Und niemals vergessen ...

Erster Saisonsieg für die Eisernen Ladies

Nach torloser erster Halbzeit:

So, 15. September 2019
Erster Saisonsieg für die Eisernen Ladies

Die Frauen des 1. FC Union Berlin gewinnen das Heimspiel gegen den SV Blau Weiss Hohen Neuendorf nach einer torlosen ersten Halbzeit am Ende deutlich mit 4:0 und fahren damit den ersten Saisonsieg ein. Die Tore erzielten Celine Frank (2), Carolin Fredrich und Lisa Heiseler.

Im Vergleich zum letzten Spiel gegen RasenBallsport Leipzig waren gleich acht Spielerinnen nicht mehr im Kader zu finden, unter anderem die rotgesperrte Kapitänin Marie Weidt und Flügelstürmerin Josephine Bonsu, die sich im Spiel gegen Leipzig eine Verletzung zuzog. In der Startelf standen in dieser Punktspielsaison erstmals Yara Scheffler und Carolin Fredrich - Emely Stöckert, Nadia Pearl und Selin Arslan gaben von der Bank ihr Saisondebüt. Es spielten:

Monique Eichhorn – Yara Scheffler (75. Nadia Pearl), Nathalie Götz, Marta Schrey, Sophie Büttner – Greta Budde, Josephine Ahlswede, Carolin Fredrich (65. Emely Stöckert), Celine Frank – Lisa Heiseler, Marta Stodulska (75. Selin Arslan)

Die Unionerinnen zeigten von Beginn an frühe Ballgewinne und viel Ballbesitz, die erste Chance des Spiel gehörte jedoch den Hohen Neuendorferinnen. Ein ungenaues Abspiel im Spielaufbau sorgte dafür, dass die Blau-Weißen im Strafraum zum Abschluss kamen, der erste Schuss konnte geblockt werden, der Nachschuss war zu ungenau und wurde sicher von Unions Torfrau Monique Eichhorn aufgenommen. Nach dieser Schrecksekunde kam nach und nach mehr Sicherheit in das Ballbesitzspiel der Eisernen Ladies, was auch in Torchancen resultierte. Die erste hatte Carolin Fredrich gleich in der zweiten Minute, einen hohen Ball auf den zweiten Pfosten konnte sie allerdings nicht sauber auf das Tor bringen. In der sechsten Spielminute setzte Lisa Heiseler die mitgelaufene Josy Ahlswede frei vor dem Tor ein, sie traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz. Kurz darauf setzte Ahlswede Heiseler in Szene, ihr Schuss aus kurzer Distanz konnte pariert werden. Der Druck stieg, die beiden besten Chancen ergaben sich in der Schlussphase der 1. Hälfte – erst war Marta Stodulska vor Sarah Neubeck im Hohen Neuendorfer Tor, zögerte aber zu lang mit dem Abschluss (36.), kurz vor dem Halbzeitpfiff lief Lisa Heiseler frei auf sie zu, schob den Ball allerdings an den Außenpfosten.

