, klare Torchancen zu erspielen. Erstmalig gefährlich wurde Lisa Heiseler nach Vorlage von Celine Frank in der 16. Minute – ihr Lupfer über die Torhüterin konnte allerdings noch von einer Abwehrspielerin abgelaufen werden. Hohen Neuendorf zeigte sich in der 32. Minute vor dem Tor der Unionerinnen, der abgefälschte Schuss aus 20 Metern verfehlte das Gehäuse allerdings um einen Meter. In der 39. Minute sollten die Unionerinnen dann endlich einen Weg durch die eng gestaffelte Defensive der Blau-Weißen finden: Maria-Pia Zander-Zeidam nahm über die linke Seite Tempo auf, von einer Gegenspielerin getackelt sprang der Ball zu Celine Frank, die den Ball gezielt durch die Abwehrkette auf die einlaufende Lisa Heiseler steckte. Die Torjägerin ließ sich die Chance nicht nehmen und vollendete zum 1:0 ins kurze Eck. Der große Jubel blieb jedoch aus, da Zander-Zeidam nach einem Tritt gegen den Knöchel liegen blieb und anschließend auch verletzt ausgewechselt werden musste.

Nach der Pause blieb das Bild weitestgehend unverändert, die Eisernen schafften es nun aber häufiger über die Flügel zum gegnerischen Strafraum durchzubrechen. In der Anfangsphase ging es immer wieder über Emely Stöckert auf der linken Seite hinter die Abwehr, bei den Hereingaben hatte allerdings immer wieder eine Gegnerin den Fuß dazwischen. Die Chancen häuften sich nun: Celine Franks Schuss vom Strafraum konnte noch geblockt werden (60.), Elisa Spolaczyks Versuch, den Ball aus ähnlicher Situation volley einzuschießen, verfehlte das Tor knapp links (62.), Lisa Heiselers Schuss aus der Drehung knapp rechts (67.). Im 1-gegen-1 mit der Torhüterin konnte Spolaczyk aus halblinker Position sieben Meter vor dem Tor nicht die Oberhand gewinnen, Sarah Neubeck im Tor Hohen Neuendorfs konnte den Tunnel gerade noch verhindern (70.), Yara Scheffler war wenige Minuten zuvor in identischer Situation halbrechts frei, verpasste allerdings den richtigen Moment für den Abschluss. Das erlösende 2:0 sollte dann aber doch noch fallen. Spolaczyk glänzte nun als Vorbereiterin, steckte nach tollem Spielzug über Nathalie Götz, Josephine Bonsu und Greta Budde auf Lisa Heiseler durch, welche mit dem ersten Kontakt an der Torhüterin vorbeizog und zu ihrem 15. Saisontreffer einschob. Die letzte Möglichkeit der Partie ging an Hohen Neuendorf, der stramme Kopfball von Luisa Pausch nach einer Ecke verfehlte allerdings das Tor.

Trainer Falko Grothe: „Das war heute ein Arbeitssieg, den wir uns hart verdienen mussten. Hohen Neuendorf hat es uns nicht einfach gemacht, allerdings haben wir insbesondere in der ersten Hälfte zu wenig passende Freilaufbewegungen gezeigt und vielversprechende Situationen mit zu wenig technischer Qualität gelöst. Das können wir besser. Das haben wir in der zweiten Hälfte auch besser gemacht und dann deutlich mehr Chancen kreiert. Die Grundlage für den Sieg sehe ich aber im stabilen Zweikampfverhalten des gesamten Teams, das gegen den hart spielenden Gegner nötig war, und der abgeklärten Leistung unserer Abwehr am heutigen Tag. Ich hoffe, dass Maria-Pia Zander-Zeidam und Celine Frank sich nicht zu schwer verletzt haben und sie bald wieder auf dem Platz stehen.“

Angreiferin Elisa Spolaczyk: „Am Anfang haben wir uns schwer damit getan, den Ball sauber laufen zu lassen. Hohen Neuendorf hat spielerisch versucht, dagegen zu halten, was ihnen in den ersten 30 Minuten gut gelungen ist. Wir haben keine Mittel gefunden, den Ball über die Linie zu drücken. Der Platz war sehr schwer bespielbar und hatte viele Unebenheiten. Trotz alledem sind wir in der zweiten Halbzeit weiter motiviert aus der Kabine gekommen. Zum Ende hin war es dann ein ungefährdeter Sieg für uns. Mich persönlich hat es sehr gefreut, nach der langen Pause wieder mit meiner Mannschaft auf dem Platz stehen zu können. In den nächsten Spielen heißt es für uns, Tore zu schießen und offensiv noch mehr unsere Chancen zu nutzen.“

Yara Scheffler: "Es war heute kein schön anzuguckendes Spiel, doch ein hart erkämpfter Sieg. Wir haben immer wieder gut in die Zweikämpfe gefunden, allerdings war das gegen gut verteidigende und energische Hohen Neuendorferinnen auch wichtig, damit wir Tore schießen konnten, was uns dann mehr oder weniger gelungen ist. Ich habe mich riesig auf das Spiel auf meinem vorherigen Vereinsgelände gefreut und war sehr motiviert, gegen meine ehemaligen Teamkolleginnen wiederholt antreten zu dürfen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht."

Mit dem Dreier festigen die 1. Frauen ihren vierten Tabellenplatz, bleiben einen Punkt hinter Phoenix Leipzig, die in der kommenden Woche in Köpenick gastieren, sowie zwei Punkte hinter Viktoria Berlin, die nicht über ein Unentschieden gegen den USV Jena II hinauskamen und so einen Teil ihres Vorsprungs einbüßten. Zum Duell Vierter gegen Dritter kommt es am Sonntag, dem 15.03.2020. Phoenix Leipzig ist bei den Eisernen Ladies an der Dörpfeldstraße zu Gast, Anpfiff ist um 14 Uhr.