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FSV Frankfurt 1899 vs 1. FC Union Berlin

2. Bundesliga, 1. Spieltag

FSV vs 1. FC Union

2. Bundesliga, 1. Spieltag

Fr., 15. Juli 2011, 18:00 Uhr
Frankfurter Volksbank Stadion
1 : 1
4.151
leicht bewölkt
SR: Peter Sippel | Assistenten: Walter Hofmann, Markus Pflaum |
Vierter Offizieller: Sascha Stegemann

Das Glas halbvoll: Union startet mit einem Punktgewinn in Frankfurt

Spielbericht

Aber es wäre mehr drin gewesen für das Team, das Cheftrainer Uwe Neuhaus nach der überzeugenden Darbietung gegen Heart of Midlothian unverändert ließ:

Höttecke – Pfertzel, Stuff, Madouni, Kohlmann – Menz, Karl – Quiring, Silvio (74. Mosquera), Ede (80. Zoundi) – Terodde (90. Göhlert)

Union begann energisch und entschlossen und riss schnell das Spielgeschehen an sich. Frankfurt kam kaum in die Partie und wirkte mit zunehmender Spieldauer  beinahe ratlos. Auffällig war allerdings, dass es keiner Mannschaft gelang, sich klare Torchancen zu erspielen. So half Union am Ende eine Schiedsrichterentscheidung, um in Führung zu gehen. Schlicke brachte Silvio im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Sippel entschied völlig zu Recht auf Elfmeter (40.). Da der etatmäßige Schütze Torsten Mattuschka verletzungsbedingt auf der Tribüne saß, schnappte sich der Gefoulte kurzentschlossen selbst den Ball. Das brachte jedoch keineswegs Unglück, denn wenige Augenblicke später zappelte der Ball im Netz. Frankfurts Keeper Patric Klandt blieb keine Abwehrchance. Mit der verdienten Führung im Rücken ging es fünf Minuten später in die Kabine. Alles lief für die Eisernen…

Nach dem Wiederanpfiff bot sich jedoch ein völlig verändertes Bild. Union schaffte es nicht mehr, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und Frankfurt versuchte nun viel energischer, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Hinzu kam, dass das Schiedsrichtergespann mit zunehmender Spieldauer immer kleinlicher agierte und eine Vielzahl von Unterbrechungen und Standardsituationen schuf. Diese wurden durch FSV-Neuzugang Zafer Yelen immer wieder gefährlich vor das Union-Gehäuse gebracht. Nachdem ein Frankfurter Lupfer über den aus dem Union-Kasten herausstürmenden Höttecke gegen alle Wahrscheinlichkeit nicht ins Tor ging, sondern an die Latte klatschte, schien es so, als sollte der Fußballgott heute auch ein Eiserner sein. Zehn Minuten vor Schluss aber gab es dann die ironische Brechung der Geschichte. Einen per Lupfer herrlich durchgesteckten Ball nahm Karim Benyamina volley und donnerte ihn an Höttecke vorbei in die Maschen zum Ausgleich für Frankfurt. Unions Rekordtorjäger hatte also tatsächlich gegen seinen alten Verein getroffen – wahre Geschichten, die das Leben schreibt…

In der Folge ergaben sich weitere Gelegenheiten für Frankfurt und es lief bereits die dritte Minute der Nachspielzeit, als das Geschehen eine völlig verrückte Wendung nehmen wollte. Zur Verblüffung nahezu aller entschied Peter Sippel auf Elfmeter für Frankfurt, als Christoph Menz den Ball aus dem eigenen Strafraum schlagen wollte und ein Frankfurter in den Schuss sprang. Den dritten 2:1-Heimsieg des FSV gegen Union verhinderte das Pech des unglücklichen Babacar Gueye, der den Ball über den Querbalken jagte. Das halbleere Glas war plötzlich halbvoll…

In etwa so sah es auch Union-Coach Uwe Neuhaus: „Wir haben zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In Halbzeit 1 haben wir das Spiel dominiert, waren die bessere Mannschaft und sind verdient in Führung gegangen. In Halbzeit 2 wollten wir auf das zweite Tor gehen, aber haben keine Ballbesitz und keine Kombinationen mehr zu Stande gebracht. Stattdessen war jede Frankfurter Standardsituation gefährlich und am Ende hatten wir Glück. Wir müssen nun sehen, dass wir unsere Leistung der ersten Halbzeit in den nächsten Spielen auch über 90 Minuten auf den Platz bringen.“

Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Boysen befand: „Man konnte sehen, dass Union wahr machen wollte, was sie angekündigt hatten, nämlich das Spiel gewinnen zu wollen. Wir hatten anfangs Mühe, dem Spiel zu folgen. In der zweiten Hälfte haben wir dann einen eigenen Rhythmus gefunden. Der krönende Abschluss wäre der aus meiner Sicht verdiente Sieg gewesen.“

Für Union geht es nun auf die lange Heimreise und direkt nach Ankunft wird im Morgengrauen ausgelaufen. Anschließend hat die Mannschaft frei und beginnt am Montag mit der Vorbereitung auf die Heimpremiere der Saison gegen Greuther Fürth am kommenden Samstag um 15:30 Uhr im Stadion An der Alten Försterei.