In der zweiten Hälfte sollten die Unionerinnen sorgfältiger mit ihren Chancen umgehen. Die ehemalige Hohen Neuendorferin Yara Scheffler verteidigte in der 49. Minute mit hohem Tempo nach vorn und konnte so einen frühen Ballgewinn erzielen. Ihre Eingabe landete bei Celine Frank, die den auftippenden Ball direkt nahm und mit dem linken Fuß gegen die Laufrichtung der Torhüterin versenkte. Nur sechs Minuten später wurde erneut Celine Frank von Lisa Heiseler im Strafraum eingesetzt, auch diesen Ball schoss sie zum 2:0 ein. Für eine sehr engagierte Leistung belohnte sich in der 65. Minute die jüngste Spielerin auf dem Platz, Carolin Fredrich. Ihre Flanke vom linken Flügel rutschte etwas über den Spann und senkte sich zum 3:0 in die hintere Torecke. Hohen Neuendorf wurde noch zweimal gefährlich: erst war Luisa Pausch bei einem Konter in den Strafraum eingedrungen, nach dem langen Laufweg fehlte ihr aus dem Spitzen Winkel allerdings die Kraft, um den Ball noch gefährlich auf das Tor zu bringen. In der 80. Minute schoss Jaqueline Pantelmann schoss aus knapp zehn Metern ein, aufgrund einer Abseitsposition wurde das Tor allerdings nicht gegeben. Bitter für die Blau-Weißen: nicht die Torschützin, die sich den Ball quasi selbst vorlegte, befand sich im Abseits, sondern zwei andere Angreiferinnen, die durch ihre Bewegung zum Ball aktiv wurden. Den Schlusspunkt setzte Lisa Heiseler, nach einem Doppelpass mit Celine Frank verzögerte sie kurz vor der Torhüterin, als diese langsam abkippte schoss die Stürmerin unter die Latte zum 4:0 Endstand ein.

Trainer Falko Grothe zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: „Die Spielkontrolle lag über weite Strecken des Spiels bei uns, wir haben uns kontinuierlich Chancen erspielt und das erste Tor hat gut getan, viel Druck genommen und allen zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. Wir hatten es in den letzten Spielen verpasst uns für den großen Aufwand zu belohnen, das haben wir heute geschafft und das freut mich besonders für die Spielerinnen, sie haben in den letzten Wochen so viel investiert. Wir müssen jetzt aber unbedingt am Ball bleiben. Phoenix Leipzig steht ungeschlagen an der Tabellenspitze und wir werden am kommenden Wochenende noch konzentrierter auftreten und unsere bestmögliche Leistung bringen müssen, um in Leipzig Zählbares zu holen.“

Flügelspielerin Emely Stöckert: „Natürlich war das Spiel heute etwas Besonderes für mich. Gegen den ehemaligen Verein zu spielen ist immer bedeutsam und da ich die Mannschaft noch kenne und mit vielen Spielerinnen in Kontakt stehe war das Spiel auch mit einigen Emotionen verbunden. Umso größer war heute der Siegeswille und damit die ersten drei Punkte zu holen. Da wir als Favorit in die Partie gegangen sind und mehr Spielanteile hatten, entsprach das Ergebnis auch unserer Erwartungshaltung. Jetzt ist es wichtig, auf diesen Sieg aufzubauen und den Blick auf das nächste Spiel gegen FC Phoenix Leipzig zu lenken.“

Außenverteidigerin Yara Scheffler: „Das Spiel gegen Blau Weiss Hohen Neuendorf hatte auch für mich eine sehr große Bedeutung, da es das erste Aufeinandertreffen von mir und meiner alten Mannschaft war und dort dementsprechend viele Freunde mitspielen. Ich habe versucht ruhig zu bleiben, was mir nicht immer so gelungen ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Dennoch bin ich persönlich zufrieden mit meiner Leistung. Für uns als Team ging es heute im Derby um die ersten drei Punkte in dieser Saison, die wir auch dringend benötigen, um oben an der Tabellenspitze den Anschluss zu halten und am Saisonende unser Ziel erreichen zu können. Mit dem Sieg können wir sehr zufrieden sein. Wenn wir so nächste Woche gegen Phoenix Leipzig spielen und unsere Chancen besser ausspielen und nutzen, den Ball in den eigenen Reihen ruhig laufen lassen, gewinnen wir gegen den aktuellen Tabellenersten.“

Weiter geht es für die Eisernen Ladies am kommenden Sonntag beim Aufsteiger und aktuellen Tabellenführer FC Phoenix Leipzig. Die Leipzigerinnen konnten alle Spiele gewinnen und stellen mit 20 Toren aus vier Spielen die gefährlichste Offensive der Liga. Anpfiff ist 14 Uhr auf der Sportanlage Leipzig Ost.