Eisern!

Erste Erkenntnisse der Spieltagsumfrage

FuMA:

Mi, 13. Februar 2019
Erste Erkenntnisse der Spieltagsumfrage

Die AG Faninteressen der Fan- und Mitgliederabteilung des 1. FC Union Berlin hat in der Saison 2018/19 erstmals eine Umfrage zu den Spieltagen der Eisernen entwickelt. 

Diese ist auf der Vereins-Homepage zu finden und jeder Unioner ist herzlich eingeladen, seine Erlebnisse rund um die Heim- und Auswärtsspiele der Rot-Weißen zu bewerten.

Ziel der Spieltagsumfrage ist, bisher unentdeckte Probleme offenzulegen und nachhaltig Verbesserungen für Fans herbeizuführen.

Zum Ende der Hinrunde hat die FuMA ein erstes Fazit gezogen und die Ergebnisse sowohl vereinsintern also auch an die gastgebenden Vereine weitergeleitet.

Aufgrund der besonderen Umstände beim Union-Heimspiel gegen die SpVgg Fürth und die Vielzahl an Rückmeldungen zu den Vorgängen wird dieses Spiel gesondert betrachtet und ausgewertet. Nachfolgend sind die ersten Ergebnisse nachzulesen:

  • Anreise und Abreise (Keine Notenabfrage erfolgt)

Häufigste Nennungen: Nahverkehr & Parkplatzsuche (Heimspiele); allgemeine Verkehrssituation rund um die Stadien (Auswärtsspiele)

Bei fast jedem Heimspiel gab es Beschwerden über den zu vollen, verspäteten oder gar nicht fahrenden Nahverkehr. Dies betraf gleichermaßen die An- als auch die Abreise. Die Parkplatzsuche wurde ebenfalls bei jedem Spiel als Problem genannt. Zu Beginn der Saison gab es einige Beschwerden bezüglich der Neugestaltung des Waldweges von der Hämmerlingstraße zum Stadion. Diese nahmen, nach weiteren Arbeiten am Waldweg im Laufe der Hinrunde ab.

Im Vergleich dazu stellte die allgemeine Verkehrssituation zu den Auswärtsspielen das größte Problem dar. Herausstachen hierbei die beiden Montagsspiele in Köln und beim HSV, bei denen eine Anreise parallel zum Feierabendverkehr erhebliche Verzögerungen zur Folge hatte.

  • Einlass

Durchschnittsnote Heimspiele: 2,17

Durchschnittsnote Auswärtsspiele: 2,12

Beste Bewertung: gegen Heidenheim (1,55)

Schlechteste Bewertung: in Regensburg (2,86) und in Magdeburg (2,61)

Häufigste Nennungen: lange Wartezeiten (Heimspiele), Aufbau des Einlasses (Auswärtsspiele)

Bei den Heimspielen wurden vor allem die Anzahl der Einlässe und die damit verbundenen langen Wartezeiten kritisiert. Darüber hinaus wurden die Qualität und Intensität der Kontrollen als sehr unterschiedlich empfunden und fachliche Defizite bei den Ordnern vermerkt. Daneben fanden die immer wiederkehrenden Probleme mit den Ticket-Scannern und das zu geringe Aufgebot von Kontrollordnern für Frauen anklang. Bei der Mitnahme von Gegenständen und dem Tragen von Kleidungsstücken kam es vermehrt zu unterschiedlichen Auffassungen mit teils widersprüchlicher Handhabung zur Stadionordnung.

Auswärts wurde vor allem der Aufbau der Einlasssituation kritisiert. So wurden die Gästefans in vielen Stadien von Drehkreuzen und Vereinzelungsanlagen empfangen. Auffallend positiv wurden die Einlasssituationen beim Hamburger SV und - nach den schlechten Erfahrungen aus 2016 - beim Pokalspiel in Dortmund bewertet.

  • Ordner

Durchschnittsnote Heim: 2,12

Durchschnittsnote Auswärts: 2,02

Beste Bewertung: gegen Heidenheim (1,56)

Schlechteste Bewertung: in Köln und in Magdeburg (je 2,41)

Bei Heimspielen war ein immer wieder genannter Punkt, dass die Treppen als Fluchtwege nicht frei gehalten wurden oder, dass im Gegenteil, zu penibel auf ein Freihalten geachtet wurde. Des Weiteren sah man einen Aufmarsch der Ordner in den Block und ein Positionieren am Zaun 15-20 Minuten vor Spielende zum Teil als problematisch an. Allgemein wurde aber oft das freundliche und hilfsbereite Auftreten der Ordner bei Heimspielen gelobt, was durch ein Zitat passend beschrieben wurde: „Ordner sind wie Schiedsrichter, nimmst du sie nicht wahr, waren sie gut.”

