Vereinsgeschichte 1. FC Union Berlin

1906 - 1910

Vom F.C. Olympia zu Union 06 Oberschöneweide

In der Oberschöneweider Luisenstraße, der heutigen Plönzeile, versammeln sich 1906 in einer Sandgrube hinter der Schule Balljungen und Freunde des Vereins Excelsior und gründen ihren Fußball Club Olympia. Die Vereinsfarben sind Schwarz und Gelb. Nach nur kurzer Zeit löst der Verein sich wieder auf.

Einige treue Freunde gründen bald darauf in Anlehnung an den benachbarten Lichtenberger S.C. Frisch Auf einen neuen Verein. Excelsior spaltet sich in Preußen und Vorwärts, beide Vereine können nicht bestehen. Mitglieder aller drei Vereine verbinden sich am 17. Juni 1906 in der Gastwirtschaft „Großkopf“ in der Luisenstraße zu Olympia Oberschöneweide.

Etwa einen Monat nach dieser Gründung schließen sich die Fußballer als Jugendmannschaft dem B.T.u.F.C. Helgoland 1897 an. Vom 22. Juli 1906 an heißt der Klub B.T. und F.C. Helgoland / Abteilung Oberschöneweide. Am 10. Februar 1907 wird mit den Verantwortlichen des B.T. und F.C. Union 1892 – Deutscher Meister von 1905 – über einen Anschluss verhandelt. Ergebnis dieser Gespräche mit den Blau-Weißen aus dem Berliner Süden ist die Formierung als B.T. und F.C. Union 92 / Abteilung Oberschöneweide, die Truppe nimmt als IV. Mannschaft am Spielbetrieb teil.

Anfang 1909 löst sich die Mannschaft vom Stammverein, am 20. Februar nimmt der VBB – Verband Brandenburgischer Ballspielvereine – den neuen Klub auf. Zum Dank an den Mutterverein Union 1892 werden die Farben Blau und Weiß beibehalten, in den neuen Vereinsnamen wird das Wort Union aufgenommen: Union 06 Oberschöneweide.

1910 - 1920

Die erste feste Spielstätte und beachtliche Erfolge

Inzwischen ist das alte Spielgelände, die für den Fußball genutzten Badewiesen an der Spree, Fabrikanlagen gewichen. Die Ausdehnung der Industrievorstadt Oberschöneweide macht es notwendig, sich eine neue Heimstatt zu schaffen – an der verlängerten Wattstraße. Zehn Jahre lang – bis 1920 – bleibt diese Spielanlage die Heimat des Vereins. Heute befindet sich auf dem Gelände eine Kleingartenkolonie. Das damalige Vereinslokal „Knappe“ befand sich in der heutigen Fritz-Kirsch-Zeile, an der Ecke zur Wattstraße.

In ihrer Liga, der 3. Klasse, erreichen die Unioner in der Spielzeit 1910/11 den 1. Tabellenplatz, steigen in die 2. Klasse auf, erreichen hier ebenfalls den 1. Platz und den Aufstieg, in der 1. Klasse 1912/13 den 2. Platz, im folgenden Jahr mit dem 1. Rang in der Tabelle den Aufstieg in die VBB-Verbandsliga, die höchste Spielklasse.

Nach dem 2. Platz in der Saison 1916/17 steht Union in der Serie 1919/20 auf Rang eins der Verbandsliga-Tabelle des Ostkreises, setzt sich anschließend in der Meisterklasse bei Germania Spandau mit 6:1 durch, unterliegt Berolina 01 mit 0:2 Treffern und erreicht gegen den BTuFC Viktoria ein 1:1-Unentschieden. Damit gewinnt Union Oberschöneweide den Titel des Berliner Meisters und ist damit Teilnehmer am Kampf um den nationalen Meistertitel.

Im Viertelfinale der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft bei den Sportfreunden Breslau bedeutet die 2:3-Niederlage das Ausscheiden aus dem Wettbewerb. Mit dem 3. Tabellenplatz in der folgenden Saison qualifiziert sich Union Oberschöneweide für die als höchste Berliner Spielklasse neu eingeführte VBB-Oberliga, in der die Spieler zunächst den Vizemeistertitel erringen.