Punktspielstart: Union beginnt beim FSV Frankfurt

Vorbericht

Es kribbelt und knistert rund um das Stadion An der Alten Försterei. Die Testspiel-Ergebnisse des Vorbereitungssommers gaben Anlass zur Freude und machen Lust auf mehr. Das Auftaktspiel beim FSV Frankfurt beinhaltet zusätzlich eine weitere emotionale Komponente. Scheint doch ein Wiedersehen mit dem in seiner sechsjährigen Zeit beim 1. FC Union Berlin zum Rekordtorschützen (87) und Publikumsliebling avancierten Karim Benyamina trotz mehrfachen Verletzungspechs möglich. Der gebürtige Dresdener, der zuletzt an einem Muskelfaserriss laborierte, steht Hans-Jürgen Boysen wieder zur Verfügung. Ob es für einen Platz in der Startelf reichen wird, ließ Frankfurts Trainer indes noch offen.

Sportlich betrachtet wäre der Ausfall Benyaminas für die Gastgeber unbestreitbar eine Schwächung. Fast schon traditionell sind die zahlreichen Spielerwechsel der Hessen während der Vorbereitungszeit. Viele Abgänge, darunter qualitativ hochwertige Spieler wie Sascha Mölders und Jürgen Gjasula, und vierzehn Neuzugänge bedeuten für den Vorjahresdreizehnten der 2. Bundesliga viel Umbauarbeit. "Ich würde mir wünschen, dass es noch eine Woche dauert, bis dort ein Rad ins andere greift", erklärte Union-Trainer Uwe Neuhaus, der sich einen kleinen Vorteil für sein Team erhofft. Am Bornheimer Hang gab es aus Union-Sicht in den letzten beiden Jahren nicht viel zu feiern. Auch Uwe Neuhaus erinnert sich nur ungern an die Duelle mit dem schlechteren Ausgang für seine Mannschaft: "In Frankfurt haben wir teilweise unglücklich und teilweise aus Dummheit nicht mehr herausholen können." Das soll sich ändern und die bescheidene Bilanz aufgebessert werden.

Dass ein Sieg zum Saisonauftakt nicht unmöglich ist, bezweifelt auch aufgrund der starken Testspiele kaum ein Fan des 1. FC Union Berlin. Uwe Neuhaus weiß das und wirbt für die angemessene Zurückhaltung. "Die Testspielergebnisse muss man mit Vorsicht genießen und kann nichts daraus ableiten", findet der Chefcoach, der dennoch weiß: "Für das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein waren die Siege ohne Zweifel sehr wichtig."

Die Startformation hat Neuhaus in den wesentlichen Zügen bereits im Kopf. Nur für ein bis zwei Positionen hält Unions Chefcoach Alternativen noch für "überlegenswert". Und Wahlmöglichkeiten ergeben sich für den Trainer aus der erfreulichen Gesundung einiger seiner bis dato verletzter Spieler. John Jairo Mosquera befand sich nach überstandenem Muskelfaserriss in dieser Woche wieder im Mannschaftstraining. Auch Michael Parensen wird nach einem positiv verlaufenen 45-minütigem Belastungstest im gestrigen Spiel der U23 den Flieger nach Frankfurt besteigen. Keine Chance auf einen Einsatz hat Torsten Mattuschka. Noch verhindert die im Spiel gegen Szczecin erlittene Kreuzbanddehnung ein Mitwirken, doch der Kapitän ist optimistisch: "Das Knie fühlt sich gut an. Ich werde die Belastung unter Anleitung unsere Fitness-Trainers Dirk Keller weiter steigern und nächste Woche hoffentlich wieder ins Mannschaftstraining einsteigen." In Frankfurt wird der Kapitän trotzdem dabei sein - als moralische Unterstützung für seine Mannschaft.

Morgen Abend hat das lange Warten ein Ende. Der Anstoß des Spiels im Frankfurter Volksbankstadion erfolgt um 18 Uhr.

SpielStatistiken

FSV Frankfurt 1899 vs 1. FC Union Berlin

2 Gelbe Karten 0
0 Gelb-Rote Karten 0
0 Rote Karten 0

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Datum Heim Ergebnis Gast