Bei Auswärtsspielen gab es soweit keine größeren Probleme mit den dortigen Ordnern. Oft wurde sogar gelobt. So wurde zum Beispiel in Paderborn von der falschen Seite kommenden Fans ein Tor geöffnet, damit diese nicht um das ganze Stadion laufen mussten. Nach dem Abbrennen von Pyrotechnik in Sandhausen wurde sich nur kurz erkundigt, ob es Personen mit Atemproblemen gäbe, um sich danach wieder zurückzuziehen. Und in Ingolstadt wurde einem Fan mit Krücken und Stehplatzticket sogar ein kostenfreier Sitzplatz angeboten. Negativ wurde dagegen erwähnt, dass bei zwei bis drei Spielen keine oder kaum Ordner im Block waren, um Fluchtwege freizuhalten bzw. um ein Betreten oder Verlassen des Gästeblocks zu koordinieren.

  • Stadionatmosphäre

Durchschnittsnote Heim: 1,82

Durchschnittsnote Auswärts: 3,71

Beste Bewertung: gegen Holstein Kiel (1,58)

Schlechteste Bewertung: in Ingolstadt (4,41)

Die Stadionatmosphäre wurde in fast allen Auswärtsstadien schlechter als im Stadion An der Alten Försterei bewertet. Oftmals wurde die starke Werbung als Negativpunkt hervorgehoben. Zudem fehlte es an Programmheften.

Wenig Werbung und ein gutes Programmheft wurde wiederum bei Heimspielen positiv benannt. Auch Christian Arbeit zeigte sich laut der Umfrage gegenüber Gästefans deutlich neutraler als andere Stadionsprecher. An den Lautsprecheranlagen und den fleischfreien Alternativen beim Essensangebot wurden allerdings Verbesserungen gewünscht. Die teils angespannte Toilettensituation wurde ebenfalls angemerkt.

  • Stimmung

Durchschnittsnote Heim: 2,23

Durchschnittsnote Auswärts: 2,03

Beste Bewertung: in Köln (1,5) und in Dortmund (1,31)

Schlechteste Bewertung: gegen Fürth (2,63)

Die Stimmung bei Heim- und Auswärtsspielen wurde zum großen Teil als konstant und gut bewertet. Bei Heimspielen wurden inaktive Stadionbereiche, eine hohe Anzahl an Fußballtouristen und ein zum Teil spielunabhängiger Support bemängelt. Auswärts lagen die Probleme vor allem in der Beschaffenheit des Gästeblocks (kein Dach, Lage innerhalb des Stadions, schlechte Akustik) oder dem Fehlen von Megafonen. 

  • Fanverhalten

Durchschnittsnote Heim: 1,84

Durchschnittsnote Auswärts: 1,7

Beste Bewertung: gegen Bochum (1,56)

Schlechteste Bewertung: gegen Dresden (2,3) und in Bielefeld (2,23)

Häufigste Nennungen: Rassistische Beleidigungen/Verhaltensweisen (Heimspiele), Übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum (Auswärtsspiele)

Nach einem halben Jahr Spieltagsumfrage zieht die FuMA AG Faninteressen ein sehr positives Fazit. Insbesondere wurden die herauskristallisierten Problemfelder in hoher Qualität von den Fans wiedergegeben, sodass man dieses Feedback gezielt an die jeweiligen Vereine weitergeben kann. Im Laufe der Rückrunde wird es eine gesonderte Meldung der AG Faninteressen geben, in der auf gehäufte Fragen aus den Auswertungen eingegangen wird. Dies betrifft vor allem Problemfelder, welche bereits in der Stadionordnung erläutert sind oder die nicht im Verantwortungsbereich des Vereins liegen.

Die AG Faninteressen ist auch weiterhin auf die Teilnahme an der Spieltagsumfrage angewiesen, um im Sinne der Fans agieren zu können und die Spieltage hinsichtlich des "Stadionerlebnisses" weiter verbessern zu können. Der Aufruf an alle Unioner heißt also: "Macht mit bei der Spieltagsumfrage!" Die Umfrage kann bis zu 10 Tage nach jedem Pflichtspiel genutzt werden.