1920 - 1930

Umzug in das Stadion "An der Alten Försterei" und Endspiel um die Deutsche Meisterschaft

Die Ausbreitung der Industrieanlagen und das damit verbundene Anwachsen der Bevölkerung Oberschöneweides macht die Spielstätte der Unioner in der Wattstraße ab 1920 bebauungsreif und Union ist erneut auf der Suche nach einem Sportgelände. Gefunden wird es Sadowa, wie die Wuhlheide zu dieser Zeit heißt, nahe dem Ortseingang von Köpenick, in der Nähe der Königlichen Jägerei, der ehemaligen Landjägerei – an der Alten Försterei. Am 7. März 1920 wird die Anlage mit einer Punktspielbegegnung gegen Viktoria 89 ihrer Bestimmung übergeben. Die Arbeiten am Stadion sind noch nicht beendet. Erst am 7. August 1920 weihen die Unioner das Stadion festlich ein. Der Deutsche Meister, der 1. FC Nürnberg tritt zu diesem Anlass beim Berliner Meister, dem SC Union Oberschöneweide an und gewinnt das Spiel mit vor 7.000 Zuschauern 2:1 Toren.

In der Saison 1922/23 erreichen die Oberschöneweider den 1. Platz in der Oberliga-Abteilung A und schlagen im ersten Entscheidungsspiel B-Staffelsieger Vorwärts 1890 mit 3:1 auf dessen Platz, bevor ein 1:1-Unendschieden in Sadowa ausreicht, um sich mit den Besten Deutschlands messen zu können.

Zum Auftakt im Viertelfinale der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ist Arminia Bielefeld der Gegner. Torlos endet die erste Begegnung, ausgetragen in Bochum. Auch im Wiederholungsspiel im Berliner Grunewald-Stadion steht es am Ende der ersten Verlängerung 0:0-Unentschieden, am Ende der zweiten gelingt Union die 2:1-Führung, nach dem Tor beendet der Schiedsrichter die Partie gegen den Westdeutschen Meister.

Im Halbfinale tritt Union Oberschöneweide in Halle an der Saale gegen den Süd-Meister, die Spielvereinigung Fürth, an und gewinnt mit 2:1 Toren. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im Berliner Grunewald-Stadion ist der Hamburger Sportverein der Kontrahent. Die Begegnung gewinnen die Hanseaten mit 3:0 Toren.

1930 - 1945

Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft

Mit Ende der Saison 1934/35 aus der Gauliga Berlin-Brandenburg – so heißt die höchste Spielklasse seit dem Machtantritt der Nationalsozialisten – als Vorletzter abgestiegen, erreicht Union in der Bezirksklasse Berlin-Potsdam Ost den 1. Rang und in der anschließenden Qualifikationsrunde mit dem 2. Platz den sofortigen Wiederaufstieg.

In der Kriegsmeisterschaft 1939/40 setzt sich Union Oberschöneweide in der Abteilung B durch, entscheidet nach der 1:2-Hinspiel-Niederlage die zweite Endspielbegegnung um den Berliner Titel mit 3:0 bei Blau-Weiß 90 für sich, ist zum dritten Mal Berliner Meister und so für die Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert.

Der VfB Königsberg ist der erste Gegner, nach dem 6:3-Erfolg siegen die Unioner beim VfL Stettin mit 3:1, gewinnen das Heimspiel gegen die Pommern mit demselben Ergebnis und unterliegen schließlich in Königsberg mit 1:3 Toren, belegen aber dennoch den 1. Platz in ihrer Gruppe.

In zwei Viertelfinalspielen fordert Rapid Wien die Unioner heraus und setzt sich mit 3:2 an der Donau und mit 3:1 im Rückkampf im Olympiastadion Berlin durch.

Zwei Jahre später steigen die Unioner erneut ab und qualifizieren sich erst 1944 wieder für die Aufstiegsrunde, erreichen den 2. Platz und stehen nach 13 ausgetragenen Spielen im Januar 1945, als die Meisterschaft wegen des Kriegsgeschehens abgebrochen wird, auf dem 3. Tabellenplatz.

1945 - 1950

Kalter Krieg und Gründung des SC Union 06 im Westteil der Stadt

Nach Ende des 2. Weltkrieges in Europa im Mai 1945 verfügen die alliierten Besatzungs- und Kontrollmächte die Auflösung aller Sportvereine und die Organisierung des Sports auf kommunaler Ebene. So geht aus dem SC Union Oberschöneweide die SG Oberschöneweide hervor. Im September beginnt in Berlin wieder ein regulärer Spielbetrieb, die Sportgruppe Oberschöneweide steht am Ende der Spielzeit 1946/47 auf Rang eins der Tabelle der Staffel B in der 1. Ligaklasse.

Den Drahtfunk-Stadtpokalwettbewerb entscheiden die Oberschöneweider mit 4:3 Toren im Finale gegen die SG Wilmersdorf für sich.

In der höchsten Berliner Spielklasse, der neu gebildeten Stadtliga, bleiben die Oberschöneweider erfolgreich, führen nach dem letzten Spieltag der Saison 1947/48 die Tabelle an und unterliegen in der 1. Runde der Spielserie um den Titel des Deutschen Meisters mit 0:7 dem FC St. Pauli in Berlin.

Im Berliner Pokalwettbewerb, inzwischen in RIAS-Pokal umbenannt, verteidigen die Oberschöneweider ihren Titel nach einem 2:2 im Finale im Wiederholungsspiel mit 3:1 Treffern gegen die SG Charlottenburg.

Während der Saison 1948/49 nehmen die Vereine ihre traditionellen Namen wieder an. Aus der SG Oberschöneweide wird die SG Union Oberschöneweide, die Abkürzung steht für Sportgemeinschaft.

 

Im folgenden Spieljahr erreicht Union den Titel des Berliner Vizemeisters und kann damit am Kampf um die Deutsche Meisterschaft teilnehmen. Im Vorrundenspiel unterliegen die Berliner mit 0:7 gegen den Hamburger Sportverein.

Dieses Spiel im Mai 1950 in Kiel steht unter dem Einfluss des Kalten Krieges. Seit Oktober 1949 existiert in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands die Deutsche Demokratische Republik, seit Mai die Bundesrepublik Deutschland auf dem von Amerikanern, Briten und Franzosen verwalteten Gebiet.

In der DDR ist seit 1949 der Spielbetrieb in einer eigenen Oberliga organisiert. Deren Meister ist zunächst als Teilnehmer an einer Endrunde um die Deutsche Meisterschaft vorgesehen. Ost-Berlin ist politisch nicht Teil der DDR, so nehmen die Ost-Berliner Mannschaften weiterhin an den Spielen um die Gesamt-Berliner Stadtmeisterschaft teil. Titelträger Union Oberschöneweide ist von den DDR-Behörden die offizielle Reise zur Begegnung in Kiel nicht gestattet worden.

In der Folge der sportpolitischen und politischen Auseinandersetzungen verlassen viele Spieler und Funktionäre der SG Union Oberschöneweide Ost-Berlin und gründen am 9. Juni 1950 in West-Berlin den SC Union 06 Berlin. Die im Ostteil der Stadt verbleibenden Spieler nehmen an der DDR-Meisterschaft teil. 

1950 - 1966

Zahlreiche Umbenennungen

Vor Beginn der Saison 1951/52 wird die SG Union Oberschöneweide der Betriebssportgemeinschaft Motor Oberschöneweide angeschlossen. Nur ein Teil des Vereines setzt den Spielbetrieb als SG Union Oberschöneweide in unteren Spielklassen fort.

Die BSG Motor Oberschöneweide steigt am Ende der Saison 1952/53 aus der Oberliga in die 1. Liga ab. Am 1. Februar 1955 wird der Verein in SC Motor Berlin umbenannt. Nach dem Erreichen des 7. Tabellenplatzes tritt Motor Berlin infolge einer Umstrukturierung des Spielbetriebes 1955 in der 2. Liga, der dritten Spielklasse an. Im Sommer 1957 wird der Klub in Turn- und Sportclub Oberschöneweide umbenannt. In der Saison 1961/62 gelingt dem TSC Oberschöneweide der Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse, 1963 wird aus den Sportclubs TSC Oberschöneweide, SC Einheit Berlin und SC Rotation Berlin der TSC Berlin gebildet.

1966

Gründung des 1. FC Union Berlin

Am 20. Januar 1966 wird in einer Konferenz im Klubhaus des Trägerbetriebes VEB Transformatorenwerk aus der Fußballabteilung des TSC Berlin heraus der 1. FC Union Berlin gegründet. Die Vereinsfarben des einzigen zivil organisierten Klubs der DDR-Hauptstadt sind Rot und Weiß, über seinen Namen haben Berliner Fußballfreunde zuvor ebenso abstimmen können, wie sie für die Gestaltung des Klubemblems Vorschläge unterbreiteten.

Die Gründung von Fußballklubs aus den Leistungszentren heraus ist ein neuer Versuch, durch Strukturveränderungen bei der Organisierung des Leistungssports dem Niveau des europäischen Spitzenfußballs näher zu kommen. Der 1. FC Union Berlin ist der einzige von zehn solchen neu gegründeten Klubs, der nicht in der Oberliga spielt.

Mit dem Ende der Saison 1965/66 steht der 1. FC Union Berlin auf Rang eins der Liga-Tabelle. Dreizehn Jahre nach dem Abstieg aus der höchsten Spielklasse ist Union wieder erstklassig.

An einem internationalen Wettbewerb – den Spielen der Intertoto-Runden – nimmt Union erstmals im Sommer 1967 teil. In der Gruppe mit Union Teplice, dem GKS Katowice und dem BK Kopenhagen erreichen die Unioner den 3. Platz.

1968

Pokalsieg und keine Europapokal-Teilnahme

Das Spieljahr 1967/68 bringt mit dem FDGB-Pokal-Sieg den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Im Viertelfinale des DDR-Pokal-Wettbewerbes siegen die Unioner im Stadion an der Alten Försterei gegen Pokalverteidiger Sachsenring Zwickau mit 1:0, schlagen in ihrem Stadion im Halbfinale den Lokalrivalen FC Vorwärts Berlin mit 2:1 und gewinnen in Halle an der Saale das Finale gegen den Meister FC Carl Zeiss Jena mit 2:1 Toren.

Am Europapokalwettbewerb nimmt der Klub nicht teil. Nachdem der jugoslawische Vertreter FC Bor bereits zugelost ist, beeinträchtigen die politischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West nach dem Einmarsch von Truppen des Warschauer Vertrages in die CSSR den internationalen Sportbetrieb. Nach einer erneuten Auslosung sind Spiele gegen Dynamo Moskau angesetzt, schließlich zieht der DDR-Fußballverband seinen Meister und seinen Pokalsieger aus dem Wettbewerb zurück.

1970 - 1990

Hochs und Tiefs

Bereits 1969 steigt Union in die Liga ab, belegt am Ende der Saison 1969/70 den 1. Rang und etabliert sich für drei Jahre in der Oberliga. Am Ende der kommenden drei Zweitliga-Spielzeiten qualifiziert sich Union jeweils für die Aufstiegsrunden, aber erst 1976 gelingt mit dem 2. Platz in dieser Relegation der Wiederaufstieg. Über vier Spieljahre hinweg sind die Unioner in der Oberliga vertreten, es folgt ein erneuter Abstieg, 1982/83 ist der 1. FC Union wieder für zwei Jahre erstklassig. Am Ende der Saison 1983/84 entscheiden zwei Relegationsspiele zwischen Chemie Leipzig und Union über den Abstieg. Die erste Begegnung in Berlin endet 1:1, in Leipzig unterliegt Union mit 1:2 Toren.

Nach einem Liga-Jahr und dem sofortigen Wiederaufstieg steht Union am Ende des Spieljahres 1985/86 im Pokalendspiel. Im Halbfinal-Hinspiel an der Alten Försterei unterliegt die Mannschaft gegen Dynamo Dresden mit 1:2, gewinnt das Rückspiel in Sachsen mit 4:3 Toren und spielt nun, aufgrund der Auswärtstor-Regel, gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig, der das Finale im Berliner Stadion der Weltjugend mit 5:1 für sich entscheidet.

Der 7. Tabellenplatz in dieser Saison berechtigt zur zweiten Teilnahme am Intertoto-Wettbewerb. In seiner Gruppe gewinnt der 1. FC Union zunächst gegen Bayer Uerdingen mit 3:2, dann gegen Lausanne Sports in Berlin mit 1:0, erreicht im Rückspiel gegen die Schweizer ein 1:1-Remis, unterliegt in Uerdingen mit 0:3, siegt im Heimspiel gegen Standard Lüttich mit 4:1, schließlich in Lüttich mit 2:1 Treffern und ist am Ende Gruppensieger.

In der Oberliga erkämpft Union am letzten Spieltag der Saison 1987/88 mit einem in der letzten Spielminute sichergestellten 3:2-Sieg beim FC Karl-Marx-Stadt den Klassenerhalt, ein Jahr später steigt der Klub in die Liga ab.

1990 - 2000

Sportliche Erfolge und Lizenzentzüge

Nach Wiederherstellung der deutschen Einheit haben die Unioner am Ende der Saison 1990/91 die Möglichkeit, über eine Relegation die 2. Bundesliga zu erreichen. Erst in der Spielzeit 1992/93 gelingt diese sportliche Qualifizierung. Einer 1:3-Heimniederlage gegen Tennis Borussia folgt ein 3:1-Sieg beim Bischofswerdaer FV, die Partie bei Tennis Borussia gewinnen die Unioner mit 2:1, bevor nach einem 1:0 gegen Bischofswerda an der Alten Försterei der Aufstieg gesichert ist.

Wegen einer für die Lizenzierungsunterlagen selbst gestalteten Bankbürgschaft erkennt der Deutsche Fußball-Bund dem Klub die erteilte Spielberechtigung wieder ab.

Der 1. Platz in der Staffel Mitte der Nord-Ost-Oberligasaison 1993/94 berechtigt nach dem durch den DFB nicht bestätigten Lizenzierungsverfahren zur Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft. Nach einem 3:1-Erfolg beim Eisenhüttenstädter FC Stahl, einem 2:2-Unentschieden gegen den VfL Osnabrück im Stadion An der Alten Försterei, einer 1:4-Niederlage bei Preußen Münster und einem 3:4 gegen Alemannia Aachen in Berlin belegt Union den 4. Platz in diesem Wettbewerb.

Im Landespokalwettbewerb gewinnt Union am Ende der Saison das Finalspiel gegen SD Croatia mit 2:1 Toren und qualifiziert sich so für die erste Runde des DFB-Pokalwettbewerbes. Im Spiel der 1. Runde gegen den FC St. Pauli unterliegen die Unioner in Köpenick mit 2:3 Treffern.

Meister der Regionalliga Nordost ist der 1. FC Union Berlin am Ende der Saison 1999/00 und trägt zwei Entscheidungsspiele mit dem Nord-Meister VfL Osnabrück aus. Dem 1:1-Unentschieden an der Alten Försterei folgt eine 8:9-Niederlage nach Elfmeterschießen in Osnabrück. Eine einfache Relegationsrunde trägt Union gegen den SC Pfullendorf und LR Ahlen aus. Nach dem 3:1-Sieg gegen Pfullendorf und dem 1:2 in Ahlen verbleibt Union in der Regionalliga.

2000 - 2004

DFB-Pokalfinale und Zweite Bundesliga

Der erreichte 1. Tabellenplatz nach der Saison 2000/01 berechtigt zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Im DFB-Pokalwettbewerb gewinnen die Köpenicker im Laufe der Saison mit 2:0 gegen Zweitligist Rot-Weiß Oberhausen, gegen die ebenfalls spielklassenhöhere Spielvereinigung Greuther Fürth mit 1:0, gegen Zweitligavertreter SSV Ulm 1846 mit 4:2 Toren, gegen den Bundesligisten VfL Bochum mit 1:0 und im Halbfinale mit 6:4 nach Elfmeterschießen gegen Zweitligist Borussia Mönchengladbach. Das Finale im Berliner Olympiastadion entscheidet der deutsche Vizemeister Schalke 04 mit 2:0 für sich.

Da der FC Schalke 04 für die Champions League qualifiziert ist, nimmt der 1. FC Union Berlin als Pokalfinalist am UEFA-Cup-Wettbewerb teil.

In der 1. Runde ist der finnische Meister FC Haka Valkeakoski der Gegner. Das Spiel in Finnland endet mit einem 1:1-Unentschieden, das Rückspiel im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gewinnt der 1. FC Union mit 3:0 Toren. In der 2. Runde unterliegt Union im Jahn-Sportpark gegen Bulgariens Pokalsieger Litex Lovetsch mit 0:2 Treffern, bevor in Lovetsch ein 0:0 erreicht wird.

Drei Spieljahren in der 2. Bundesliga folgt der Abstieg in die Regionalliga, ein Jahr später tritt Union in der vierten Liga, der Oberliga, an und steigt sofort wieder auf.

Im Finale um den Landespokal besiegt der Klub 2007 den Köpenicker SC mit 7:0 Toren. Für die Teilnahme am DFB-Pokal-Wettbewerb qualifiziert, tritt Union gegen Eintracht Frankfurt an und verliert mit 1:4 das Spiel.

 

2007 - 2008

2. Liga und rekonstruiertes Stadion

In der Saison 2007/08 gelingt der Mannschaft die Qualifikation für die neu geschaffene 3. Liga. Hier steigt sie im folgenden Jahr als Tabellenerster in die 2. Bundesliga auf. Seine Heimspiele trägt der 1. FC Union Berlin in dieser Spielzeit im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark aus, während mehr als 2.000 Anhänger und Fans an der Seite vieler wirtschaftlicher Partner das Stadion An der Alten Försterei den Ansprüchen der DFL und des DFB und den Vorstellungen des Vereins selbst entsprechend umbauen. 

von damals bis heute

Die Union-Fans

Das Stadion-Umbauprojekt ist der nur bislang letzte Höhepunkt des Einsatzes der Anhänger, die für ihre Treue und ihren Enthusiasmus bekannt sind.

Traditionell stehen sie ihren Fußballern fest zur Seite. Die Begeisterung drückt sich über all die Jahre hinweg immer auch in hohen Zuschauerzahlen aus. So sehen am 10. Juni 1923 im ausverkauften Grunewald-Stadion, dem Vorläufer des späteren Olympiastadions,  64.000 Besucher das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Trotz des 0:3-Rückstandes gegen den Hamburger Sportverein bleibt die Unterstützung für die Unioner bis zum Schluss ungebrochen.

Auch nach den schmerzvollsten Ereignissen in der Geschichte des Klubs hält der Anhang immer unerschütterlich zu seinem Verein: Als viele Spieler 1950 in den Westteil Berlins übersiedeln, kommen die Zuschauer bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 nun auch zu Tausenden in das Poststadion, um ihre Unioner anzufeuern. Nach dem Mauerbau und trotz mehrerer Umstrukturierungen und Umbenennungen – auch in der Heimat, dem Stadion An der Alten Försterei, werden die Unioner von ihren Fans nie im Stich gelassen. Auch und erst recht nicht, als der am 20. Januar 1966 gegründete 1. FC Union Berlin 1968 zwar den nationalen Pokal gewinnt, aber dennoch nicht am Europapokal-Wettbewerb teilnehmen kann. Weder Überwachungsmaßnahmen durch die Polizei und das Ministerium für Staatssicherheit der DDR noch sportliche Benachteiligungen halten die Union-Fans davon ab, über all die Jahre treu an der Seite ihres Vereins zu stehen. Zu Tausenden begleiten sie die Mannschaft zu den Auswärtsspielen. Überdurchschnittlich hoch – im Vergleich zu den anderen DDR-Vereinen – sind auch die Zuschauerzahl-Heimbilanzen. Neben den Gemeinschaften und Klubs mit den Namen Lok, Chemie, Vorwärts, Dynamo, Stahl, Aufbau, Einheit oder Aktivist steht allein schon der Vereinsname des 1. FC Union Berlin für etwas Besonderes.

Als nach der Herstellung der deutschen Einheit ein neues Kapitel der Klubgeschichte beginnt, sind es erneut die Union-Fans, die immer wieder von sich reden machen. Am 27. Januar 1990 sehen 51.270 Zuschauer das Freundschaftsspiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin im Olympiastadion. Später sorgen wirtschaftliche Schwierigkeiten, Lizenzentzüge und nicht erreichte Aufstiege für Probleme des Vereins.

So hebt der DFB 1993 wegen einer selbst gestalteten Bankbürgschaft die bereits erteilte Lizenz für die Teilnahme an der 2. Bundesliga wieder auf. „Kämpfen für Union“ ist daraufhin der Leitspruch – mit Mahnwachen und einer Protestdemonstration der Fans. Der Regierende Bürgermeister von Berlin sieht sich zu einem den Klub unterstützenden Statement veranlasst und mehr als 10.000 Unterschriften werden in wenigen Tagen gesammelt, um den Fußball-Bund zum Einlenken zu bewegen  – vergebens. Der Verein ist hoch verschuldet, alle Rettungsversuche scheinen gescheitert. Dennoch wird mit großem Engagement und neuen wirtschaftlichen Partnern das Bestehen des Vereins gesichert.

Als nach weiteren Lizenzverweigerungen im Februar 1997 die Presse vom unvermeidlichen Konkurs berichtet, beginnen die Anhänger erneut, an der Seite der Klub-Verantwortlichen um ihren Verein zu kämpfen. Ein Fanrat wird gebildet und koordiniert die Aktionen, regelmäßige Fantreffs dienen der öffentlichen Information der Unioner. Mehr als 3.000 Anhänger demonstrieren am 23. Februar 1997 unter dem Motto „Rettet Union“ auf der Straße Unter den Linden und durch das Brandenburger Tor und machen so auf sich und ihren Klub aufmerksam.

Auch daraufhin engagiert sich Anfang 1998 die Münchener Filmrechte-Firma „Kinowelt“ finanziell beim 1. FC Union Berlin, der dadurch sportlich und wirtschaftlich einen Aufschwung vollziehen kann. Dennoch gelangt der Klub sechs Jahre später erneut in große ökonomische Probleme. Auch die von den Fans mitgetragene Spendenkampagne „Bluten für Union“ hilft, diese Zeit zu überwinden.

Das Stadion-Programmheft zu den Heimspielen entsteht seit 1997 in der Verantwortung einer Redaktion aus Union-Fans. Die Wertschätzung der Anhänger durch die Vereinsverantwortlichen drückt sich auch in der Arbeit eines Fan-Vertreters im Aufsichtsrat des Klubs und in der Gründung einer offiziellen Fan- und Mitgliederabteilung als selbstständige und gleichberechtigte Abteilung des 1. FC Union Berlin aus. Veranstaltungen wie das jährliche Weihnachtssingen im Stadion und das Drachenboot-Rennen, die monatlichen Fan-Treffen und viele weitere Veranstaltungen organisieren die Anhänger selbst – für ihren Verein. Andere Vereine haben Fans – bei Union haben die Fans einen Verein.

1. FC Union Berlin